Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-04-26 · 17 (26.4.1901) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
17 (26.4.1901)
Date
1901-04-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021385-3021403--10809-3035310
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sette 294 Nr. 17 Dr. Bloch's Wochrnschrist« mag hier nur auf die eine Thatsache hingewiesen sein, daß die Eingänge, welchewir von den ordentlichen Mitgliedern zugewiesen erhalten, beiweitem nicht ausreichen, um nur zwei erheblichere Posten zu beftiedigen: die Krankengebühren und die Spesen der Verwaltung. Was sonst gedeckt werden mußte, wurde einerseits durch die Zinsen früher angesammelter Eapitalien, andererseits dadurch befriedigt, daß eine Anzahl unserer Mitglieder, dem inneren Drange ihres Herzens folgend, mit offener Hand die Zwecke des Vereines zu fördern sich bereit fand. Ein anderer, nicht unwesentlicher Umstand, daß die Zahl unserer Mitglieder nicht zugenommen, sondern mäßig abgenommen hat, gestattet jedoch keinen unbefriedigenden Schluß auf die Entwicklung t»es Vereines. Es wäre der Vereinsleitung leicht möglich gewesen, dieses Manco auszufüllen, wenn ihr nicht die zur Seite stehende Erfahrung gesagt hätte, daß bei Aufnahme neuer Mitglieder große Vorsicht am Platze sei, damit nicht wohlerworbene Rechte Derjenigen, welche seit vielen Jahren dem Vereine angehören, eine Schmälerung erfahren. Was nun die Bewegung der Vereinsmitglieder anbelangt, sind fünf aus dem Vereine ausgeschieden; diese aus den verschiedensten Gründen, während sieben Mitglieder, und zwar vier als unterstützende und drei als ordentliche Mitglieder, dem Vereine beigetreten sind. Der Tod aber hat starke Lücken gerissen. Er raubte uns ein Ehrenmitglied, den Rabbiner Jacob Fleißig, zwei unterstützende Mitglieder, und zwar Ludwig Ritter v. Gutmann und Adolf Hirschfeld, dann zehn ordentliche Mitglieder; es sind dies folgende: die Herren Josef Fröhlich, Hermann Knöpfelmacher, Sigmund Löwenstein, Adolf Pollak, Philipp Razdowitz, S E Ritter, Adolf Schwarz, Jacob Steiner. Philipp Weiner, Max Wolf. Ihr Andenken wird unter uns fortleben. Um die Statistik zu ergänzen, sei bemerkt, daß nunmehr am Schluffe des Vereinsjahres der Verein 55 unterstützende und 407 ordentliche Mitglieder umfaßt. Der außerordentliche Unterstützungsfond, der berufen ist, die eng gezogenen Grenzen, welche die Statuten uns setzen, zu erweitern und helfend einzugreifen, wo die Nothwendigkeit es gebietet, wurde erheblich in Anspruch genommen, doch ist es uns möglich geworden, den Wünschen derer entgegenzutommen, die an uns appellirten Wenn Sic die Details der Bilanz dieses Unterstützungsfondes einer Durchsicht würdigen, werden Sie des Räthsels Lösung finden. Schon die eine Summe, welche die Zuwendung unserer Mitglieder an diesen Fond enthält, spricht sehr deutlich dafür, daß diese wohlthätige Einrichtung ihre volle Würdigung findet. Das gerade ist ein Trost, bei welchem wir diesmal umso lieber verweilen, als, wie wir hervorgehoben haben, die Schattenseiten nicht mangeln. Wir heben zudem uut besonderer Genugthuung hervor, daß die Stiftung für den uns unvergeßlichen Hermann Haber auf K 1200 sich stellt und daß an diversen Spenden nach dem verstorbenen unterstützenden Mitgiiede Dr. v Gmmann K 2oo, von der Witwe Herrn Knöpfelmacher's X 200, von Max Kann's Erben X 