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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-04-19 · 16 (19.4.1901) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
16 (19.4.1901)
Date
1901-04-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Nr. 16 Seite L76 Dr. VlmVs WochrnfthrM Bon Frau Stella Schneider für arme Kinder K 4.— Anonymus, für beliebige wohlthätige Zwecke „ 20.— Bor Uebergang zur Tagesordnung bemerkt der Vorsitzende daß er zu seinem Bedauern genöthigt war, seinen Urlaub infolge lUlwohlseius etwas länger, als ursprünglich von ihm beabsichtigt gewesen, auszudehnen. Im Präsidialbericht verweist der Vorsitzende auf die Bestmmnmg des § 97 des Statutes, betreffend den Rechnungsabschluß. Außer der Erledigung des Rechnungsabschlusses werde der Vorstand in nächster Zeit durch einige dringlichere Angelegenheiten iu Anspruch genommen sein. Die bevorstehende Eröffnung des Siechenhauses erfordere eine Beschleunigung der Berathungen des Statutes betreffend die Aufnahme in diese Humanitätsanstalt und die Prüfung und Beschlußfaffung über die seit längerer Zeit eingelaufenen besuche. Auch die Organifirung der Bezirkscommissionen' ist ins Auge zu soffen und spricht der Präsident die Erwartung aus, daß das zur Schaffung einer Geschäftsordnung für die Bezirkscommissionen eingesetzt Comits seinen Entwurf dem Vorstande baldigst vorlegen werde; gleich dringlich sei die Reform der Armenpflege; dem zu diesem Behufe eingesetzten Comite sei eine schwierige Aufgabe gestellt, deren Erledigung nunmehr ernstlich in Angriff genommen werden muß. Der Präsident erwähnt weiterS, daß in jüngster Zeit seitens des Buch-Revisions-Comites eine Buchrevision vorgenommen wurde, über welche der heute entschuldigte Comit6-Öbmann, Herr Leop. v. Lieben berichten wird und gibt endlich ein Bild über die Finanzlage der Ge« meinde mit Abschluß des ersten Jahres-Quartals. Der Obmann der IV. Section, Herr kaiserl. Rath Hirsch, berichtet, daß er bei der von ihm vorgenommenen Caffa-Scontrirung Alles in Ordnung gefunden habe. lieber Antrag des Herrn Directors Simon wird beschlossen, per Frau Henriette Fischl, der würdigen Tochter des verewigten unvergeßlichen Predigers Mannheimer, zur Vollendung ihres 70. Lebensjahres die Glückwünsche des Vorstandes in geeigneter Weise zum Ausdruck zu bringen. In Erledigung der Tagesordnung wird eine Reihe von Stiftungen der Berathung und Beschlußfaffung zugeführt, und zwar: Die Dr. Adolf Sacks'sche Techniker -Stiftung (Referent Herr Baurath Stiaßny), 5 Plätze a K 600 gelangen entsprechend dem Anträge des zur Verleihung dieser Stiftung bestehenden Comitäs nach vorheriger Debatte über eine von mehreren Vorstandsmitgliedern beantragte Aenderung zur Besetzung; die Salomon Goldschmidt'sche Stiftung für Gymnasialschüler, (Referent Herr Bice-Präsident Dr. Kohn), und zwar 2 Stiftplätze ä K 100 und 3 Stistplätze ä K 96 entsprechend dem Vorschläge des Präsentanten Herrn Baurathes Ritter v. Goldschmidt und der U. Sect.; die Jsaac Leeb und Lea Weinberg'sche Stiftung (Referent Herr Bicepräsident Dr. Kohn), u. zw. 1 Stift- Platz im Betrage von L 600 im Sinne des Beschlusses der 2. Section; die Moriz Freiherr v. Königswarter'sche Stiftung für einen Stipendisten im Spitale der israel. Cultusgemeinde, 1 Platz k K 840 (Referent Herr Dk. Grünfeld), die Ösias H. Schorr'sche Stiftung für Seminaristen, die sich an der Wiener israel. theol. Lehranstalt zu Rabbinern, beziehungsweise zu Lehrern ausbilden, bezüglich welcher Stiftung die Beschlüsse der Genehmigung der Stiftungsbehörde bedürfen (Referent Herr Dr. Grünfeld), und zwar 14 Plätze k K 600,und Stiftungstheilbeträge an 2 Rabbinatscandidaten entsprechend den Anträgen der israel. theol. Lehranstalt und der II? Section. Betreffs eines Gesuches und des Antrages des Rectorates über dasselbe wird die Rückverweisung an die II. Section zur neuerlichen Antragstellung beschlossen. Das Ansuchen eines Bethausvereines um Bewilligung eines ständigen Bethauses wird in Hinsicht auf § 86 des Statutes mangels Bedürfniffes abgelehnt, wobei jedoch die Bewilligung eines temporären Betlocales für die hohen Feiertage dem anfuchenden Verein in Aussicht gestellt wird. Ueber das Ansuchen eines Bethausvereines um Bewilligung von Sammlungen wird in Hinblick auf gewonnene Erfahrungen eine ablehnende Aeußerung beschloffen. Dem Vereine „ Union", welcher sich die Aufgabe gestellt hat, mittellosen Glaubensgenoffen behufs Erwerbung des Heimatsrechtes unentgeltliche Rechtshilfe angedeihen zu laffen. wird zur Förderung dieser Humanitären Bestrebungen ein Beitrag von 1000 Kronen votirt. Die Ignaz Natzler'sche Graberhaltungsstiftung wird im Sinne des Antrages der VI. Section unter gewissen Modalitäten genehmigt. Endlich wird eine Reihe von Personalien und Steuerangelegenheiten erledigt. Schluß der Sitzung um halb 2 Uhr Nachmittags. Wien..