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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-05-17 · 20 (17.5.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
20 (17.5.1901)
Date
1901-05-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Ar. 20 Seite 345 Ix. Vloch's Wvärrnfchrifr» der Zug langsam in Bewegung. Unter Vorantritt eines Trauermarschalls folgte Herr Export-Disponent für Oesterreich-Ungarn, Hansen, welcher auf einem Kissen die Orden des Freiherrn trug. Hieran schlossen sich zwei Diener in Gala mit den Kränzen der höchsten Herrschaften. Die Spende Sr. Durchlaucht des Herrn Regierungsverwesers trug Namenszug und Krone, die Ihrer Hoheit der Frau Herzogin Alexandrine die Inschrift: »Das Andenken des Gerechten bleibt in Ehren/ Dem Sarge folgten zu Seiten des Herrn Lehrers und Predigers Oppenheimer die Freiherren Hugo von Meyer und Siegwart von Mayer-Ketschendorf. Se. Durchlaucht den Herrn Regierungsverweser vertrat Herr Flügel-Adjutant von Wangenheim, Ihre Hoheit die Frau Herzogin-Witwe Alexandrine, welche ihrem Schmerz um den dabingeschiedenen Freund des erzherzoglichen Hauses in einem ergreifenden eigenhändigen Schreiben Ausdruck verliehen hatte, Herr Staatsrath Meßmer, das Gesammtministerium Herr Geh. Regierungsrath Dr. Dietsch von Gotha, die hiesige Ministerialabtheilung Se. Excellenz Herr wirkl. Geheimrath von Wittken. Neben den Angehörigen des Verstorbenen nahmen Theil der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde, dieselbe selbst, der Magistrat, Stadtverordnete, sämmtliche Beamte der hiesigen Firma und ihre Filialen, Vertretungen der Coburg-Gothaischen Creditgesellschaft, des Spar- und Hilfsvereines, sowie zahlreiche andere commerzielle und industrielle Unternehmungen. Ja sogar von Oesterreich waren Freunde des Chefs der Weltfirma herbeigeeilt. Ferner bemerkte man unter den Leidtragenden den amerikanischen Generalconsul Herrn Dr. Hughes, welcher die Fahne des Consulats auf Halbmast hatte flaggen lassen, anläßlich der Bedeutung, welche Freiherr von Mayer in der Handelswelt hatte. Auch das Land hatte sich zahlreich betheiligt; so sah man unter Andern die Gemeindevertretung von Ketschendorf, geführt von Herrn Schultheiß Gundermann, ferner Creidlitzer, Seidmannsdorfer, Ahorner re. Von Landtags-Abgeordneten sah man Herrn Arnold, die Schulen, denen der Verstorbene so manche Wohlthat erwiesen hatte, vertrat Herr Schulrath Brodführer. Bald hatte der Zug sein Ziel, die der israelitischen Gemeinde bestimmte kleine Abtheilung des allgemeinen Friedhofes, erreicht. Langsam senkte sich der Sarg in die Gruft; Herr Lehrer und Prediger Oppenheimer sprach das letzte Gebet. Gar mancher Freund des Verblichenen begab sich nun zum Grabe, um ihm die üblichen drei Hand voll Erde nachzusenden. So ruht denn einer unserer hervorragendsten Mitbürger nach einem an Erfolgen, aber auch an ernster Arbeit reichen Leben für immer aus, ein Mann, der sich des gleichen AnsehenS ersreute bei Hoch und Niedrig, an dessen Gruft sich Stadt und Land, Fürstenhaus und Bauer, sowie die Angehörigen jeder Confession zusammenfanden, um ihn zu ehren und sich selbst. Breslau, 5. Mai. Wie bereits mitgetheilt worden, feierte Geh. Justizrath Freund am 1. d. M. sein 50jähriges Amtsjubiläum. Bei einem Manne, der so lange Jahre im Dienste der Oeffentlichkeit gestanden, konnte es nicht fehlen, daß