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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-03-15 · 11 (15.3.1901) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
11 (15.3.1901)
Date
1901-03-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seit« 192 Dr. Blvch's Wochenschrift, Nr. 11 X 2.-; Mährisch-Weißkirchen: B. ®. K 2.-; Meran: Regina Winterberg X 4; Neudek: Leopold Schulz (Sammlung) X 10.40; Neumark-Taus: Paula Lederer X 2 —; Dl m ü tz : Jacob Meis X 2.—; P r i v o z: Wilhelm Eifinger X 4.-; Rosovic: I. B. X 4.—; S a a z; M. A. X 2.-; F. S. und L. S. X 1.20; Taus: Franz Löwith X 4.—; Triesch: Therese Berger X 8.— und durch d e Administration der „Oesterreichischen Wochenschrift" Wien: Josef Lemberger X 2.—; Böhm.-Aicha: Emanuel SchUer X 2.—, W l e n: Alice Ornstein X 10 —. Summe: X 352.60; hiezu die bereits ausgewiesenen X 191.10, im Ganzen X 543.70. Für das eingegangene Spendengeld werden der Frau H o i t a s ch eine Strickmaschine, ein größeres Quantum Wolle angekauft und der Rest als jeweilige Unterstützung überwiesen werden. Um nun die bedauernswerthe Familie zu retten, richtet die Sammelstelle an die wegen ihrer Herzensgute bestbekannten jüdischen Hausfrauen die Bitte, den Bedarf an Strümpfen gütigst der arbeitsamen Frau zuzuwenden und wolle die Adreffe der Familie H o i t a s ch vorgemerkt werden: III. Bezirk, Adamsgaffe 27. Eventuelle Austrage nach genauer Angabe der Größe übernimmt auch die Sammelstelle. Wie«. Der im X. Bezirke seit ungefähr einem Jahre bestehende Gesangverein „Jvria" hielt kürzlich im Restaurationssaale I. Oczeret's, X., Keplergasse 7, sein erstes Gründungsfest, verbunden mit einem Tänzkränzchen, ab, welches einen sehr animirten Verlauf nahm. Zur Aufführung gelangten mehrere Chöre unter Leitung des Vereins-Chormeisters Herrn Julius Hirschler, ferner ein Terzett und ein Quartett, ebenfalls von Vereinsmitgliedern vorgetragen, während die Zwischenpausen durch einige hübsche Lieder, von Gästen gesungen, ferner durch einen schönen Cello-Vortrag des Vereins-Chormeisters ausgeWt wurden. Die Mitwirkenden wurden durch reichen Applaus belohnt und die animirte Stimmung bewährte sich auch bei dem Tanze, welchem bis 3 V« Uhr Morgens eifrigst gehuldigt wurde. Wie«. Dieser Tage fand hier unter zahlreicher Betheiligung das Lcichenbegängniß der Frau Marie Pollak, geb. Schick, aus Brünn, statt, welche nach 40jähriger Ehe jäh den Ihrigen entriffen wurde. An ihrer Bahre trauerten der fassungslose Gatte und drei Kinder, unter denen ein Sohn, Karl, Ingenieur der in weiten Kreisen bekannten Bau-Unternehmungsfirma Brüder Redlich u. Berger ist. Oberrabbiner Dr. Güdemann wies in einer äußerst warm empfundenen Rede auf das „Heilig- Ihmn" hin, das der Tod nunmehr in seine Mitte genommen, und versuchte durch seine Worte sowohl dem schwergebeugten Vater, als auch den beiden Töchtern und dem Sohne Trost und Linderung in dem Schmerze zu spenden. I. Eantor Schiller geleitete hieraus mit einem Quartett die Leiche zu ihrer Grabstätte. Sei ihr die Erde leicht! E. B. Brün«. (Todesfall.) Die hiesige Gemeinde ist. von einem Todesfälle schmerzlich berührt worden. Am 11. d. M. verschied der Fabrikant Herr Hermann Spitz nach schwerer Krankheit im 72. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene war im besten Sinne des Wortes ein 8e1k Mademan. Er brachte es, mit kleinen Anfängen beginnend, zu einer hochangesehenen Stellung in der Zndustriellenwelt. Um die Hebung des heimischen Exportes erwarb er fich namhafte Berdieuste und bekleidete jahrelang die Stelle eines spanischen Biceconsuls. Die spanische Königin verlieh ihm vor vielen- Jahren den Orden „Jsabella der Katholischen". Der Verblichene, ein Schwager des hiesigen Cultus-Vicepräsidenten Oberingenieur Epler, wird bei Allen, die je in der Lage waren, mit ihm in persönlichen Beziehungen gestanden zu haben, ein gutes Andenken zurücklaffen. E. B. ProHuitz. (Goldene Hochzeitsfeier.) Die Mene Feier der goldenen Hochzeit beging Sonntag den 10. d. M. Herr Hermann Altar mit seiner wackeren Gattin in stillster Zurückgezogenheit und im engsten Familienkreise. Der Jubilar ist über 4-0 Jahre Mitglied des hiesigen Cultusvorstandes und der polttischen Gemeinde-Repräsentanz, um welch beide sich derselbe namhafte Verdienste erworben hat. Der Gemeinde- und Eultusvorstand, die von der Feier erst nachträglich Kenntniß erhielten, beeilten sich ihr ausgezeichnetes Mitglied in würdiger Form zu beglückwünschen. Aber auch die ältere und jüngere Generation der Gemeinde nahm mit Beftiedigung Veranlassung, dem Jubelpaare die wärmsten Sympathien zum Ausdrucke zu bringen. Ari^ek, 7. Marz. (P u r i m f e i e r.) Am 5. d. M. wurde — etwas in unserer Stadt noch nicht Dagewesenes — dem Purim zu Ehr« ein Fest veranstattet. Die deutsch-jüdischen Mitglieder des hiesigen CechmoS absentirten sich wohl. Und auch die jüdischen Führer der Deutschen - in Mistek glänzten durch ihre Abwesenheit. Wie könnte das auch anders seinihr Wahlspruch lautet ja: „Alldeutsch!" — Trotzdem war der Ausfall des Festes ein über alle. Erwartung glänzender, denn an 180 Personen waren der Einladung gefolgt. Den von den Damen reichlich beigestellten Speisen wurde alle Ehre angethan. Die Stimmung war ungemein animirt und die von durchwegs erfahrenen Dilettanten zu Gehör gebrachten Solo- und Duoscenen und Clavier-- und Violinvorträge, sowie die G'stanzeln und Lieder fanden ungetheilten Beifall. Herr Obercantor Weiß hat durch einige Lieder, welche er mit seiner bekannten sympathischen Stimme sang, reichliche Anerkennung geerntet, und als gar unser bekannter Satyriker mit beißendem Witz unsere localen Verhältnisse beleuchtete und die „Mnhm Pesl" sprechen ließ, gabs -donnernde Lachsalven. Um 12 Uhr begann der Tanz, der Höhepunkt der Festesstimmung war erreicht. Jung und Alt drehte sich rasch im Reigen, und selbst Jene, die schon Jahrzehnte kein Tanzbein geschwungen, zeigten bei dieser Gelegenheit, daß sie Terpsichorens Kunst nicht verlernt haben. Bis in die hellen Morgenstunden dauerte das schöne Fest, das für Manchen noch viel zu ftüh endete. — Mit Genugthuung können die Veranstalter, die es an Mühe nicht fehlen ließen, auf den Verlauf der Festes zurückblicken. Den Dank und die Anerkennung der Teilnehmer am Feste haben sie redlich verdient. Tropstau. Die Familie der hiesigen Liqueur-Jndustriellen und Hoflieferanten E. L i ch t w i tz und Comp, hat einen schweren Verlust erlitten, indem die Gattin des ehemaligen Firmenchefs und Mutter des kaiserl. Rathes Jakob Lichtwitz, Frau Johanna L i ch t w i tz geb. Ehrenhaft, nach fast 50jähriger Ehe in Bordeaux bei ihrem Sohne, dem Chef des dortigen Hauses der Firma, im 76. Lebensjahre verschieden ist. Deren uttvermuthetes Hinscheiden erweckt allgemeine Theilnahme. Soborten.. Anläßlich des Purimfestes fand hier am 6. März um V*8 Uhr Abends