(Eingesendet.) Hochgeehrter Herr Redakteur! Dieser Tage war ich im Tempel in der Seitenstettengaffe, zu einer Zeit, als kein Gottesdienst stattfand. Die Fenster oben waren zu, und die Luft im Gebäude fast geradeso schlecht und dunstig, als wenn das Haus gefüllt mit Menschen ist. Die Fenster an der Decke sind im Verhältnis zur Größe des Gebäudes ohnehin nur eine Verhöhnung der Hygiene. Ich frage nun, aus welchem Grunde sollen die Fenster, wettn das Haus leer ist, nicht beständig offen sein? Warum müssen die Tempelbesucher gezwungen werden, diese ekelige Luft einzuathmen? Ich glaube, es genügt diese Anregung, daß dem gerügten Uebelstand abgeholfen wird. Abbert Mandelbaum. Wien. (Berufung ins Herrenhaus.) Seine Majestät der Kaiser hat den Hofrath Herrn Profeffor Doctor Theodor G o m p e r z ins Herrenhaus berufen. Dr. Theodor Gomperz, im Jahre 1832 in Brünn geboren, seit 1867 Privatdocent der elastischen Philologie an der Wiener Universität, wurde daselbst 1869 außerordentlicher, 1873 ordentlicher Professor seines Faches. In seiner Wirksamkeit als Lehrer Haler eine Generation gediegener Philologen dem akademischen wie dem Mittelschullehramte zugeführt. In der allgemeinen wissenschaftlichen Welt trat er zuerst als Uebersetzer von John Stuart Mill hervor, dessen Werke er im Verein mit Adolph Soetbeer und mit seiner gelehrten Frau, welche übrigens auch selbstständig einige Schriften des englischen Philosophen herausgegeben hat, in das Deutsche übertrug. Das Hauptwerk von Hofrath Gomperz und zugleich die reichste Frucht eines .arbeitsvollen Lebens find seine „Griechischen Denker", dessen zweiter Band demnächst erscheinen soll und zu dessen Vollendung Gomperz seine Versetzung in den Ruhestand erbeten hat. Schon die erste Lieferung des „Gesammtbildes antiker Denkcichtungen auf culturhistorischem Hintergründe" erregte das größte Aufsehen; denn Gomperz grub hier eine lebendige, warm pulsirende Welt aus dem Schutte der Antike. Was man bisher in ausgezeichnet orientirenden, aber der Kraft der Unmittelbarkeit entbehrenden philosophischen Geschichtswerken kennen gelernt, trat mit einem Male aus dem kalten Rahmen des historischen Bildes heraus und stellte sich als förmliche greifbare Natur vor die Gegenwart hin, so daß der Leser oft zweifeln muß, ob der Geschichtsschreiber der Philosophie oder der Künstler tiefer in den Gegenstand eingedrungen sei. Um der Vergangenheit solche Individualitäten zu entreißen, wie es zum Beispiel „Heraklit der Dunkle" ist, dazu gehört selbst eine bedeutende Individualität. Diese „Griechischen Denker" sind ein wahrer Triumph der österreichischen Wissenschaft, und der Autor hat durch das größtes Aufsehen erregende Werk zu seinem Ruhm eines philologischen noch den eines philosophischen Pfadfinders hinzugefügt. Wien. Der israelitische Wohlthätigkeits- und Krankenunterstützungs-Verein „Mazmiach Jesehua“ — „Hilfe und Heil", Wien, II., Leopoldsgasse Nr. 29, hielt am 7. April seine Generalversammlung ab. Dem erstatteten Berichte entnehmen wir: Das Bilanz-Conto per 31. December 1900 weist zuzüglich der angeschafften 500 fl. Mai-Rente und nach Abschreibung der Cours-Differenzen bei den dem Vereine gehörigen Werthpapieren im Betrage von K 54*48 ein Vereinsvermögen von K 27.864-40 aus und hat sich im Vergleiche zu dem Jahre 1899 per K. 27,084*82 um K 779*58 vergrößert. Naturgemäß ist diese Kräftigung des Vereinsvermögens in der Gebahrung der Cassa zu suchen. Wir hatten eine ordentliche Einnahme von K 4976*78, eine außerordentliche von K 1147, zusammen EL 6123*78. Hingegen betragen die ordentlichen Ausgaben EL 3183*64, die außerordentlichen KL 2215 04, zusammen K 5398*68; wir erzielten, also eine Mehieinnahme von K 725*10. Dem Cassastande, welcher 1899 K 1156*72 betrug, im abgelaufenen Jahre blos K 893*50 ausweist, haben wir K 263.22 entnommen, für den Betrag von K 988*32 500 fl. Mai- Rente sammt laufenden Zinsen angeschafft und dem Vereinsvermögen einverleibt. Wenn wir nun die der Cassa entnommenen K 263 22 minus oberwähnter Coursdifferenz per K 54*48 zusammen K 208*74 abziehen, so erscheint obiger Vermögenszuwachs von K 779*58 als vollkommen mit dem Conto übereinstimmend. Wir haben also Veranlaffung, mit dem erzielten Resultate vollkommen zuftieden zu fein. Die Mitgliederzahl, welche im Jahre 1899 213 betrug, hat sich um 6 verringert und beträgt Heuer blos 207. Neu aufgenommene -Mitglieder sind die Herren Emanuel Gans und Sigmund Tischler,, die

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