Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 13 (29.3.1901)
- Date
- 1901-03-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 228 Nr. 13 Dr. Bloch's Wochenschrift Wien. (Trauung.) Dienstag den 26. d. M. fand im Tempel, I., Seitenstetteugafse die Trauung des Schauspielers des k. k. priv. Theaters a. d. Wien, Herrn Oscar Schiller, Sohn des ersten Cantors der Wiener Israelitischen Cultusgemeinde, Herrn I. Schiller, mit Fräulein Else Fischer statt. Ein zahlreiches, distinguirtes Publicum wohnte dem Trauungsacte bei und bemerkte man u. A.: Die Herren Viceprästdenten Dr. Alfred Stern. Cultusvorstand Dr. Markus Spitzer, Obercantor I. Singer sammt Gemalin, I. Secretär kaiserl. Rath Dr. Lieben sammt Gemalin, Amtsvorsteher Wiener, Secretärstellvertreter Dr. Adler, Rabbiner Dr. Bach, I. Cantor Blatt, Secretär Fuchs, Lector Friedmann, Cantor Don Fuchs, Adjunct Freistadt, fast alle Beamte der Wiener israelitischen Cultusgemeinde und viele Freunde und B kannte der Familie. Herr Oberrabbiner Doctor Güdemann hielt an das Brautpaar eine erhebende Ansprache, während der Vater des Bräutigams, Herr Cantor Schiller die cantorale Function selbst besorgte. Wien. (Trauung.) Sonntag den 31. März l. I., um halb 1 Uhr Nachmittags, findet im türkisch - israelitischen Tempel (Sephardim) II., Circusgasse, die Trauung des Fräulein Riva Adult, Tochter des Herrn Licco Adutt, Vorsteher der türkischen Cultusgemeinde, mit Herrn Julius F r ä n k e l statt' Wien. (Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und hi st arischen Denkmälern des Judenthums.) Sonntag den 31. März 1901, präcise 7*/? Uhr Abends, findet im Festsaale des Oesterr. Ingenieur- und Architekten-Bereines, I., Eschenbachgasse 9 eine Vorlesung des Herrn Geheimen Regierungsrathes Professor Dr. Hermann Cohen-Marburg: „Der Stil der Propheten", statt., Wien. (Ferienheim.) Die Anmeldungen zur Aufnahme in die Feriencolonien haben bereits begonnen. Dieselben werden nur persönlich Montag und Mittwoch von 4 bis 8 Uhr Abends im Bureau des Vereines IX. Berggasse 20 entgegengenommen. Wien. Der jüdische Schulverein im X. Bezirke, der sich die hehre Aufgabe gestellt hat, jüdische Geschichte und Literatur zu lehren und zu pflegen, was er auch durch unentgeltlichen Unterricht an 250 Kindern bethätigt, hat es auch versucht, während der Wintersaison einmal im Monate populär wissenschaftliche Vortragsabende abzuhalten. Mit Befriedigung kann der Verein constatiren, daß speciell in dieser Saison der Besuch ein besonders guter war, und sieht sich der Vorstand verpflichtet, die Vorträge der Herren Rabbinen, D. Löwy, Dr. A. L. Mandel, Dr. Julius Max Bach, Dr. E. H. Kaufmann (Virovitica, Slavonien), welche sich in uneigennützigster Weise unseren Bestrebungen zur Verfügung stellten, rühmlich hervorzuheben und ihnen auf diesem Wege den besten Dank abzustatten. Wien. (Genossenschaftliches.) Das Mitglied des Ottakringer Bethausvorstandes Herr Eduard Pollitzer wurde bei der constituirenden Versammlung der Genossenschaft der Leder- und Schuhzugehörhändler vom 24. d. M. fast einstimmig zum Vorsteherstellvertreter gewählt. Wr.-Neustadt. Samstag den 30. d. M. (Sabbath hagadol) feiert unser allbeliebter Religionslehrer und Secretär Herr M. A. Landau mit seiner Gattin Sophie, geb. Dobschütz, 1>as Fest der silbernen Hochzeit. Marienbad, 26. März 1901. Am Sonntag den 24. März d. I. fand in Plan in aller Stille die Trauung der Tochter des hiesigen Cultusvorstehers Herrn MUDr. Lang mit Herrn Julius Grotte aus Tachau statt. Die Trauung vollzog der Rabbiner Wohl aus Tachau, der in seiner Rede den Frömmigkeits- und Wohlthätigkeitssinn der Eltern rühmend hervorhob. I. K. Brüx. (Dank des Kaisers). Herr Rabbiner Dr. Biach erhielt von der hiesigen k. k. Bezirkshauptmannschaft folgendes Schreiben: An Se. Ehrwürden Herrn Dr. Adolf Biach Rabbiner und Prediger in Brüx. Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung beehre ich mich infolge Erlaffes Sr. Excellenz des Herrn k. k. Ministerpräsidenten als Leiter des k. k. Ministeriums des Innern vom 1. d. M., Z. 1642 M. I. Euer Ehrwürden von der allergnädigsten Annahme eines Separat-Abdruckes der von Ihnen anläßlich des Mlerhöchsten 70. Geburtsfestes im israelitischen Tempel gehattenen „Festrede" in die Kenntniß zu setzen und Euer Ehrwürden für die bei diesem Anlaffe zum Ausdrucke gebrachte loyale und patriotische Gesinnung den kaiserlichen Dank hiemit bekannt zu geben. Ung.