im Sitzungssaale der Cultusgemeinde ein Vergnügungsabend statt, welcher glänzend ausfiel. Bei demselben wurde ein Lustspiel ..Die Gouvernante" (Travestie) von der hiesigen Schuljugend aufgeführt, wo sich als Darsteller besonders auszeichneten : Erwin Weinfeld. Helena Galandauer, Jda Steckler, Seraphine Galandauer, Elsa Bauch. Emil Bloch und Harry Galandauer, welche ihre Rollen vorzüglich spielten und großen Beifall ernteten. Besonders reizend war das Duett: „Frühling und Winter" von Emil Bloch und Helene Galandauer dargestellt. Die Betheiligung war eine zahlreiche. Leistnik, 1. März. Der hiesige, durch seine Forschungen und Vorträge auf historischem Gebiete in Oesterreich undDeutsch-- land rühmlichst bekannte Gelehrte Herr Dr. Salomon Kulka erhielt am 25. Februar a. c. das Diplom als correspondirendes Mitglied der „Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Leipzig". Dies geschah auf Grund einer von ihm eingereichten gründlichen „Studie über die Geschichte des Jüdisch-Chazärischen Reiches 630—960". Wir rufen dem greisen Gelehrten ein herzliches ,Kau lechoj“ zu. Uj-Derbäsz-Bäcska. Einen sehr schmerzlichen Verlust hat unsere Gemeinde zu beklagen durch den so früh erfolgten Tod einer der vortrefflichsten Frauen aus unserer Mitte. Es ist dies Frau Anna Blum, die Gattin unseres hochverdienten Oberlehrers und Gemeindesecretärs Herrn Salomon Blum, welche uns nach kaum dreitägigem Schmerzenslager so unerwartet schnell am 3. d. M. entrissen wurde. Frau Anna Blum war die Tochter unseres verewigten Rabbiners D. L. Straßer und seiner Gattin, der allgemein verehrten und hochgeschätzten Frau Recha Straßer in Kula. Sie hatte frühzeitig eine vorzügliche Erziehung genossen und zeichnete sich schon als Mädchen durch besondere Klugheit und Intelligenz vor ihren Altersgenossinnen aus. Mit ihrem angeborenen Talente zur Wirtschaft und Häuslichkeit verband sie solche Charakter- und Herzenseigenschaften, wie sie zur Zierde eines jeden israelitischen Weibes dienen könnten, und sie genoß mtt Recht den Ruf eines Musterbildes aller schönen weiblichen Tugenden nicht nur hier und in der ganzen Bacska, sondern auch in den weitesten Kreisen des Landes. In der Frauenwelt war sie ganz unbewußt durch ihre Unermüdlichkeit die Wegweiserin geworden, nach welcher sich alle anderen richteten, und fast scheint es gewiß, daß sie ein Opfer ihrer rastlosen Thätigkeit geworden. Als treue Gattin, sorgsame, unermüdliche Hausfrau und fürsorgliche liebevolle Mutter eines großen Familienstandes war sie von Niemandem übertroffen worden. Frau Anna Blum hatte überdies große Geschicklichkeit und hervorragendes Talent, um auch in allen außerhäuslichen Fragen, nämlich in Amt und Schule,, bei den vielfachen Aufgaben ihres Mannes mitzuwirken und stand Herrn Blum auf dem Gebiete der Erziehung und Schristführung ebenbürtig zur Seite. Außerordentlich groß und allgemein war die Trauer und Theilnahme an dem Heimgang dieser edlen Frauenseele, welche sich durch Herzensgüte, Bildung, Bescheidenhett und nie rastende Schaffensfreudigkeit die Liebe und Verehrung Aller erworben hat und deren Andenken in den Herzen Aller, die sie gekannt haben, unvergeßlich bleiben wird. rä. Zürich. Herr Obercantor Simon Tonnenberg, welcher während seines hiesigen einjährigen Provisoriums überaus glänzende Leistungen geboten hat, wurde einstimmig definitiv gewählt.

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