20«», Herrn Dr E. Blnm X 50 und Herr Theodor Kantor X 50 eingelangt sind. Ihnen Allen sei der beste Dank abgestattet. Wir haben das Jubiläum unseres ehrwürdigen Rabbiners Dr. Adolf Schmidt gelegentlich seines 60jährigen Geburtstages dazu benützt, um ihm unsere besondere Hochachtung zum Ausdruck zu bringen. Unserem verehrten Vereinsarzte Dr Blum haben wir unsere besondere Sympathie und Werthscyätzung zum Ausdrucke gebracht, als er sein 25jahriges Jubiläum als Vereinsarzt feierte. Gestatten Sie uns. Allen, die treu zu dem Verein halten, den Dank auszusprechen und Ihnen zu sagen, daß sie ihr Bemühen an ein gutes Werk setzen." Der Vorsitzende, Herr B. Kanitz, gedachte ferner in sehr warmen und bewegten Worten des verblichenen Ehrenmitgliedes, Rabbiners Jacob Fleißig, und beantragte, aus dem Vereins- Vermögen eine ^Rabbiner Jacob Fleißi g-Stiftung" zu creiren, was seitens der Versammlung einstimmig acceptut wurde. Dem Vorstand wurde sodann das Absolutorium ertheilt und hierauf zu den Neuwahlen geschritten. Dieselben ergaben folgendes Resultat: Herr Bernhard Kanitz, Präses, IX., Porzellangasie 43: Herr Michael Jokl, Präses-Stellvertreter; Herr Michael Neurath, .Cassier, II., Gr. Schiffgaffe 12; Herr David Kornfeld, Controlor, I., Wipplingerstraße 43; Herr Bernhard Fischer, Schriftführer, ll., Aloisgafse 6; Herr Leopold Baumwald.; Herr Dr. Ao Ehrentheil; Herr Dr. S. Elias; Herr Doc. Dr. Josef Grünfeld; Herr Ludwig Weißhut; Herr I. Jaiteles; Herr Siegfried Oser; Herr Dr. M. Blumenthal; Herr Louis Flamm; Herr Siegmund Werner; Herr Wilhelm Bräuer, Secretär. HI., Custozzagaffe 3. E. 8. Wien. (Trauerandacht.) In dem herrlichen, von Max Fleifcher's Meisterhand erbauten Tempel im IX Bez. fand am 21. d. M. eine seitens des „Bereins z u r B eförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" augrordnete Trauerandacht statt für das im vorigen Jahre verstorbene Vereinsmitglied Herrn Moritz Schwarz, aus Brodh in Galizien gebürtig, gewesener Bankgeschäfts- Inhaber, der den Verein zum Universalerben eingesetzt hat. Der Nachlaß des großherzigen Gönners und Förderers des Vereins beziffert sich nach Abzug reicher Legate für Verwandte und Wohlthätigkeitsanstalten auf Kronen 300.000, von welchem Capitale die hochverehrte, durch Herzensgüte ausgezeichnete Gattin des Dahingeschiedenen, Frau Mathilde Schwarz, lebenslänglichen Nutzgenuß zu beziehen hat. Dem Trauergottesdienste wohnten nahezu sämmtliche Vereinszöglinge, ungefähr 800, bei, unter Führung des Vereinssecretärs Herrn Max Hartmann, k. u. k. Hauptmann in Disponibilität, und des Vereinsinspectors Herrn Samuel A l l i n a. Herr Religionsprofessor Moritz A n s ch e r l hielt dem Dahingeschiedenen einen überaus warmen, tiefempfundenen Nachruf, der auf die jugendlichen Gemüther nachhaltigen Eindruck machte. Herr Cantor Pekarnik trug einige Trauerchöre vor und versetzte mit seiner sympathischen, klangvollen und modulationsfähigen Stimme alle Anwesenden in erbauliche und weihevolle Stimmung. Möge der Act der Großherzigkeit und Humanität des Herrn Moritz Schwarz, sein Andenken sei gesegnet für und für, Schule machen, damit dem eine gesegnete Thätigkeit entfaltenden „Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" die Mittel geboten werden, den an ihn gestellten enormen Anforderungen gerecht werden zu können. X. 8. Wien. (Allgemeines österreichisches