sein Ehrentag auch die allgemeinste Beachtung gefunden hat. Die ersten Gratulanten waren der Oberlandesgerichts-Präsident Excellenz v. Kunowsky, Senats-Präsident Knaufs und Oberstaatsanwalt Drescher. Excellenz v. Kunowsky überreichte mit einem Glückwunschschreiben des Justizministers dem Jubilar den Rothen Adlerorden III. Classe mit der Schleife. Eine Abordnung des Vorstandes und der Repräsentanten-Versammlung der Synagogengemeinde sprach durch Stadtrath Pringsheim und Director Lyon ihre Glückwünsche aus und überreichte eine künstlerisch ausgeführte Adresse. Der Vorstand der Gesellschaft der Brüder, einer seit 1780 bestehenden Vereinigung, ließ durch den Mund des Stadtrathes Pringsheim ihre Glückwünsche dem Jubilar aussprechen und ihm unter Ueberreichung eines Diploms die Mittheilung von seiner Ernennung zum Ehrenmitgliede genannter Gesellschaft machen Im Namen von Rector und Senat der Universität war Geheimrath Professor Dr. Flügge als Gratulant erschienen. An der Spitze einer Abordnung des Magistrats mit dem Vorstande der Stadtverordneten-Versammlung bat Oberbürgermeister Dr. Bender den Jubilar, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Breslau anzunehmen. Im Namen der Gesellschaft für vaterländische Cultur Lberbrachte Geheimrath Professor Dr. Richard Förster die herzlichsten Glückwünsche. Bald darauf erschienen die Professoren der juristischen Facultät, an ihrer Spitze der Decan, Geheimrath Professor Dr. Leonhard, welcher unter einer herzlichen Ansprache demJubilar dasDiplom für den Ehrendoctor der juristischen Fa cultät Breslau überreichte, eine Auszeichnung, welche der Jubilar im Namen der Anwaltschaft übernahm« Die Rabbiner Dr. Rosenthal und Dr. Guttmann gratulirten im Namen ihrer Gemeinden. Besonders zahlreich war eine Abordnung des Vorstandes der Anwaltskammer und der Vertrauensmänner und Deputirten der schlesischen Anwaltsschaft vertreten, von denen eine Adresse überreicht wurde, welche Justizrath Dr. Cohn verlas. Auch der schlesische Anwaltsverein überreichte eine Adresse, die von Justizrath Feige verlesen wurde. Außerdem hat der letztere Verein eine Sammlung zu einer „Freund-Stiftung" veranstaltet, welche bis jetzt eine Summe von 9000 Mark ergeben hat. Mit Zustimmung des Jubilars solle dieselbe den Zweck haben, nothleidende Anwälte und ihre Familien zu unterstützen.Von persönlichen Gratulanten, die noch erschienen waren, bemerkten wir unter Anderen den Regierungspräsidenten v. Heydebrand und der Lasa, Polizeipräsidenten Dr Bienko u. v. A. Ueberaus zahlreich waren die eingegangenen Glückwunschschreiben und Telegramme, darunter ein Schreiben des Oberjustizrathes Bartsch, der im Namen der Directoren und der Mitglieder des königlichen Landgerichts und der Richter des königlichen Amtsgerichts gratulirte. Vermischtes. Wien. (Bar-Mizwah-Frier.) Samstag den 18. Mai d. I. um 3 Uhr Nachmittags findet im Tempel, II, Tempelgaffe 3, die Bar-Mizwah des Hugo Bäcker, Sohn des langjährigen allgemein beliebten Verwalters der israelitischen Cultusgemeinde, Herrn Joachim Bäcker, statt. , Verlobungen. Fräulein Henni Schlesinger, Tochter des Verlagsbuchhändlers I. Schlesinger hier, hat sich mit Herrn Benny Schreiber, Enkel des sel. Krakauer Oberrabbiners Schreiber, verlobt. — Herr Rabbiner Dr. D. Herzog in Prag- Smichow hat sich mir Frl. Anna Reich, Tochter des Großindustriellen, Präsidenten