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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-04-12 · 15 (12.4.1901) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
15 (12.4.1901)
Date
1901-04-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Str. 16 Dr. Vwch's Ä'öchenlütcifr» Sette 357 Gladstone predigte, und der dogmatischen Einigkeit. Je größer die Vereinigung der Herzen sein wird, desto mehr werden wir unsere auseinandergehenden Meinungen achten und desto weniger Bedeutung wird die dogmatische Verschiedenheit haben. Die tyrannische, blos äußere Vereinigung untergräbt den wahren Begriff der Kirche." Zur Methodik des hebräischen Unterrichtes. In der vorletzten Nummer ihres geschätzten Blattes unterzog der bekannte Gelehrte, Herr Ph. Lederer in Pilsen, die in meinem Vortrage auf dem III. Verbandstage der israelitischen Religionslehrer an österreichischen Mittelschulen gegebenen Anregungen zur Umgestaltung des hebräischen Unterrichtes einer Besprechung. Wie die Theilnehmer an der gedachten Conferenz sich werden zu erinnern wissen, habe ich bei jenem Anlasse wiederholt den Wunsch geäußert, meine Vorschläge, sei es durch mündlichen Gedankenaustausch auf den Lehrerkonferenzen, oder durch schriftliche, vermittels der jüdischen Zeitschriften zum Gegenstände eingehender Verhandlungen gemacht zu sehen. Ich glaubte auf diese Weise am besten zur Förderung des so hochwichtigen Gegenstandes beitragen zu können. Ich kann es daher nur freudig begrüßen, wenn Herr Lederer in so dankenswerther Weise meinen Wünschen zuvorgekommen ist und hoffe, daß andere erfahrene Schulmänner diesem Beispiele folgen werden. Nichtsdestoweniger will es mir scheinen, als. ob die gedachten Ausführungen auf nebensächliche Umstände allzuviel Nachdruck gelegt hätten. Herr Lederer hält mir zunächst vor. daß meine Meinung, etwas völlig Neues vorgebracht zu haben, eine irrtümliche sei. So weit ich mich erinnere, babe ich diesen Umstand durchaus nicht so sehr in den Vordergrund gerückt, um den Fleiß des Forschers gerade nach der Richtung besonders anzuspornen. Ich hatte nie die Absicht, meine Methode unter den Schutz eines besonderen Patentes zu stellen. Auf geistiges Eigenthum, worauf es im Uebrigen hier gar nicht so sehr ankommt, erhob ich nur insofern Anspruch, als die vorgetragenen Gedanken sich als das ausschließliche Ergebniß eigener Lehrversuche und des Nachdenkens über dieselben sich darstellten. Diese Behauptung halte ich nach wie vor aufrecht. Von dem Lehrbuche für Anfänger, welches der bekannte Grammatiker Beusev herausgegeben, hatte ich natürlich keine Kenntniß. Es hieße das auch bei dem derzeitigen Stand der unser Fach betreffenden Literatur zuviel verlangt. Wo in aller Welt soll sich denn jemand, der über Methodik des hebräischen Unterrichts abzuhandeln gedenkt, Kenntniß von längst verschollenen, vielleicht überhaupt nie in weitere Kreise gedrungenen Lehrbüchern verschaffen? Um diesem Uebelstande abzuhelfen, wäre es durchaus wünschenswert, wenn wir alsbald in den Besitz eines jüdischen Schulmuseums gelangten, welches alle nur erreichbaren Lehr- und Lernmittel der jüdischen Schule zu umfassen hätte. Vielleicht würde sich die verdienstvolle Leitung des hiesigen jüdischen Museums der Sache annehmen und für den gedachten Zweig jüdischer Geistesarbeit eine gesonderte Abtheilung schaffen. Sie würde sich dadurch um die Ausgestaltung und Fortbildung des jüdischen Schulwesens ein unvergleichliches Verdienst erwerben. Erst wenn diese Sammlung einigermaßen auf Vollständigkeit wird Anspruch erheben können, wird der künftige Geschichtsschreiber der Methodik des hebräischen, beziehungsweise des jüdischen Religionsunterrichtes an die Arbeit gehen können. Damit allein