Taubstummen-Jnstitut in Wien.) Dem ausführlichen Berichte über das siebeuundvierzigste Jahr des Bestandes ist mit hoher Befriedigung zu entnehmen, daß das jüdische Taubstummeninstitut nach wie vor eine gedeihliche und segensreiche Tbätigkeit entfaltet hat. Im Schuljahre 1899—1900 befanden sich 85 taubstumme Kinder in dem Institute in Verpflegung. Ter Bericht weist darauf hin, daß sich die Bedürfnisse der Anstalt in Folge der Vertheuerung aller zur Führung des Haushaltes unentbehrlichen Bedarfsartikel alljährlich steigern, ebenso daß es an Lehrzimmern mangle, daher sich die Herstellung eines Anbaues behufs Errichtung gesonderter Unterrichtsräume als dringende Nothwendigkeit herausgestellt hat. Da jedoch die vorhandenen Mittel hiezu nicht ausreichen, so ergeht an alle Glaubensbrüder und Menschenfreunde die inständige Bitte, dem einem dringenden Bedürfnisse entspringenden Humanitären Institute ihre werkthätige Theilnahme und Unterstützung nicht zu versagen. Dem Vorstand des Vereines gehörenderzeit nachstehende Persönlichkeiten an: Frau Julie Schlesinger, Ehrenpräsidentin; Dr. Arthur K u r a n d a, Präses; Paul-S ch i f f. Max von P o r t h e i m, Emanuel K o l l i s ch, Wilhelm S t i a ß n y, Dr. Alfred Stern, Anniea B e n v e n i st i, Aurelie Weiß, Caroline von Gomperz-Bettelheim, Josephine Paul- Schiff. Camilla K o h n, Josephine von Fröhlich-Feldau. Laut Rechuungsausweis betrugen die Einnahmen 82.000 Kronen, die Ausgaben dagegen nahezu 70.000 Kronen, während der Rest für Dotirung der Gebäudereseroe verwendet, worden ist. Die Anstalt hat didaktisch und Pädagogisch namhafte Erfolge erzielt, was der umsichtigen Leitung des Anstaltsdirectors Doctor Moriz Brunner und dem Pflichteifer sowie der aufopfernden Hingebung des Lehrpersonales zu verdanken ist. Brünn. (Vom Mährisch-jüdischen Waisenh i l f s v e r e i n e.) Am 14. d. M. fand die diesjährige Generalversammlung dieses Vereines unter Vorsitz des Herrn kais. Rathes D. Mandel statt. Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes für das abgelaufene Jahr beklagt die geringe Theilnahme, welche dieser so überaus segensreich wirkende Verein unter den hiesigen und auswärtigen Glaubensgenossen finde, ohne welche derselbe nicht im Stande sei, trotz des namhaften Fonderträgniffes, allen an ihn herantretenden Anforderungen zu entsprechen. Insbesondere durch die immer mehr zunehmende Nöthigung, die Dauer der Verleihung der Erziehungsbeiträge den Waisen weit über das 14. Lebensjahr hinaus zu verlängern, ist der Vorstand in vielen Fällen gezwungen, die Aufnahme neuer Waisen in die Vereinsobsorge auf einen späteren Zeitpunkt hinauszuscyieben, was von diesen, respective ihren Ernährern hart empfunden wird. Der Vorstand wiederholt daher seinen alljährlich erneuerten Appell an die Mitglieder der hiesigen, wie aller mährischen Gemeinden, sowie deren Vorstände, diesem Landes-Vereine mit ergiebigen Jahresbeiträgen beizutreten und der armen, verlassenen Waisen auch durch milde Spenden in Freud und Leid eingedenk zu sein. Die Jahresbeiträge betrugen blos 2141 X 20 h, die Spenden nur 461 X (gegen 1394 X im Vorjahre) — Beträge, die gegenüber den entsprechenden Zuflüssen anderer hiesiger wohlthätiger Vereine, deren Thätigkeit sich lediglich auf Brünn erstreckt, während dieser Verein vorwiegend seine wohlthätige

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.