Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 16 (19.4.1901)
- Date
- 1901-04-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sett- 278 Vr. Dloch'S WochrnMrrM- Nr. 1« Kirche sehen kann/ erwiderte die Besucherin. ^.Sie sprechen aber sehr gut italienisch. Wo haben Sie diese Sprache so vortrefflich erlernt?", srug der Papst. ^Zuhause, in Ungarn, Gw. Heiligkeit." .Wie ich erfahre, sind Sie kein Mitglied meiner Kirche", bemerkte der Papst. .Ich bin zwar keine Katholikin,! doch anerkenne ich die Lehre der Nächstenliebe und daß wir Alle , Kinder Eines Vaters sind." Der Papst schwieg. Frau Doctor Neumann dankte mit tiefer Verbeugung und hiemit war die Audienz zu Ende. PreWurg. (Alters-Versorgungshaus der autorisirten orthwdox-israelitischeu Cultusge mein de zu Preßburg.) Bor den Peffachfesttagen ist der Jahresbericht des Alters-Bersorgungshouses der autorisirten orthodox-israelitischen. Cultusgemeinde zu Preßburg erschienen. Der Bericht ged«rkt zuvörderst des im September v. I. erfolgten Todes seines Alters- und Ehrenpräsidenten Herrn Joel Wolf s. A. «pietätvoller und tiefempfundener Weise. In dem Dahingesckiedenen -ellagt der Verein nicht nur den Verlust seines Gründers und Stifters, sondern auch seines größten Wohlthäters, dem es zeitlebens ein Herzensbedürfniß gewesen ist, die schönen Ziele und Zwecke des Veremrs moralisch und materiell zu fördern und dessen Bestand nach Menschenmöglichkeit zu sichern, damit alten, kranken und erwerbsunfähigen Glaubensgenoffen und Gememdemitgliedern die Möglichkit geboten werde, den Lebensabend, wenn auch in bescheidener Weise, so doch ohne Kummer und Sorgen um das tägliche Brot in einer würdigen Zufluchtsstätte zu verbringen. Der Bericht hebt ferner in dankbarer Befriedigung hervor, daß die Müder des verstorbenen Gründers, nämlich die Herren Max Wolf, Frau Bertha Weiß in Budapest, Frau Babette Löwenbach und Frau Minna Pick (Beide in Wien), in den Fußtapfen ihres gottseligen Vaters wandelnd, bestrebt sind, die humanitären Tendenzen des Vereines im Sinne und Geiste ihres verewigten BaMcs zu fördern. Auch von anderer Seite find im Berichtsjahre dem Vereine namhafte Gründungsbeiträge zugefloffen, u. z. von den Ehepaaren: Leopold und Therese Neumann, Heinrich und Cäcilie Modern, von Frau Fanny Deutsch, von Herrn Max Leicht und uiehreren anderen Wohlthätern. Derzeit stehen 14 Greise und 14 Greisinnen in der Bereinspflege. Der Gebahrungsausweis zeigt einen Ausgabenetat von circa K 18.000, die durch hie Eingänge gedeckt erscheinen. Das Bereinsvermögen beträgt über X 10Ö.00Ö. Eduard Beer. Groß-Kauizsa. Am 31. März wurde die ordentliche Jahres- Generalversammlung der israelitischen Cultusgemeinde mit folgendem Programme abgehalten: Eröffnung, Rechenschaftsbericht, Enthüllung des Porträts des Gemeindepräses Herrn Wilhelm Gutmann de Gelse als Anerkennung seines zehnjährigen, verdienstreichey Präsidiums, Statutenänderung. Wahl der elf Ausschußmitglieder, Revisionscommiffion und fünf Disttictsrepräsentanten und etwaige Anträge. — Der Präses-Stellvertreter Herr Heinrich Grünhut eröffnet die Sitzung mit dem Bedauern, daß der Präses krankheitshalber genöthigt ist, der heutigen Versammlung fernzubleiben, wodurch auch die Enthüllung deffen Porträts wegfällt. Hier anknüpfend wird, über Antrag des Herrn Oberrabbiners telegraphisch dem Präses allgemeines Leidwesen ausgedrückt mit dem Wunsche, ihn bald wieder vollkommen hergestellt in. Misere Mitte begrüßen zu können. Der in klarer Darstellung alle Zweige der Gemeinde-Verwaltung