wird jene Grundlage geschaffen sein, welche eine wissenschaftliche Behandlung der Methodik gedachter Lehrgegenstände erst ermöglicht, das jedoch nur nebenbei. Zur Sache selbst muß ich bemerken, daß ich beim besten Willen keinerlei Berührungspunkte zwischen dem Lehrverfahren Beusev's und dem meinigen entdecken konnte. Ersterer geht ganz nach der schematischen Schablone der grammatistrenden Methode seiner Zeit vor. Gerade dieses Verfahren hat sich nach der in meinen Ausführungen gegebenen Kritik als unhaltbar gezeigt. Ich dagegen erkenne in jedem Lernproceß einen Naturvorgang. Wie nun die Sprache selbst in ihrer Entstehung sich mir als eine Function darstellt, die an den Erscheinungen und Vorgängen des Lebens zuerst gewonnen und bethätigt wurde, so muß sie auch, — wenigstens in ihren Grundelementen, — auf diesem Wege gelehrt werden. Beusev's Lehrverfahren das mit Leselehre, grammatischen Regeln, schematischen Gruppirungen der Für- und Zahlwörter, der Namen für Planeten, Einteilung der Zeit, der Erde u. s. w. einsetzt, steht zu dem meinigen etwa in dem Verhältnisse, wie graue Theorie — zu dem frischen, grünen Baum des Lebens. Herr Lederer gibt selbst zu, daß nach meinem Lehrverfahren der Unterricht sich intereffant gestalten und schöne Erfolge verheißen würde. Stach solchen Zugeständniffen mußte es mich Wunder nehmen, bei ihm dem Einwurfe zu begegnen, daß die knapp bemessene Zeit dessen Anwendung nicht gestatte. Die Zeit ist zunächst kein Kriterium für den inneren Werth und die Zweckmäßigkeit einer Methode, weil die zweckmäßige Methode stets auch in zeitlicher Hinsicht die vortheilhasteste ist. Ich könnte jedoch, davon abgesehen, zunächst darauf erwidern, daß meine methodischen Vorschläge an diejenigen gerichtet waren, welche nicht darauf ausgehen, gerade den hebräischen Unterricht zu vergewaltigen, indem sie ihm das unerläßlichste Zeitmaß, das für seine Entfaltung erforderlich, versagen. Sie setzen vielmehr Schulverhältnisse voraus, die dem hebräischen Unterrichte jenes Zeitmaß ebenso bereitwillig wie jedem weltlichen Lehrgegenstande zur Verfügung stellen. Ich hoffe, daß es auch heutigen Tages noch solche jüdische Gemeinden gibt. Was die anderen betrifft, so mögen sie selbst zusehen, wie weit sie es bei ihrem Belieben, gerade dem hebräischen Unterrichte das Notwendigste zu versagen, bringen. So weit ich weiß, gibt es auch in Oesterreich Gott Lob noch zahlreiche Gemeinden, welche weit von der Meinung entfernt find, daß das Pensum des hebräischen Unterrichts gerade deswegen in zwei wöchentlichen Unterrichtsstunden bewältigt werden muffe* weil der staatliche Zwang nicht weiter geht. Ich glaube außerdem in der Annahme nicht fehl zu gehen, daß auch jene Gemeinden, welche heute noch auf ihrem ablehnenden Standpunkte beharren, sich aus freien Stücken zu weiteren Zugeständnissen werden bereit finden, wenn sie erst sehen, daß die Jugend mit Luft und Liebe der Sache nachgeht, wenn die bildenden und veredelnden Einwirkungen eines auf der Höhe seiner Aufgabe stehenden Unterrichts unverkennbar zu Tage treten. Ich halte es für ungerechtfertigt, alle Schuld an der Indolenz, die dem Religionsunterrichte entgegengebracht wird, ausschließlich den Eltern und Gemeinden zur Last zu legen. Auch die Schule hat das Ihrige dazu beigetragen, indem sie durch Anwendung eines zweckwidrigen und geisttödtenden Lehrverfahrens das Interesse an der Sache eher abtödtete als belebte. Endlich aber halte ich es. selbst unter den ungünstigsten Voraussetzungen, noch immer für zweckmäßiger, mein, wie Herr Lederer selbst anerkennt, auf vernünftiger Basis beruhendes Lehrverfahren, als das bisher übliche, rein mechanische, anzuwenden. Die Natur beherrscht nur derjenige, der sich ihren Gesetzen