Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 13 (29.3.1901)
- Date
- 1901-03-29
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Sette 289 Nr. 13 claffische Darstellungen desselben Themas in Metallarbeit und in Gemälden, die durch ihre Originalität auf den Schauer recht belustigend wirken. Es folgen noch „Miscellen" (der Stern Venus, die Minim im Talmud), ferner ^Assimilationen und Volksetymologien im Talmud" und „Die beiden Welten bei den arabisch-persischen und bei den jüdischen Autoren". In den letzten zwei Aufsätzen zu „Jufsuf und Suleicha", das ist zu dem Sagenkreis des Josef und der Frau Potifar, zeigt sich Grünbaum wiederum in seiner ganzen Größe, die entlegensten Felder der arabischen, persischen, hebräischen und romanischen Literatur find ihm gleichmäßig bekannt, und er versteht es, die verwandten Seiten all dieser Erzeugnisse herauszufinden und ein einheitliches Gebilde aus ihnen zu weben. Ein Wort der Anerkennung gebührt zum Schluffe auch der bewährten Firma S. CalvaryLCo. in Berlin, deren Fürsorge die schöne Ausstattung des Werkes zu danken ist. Budapest. Dr. Samuel Krauß. VVM22 jrat oder rosi nspvn „Rabbini'sche Rundschau über den Zionismus, über die Vorkonferenz im „Osten" und den zweiten Congreß in Basel" von Eliah Akiba Rabinowitsch, Rabbiner in Poltawa (Rußland). Unter den vielen erquicklichen und unerquicklichen Erzeugniflen, welche der zionistische Sturm auf den Markt der jüdischen Literatur geworfen hat, ist das genannte Buch eines der besten. Es berichtet, wie ein begeisterter Zionist, ein Delegirter des Baseler Congreffes plötzlich zornentflammt ins gegnerische Lager überging — wie Dr. M. Hoffmann! Und wer einmal die Geschichte des Zionismus wird schreiben wollen, wird auf die Hilfe dieser gediegenen Schrift nicht verzichten können. Der Verfasser dieses Buches, der bei all' seinem stupenden rabbinischen Wissen die neuhebräische Sprache wie selten einer beherrscht, ist kein professioneller Polterer, kein müßiger Büchermacher, der von seinem Schreibtische aus die zionistische „Welt" zertrümmern möchte, um andere rabbinische Welten an deren Stelle zu errichten. Er ist vielmehr ein Mann von starkem Glaubenseifer und unbeugsamem Willen, die Lage seines Volkes zu verbessern, und wäre es auch mit Hilfe derer, die „außerhalb des Lagers" find — denn „wenn das Haus brennt", meint der Rabbi Samuel Mohilower in seinem Briefe an den Congreß zu Basel, „darf man den Retter nicht erst nach seinen religiösen Ueberzeugungen fragen". Und gerade dieser Brief war es, der den Widerstrebenden dem Zionismus näher gebracht hat. Wie es aber dennoch kam, daß er, der in Herzl noch in diesem Buche, indem er sich von seinem Zionismus lossagt, einen treuen und aufrichtigen Freund und Retter Israels sieht, der auf Grund des bekannten Ausspruches des Talmuds über den Vers 121 nB*1 (Seite 20) in dem profanen Wissen ein nothwendiges Mittel jedes modernen, also auch des jüdischen Volkes erblickt — daß er, der in dem ökonomischen wie auch in dem politischen Zionismus gleichsam den Anfang der Erlösung sehen will — daß er dennoch zu einem der gefährlichsten und bestgehaßten Gegner des Wiener Zionismus geworden, das erzählt uns sein oberwähntes Buch mit einer plastischen Klarheit, die jedem modernen Schriftsteller zur Ehre gereichen würde. Zuerst führt uns der Verfasser nach Warschau, wo im Monate Elul des Jahres 5658 die Vorconferenz der russischen Zionisten stattgefunden hat. Schon bei diesem Miniaturcongreß konnten die rechtgläubigen Rabbiner eine Vorahnung haben, was ihrer in Basel wartet: die Mißachtung ihrer Anträge in Bezug auf ihr Verlangen, daß der Zionismus die jüdische Religion als jüdisch-nationales Eigenthum betrachte und gegen die Vorschriften derselben sich nicht vergehe. Um dieses Ziel zu erreichen, schlugen die Strenggläubigen vor, daß in Sachen der zionistischen „Cultur" ein aus Rabbinern bestellter Mffichtsrath geschaffen werde, ohne welchen in diesem Punkte nichts geschehen dürfte. Natürlich wurde dieser Antrag nicht angenommen. So mußten die glaubenstreuen Gesandten, unter denen auch unser Autor sich befand, ihre Reise mit verminderter Freudigkeit nach Basel antreten. Schön und ergreifend ist die Schilderung des Eindruckes, den er bei der Ankunft in Basel empfangen hat, wo berühmte jüdische Männer aus aller Herren Länder sich zu einem erhabenen Zwecke versammelt haben. Und als gar Dr. Herzl in der Synagoge beim Letmekritk-Gebete erschienen war, um im Kreise Betender, im Talith gehüllt und das Siddur in der Hand, mitzubeten, da war es Manchem, als wenn der leibhaftige Messias, der wahre Erlöser in ihrer Mitte erschienen wäre. Und als er zur Thora gerufen wurde, da ging es wie ein Z ttern durch das Herz aller Anwesenden, und Aller Blicke wendeten sich ihm, dem Helden des Tages, zu. Er selbst, der orthodoxe Rabbi von Poltawa, neigte sein Ohr, um aus dem Inhalte, der vorgelesen wurde, gleichsam eine Antwort auf die vielem