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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-04-12 · 15 (12.4.1901) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
15 (12.4.1901)
Date
1901-04-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 266 Dr. Vloch's Wochenschrift. Rr. 15 Wien. Die Generalversammlung des Vereines zur „Hebung der Gewerbe" findet am Samstag den 27. April d. M., Abends halb 8 Uhr, in Khuner's Saallocalitären, L, Adlergasse 6, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Jahresbericht des Präsidenten. 2. Eaffaberlcht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Wahl des Präsidenten. 5. Wahl der 12 Vorsteher. 6. Wahl des Schiedsgerichtes. 7. Wahl der Revisoren. 8. Aenoerung der Statuten. 9. Stellungnahme des Vereines zur Errichtung einer Staatsgewerbeschule im il. Bezirke. 10. Anträge, welche laut § 16 der Statuten 8 Tage vorher schriftlich der Vereinsleirung bekanntgegeben werden müfien. Damen und Gäste willkommen. E. B. Wien. (Todesfall.) Am 6. d. M. verschied hier Herr Max Hamburger nach kurzer Krankheit, 65 Jahre alt. Der Dahlugeschiedene, ein Oheim des Präsidenlen der Cultusgemeinde in Proßnitz, Herrn Josef Singer, entstammte einer Proßnitzer Palriclerfamiue und erfreute sich in weiteren Kreisen, namentlich m der musikalischen Welt, seiner Biederkeit und Gutherzigkeit wegen allgemeiner Beliebtheit. Wien (Ottakring). Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk, der täglich 70 arme israelitische Schulkinder ausjperst, veranstaltete, wie alljährlich, für die auszuspelsenden Kinder an den beiden Seüeravenden eine besondere Feier. Die Kinder versammelten sich nach dem Gottesdienste mi Ausspeisungslocale, XVI., Weyprechtgasse 5. Der Religionslehrer Herr Samuel E p st e i n gab den Kindern in Anwesenheit des Vorstandes und eines zahlreichen Publicums an beiden Abenden den Seder, wobei derselbe den Kindern in präciser Form die Bedeutung des Passah- Festes in würdiger Form erörterte. Hierauf wurden die Kitlder ausgespeist. Der obgenannte Verein, der seit Jahren ersprießlich im Bezirke wirkt, verdient allenthalben unterstützt zu werden. Lemberg. Am 1. d. M. fand im Tempel ein Trauergottesdienst für den jüngstverstorbeuen Lalidtags-Abgeordneten Dr. B. Goldmann statt, dem unter Anderem die Fainilie, dann viele Gemeinde- und Cultusrathe, Bürgermeister Dr. Malachowski, Vice-Präses Dtt Schaff, die Abgeordneten Piepcs- Taratynski und Löwenstein beiwohnten. Den liturgischen Theil celebrirte Se. Ehrwürdeu der Gemeinderabblner Dr. Earo unter Affrstenz des Ooercantors Holpern, die Trauerpreoigr hielt der Herr Schuldirector Ravdlner Dr. Guttmann. Der Tempelverwaltung und den Herren Functiouareu sei hiemtt für das Arrangement dieser imposanten Feierlichkeit bestens gedankt. Lemberg, 11. Februar. (Der galizische Clerus und die Agitationen.) Anläßlich der unmittelbar bevorstehenden Ernennung des bereits nach Wien berufenen Domherrn Dr. Leo Walenga zum römisch-katholischen Bischof von Tarnow theilt „Slowo Polskie" mit, daß sämmtliche neuernannten galizischen Bischöfe in einer gemeinsamen Confereuz übereuigekommen sind, fortan in der Haltung des Elerus eine Aenderung eintrelen zu laßen. Es soll nämlich die Geistlichkeit mit Rücksicht auf den autoritären Charakter der Kirche von der Betheiligung an dem leidenschaftlichen Racenkampfe, an confesslonellem Hader und an dem geräuschvollen Treiben der Antisemiten in Hinkunft möglichst ferngehattcn werden, was der Kirche und Gesellschaft m gleichem Mähe zu starten kommen würde. Holleschau. (Todesfall.) Am 23. März verschied nach langem schweren Leiden Herr Oberlehrer Sigmund H ö n i g, welcher mehr als zwei Jahrzehnte hindurch an der Spitze der deutschen Volksschule in Holleschau eine segensreiche Wirksamkeit entfaltete. Welches Ansehen der Verewigte nicht nur in der jüdischen Gemeinde, sondern auch bei den Mitbürgern anderer Confejsionen genoß, bewies der imposante L-rauerzug, der sich vom Trauerhause nach dem jüdischen Friedhofe bewegte. Der Zug wurde von der Schuljugend, geleitet vvui Lehrkörper der demschen Volksschule, eröffnet. Diesem folgten die Beamten der k. k. Lezirkshauptmannschaft, geführt vom Herrn k. k. Bezirkshauptmann Dr. Hloschek, die Vertreter der Stadtgemeinde, mit dem Herrn Bürgermeister Pokorny an der Spitze, der Director der böhmischen Lanbes-Oberrealschule Herr Leopold Sach, der Lehrkörper der böhmischen Volks- und Bürgerschule, mit dem Director Herrn Adolf Fiala an der Spitze, die Beamten des Reichsgrafen Wrbna, geführt von dem Gutsdirector Oskar v. Giesl, Vertreter des k. k. Bezirksgerichtes, Steueramtes und der Finanzbehörde, die Vorstände der politischen und Culrusgemeinde und der Ortsschulrath der Jsraeliten- Stadtgemeinde Holleschau, sämmtliche Vereine in corpore