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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-03-22 · 12 (22.3.1901) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
12 (22.3.1901)
Date
1901-03-22
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 13 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 213 Anstrengung, und Chajjim, der ohnedies nicht allzu kräftig ist, erkrankt in Leipzig, das er zur Messezeit besucht. Dort trifft er Jost Liebmann (R. Juda Berlin), der ihm vorschlägt, sein Compagnon zu werden und das so beschwerliche Reisen ganz aufzugeben. Nachdem' sich Chajjim mit seinem Glückelchen berathen wird ein Vertrag aufgesetzt, dessen Einzelheiten Glücke! mittheilt und der hauptsächlich die Bestimmung enthält, daß der Reingewinn, der zwischen Beiden getheilt wird, mindestens zweitausend Reichsthaler betragen müsse. Tausend Reichsthaler war der Verbrauch in Glückel's Haushaltung, nicht wenig für die damalige Zeit. Diese Geschäftsverbindung dauerte aber nur ein halbes Jahr, dann wurde der Vertrag unter mancherlei Aergernissen für Glücke! und Chajjim wieder gelöst. Glücke! erzählt ausführlicher über diese Dinge und darunter mancherlei Jntereflantes. Trotzdem dieser geschäftliche Mißerfolg sie ein wenig bedrückte, überwanden ihn die Eheleute rasch, besonders, da neuer Gewinn sie bald entschädigte. Schwerer traf sie der Tod der kleinen Mate. Glückel grämte sich so sehr um den Verlust dieses Töchterchens, daß sie selbst durch die Geburt eines kleinen Mädchens nicht getröstet wurde und in eine schwere Krankheit verfiel. Endlich aber erholte sie sich, ihr Schmerz wurde milder und ruhiger und mit mancherlei tröstlichen Betracklungen schließt das dritte Buch. Das vierte Buch bildet seine Fortsetzung. Eine Tochter wird geboren, ebenso der Sohn Mordochai Lewi. Glückel fährt zu ihren Schwiegereltern nach Hildesheim zu Besuch und verlebt drei schöne Wochen mit ihnen; ihre Tochter Zippor wird, 12 Jahre alt, mit Elia Cleve verlobt. Die Hochzeit fand in Cleve statt, der Kurprinz von Brandenburg und Fürst Moritz von Nassau wohnten ihr bei und mit ungewöhnlicher, niegesehener Pracht wurde sie gefeiert. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Gesellschaft sllr jüdische Volkskunde. Soeben ist das erste Heft des vierten Jahrganges der »Mittheilungen der Gesellschaft" im Druck erschienen. Aus dem diesmal besonders reichen Material — das Heft umfaßt weit über 100 Druckseiten —, seien zwei Arbeiten über »die Memoiren der Glückel von Hameln" hervorgehoben, welch' letztere durch Kaufmann's Veröffentlichung 1896 in weiteren Kreisen bekannt geworden sind. Die Beiträge eröffnet ein ausgezeichnetes Essay »Einiges aus den Memoiren der Glückel von Hameln" aus der Feder L. Ysaye's. Die zweite Abhandlung, von Dr. A. L an d au, Wien, über die Sprache der genannten Memoiren, wird als eine grundlegende Untersuchung für die Erforschung des Judendeutsch allenthalben die gebührende Würdigung finden. Hieran schließt sich die Bearbeitung eines hevrälschen Liedes zu Simchath-Thora aus Buchara und Jemen von Prof. W. Bacher und eine Erklärung der »jüdischen Engelnamen" von Pros. Sam. Krauß. Aus den handschriftlichen Sammlungen der Gesellschaft wird eine Auswahl von Volksliedern, Erzählungen und Räthseln geboten. Die Abtheilung, »Aus fremden Kreisen" vertritt eine Buchbesprechung unter der Aufschrift: Der Jude im schlesischen Weihnachtsspiel. Im »Fragekasten" kommen unter Anderem Geheimer Rath Lazarus, Meran, Kaiser!. Rath Dr. Lieben, und Fabian Zolles, Wien, mit Anfragen, beziehungsweise Mittheilungen über Zaubersprüche, das »Messen", »In Gott's Namen" und eine Shakespeare-Frage zu Worte. Ein ausführliches Jnhaltsverzeichniß zu den ersten 3 Jahrgängen der »Mittheilungen" nebst Ergänzungen, die Aufzählung der Spenden und Neuerwerbungen, sowie Vereinsnachrichten beschließen das Heft. Dr. M. Marge!. Der Segen Jakobs. Midrasch Bereschith rabba, kar. 98, 1—20, 99, 1—4, übersetzt und kritisch behandelt. Berlin 1900. S. 82. , Die letzten 5 Sektionen des Bereschit Rabba, namentlich der Midrasch über den Segen Jakobs (Parascha 96, 9y, 1—4) wurden allgemein als ein späterer Zusatz angesehen. Das Verdienst gebührt daher dem Verfasser vorliegender Arbeit, der auf Grund der Abhandlungen über Bereschit Rabba von Lerner, Theodor, sowie der patristischen Literatur und vieler anderer Quellen zu der schlagendsten Beweisführung gelangen konnte, „daß der im Midrasch Br. r. Par. 98—V9 enthaltene Segen Jakobs gleichen Alters mit dem übrigen Midr. Br. r.sei"; vgl. EinleitungS. 