des Centralcomitäs der Baron Hirsch- Stiftung Herrn M. H. Reich in D u k l a, verlobt. — Frl. Henriette Gnth, Tochter des Restaurateurs Herrn M. Guth, hat sich mit dem Cafetier Herrn Max S ch w a r z in Wien verlobt. Jüdisches Ueberbrettl. In den Localitäten des Etablissements Edelhofer, Wien II., Rothe Sterngasse 7, wird allabendlich ein stets größer werdendes Publicum durch die Borträge des Leopoldstädter Volks- Orpheums erheitert und interessirt. Die Darbietungen dieser Gesellschaft sind von dem gewöhnlichen Tingel-Tangel stylweit entfernt; die Künstler und Künstlerinnen tragen echt jüdischpolnische Melodien mit theils ernstem, theils humoristischem Texte vor und stellen in Costüm und Mimik Typen aus den chassidischen Gemeinden Galiziens dar, die naturgetreu bis in die kleinsten Einzelheiten find. Von den durchwegs vorzüglichen Leistungen erwähnen wir nur den jungen Choffed der Frau Sara Kann er, eine wahre Prachtleistung, die einer ersten Bühne würdig wäre. Der verklärte Ausdruck des gottseligen Gläubigen ist ganz unübertrefflich. Ferner den Chasen der Frau Rosa Klug, die ausgezeichneten Leistungen der Herren Klug. Kanner, Weinberg, Podsamzee. Lion und Reißmann. Letzterer ist auch Regiffeur der vortrefflichen Gesellschaft. Den Schluß des interessanten Programms bildet eine Comödie, »Der Lebendig-Todte", die auch schauspielerisch vorzüglich dargestellt wird. Der Ausgang des Sabbaths in der Klaus, die Recitation der Seelengebete rc. machen einen tiefen Eindruck auf die Zuschauer. Hervorzuheben wäre noch die stimmliche Begabung der Truppe, die auch von Fachleuten betont wird. Dem eigenartigen Unternehmen ist aller Erfolg zu gönnen; jeder Besucher wird ein paar anregende und vergnügte Stunden in diesem jüdischen Ueberbrettl verbringen. Freunde jüdischer Musik und Kunst sollten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese Künstlertruppe, von welcher jedes einzelne Mitglied Vorzügliches leistet, zu sehen und zu hören. Y. Wien. Sonntag den 12. Mai, 7 Uhr Abends, fand im Wiener Kaufmännischen Verein die Schlußproductron der Schüler aus der Musik- und Gesangsschule Morini statt. Der große Festsaal war von einem sehr zahlreichen distinguirten Auditorium überfüllt. Die Leistungen der Schüler unter Leitung ihres Directors Oscar Morini boten ein Bild von gediegenem Unterricht und feiner Schultechnik, da jede Vortragnummer von dem anwesenden Publicum mit brausendem Beifall ausgenommen wurde. Die Direction beehrt sich, einem P. T. Publicum mitzutheilen, daß der Sommercurs am 5. Mai begann, zu welchem täglich Einschreibungen, IL, Taborstraße 52, statrfinden. und daß an Schüler unserer Glaubensgenossen eine 25percentige Ermäßigung, sowie halbe Freiplätze verlieben werden. Wien. Ueber Veranlassung des Herrn B. Kanitz übergab uns Herr Bernhard Stern, IX., Schlickgaffe 5, aus der Verlaffenschaft seiner in Gott ruhenden Gattin, Frau Elise Pacifica Stern, eine sehr kostbare zweihundertjährige Bibel mit dem Wunsche, diese dem Mischen Museum zn widmen. Wien. (Todesfall.) Vorige Woche wurde der Private. Herr Moses Schneid, Vater des Großindustriellen Herrn Marcus Schneid in Wien, unter lebhafter Theilnahme eines großen Bekanntenkreises zu Grabegetragen. Der Verblichene, aus Lemberg, gebürtig, überfiedelte Anfangs der Sechziger-Jahre nach Wien

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