Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 20 (17.5.1901)
- Date
- 1901-05-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3021385-3021406--10858-3035362- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 340 Dr. Bloch's mittelst Stimmzettel vorgenommene Wahl ergibt das von Herrn Dr. Alexander Mintz als Scrutator verkündete Ergebniß, daß die Herren Moriz Baum, S. Brod, Dr. Marcell Hoffman n, Carl Kohn und Consul A. Marek einstimmig zu Vorstandsmitgliedern und die Herren Sigmund Spitzer und Bezirksrath Waldstein zu Caffarevisoren gewählt erscheinen. Der Vorsitzende erstattete namens des Vorstandes den Dank für diese Wiederwahl und erklärte sohin die Generalversammlung für geschlossen. Correspondenzen. Aus der öffentlichen Sitzung des Wiener israelitischen Cultusvorftandes vom Sonntag den 1Ä. Mai, unter dem Borfitze des Präfidenten kaiserl. Rath Heinrich Klinger. Der Präsident kaiserl. Rath Heinrich Klinger eröffnet die öffentliche Plenarsitzung, constatirt die Beschlußfähigkeit und läßt zunächst den Einlauf zur Verlesung bringen. An Spenden sind ein gelaufen: Bon der Firma S. Katzau für das Siechenhaus 500 X; von Frau Rosalie Winter für Arme zur Bertheilung am Sterbetage ihres Gatten 100 X; von Herrn Dr. Alfred Stern, anläßlich des Ablebens der Frau Leontine Padovary für die Armenanstalt 100 X, für das Armen-Amt 100 X; von G. B. und N. N. für daS Siechenhaus 100 X; von Herrn Friedrich Luria, anläßlich seiner Vermählung, für Arme 40 K; von Herrn Johann Seelenfried für das Altersversorgungshaus 40 X; von Frau Betti Förster, als Erlös einer Betsitzkare, für die Speiseanstalt 30 X; von Herrn E. Fischer für Arme 18 X; von Herrn I. S. Goldmann für die Brigittenauer Schulküche 6 X; von Anonymus für Arme 2 X; von Herrn kaiserl. Rath Wilhelm Pollak anläßlich des Pessachfestes für Arme Wein; von Herrn Moriz Weiß Wein für Arme anläßlich des PeffachfesteS; von Herrn Sigmund Beer Bücher für das Mersversorgungshaus. Im Einlaufe befindet sich weiters: Ein Dankschreiben der Frau Henriette Fischl, einer Tochter des verewigten, unvergeßlichen Predigers I. N. Mannheimer, für das ihr änläßlich ihres 70. Geburtstages seitens des Vorstandes zugekommene Glückwunschschreiben. — Eine Einladung der Gesellschaft zur Sammlung und Conservirung Kunst- und historischer Denkmäler des Judenthums zum Besuchen des Museums. — Eine Einladung der Israelitischen Allianz zur Theilnahme an der Generalversammlung. Der Vorsitzende macht sodann folgende Mittheilung von der Neubildung der Steuerbezirks-Collegien und der Schätzungscommiffion. Dieselben haben sich folgenderweise constituirt: Die Steuer-Bezirks-Collegien constituirten sich wie folgt: Im I. Bezirk Obmann: Dr. Leopold Kohn, Obmann-Stellvertreter: Heinrich Teltscher, Schriftführer: Dr. Jakob Löwinger; im H. Bezirk, Obmann: Adolf Schramek, Obmann-Stellvertreter: Markus Bondy, Schriftführer: Dr. Josef Winternitz; im III. u. XI. Bezirk, Obmann: Sigmund Kauders, Obmann-Stellvertreter: Max Markus, Schriftführer: Adolf Unger; im IV., V. und X. Bezirk, Obmann: Adolf Lichtblau, Obmann-Stellvertreter: Carl Seligmann, Schriftführer: Franz Frankl; im VI. und VE Bezirk, Obmann: Adolf RuLiöka, Obmann-Stellvertreter: Adolf Rosenbaum, Schriftführer: H-rmann Liebermann; im VflL und IX. Bezirk, Obmann: Donat Zifferer, Obmann-Stellvertreter: Gottlieb Bettelheim, Schriftführer: Jakob Modern; im XE und XV. Bezirk. Obmann: Salomon Beer, Obmann-Stellvertreter: Samuel Moor, Schriftführer: Alexander Hecht; im XVI. und XVII. Bezirk, Obmann: Dr. Anton Löwy, Obmann-Stellvertreter: Leopold Trebitsch, Schriftführer: Moriz Pick; im XVIE und XIX. Bezirk, Obmann: Max Duschnitz, Obmann-Stellvertreter: Anton Koretz, Schriftführer: Ignaz Katz. Die Schätzungscommiffion wählte zum Obmann Dr. Leopold Kohn, zum Obmann-Stellvertreter Wilhelm Kuffner, zum Schriftführer Donat Zifferer. Des Weiteren gibt der Präsident bekannt, daß die Schlußsteinlegung und Eröffnungsfeierlichkeit des Siechenhauses Sonntag am 9. Juni stattfinden werde und daß eine so große Anzahl von Gesuchen um Aufnahme vorliege, daß nur ein kleiner Theil derselben Berücksichtigung werde finden können. Ersten Gegenstand der Tagesordnung bildet der Rechnungsabschluß pro 1900. Der Präsident kaiserl. Rath Klinger