umfassende Rechenschaftsbericht wird verlesen, wir entnehmen ihm folgende Daten. — Tempelsection: Obmann Herr Alexander Sommer. Ein herrlicher Gottesdienst, geistreiche Kanzelvorträge erheben stets die Beterschaar und erbauen die Gemüther in frommer Andacht. Außerordentliche Gottesdienste wurden zwei, Predigten achtunddreißig abgehalten. Die Ausgaben des Cultus bettagen 12.147 K 31 h. — Wieder tauchte die Frage der Tempel- Vergrößerung auf, mtt dem Ansuchen, der Vorstand wolle in nächster Zett einen diesbezüglichen Vorschlag einbringen. Auch für ein warmes Bethaus für die Wintertage soll gesorgt werden. Schulsection: Obmann Herr Dr. Jak. Rothschild. Die Opferwilligkeit der Gemeinde zeigt sich da in wahrhaft höchstem Maße. Unter den schwierigsten Verhältnissen wird die 4claffige Knaben- und Mädchen-, die 4 classige Bürger- und die 3claffige, gesetzlich anerkannte Handelsschule erhalten. Der den Einnahmen gegenüber sich ergebende Ausfall beträgt 18.282 K. 16 h. Von der Gesammtanzahl der Schüler 525, waren 206 unentgeltlich, 161 mtt ermäßigter Taxe und 158 mtt voller Zahlung. — Außerdem erhietten 339 jüdische Schüler aus den verschiedenen städtischen Schulen den Religionsunterricht. Der Talmud-Thoraverein unter dem Präsidium des Herrn Moritz Halphen hat nach langjähriger Stagnation auf Verwendung des Herrn Oberrabbiners wieder einen hebräischen Unterricht, geleitet in drei Abtheilungen von zwei angestellten Lehrern, separat eingeführt, woran 250 Schüler aus den Volks-, Bürger-, HandelsundGymnasialclassentheilnehmen. — Wohlthätigkeitssection: Herr Samuel Vidor. „Der Wohlthätigkeit können keine Schranken gesetzt werden",. war die Antwort, als in den letzten Monaten des Jahres referirt wurde, daß das Präliminare weit überschritten sei. So wurde dieses Conto mit einer Mehrausgabe von 1473 K 79 h abgeschlossen. Vertheilt wurde an Arme, einschließlich der Unterstützung rumänischer Flüchtlinge, 600 K, die der Herr Präses mtt 200 K aus eigenem Säckel vermehrte, der nicht unansehnliche Bettag von 20 917 X 71 h. — Stistungssection: Obmann Herr. Dr. Sam. Rothschild. Mit scrupulöser Gewissenhaftigkeit den Anordnungen der verschiedenen Stifter genau nachzukommen, besorgt diese Section in ihren allmonatlichen Sitzungen die für Seelenheil, Wohlthätigkeit und andere gemeinnützige Zwecke bestimmten Zinsen der eingelegten Stiftungscapitalien, die in diesem Jahre durch eine 4000 Kronen-Stiftung für die Eltern des Präses, Prases-Stellvertteter Herr Heinrich Grünhut vermehrt wurden. Der Gesammtbetrag aller Stiftungen beträgt 387.665 X, die aus diesen Zinsen eingelegten Fonde betragen heute 126.620 X 15 d, die jährlichen Zinsen betrugen 12.476 X 06 b. — Die Finanzsection: Obmann der Präses-Stellvertteter. Schon die vorhergehenden Sektionen zeigen, daß diese Section, wo alle Fäden der Verwaltung zusammenlaufen, eine geistig ttästige Thätigkeit erfordert die auch stets unverdrossen in musterhafter Ordnung geleistet wurde. Der Gesammtverkehr der Cassä beträgt 185.146 X 75 li, vom Cassaüberschusse 3815 X 81 h wurden sofort 2000 X dem Beamten-Pensionsfonde zugewendet. Dieser Bericht wurde von den zahlreich versammelten Mitgliedern unter Beifalls-- Eljenrufen zur Kenntniß genommen, worauf über Anregung des Präses-Stellvertreters dem Secretär Herr. Ludwig Barta für die meisterhafte Abfassung desselben, sowie für die nicht zu unterschätzende Thätigkeit der übrigen Kanzleibeamten Anerkennung und gebührendes Lob protokollarisch ausgesprochen wurde. Die zeitgemäß verbefferten Statuten wurden