vielen, bangen Fragen seines gläubigen Herzens zu entnehmen. Und siehe da, sie wird ihm gegeben, laut und deutlich, aus dem Munde des Chasan, der gerade den Vers liest „Denn der Ewige, dein Gott wandelt in der Mitte deines Lagers, um dich zu retten. Darum sei dein Lager heilig, und nichts Schändliches werde in deiner Mitte gesehen, er würde sich sonst von dir zurückzieh'n." (B. M. 23, 25). Dieser Vers war ihm eine „himmlische Stimme", seine Glieder bebten und Thränen entflossen seinen Augen (Seite 80), da er in diesen Worten die Lösung des ganzen zionistischen Problems erblickte. Diese Freude sollte nicht lange dauern und bald sollte sie der Enttäuschung, der Resignation Platz machen. Durch politische Jntriguen haben es die „freien" Zionisten verstanden, die Wünsche der Rabbiner nicht einmal zur Berathung zuzulassen. „Ein echter Deutscher mag keinen Franzen leiden, Doch ihre Weine trinkt er gern." So mochten die Zionisten gedacht haben, als sie die Gefolgschaft und das Geld der frommen russischen Juden sich gefallen ließen, die Meinungen ihrer Gesandten aber nicht einmal einer Berathung würdigten. „Alles, Alles", schließt der Enttäuschte „wollen sie gründen und erhalten, eine Bank, ein Aetionscomitß. ein Comite für kulturelle Bestrebungen, ein Colonisationscomitä, ein Comitä des Vereines zur Pflege der hebräischen Sprache, Zeitungen und Flugschriften u. s. w., blos ein Aufsichtscomite sür religiöse Angelegenheiten können, wollen sie nicht erhalten! — Wenn die Wogen des Meeres hochgehen, wollen sie schnell das Schiff entlasten, indem sie in erster Reihe Tallith und Tefillin ins Meer werfen. Ob ihnen dieses Mittel zur Rettung gereichen wird? Wer weiß es? Kurzgefaßtes Lehrbuch der jüdischen Religion für Schule und ss'HHaus. Von Dr. F. Feilchenfeld - Schwerin, Landesrabbiner §ävon Mecklenburg-Schwerin. Dritte vermehrte Auflage. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann, 1900. 1 Seiten. Preis 1 Mark. Der Schweriner Landesrabbiner Dr. Feilchenfeld — bekanntlich ein Schwager des verstorbenen Parlamentariers Eduard Lasker — gilt unbestritten als einer der ersten jüdischen Pädagogen, die gegenwärtig in Deutschland lehren. Seine Lehrbücher find Muster der Klarheit und der Geradheit. Die erhabene Größe des biblischen Wortes wie die sittliche Tiefe der jüdischen Religion enthüllt sich glänzend in seinen Schriften. Das vorliegende Religionsbuch, das sich in kurzer Frist Dutzende Gemeinden erobert hat, offenbart alle Vorzüge des Verfassers : Einfachheit der Form, Schärfe des Gedankens, glühende Begeisterung für das Judenthum und seine Lehre. Die Schrift verläßt die. ausgetretenen Geleise der bisherigen Religionsbücher, sie kennt kein Schema, keine Paragraphen, keine Ober- und Untersätze; sie ist eine lichtvolle Darstellung der israelitischen Religionslebre für Schule und Haus. Der Verfasser ist ein Denker und zum Denken zwingt er den Leser. Behörden und Gemeindeverbände sind dabei, das Buch officiell in den Schulen einzuführen. Aber auch der Vater, die Mutter werden das Buch für den Privatunterricht ihrer Kinder mit großem Erfolge in die Hand nehmen. Es ist das Religionsbuch der Gebildeten;. ein Buch, das ohne radical oder orthodox zu sein, nur Eines will und das Eine erreicht: den Leser mit stolzer Begeisterung für die Wahrheiten der jüdischen Religion zu erfüllen. Und so wird dieses Buch unwillkürlich zu einer mannhaften Abwehrschrift. Man lese nur die Abschnitte über den „Weltengott", über die „Mission Israels" n s. w. und man hat über die bedeutsamsten Streitftagen des Tages classisches Material in vornehmster Form. Wenn die Antisemiten des Wiener Gemeinderathes dieses Buch gehörig studirten, es wäre vielleicht für ihre sittliche Befreiung noch Manches zu erhoffen. Ein Anhang bringt eine Uebersetzung der wichtigsten täglichen Gebete für den Anfangsunterricht, das Buch selbst ist mehr für die oberen Classen berechnet. Die Religionslehre des Dr. Feilchenfeld ist aus vollster Ueberzeugung zur Anschaffung und Einführung zu empfehlen. Dr. —l. LMözskgi ügykezeles „Die Verwaltung der Cultusgemeinde", von 'Ludwig Barta.l Secretär der israelitischen Cultusgemeinde in Groß-Kanizsa. — Eine neue Original-Erscheinung auf dem Gebiete des Gemeindewesens, die einen längst fühlbaren Mangel ersetzen soll, begrüßen wir in diesem ungarisch verfaßten reichhaltigen Buche um so willkommener, als uns die Tüchtigkeit des Verfassers aus dessen zwanzigjähriger Praxis in einer Gemeinde ersten Ranges, wo seit Jahren eine moderne, den Anforderungen der Zeit entsprechende Verwaltung eingeführt ist, dafür birgt, daß hier redaktionell wie administrativ eine vollkommene, allen Gemeinden zweckdienliche Arbeit geliefert wird. Alle Phasen des Gemeindelebens von der Creirung bis zur kleinsten Agende sind hier in einem fließenden Amtsstyl desprochen und mit einer Präcision dargestellt, die nichts zu wünschen übrig läßt. — Für alle Zweige der Gemeinde-Verwaltung bietet das