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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-03-22 · 12 (22.3.1901) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
12 (22.3.1901)
Date
1901-03-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 214 Vr. Bloch's Wochenschrift» Nr. 13 Zeiten erhalten wollen, in welchen nach langer banger Geistesnacht durch das Wiederaufleben der Kunst und Wiffenfchaft der alten Heiden, welche vorher hauptsächlich nur die Juden und Araber pflegten, und unter rastlosen Kämpfen wider die Gewalten der Hierarchie der römischen Kirche, die Morgendämmerung der Geistesfreiheit anbrach. Ein Nachtheil — oder soll es ein Vorzug sein? — des um 1 K 44 h durch jede Buchhandlung zu beziehenden Buches ist, daß der Autor desselben, frei von der heuchlerischen Prüderie der Gegenwart, ganz in der Denkweise des Mittelalters, nicht blos die heikelsten Dinge frank und frei bespricht, sondern auch derb jedes Ding bei seinem wahren Namen nennt. Ego. Briefkasten. Jos. I. P. in Prag. Ihr Abonnement war am 30. December 1900 zu Ende. Die Pränumeration für ein Jahr beträgt 16 Kronen. I. W—r. Die „Deutsche Zeitung" war das antisemitische Blatt, welches sich diese Woche in einer sehr — cynischen Weise charakterisirte. Das Blatt glossirte ein lateinisches Citat der „Neuen Freien Presie" und schloß mit den Worten: „Das müßte ein dummer Hund sein, den sie (die „N. Fr. Pr.") mit ihren lateinischen Brocken vom Ofen locken kann". »A. W. Vielleicht kommt das „Deutsche Volksblatt" noch darauf, daß die Juden Schuld an dem — „Blutregen" sind. Dr. Robert N Der Percentsatz, den die Antisemiten für die Gerichtssaalrubrik stellen, ist ein erschreckend großer. Das können Sie schon aus der Thatsache ersehen, daß die antisemitischen Organe, dijeden Lumpen, wenn es nur halbwegs denkbar ist, zum Juden fälschen, räglich zahlreiche Gerichtssaalfälle veröffentlichen, wo die nähere Bezeichnung der confes s ionellenZugehörigkeitfehlt. „Menschenfreund". Auf Earp, den man in Rumänien den „Europäer" nannte, hatten die unglücklichen Juden in Rumänien ihre letzte Hoffnung gebaut. Nun dieser Minister gestürzt wurde, bevor er das Geringste für die Sache der Gerechtigkeit und Menschlichkeit thun konnte, wächst zwar nicht mehr das Elend der rumänischen Juden — denn dieses hat längst den Gipfelpunkt erreicht — wohl aber deren Verzweiflung. _ Notizen. Uniou-Bank. Die XXXI. ordentliche Generalversammlung der Actionäre der Union-Bank findet Samstag den 30. März 1901 um 11 Uhr Vormittags in den Banklocalrtäten, I., Renngaffe 1, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Verwalmngsrathes und Vorlage des Btlanzabschluffes pro 1900. 2. Bericht des Rcvisionsausschuffes und Beschlußfassung hierüber. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahlen in den Berwaltungsrath. 5. Wahl des Revisionsausschusses für das Jahr 1901. Die stimmberechtigten Herren Actionäre, welche an der Generalversammlung theilzunehmen wünschen, wollen ihre Actien in Gemäßheit des § 27 der Staturen spätestens am 22. März d. M. deponireu, und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Union-Bank, in Triest bei der Filiale der Union-Bank, in Berlin bei der Berliner Handelsgesellschaft, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effecten- und Wechfelbank. Die Actien sind unter Anschluß von Consignationen zu erlegen, welche vom Einreicher eigenhändig zu unterzeichnen und für Wien in zwei Exemplaren, für die anderen Erlagsstellen in drei Exemplaren auszufertigen find. Ein Exemplar der Consignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück, nach abgehaltener Generalversammlung werden die Actien gegen Rückstellung dieser Consignation ausgefolgt. Das Stimmrecht kann vom Äctionär oder von dessen gesetzlichen Vertreter Persönlich oder durch Bevollmächtigung eines anderen stimmberechtigten Actionärs ausgeübt werden (§ 28 der Statuten). Altläßlich der heraunahenden Pessach-Festtage werden in den meisten Familiell Tafelgeräthe, hauptsächlich Eßbestecke nachgeschafft, und es ist für Jedermann von Interesse, eine in diesen Artikeln leistungsfähige Bezugsquelle kennen zu lernen. Wir machen unsere geehrten Leser auf die bekannte Firma Brüder Goldmann „Zur Brillantenkönigin", Wien,!., Adlergasse 3, aufmerksam, woselbst eine reichere Auswahl von echt Silber- sowie Berndorfer Chinasilber-Eßbestecken, Tafelleuchtern, Sed erschösse! n. und allen zu Hochzeitsgeschenken geeigneten Artikeln in solider und phanrasiereicher Ausführung preiswürdig zu hüben ist. Clara Kahane Stiftung jur Hciratsausjtattling. Es wird hiemit zur Kenntniß gebracht, daß am 14. Thamus, das ist am 1. Juli 1901, die Zinsen der obengenannten Stiftung zur Heiratsausstattung zweier mittelloser, anständiger Waisenmadchen israelitischer Confessio» im Betrage von je Kronen 420 zur Verleihung kommen. Die Bewerberinnen haben die mit dem Geburtsscheine, Sittenzeugniffe, Armuths-, Verwcusungs- und Brautstandsnachweise versehenen Gesuche bis 31. Märr 1901 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, einzureichen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. Auszüge aus den Geburts-, Sterbe- und Tranungsmatriken der israelitischen Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten Oita Ca ha'ich c Stistaag für mittellose, jüdische Realschüler Die Zinsen obiger Stiftung im Betrage von 420 Kronen gelangen zu gleichen Theilen am 30. Mai d. I. an drei würdige, fleißige Realschüler zur Verleihung. Die Bewerber haben die mit dem Geburtsscheine, dem Nachweise ihrer Mittellosigkeit, dem letzten Studienzeugnisse und mit der Angabe, ob dieselben in dem Genüsse eines Stipendiums stehen, eventuell in welchem Betrage, versehenen Gesuche bis längstens 31. Mär; d. X im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeind; (I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock) einzubringen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. Theodor mid Alfons non Glafcr'fche Stiftnng für israelitische Gymnasialschiilex. Gegründet von ihrem Vater, Wilhelm Edler von Glaser am 26. Mai 1871. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien bringt hiemit zur Kenntniß, daß aus der obigen, für zwei Gymnasialschüler jüdischer Confession errichteten Stiftung 1 Platz im Betrage von 82 Kronen auf die Dauer der Gymnasialstudien zu verleihen ist. Bedingungen zur Erlangung derselben sind: a) ausgewiesene Mittellosigkeit; b) ein Zeugniß mindestens der I. Fortgangsclasse mit guten Noten aus Sitten, Aufmerksamkeit und Fleiß. Unter sonst gleichen Umständen erhalten Schüler, welche mit dem Stifter Herrn Wilhelm Edler von Glaser oder seiner Gattin Frau Jenny geb. Teitelbaum verwandt sind, den Vorzug. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Die diesfälligen Gesuche sind im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, bis 30. April d. X zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Todtenmatriken der Wiener israelitischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten, Wien, am 1. März 1901. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien.

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