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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-04-19 · 16 (19.4.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
16 (19.4.1901)
Date
1901-04-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Sir. 16 Sette 281 mm Dr. Vloch's Wochen schrlf?. als seltenes Kunstwerk. Die Goldstickerei des Mäntelchens und die Ornamentik der Kle-kodesch sind nach Zeichnungen des Architekten Max Fleischer im secessionistischen Style künstlerisch ausgeführt. Der Präsident der Cultusgemeinde, Herr Commercialrath Heinrich Klinger, ließ dem Spender und dessen Gattin einen Mischeberach machen, und als Herr Julius Wolf als Maftir zur Thora gerufen wurde und die Vorlesung des Maftir aus dem neuen Sefer beendet war, trug Obercantor Singer einen anläßlich des Chinnuch eigens verfaßten Mischeberach vor, worauf Herr Wolf namhafte Beträge für wohlthätige Zwecke widmete. Wien. Unter zahlreicher Betheiligung fand vergangenen Montag das Leichenbegängnis des Herrn Leop. K o d i t s ch e k, Vaters des Magistratssecretärs S. Koditschek und des Verwalters des Altersversorgungshauses Herrn Rudolf Koditschek, statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Schmied! hielt eine ergreifende Trauerrede, in welcher er der Beliebtheit der drei Söhne des Verblichenen rühmend Erwähnung that. Herr Obercantor Singer und Herr I. Cantor Blatt verrichteten die üblichen Trauergebete in erhebender Weise. Unter den vielen Trauer gästen sah man die Vorstandsmitglieder der israel. Cultusgemeinde, die Herren Salo Cohn und Herrn Baurath Stiaßny, sowie den I. Secretär Herrn kaiserl. Rath Dr. Lieben, Herrn Amtsvorstand Gustav Wiener, Herrn Verwalter 'Bäcker, Bezirksrath Jul. P o l l a k, Architekt Reiser, u. s. w. mehrere Wiener Magistrats- und Armenräthe, Abordnungen von Bethausvereinen, sowie Jnsasien des israel. Altersversorgungshauses. Wien. (Kaiser Franz Joseph-Ferienheim.) Dieser rührige Verein, an dessen Spitze seit seiner Gründung die nimmermüde Präsidentin Frau Sophie G r ü u f e l d steht, versendet soeben den Bericht über das IX. Vereinsjahr. Demselben ist zu entnehmen, daß dieser Verein, der sich allerorts der lebhaftesten Sympathie erfreut, in seinem humanen Wirken gedeihlich fortschreitet. Eine exceptionelle Ehrung ist dem Vereine ^Ferienheim^ im abgelaufenen Jahre zu Theil worden, indem Se. Majestät der Kaiser allergnädigst zu bewilligen geruhte, daß die von diesem Vereine in Tischnowitz (Mähren) gegründete Feriencolonie „Kaiser Franz Joseph-Ferienheim" benannt werde. Die feierliche Einweihung dieses der öffentlichen Wohlfahrt gewidmeten Heimes wird im Monate Juni d. I. festlich begangen werden. Weilers ersehen wir aus dem Berichte, daß die Zahl der im abgelausenen Jahre in die Feriencolonien entsendeten Kinder größer war, als im Vorjahre und daß ein besonderes Augenmerk den scrophulöfen Kindern durch Entsendung in Jodbäder zugewendet wurde. Die Kinder verblieben 4—6 Wochen und mit wahrer Genugthuung konnten die ausgezeichneten Erfolge des Landaufenthaltes und der Heilbäder constatirt werden. An den intereffanten Detail- Bericht über die im Jahre 1900 nach Tischnowitz, Petrau, Jodbad Darkau, Bad Hall, Baden bei Wien rc. entsendeten Colonien schließen die statistischen Tabellen, denen u. A. zu entnehmen ist, daß die in die Colonien entsendeten 522 Kinder um 699'5 Kilogramm an Gewicht Zunahmen. Die Berichte der Mädchen-Comitvs Sektion Wien und Section Brünn taffen die erfolgreichen Bemühungen der jungen Damen um diesen eminent human wirkenden Verein erkennen. Nebst dem vollständigen Berzeichniffe der Stifter, Gründer, Spender und Mitglieder enthält der Bericht den Gebahrungsausweis und eine statistische Darstellung der neunjährigen Vereinsthätigkeit. Bedauerlich ist es, daß der Zuwachs an Mitgliedern im abgelaufenen Bereinsjahre in keinem Verhältnisse steht zu den ftüheren Jahren. Dieser Umstand ist bei der großen Bedeutung, welche dem edlen Wirken des Vereines zukommt, unerklärlich. Mögen die bemittelten Kreise die edlen Bemühungen des „Ferienheim", armen, kranken Kindern unserer Glaubensgenoffen Genesung und schwächlichen Kindern Kräftigung zu bringen, durch lebhaftere Betheiligung fördern! Brünn. (Ehrung.) Herrn Obercantor Josef Heller in Brünn wurde vom mährischen Landesrabbiner Sr. Ehrwürden Herrn Dr. B. PlacLek die Morenu verliehen. Der feierliche Act nahm folgenden Verlauf: Am letzten Peffach-Tage beim Hauptgottesdienst wurde Herr Obercantor Heller als Schelischi zur Thora aufgerufen, und wurde von Herrn Cantor Goldmann das Morenu-Diplom und ein besonderer Mischeberach vorgelesen, nachher vom Tempelchore das echadjochid gesungen. Herr Obcrcantor Heller erhielt aus diesem Anlaffe zahlreiche Gratulationen. n. Brünn. Der Chordirigent der Brünner israelitischen Cultusgemeinde und Gesangsmeister Herr Leopold Schmidt feiert Um 21. April l. I. mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit". Mähr.