in der vorgelegten Fassung einstimmung gutgeheißen. Die hierauf folgende Wahl wurde im Sinne der Statuten vollzogen. Neugewählt wurden in den Ausschuß: Herr Siegfried Bettlheim und Herr Eduard Reichenfeld, in die Revisionskommission Herr Sigmund Rothschild. Schließlich wurde der eingelangte Antrag des Herrn L. Zerkowitz, den Gottesdienst betreffend, der Tempelsection zugewiesen und auf Antrag des Herrn S. Lendvai dem Vorstande für dessen treubefljssene mustergiltige Verwaltung einstimmig der Dank ausgesprochen. G. Tyrnau. An den verflossenen Pessach-Halbfeiertagen hat die hiesige Chewra-Xadischa ihre usuelle Jahres-Generalversammlung abgehalren. Nachdem der Vereinsschriftsührer den Jahres- und Cassarevisionsbericht verlesen hatte, welcher zur Kenntniß genommen wurde, schritt die Generalversammlung zur Neuwahl des Vereinspräses. Diese Wahl war nicht schwer zu treffen, denn der in aller Hochachtung stehende derzeitige zweite Vorsteher. Herr Leopold Herzog sen., der seit 25 Jahren das Ehrenamt des Vereinscassiers begleitet und in allen Agenden des Vereines vorzüglich versirt ist, wurde mit Acclamation zum Präses gewählt. Der Wahlobmann, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Mayer Stein, richtete an den Neugewählten eine warme und gehaltvolle Ansprache, betonend, daß die Wahl hauptsächlich aus der Ursache auf ihn fiel, weil er ein warmes, echt jüdisches Herz besitzt, das im Wohlthun seine Freude findet und das allezeit bereit ist, dort zu helfen, wo die Noth es fordert und in Wahrheit Gemiluth Chessed ausübt. Der neugewählte Präses dankte in gerührten Worten und versprach, nach seinen besten Kräften auch weiterhin zum Wohle des Vereines wirken zu wollen und das in ihn gesetzte Vertrauen stets zu rechtfertigen. Als zweiter Vorsteher, resp. Cassier wurde Herr Hermann Quittner, ebenfalls eine längst bewährte Kraft, einstimmig gewählt. Der 3. Vorsteher ist der ebenfalls allgemein geachtete Herr Jakob Mannheim, welcher nebst tüchtigem jüdischen Wissen auch ein gutes Herz besitzt und dem Vereine viele Jahre her gute Dienste geleistet hat. Nach Erledigung mehrerer administrativer Angelegenheiten wurde die Generalversammlung mtt der Abhaltung einer 8nds sebel mizwab geschloffen. Möge der Vereinsvorstand nn besten Einvernehmen sein Ehrenamt zu Nutz und Frommen des Vereines viele Jahre glücklich ausüben. N. L. Berlin. (Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums) gibt das Berzeichniß der im Sommer-Semester 1901 zu haltenden Vorlesungen bekannt. Herr Dr. B a n e t h wird lesen: 1. Talmud Babli stat.: Hullin Cap. VIII, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8—10 Uhr. 2. Talmud Babli cursorisch: Laba Mesi'a Cap. VI. 4 Stunden, Sonntag und Mitwoch 8—10 Uhr. 3. ^ore ve'a (Tur iinb Schulchan ’Aruch LXI.—LXIV, 2 Stunden, Montag und Donnerstag 10—11 Uhr. 4. Eben ha-’ezer Hil. Gittin (Fortsetzung) 1 Stunde, Donnerstag 11—12 Uhr. 5. Mi sehne Tora III. Buch (Fortsetzung), 2 Stunden, Dienstag und Freitag 12—1 Uhr. Einleitung in den Talmud, 1 Stunde, Montag 11—12 Uhr. — Herr Dr. M ayb aum wird lesen: 1. Echa rabbati, 1 Stunde, Dienstag 8—9 Uhr. 2. Homiletische Uebuugen, 2 Stunden, Freitag 8—10 Uhr. — Herr Dr. Schreiner wird lesen: 1. Alte Pentateuchcommentare, 2 Stunden, Sonntag 10—12 Uhr. 2. Erklärung der 12 kleinen Propheten, 2 Stunden, Dienstag 9—10 und Mittwoch 10—11 Uhr. 3. Levi ben Gerson, Milchamoth Adonai, 2 Stunden, Dienstag und Mittwoch 12—1 Uhr. 4. Systematische Religions- Philosophie, 3 Stunden, Dienstag, Mittwoch und Freitag