6; S. Iß, An. 7; 20, An. 5 23, An. 5; 24, An. 8. 9; 25-, An. 10. 11; 27. An. 26, 28; 29, An. 41; 30. An. 47; 33. An. 14; 34, An. 22; 36, An. 2; 42, An. 4; 40, An. 17; 50, An. 9; 51, An. 19; 53, An. 7; 57, An. 3; 61, An. 2; 62, An. 18; 65, An. 7; 68. An. 4; 75, An. 1; 81. An. 17. Außerdem bediente sich der Verfasser des handschriftlichen „Lliäraseb Haggadol“, der außer dm vielen anderen Quellen auf dem Gebiete der Haggada reichliche Conjecturen und Aufhellungen im Bereschit Rabbat bot. Ferner wurden manche haggadische Auslegungen vom Verfaffer auf rationalkritischem Wege treffend erklärt. Wir heben nnr hervor S. 24, An. 9; 35. An. 24; 36, An. 3; hauptsächlich S. 39, An. 1. Auffallend ist nur die Erklärung auf S. 42. An. 7. Im Allgemeinen zeigt die Abhandlung von kritischem Geiste und einer umfangreichen Kenntniß des rabbinischen Schristthums. An manchen Stellen bemerken wir erweiterte und ausgedehnte Erklärungen, die der bekannten Friedmann'schen Akribie nicht folgten. Wir dürfen jedoch nicht verkennen, daß die hebräische Sprache mehr als die deutsche zum Commentiren eines Midrasch geeignet ist. Möge das ganze haggckische Schriftthum eine rationale Kritik erfahren, die scharf und unbefangen sichtet und ordnet, in jedem rabbinischen Ausspruche den rein ethischen und wissenschaflichen Kern zu finden bestrebt ist. Dr. L. S. R..r. SalomanBuber. Sechel Tob, Commentarzum ersten und zweiten Buch Mosis von Rabbi Menachem ben Salomo, verfaßt im Jahre 1139. Zum ersten Male herausgegeben nach den beiden Handschriften cod. 165 und 166 in der Bodlejana kritisch bearbeitet, commentirt und mit einer ausführlichen Einleitung versehen. Berlin, Druck von H. Jtzkowski. Gips-St. 9 1900. Die unermüdliche Arbeitskraft und Fruchtbarkeit Buber's ist geradezu erstaunlich. Er beschenkt die Wlffeuschaft immerwährend mit neuen werthvollen Gaben und seine heutige Darbietung verpflichtet ihm alle Fachgenoffen zu hohem Danke. Die trefflliche Einleitung bringt neuerliche Beweise von der Gelehrsamkeit und dem unermüdlichen Fleiße des Bersaffers. Wir werden auf das Werk noch zurückkommen. Hat Moses Maimonides dem Krypta Mohammed«ri»m«8 gehuldigt? Nach geschichtlichen Quellen untersucht, mit wichtigen Äumerkungen, hebräischen Noten, einem alphabetisch geordneten chronologischen Index der wichtigeren jüdischen Gelehrten aus Spanien unv der Provence, von Hermann K a h a n. Eine Frage, welche seit Jahrhunderten auf mannigfache Weise ventilirt wurde, kommt noch immer nicht zur Ruhe. Es wurde und wird noch immer vielfach behauptet, daß der große Maimonides während der Religionsverfolgungen zur Zeit seines Aufenthaltes in Fez (Marokko) 1159 bis 1165 sich äußerlich zum Islam bekannte, obwohl er und seine Familie im Geheimen ihren jüdischen Religionspflichten streng oblagen. So schreibt Graetz (Geschichte der Juden, Band VI, zweite Auflage, S. 293): »Daß Maimuni und die Seinigen Scheinmohammedaner waren, hat zuerst Carmoly und dann Munk erhärtet. Diese Thatsache steht nach dem jetzt vorliegenden Iggeret ha-Schemad und mohammedanischen Zeugnissen von Zeitgenossen so fest, daß nur die Kritiklosigkeit sie ableugnen kann." Nun hat sich neuestenzu den vielen Anhängern des sehr bedeutenden Mannes MoseS der Schriftsteller Hermann Kahan in Stanislau zugesellt, indem er eine recht lesenswerthe Broschüre verfaßt hat, in welcher er mit lebendigen Farben darstellt, daß der dem Maimonides zugemuthete Glaubens- Wechsel — sei es auch nur zum Scheine — in da- Gebiet der Fabel gehört. Diese mit vielem Fleiße bearbeitete Schrift verdient neben einem etwas schöneren, gefälligeren und von Fehlern freien Druck auch eine große Anzahl von Lesern. Der Preis ist gering: 1 K r o n e. Pilsen, 27. Jänner 1901. PH. Lederer. Bor uns liegt ein im Berlage der »Handelsdruckerei" in Bambecg erschienenes Buch, welches uns in Form einer »Excursion in's Mittelalter" das Leben und Treiben der Menschen im 14. und 15. Jahrhundert schildert, und aus der Feder des Bersaffers der von uns ebenfalls besprochenen Broschüre »Was hat die katholische Kirche der Menschheit für einen Nutzen geleistet?!" stammt. Wie schon der Titel andeutet, ist die nicht unintereffante Schilderung in leichtem Plaudertone gehalten und, weil frei von dem Rüstzeug der schweren Wissenschaft, hauptsächlich für solche Leser bestimmt, die weder Zeit noch Gelegenheit haben, sich in dicken bändereichen Werken zu unterrichten, aber dennoch Ausschluß über jene

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