-Weißkirchen. Herr S. I e l l i n e k, Cantor der hiesigen Cultusgemeinde, ist von uns mit Ende März dieses Jahres geschieden, um seiner Berufung als Cantor und Religionslehrer nach Oberhollabrunn Folge zu leisten. Was die Cultusgemeinde an ihm für eine Kraft verliert, weiß jedes Mitglied zu beurtheilen. Geliebt und geachtet von Jedermann, ohne Unterschied der Confeffion, war er ein Beamter von seltenem Diensteifer und größter Hingebung. Als äußeres Zeichen aufrichtiger Freundschaft und lebhaften Bedauerns ob seines Postenwechsels versammelten sich im „Deutschen Hause" (Vereins- Hotel) mehrere Mitglieder der hiesigen Cultusgemeinde, um von demselben Abschied zu nehmen. Das schöne Fest schloß unter herzlichen Glückwünschen fröhlichen Wiedersehens, zu welcher Kundgebung unser allverehrter Herr Bürgermeister S. Schlesinger die Initiative ergriff. Welka, 12. April. An weiteren Spenden liefen uns ein von: Rudolf Auipitz & Comp., Wien, 200 X; Gebrüder Guttmann, Wien, 100 X; Freiherr v. Ku ffner, Lunden bürg. 50 X; S. Braun's Söhne, Jaroschau, 50 X; Heinrich Grätzer (durch Sammlung), Holleschau, 40 X; Julius Wolf. Wien, 30 X; Isidor v. May, Ung.-Hradisch, 20 X; Leopold & Wilhelm Eisenmann, Rothkosteletz, 10 X; Max & Salo Zerkoivitz, Brünn. 5 X; Julius Platschet, Straßnitz, 5 X; Dr. H. Rieß, Auspitz, 3 X; Leopold Schulz, Tupes, (durch Sammlung) 27 X; Siegfried Singer, Brünn, (durch Sammlung) 14 X; Julius Preiß, Wien, (durch Sammlung) 2 X; zusammen 556 X. Wir sprechen den geehrten P. T. Spendern unseren wärmsten Dank aus und bitten unsere Glaubensgenoffen inständigst um weitere gütige Förderung, damit wir bald in die Lage kommen, an die Realistrung unseres Projectes schreiten zu können. Für das Tempelbau- Comite des Minjan-Bereines in Welka: Sig. Preiß, Obmann. Lemberg. Das hiesige Wochenblatt „Monitor" bringt in seiner letzten Nummer eine Notiz, in der über den beschränkten Einlaß in den Tempel an den hohen Feiertagen Klage geführt und die Schuld hieran ungerechter Weise der Synagogenverwaltung zugeschrieben wird. In der That macht sich seit Jahren ein immer mehr zunehmender Mangel an Bethäusern für den fortschrittlichen Ritus bemerkbar. Aus sanitärpolizeilichen Gründe» kann jedoch nicht' Allen in den Tempel Einlaß gewährt werden, der seit mehr als 50 Jahren das einzige Potteshaus ist, wo der Gottesdienst in moderner Weise adgehalten wird. Sache des Cultusvorstandes ist es, auch auf diesem Gebiete Wandel zu schaffen. So lange dies nicht der Fall ist, empfehlen wir der Tempelverwaltung, an den Tagen, an denen Maskir abgehalten wird, zwei Gottesdienste abhalten zu laffen, wie dies in W i e n d e r F a l l i st. W. Gr.-Kanizsa. Mit Freude kann man es begrüßen, daß sich noch Männer finden, die sich für jüdisches Wiffen begeistern und es auch so weit gebracht haben, die Jugend dafiir zu intereffiren. Bor Kurzem war der Jahresabschluß der in Gr.- Kanizsa bestehenden Talmud Thora-Schule, welche seit ihrem 120jährigem Bestände so ziemlich in Vergeffenheit gerathen und wenig besucht war. Vor einem Jahre wurden neue Männer in den Vorstand gewählt, und zwar: Herr Moriz Halphen erster Präses, Herr Oberrabbiuer Dr. Ed. N e u m a n n zweiter Präses, deren Bemühungen es gelungen ist. die Schule zu neuem Leben zu erwecken. Mit Begeisterung und mit großem Erfolge, wie Sie aus nachstehender stattlicher Anzahl der Schüler ersehen werden, widmen sich die Herren Vorstände, so auch die Herren Ausschußmitglieder: Dr. Ollop Mör, Rothschild Samu und Strßm Vilmos ihrer Aufgabe, neue Mitglieder für den Talmud- Thora-Verein zu werben, und die Jugend für die Schule zu intereffiren. Mit großer Befriedigung kann man dem Berichte entnehmen, daß die Talmud-Thora-Schule im abgelaufenen Jahre von 225 Schülern frequentirt wurde, darunter 60 Schüler des katholischen Ober-Gymnasiums, 70 Schüler der Obere» Handelsschule und der Rest aus der Bürger- und Volksschule. Alle diese Schüler genießen den an ihren Schulen gesetzlich vorgeschriebenen Religionsunterricht und besuchen trotzdem die unter der vortrefflichen Leitung der. Herren Volksschullehrer Halasz Jenö und Handelsschullehrer Domnäy Armin, Seminarist, stehende Talmud-Thora-Schule, um sich höheres, jüdisches Wissen anzueignen. Gelehrt wird in der oberen Abtheilung unter Aufsicht des Herrn Oberrabbiuers Dr. E). Neumann Pentateuch. Propheten und Hagiographeu mit entsprechender grammatischer Analyse und endlich in allen Claffen die jüdische Currentschrist. Alle Schüler genießen den Unterricht unentgeltlich, und werden die ärmeren Schüler mit Lehrbüchern, Bibel rc., die Eigenthum

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