constatirt, daß die Auflegung des Rechnungsabschluffes am 23. April in der »Wiener-Zeitung" publicirt worden ist und derselbe seit jenem Tage in der Kanzlei der israelitischen Cultusgemeinde durch 14 Tage zur Einsichtnahme für die Mitglieder bereitgehalten wurde. Zur Motivirung und Erläuterung des Rechnungsabschluffes Wochenschrift. ^r. 20 erhält das Wort der Obmann der Finanzsection kaiserl. Ratb Moriz Hirsch: Geehrte Herren! Ich habe die Ehre, Ihnen den Rechnungsabschluß für das Verwaltungsjahr 1900 vorzulegen. Aus der Zusammenstellung der Ueberschüsse und Zuschüsse des Rechnungsabschlusses pro 1900 belieben Sie zu entnehmen, daß Ihre IV. und VI. Section Ueberschüsse in der Höhe von X 874.811*98 erzielten, während Ihre I., E, III. und V. Section Zuschüsse im Gesammtbetrage von X 626.973*46 benöthigten, sonach die Gebahrung ein Ersparniß von X 247.838*52 ergab. Wenn wir dieses Ergebniß dem Präliminare pro 1900, welches mit einem unbedeckten Betrag von K 719.317 18 endigte, gegenüberstellen, so ergibt die Addition des Ersparniffes der factischen Gebahrung (247.838*52) und des unbedeckten Betrages des Präliminares die Summe von X 9 6 7.15 5*7 0, welche Differenz ich Ihnen aufzuklären habe. Voraus zu bemerken habe ich, daß, wie Sie aus dem Präliminare pro 1900 ersehen, die Cultussteuer, in Unkenntniß des Umstandes, welches Ergebniß die Neueinschätznng zeitigen wird, nur mit dem ungefähren Betrage des Ergebnisses pro 1899, d. i. mit X 710.000, angesetzt wurde, in Wirklichkeit haben wir aber durch die Neueinschätzung und durch die Opferwilligkeit unserer Gemeindemitglieder circa X 300.000 an Cultussteuer mehr eingenommen. Ferner sind im abgelaufenen Jahre folgende budgetirte Posten nicht zur Ausgabe gelangt, und zwar: in der I. Section außerordentl. Ausgaben für Bethaus II X 11.000 » » für die Systemisirung des Rabbinates X 5000 - „ für Fleischregie X 7000 in der E Section die Reserve bei Unterrichtsanstalten X 5000 » » IE » „ Post »Siechenhaus" X 116.300 » » » » „ » »Kaiserin Elisabeth-Institut" X 10.000 Adaptirungen im Spitalsgebäude X 40.000 und für Bericht über die 25jährige Thätigkeit des israelitischen Spitals X 2400_ zusammen X 42.400 in der IV. Section die Vollendung derMdaptirungen im Spitalsgebäude X 80.000 » „ » „ der Betrieb des Siechenhauses und des erweiterten Spitals X 40.000 » » » » die Fertigstellung des Siechenhauses X 28.000 „ 0 „ „ Zinsen für die zu evntrahirende schwebende Schuld X 30.000 in der V. Section für statistische Zwecke, für das Matrikelamt, Wahlkataster X 10.000 Die Rückzahlung der budgetirten schwebenden Schuld per X 200.000 und die budgetirte Post »Capitalsrückzahlung" x 15.200 wurden, erstere in der Höhe von X 127.663*31 und letztere in der Höhe von X 15.194*34 aus dem bereits genannten Gesammtüberschuffe (X 247*838*52) geleistet X 599.900 und schließlich ergaben sich in den einzelnen Sectionen gegen das Präliminare geringere Zuschüsse, welche im Motivenbericht detallirt erscheinen, in der Höhe von X 61.142 Das vorhin erwähnte GebahrungSergebniß per X 247.838*52 resultirt selbstverständlich auch, wenn Sie von den Einnahmen der Gebarungsconti per.X 1,905.659 33 die bezüglichen Ausgaben per.. » 1,657.820 81 in Abzug bringen und wurde wie folgt verwendet: X 127.663*31 zur Zahlung von Rückständen ex 1899, » 15.194 34 für Capitalsrückzahlungen (Annuitäten Pro 1900), g 26.494*33 für Uebertrag des restlichen Ueberschuffes der Central-Friedhossverwaltung, Capitel XXXI auf Friedhof-Erwerbungsfond, „ 70.000'— für Uebertrag von dem restirenden Gesammtüberschuß aus der allgemeinen Gebahrung auf den Friedhof-Erwerbungsfond und schließlich werden , 8.486*54 auf neue Rechnung vorgetragen. X 247.838*52 Die genauen Details der Einnahmen und Ausgaben, sowie der Ueberschüsse und Zuschüffe in den einzelnen Sectionen belieben Sie gefälligst aus dem Ihnen vorliegenden Motivenberichte zu ersehen. Ich komme nun zur Besprechung des Bilanz-Contos und sind auch in diesem Jahre die meisten Activposten gegenüber des Jahres 1899 unverändert geblieben. Die geringer vorgekommenen Veränderungen unter den Aktiven bestehen in Folgendem: Post 5, Central-Friedhofanlage rc. II, hat sich durch Amortisation der im Jahre 1900 belegten Grabstellen um X 21.158*90 verringert. _