re. und eine unübersehbare Menge von Herren und Damen ans den vornehmsten Kreisen aller hierorugen Confefsionen. In der Leichenhalle hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Freimann die Leichenrede, in welcher er die Verdienste des Verewigten und seine glänzende Meisterschaft auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichtes hervorhob. In dem Dahingeschiedenen beklagt unsere Gemeinde den Hermgyng eines trefflichen Schulmannes, der für die Schule gelebt und gelitten, sür die Schuljugend erfolgreich gestrebt und gestritten hat. Hollescharr. (Grützer'sches Stiftungshaus.) Herrlicher als das prunkvolle Monument auf dem Grabe des am 14. April 1900 in Holleschau verstorbenen Fabrikanten Lazar Grätzer ist das Baudenkmal, welches dessen Kinder jetzt hierorts errichten und der Eultusgemeinde Holleschau zum Geschenke machen. Den Jntensionen des Verewigten entsprechend, der immer den Herzenswunsch geäußert, unserem beliebten Seelsorger, Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Freimann in Holleschau eine standesgemäße, modern ausgestattete Amtswohnung zur Verfügung zu stellen, haben dessen Kinder: die Herren David, Friedrich und Heinrich Grätzer in Holleschau und Frau Bertha Schönwald geb. Grätzer in Wien, über Anregung ihrer durch edle, humane Gesinnung ausgezeichneten Mutter Frau Fanny Grätzer beschlossen, neben der im Jahre 18d3 neu erbauten Synagoge ein Haus zu errichten, welches ausschließlich als Amtswohnung für dem Gemeinderabbiner dienen soll. Die pietätvollen Kinder, weiche die ehrwürdigen Traditionen ihres Elternhauses als ein heiliges Familienerbe betrachten und Saaten der Wohlthätigkeit in reicher Fülle ausstreuen, errichten damit ihrem frühverklärten Vater ein dauerndes Denkmal, das den Familiennamen für alle Zeiten ehrt. Budapest. (Auszeichnung.) Herr Julius Gabel Communallehrer und Redaeteur der „Ungarischen Wochenschrift", erhielt folgenden Brief: Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Otto beauftragte mich gnädigst, Ew. Hochwohlgeboren als Andenken für das Seiner k. und k. Hoheit unterbreitete „Erzsäbet-Album" beiliegende Nadel zu übermitteln. Das Werk wurde der Bibliothek Seiner k. und k. Hoheit einverleibt. Der Obersthofmeister Seiner k. und k. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Otto: Dlauhowesky, Generalmajor. Budapest. Herr Armut G e r ö ist zum Oberstadthauptmann von Großwardein ernannt worden. Effegg. Herr Nathan Schwarz hat sich mit Fräulein Margarethe Braun, Tochter des Herrn Prof. Dr. M. Braun in Breslau, verlobt. Darschitz. Fräulein Bertha P o l l a k, Tochter unseres Vorstehers Herrn Leopold P o l l a k, hat sich mit Herrn Moritz W e l o l e r in Wien verlobt. Für die rumänischen Auswanderer wurden 6 Kronen gespendet. Czernowitz. Der hiesige Cultusrath Herr Marcus Mittelmann, Vater des Hof- und Gerichts-Adoocaten Herrn Dr.'Adolf Mittelmann in Wlen und des Cultusvorstehers Herrn Moriz Mittelmann in Gurahumora, wurde von Sr. Majestät dem Kaiser durch die Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes ausgezeichnet. Herr Marcus Mittelmann ist am hiesigen Platze schon mehr als 50 Jahre als Kaufmann etablirt und wegen ferner strengen Rechtlichkeit und kaufmännischen Solidität allgemein geachtet. In kaufmännischen Kreisen wird diese Auszeichnung mit besonderer Genugthuung begrüßt. Walkersdorf aw Kamp. (Jubiläum.) Herr 'Moriz Schwarz, Cantor und Religronslehrer in Elsdorf, feiert am 26. April fein 25jähriges Amtsjubiläum. Saffin. Am Letzten vorigen Monats starb hier nach langem schweren Leiden im Alter von 72 Jahren Frau Betty Back, die Mutter des Weingroßhändlers in Königsfeld, Herrn Edmund Back. Die Heimgegangene genoß wegen ihrer Frömmigkeit und Wohlthätigkeit allgemeine Verehrung, lebte in glücklichster Ehe, und es war ihr vergönnt, das Fest der goldenen Hochzeit zu feiern. Sie hinterließ außer dem genannten Sohne noch eine Tochter-(verehelichte Slriger in Szenitz). Die Beerdigung fand unter allgemeiner Theilnahme aller Kreise der Bevölkerung statt. Berlin. Herr Hilfslehrer Dr. S a m t e r ist zum Oberlehrer am städtischen Sophien-Gymnasium ernannt worden. Stettin. Herr Kreisphysicus Dr. M. F r e y e r ist zum Mediclnalraty und Mitglied des Medicinalcollegiums der Provinz Pommern ernannt worden. Wilna. Unsere Stadt zählte im Jahre 1898 unter insgesammt 156.000 Einwohnern 76.000 --- 49 Percent Juden. Feuilleton. Ismsel. Psychologische Skizze von Janirra Beaudourn de Courtenay. Autorisirte Uebersetzung aus dem Polnischen von Malwina Blumberg. UI. Mit dem mächtigen Meißel eines Dämons müssen wohl die Züge unseres Urvaters Sem gemeißelt worden sein, wei n er sie nach Jahrtausenden Millionen seiner Nachkommen in solcher Reinheit überliefern konnte.

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