-Brod. Bei der am 12. d. M. stattgefundenen Wahl der Cultusfunctionäre wurden Herr Markus H. Brammer zum Vorsteher, Herr Ignatz Winterstein zum Stellvertreter und die Herren Leopold Reiß, Obmann des Vereines „Aguda", und, Moritz Fuchs zu Cultusräthen gewählt. Zur Wahl ihres neuen Vorstehers kann die Gemeinde nur beglückwünscht werden. Denn Herr Brammer hat bereits bei mehrfacher Gelegenheit bewiesen, daß er Verständniß und Interesse für jüdische Angelegenheiten besitzt und dem Ansturm unserer Gegner kühn und offen die Stirne zu bieten vermag. Man darf daher hoffen, daß seine Wahl dazu beitragen wird, auch die wirthschaftliche und gesellschaftliche Position unserer Gemeindegenoffen zu stärken. Falkenau a. E-, 26. März. Mittwoch den 20. d. M. durcheilte eine Todesnachricht unsere Stadt und erweckte allenthalben d e schmerzlichste Theilnahme. Herr Cultusvorsteher L. Mohr wurde nämlich von einem tiefschmerzlichen Verluste betroffen Im jugendlichen Alter von 12 Jahren starb infolge einer schmerzhaften Operation dessen jüngster Sohn Herbert in Breitmarkt, wohin er vor Kurzem zur Ausbildung gebracht wurde. Soweit bei solchem herben Schicksalsschlage menschliche Theilnahme Trost gewähren kann, wurde sie den gramgebeugten Eltern in reichem Maße zutheil. Sänimtliche Zöglinge des Institutes unter Führung des Rectors, das Lehrcrcollegium und eine unzählbare Menge von Trauergästen gaben dem Kinde das letzte Geleit. Die Beisetzung fand in Beyreut statt, wohin die Leiche überführt wurde. Trotz heftigen Schneegestöbers versammelte sich hier außer den aus der Heimat erschienenen Freunden eine ansehnliche Trauergemeinde. In der Friedhofshalle ergriff Herr Rabbiner Dr. Kosnizki das Wort zu einer wirkungsvollen Trauerrede und am offenen Grabe widmete der Ortsrabbiner Herr Dr. S. Feuerstein dem in des Lebens Blüthe von dem Herzen der schmerzgeprüften Eltern hinweggerissenen Kinde einen sehr warmen, tiefempfundenen Abschiedsgruß, welcher auf die ganze Trauerversammlung einen tiefschmerzlichen Eindruck machte. Vukovar. Se. Excellenz der Minister für Croatien und Slavonien, Ervin v. Cjeh, hat auch in diesem Jahre seinen Jahresbeitrag von 50 Kronen dem unter der trefflichen Leitung der Frau Jsabella Baum stehenden Frauenvereine zukommen lassen. Denselben Betrag erhielten die anderen Frauenvereine unserer Stadt. Dürrmaul. Frau Cäcilie E i s e n b e rg er in Wien hat, einem in den letzten Lebenslagen ihres verewigten Gatten, des Herrn Sigmund Eisenberger, ausgesprochenen Wunsche Rechnung tragend, der hiesigen Cultusgemeinde den namhaften Betrag von 500 Kronen zur Renovirung des Tempels gespendet. Slrakonitz. (Todesfall.) Am 22. März ist hier nach langem schweren Leiden Herr Friedrich Kafka, Kaufmann, Vorstandsmitglied der Cultusgemeinde und langjähriges Ausschußmitglied des Handelsgremiums, im besten Mannesalter — 50 Jahre alt — verschieden. Der Heimgegangene erfreute sich der Achtung und Werthschätzung Aller, die ihm näher getreten sind, er war ein treuer Sohn des Judenthums, welchem er mit inniger Pietät anhing, und übte die Pflichten der Menschenliebe durch strenge Ehrlichkeit und stete Gefälligkeit gegen Jedermann in anerkennender Weise. Die Beerdigungsfeierlichkeit fand Sonntag den 24. d. M. unter sehr zahlreicher Betheiligung der Freunde und Verehrer des Verblichenen statt. Rabbiner Bachrach widmete ihm einen ehrenden Nachruf. Obercantor Menkes recitirte die eantoralen Gesänge unter Assistenz des gutgeschulten Damenchors in ergreifender Weise. Agram. 23. März. Einer der tüchtigsten und besten unserer Glaubensgenossen, Herr Edmund Kolmar in Agram, feierte am 27. Februar l. I. daselbst das Fest seines 60. Geburtstages. Ein Kreis auserlesener Freunde, den höchsten Gesellschaftsschichten angehörend, ließ es sich nicht nehmenden Jubilar durch eine Festschrift zu feiern. In schlichter Weise werden alle die Verdienste aufgezählt, die sich Herr Kolmar um das Land, um seine Glaubensgenossen und um seine Freunde und seine Familie erworben hat. Die hohe sociale Stellung des Gefeierten geht auch aus der Auszeichnung des Herrn Kolmar mit dem Ritterkreuze des Franz Joses-Ordens hervor. Ehre und Anerkennung sei dem Manne, von dessen Thaten ein Heller Schein auf sein Volk und seine Glaubensgenossen zurückstrahlt. Dr. R. Szenicz. Freitag den 22. v. M. wurde hier unter großer Betheiligung der Ortsbevölkerung ohne Unterschied der Konfession eine Frau zur ewigen Ruhe bestattet, die sich durch ihr fronuues gott- und menschengefälliges Leben verdient machte, daß auch weitere Kreise von ihrem Scheiden aus der Mitte der Lebenden Notiz nehmen, da die Verblichene vermöge ihrer seltenen vorzüglichen Eigenschaften weit über dje Grenzen unseres Comitates hinaus von Tausenden geschätzt, geachtet und verehrt wurde. Die nun Verewigte war Frau Therese Mandl geb. Spitzer, Gattin des seit einigen Jahren pensionirten hie-