unterwirft. Es ist daher völlig ausgeschlossen, daß bei außerordentlich beschränkter Zeit, also unter höchst ungünstigen Bedingungen, ein der Natur zuwiderlaufendes Verfahren zu günstigeren Ergebnissen führen könnte, als ein solches, das sich ihrer Wirkungsweise anpaßt. Man lasse sich nur von Scheinergebnissen nicht täuschen. Auf ihren wirklichen Werth geprüft, muß und wird es sich unter allen Umständen zeigen, daß der vernünftige Weg auch gleichzeitig der kürzeste ist. Darum kann es mich auch nicht beirren, wenn mir Herr Lederer die Frage entgegenhält, wann die übrigen Gegenstände der Religionsschule als: biblische und jüdische Geschichte, Religions-. und Sittenlehre. Liturgie u. s. w. erledigt werden sollen? Unser Religionsunterricht hat vielfach die Verfassung angenommen, bei der weniger vielfach ein Mehr bedeuten würde. Der hebräische Unterricht als grundlegend angesehen und auf vernünftige Basis gestellt, muß meiner Ansicht nach concentrische Stellung einnehmen und auch alles dasjenige darbieten, was der Schüler aus der Religions- und Sittenlehre, der Liturgie und theilweise auch aus der biblischen und jüdischen Geschichte wissen soll. Wien, den 1. April 1901. Dr. Daniel Fink. Der sechzigste Geburtstag des Architekten Max Fleischer zeugte wieder einmal dafür, welch allgemeiner Beliebtheit und Werthschätzung sich dieser verdienstvolle Mann in den weitesten Kreisen zu erfreuen hat. Obgleich es der Wunsch des Jubilars war, diesen Tag im stillen Kreise seiner Familie zu verleben, ließen es sich seine zahlreichen Verehrer nicht nehmen, ihm theils persönlich, theils auf telegraphischem und schriftlichem Wege ihre Glückwünsche darzubringen. Mner der ersten Gratulanten war Herr Baron Albert Rothschild, der sich mit einer prachtvollen Blumenspende in einer massiven silbernen Base und mit herzlichen Zeilen einfand. Telegraphisch gratulirten unter Anderem: die Cultusgemeinden Krems, Proßnitz, Budweis, Triesch, Politischer Volksverein, Verein der Proßnitzer, Redaetion der „Wochenschrift", Tempelverein Stumpergaffe. Rabbiner Doctor Bach, David und Sofie v. Gutmann, Professor Horowitz, die kaiserlichen Räthe RuÄvka und Schefftel, Architekt Adam u. v. A. Unter den zahllosen schriftlichen Gratulationen erwähnen wir die der sämmtlichen Cultusvorsteher, der Vorsteher des Mariahilfer Tempelvereines, sämmtlicher Rabbiner und Cantoren Wiens, sowie vieler auswärtiger.der Professoren D. H. Müller und Büchler, vieler Fachcollegen, des Reichsraths abgeordneten Dr. Vogler, Gemeinderathes Zisserer, der Hofräthe Dr. Adler und Hahn, der Regierungsräthe Professor Dr. Oser, Morawetz, W. Stern, der kaiserlichen Räthe Gstettner, Lichtenstadt, Friedrich, Alois und Wilh. Pollak, Vogl, Weil und Wilhelm, des ehemaligen Gemeinderathes Frauenberger, Professors Rich. Singer, der Commercialräthe Neustadt! und Stiaßny, des Bezirksausschusses Waldstein, des ehemaligen Landesschulrates Baumgarten und ungezählter Anderer. Die Oesterr.-Jsraelitische Union und der Tempelverein für Wieden und Margarethen sandten herzliche Glückwunschschreiben, Präsident Brod und Bicepräfident Gutmann vom „Vereine zur Hebung der Gewerbe" begrüßten den Jubilar persönlich. Am Samstag den 30. März erschienen in der Wohnung des Gefeierten als Vertretung des Cuttusvorstandes die beiden Bicepräsidenten und überbrachten in Form von Adressen die Glückwünsche der Cultusgemeinde, des Bethausvorstandes und des Curatoriums der Rothschild-Künstlerstiftung. Herr kaiserlicher Rath Dr. Lieben überreichte eine Adresse der Administrativ-Beamten der Cultusgemeinde. In ihren Ansprachen betonten die Herren Bicepräfidenten Dr. Stern und Landesschulrath Dr. Gustav Kohn

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