Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 11 (15.3.1901)
- Date
- 1901-03-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021385-3021397--10700-3035195- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rr. 11 Dr° Bloch's WochrnfchrM Seite 191 Revisoren. 5. Vortrag. Die Mitglieder — sowie deren Damen und Gäste — werden um möglichst zahlreiches Erscheinen ersucht, um dem Interesse der Tagesordnung gerecht zu werden. Wien. (Oesterreichisch-Jsraelitische Union.) Samstag den 16. März, 8 Uhr Abends, findet im Restaurant Khuner, I., Adlergasse 6, eine Vereinsversammlung mit folgender Tagesordnung statt: Vortrag des k. k. Baurathes Wilhelm Stiaßny: „Das jüdische Museum für historische Denkmäler" (mit Demonstrationen). Wien. (Ehrung.) Der Vorstand der Chewra-Kadischa an der Wiener israelitischen Cultusgemeinde hat in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, seinem Borstandsmitgliede Herrn Adolf Rosenbaum für sein ersprießlichesMirken im Interesse des Vereines, insbesondere für seine Bemühungen aus Anlaß der letzten Generalversammlung und das treffliche Arrangement des Brudermahles den Dank auszusprechen und die Dankeskundgebung in das Protokoll der Chewra einzutragen. Wien. Der Unterrichtsminister hat auf Vorschlag des Profefforen-Collegiums den Nervenarzt Herrn Doctor Sigmund Erben I., Landesgerichtsstraße 10 zum Docenten für innerliche Krankheiten ernannt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 17. März d. I., um 7*3 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel II., Leopoldsgafle 29, die Trauung des Fräulein Charlotte Belf, Tochter des Herrn I. M. Belf, mit Herrn Gustav Stern statt. Wien. Se. Majestät der Kaiser hat den Privatdocenten an der Universität in Wien und Doctor zweier Facultäten. Herrn Samuel Steinherz, zum außerordentlichen Professor der historischen Hilfswissenschaften an der deutschen Universität in Prag ernannt. Wien. Die Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums veranstaltet Dienstag den 19. d. um 7->8 Uhr Abends einen Vortragsabend, an welchem der Vice-Präsident der Gesellschaft, Herr Adolph Ritter v. S o n n e n t h a l, eine Dichtung von Gräfin Thun-Salm, „Des Kaisers Traum", vorlesen wird. Den Mitgliedern der Gesellschaft bleibt das Bezugsrecht auf je eine Karte Donnerstag und Freitag von 2 bis 4 Uhr Nachmittags gewahrt. Die Behebung der Karten, auch für Nichtmitglieder, erfolgt Sonntag den 17. d. von 3 bis 6 Uhr Abends im „Jüdischen Museum", I., Rathhausstraße 13. Wien. (Goldene Hochzeit.) Eine der bekanntesten Persönlichkeiten unter unseren gutsituirten Glaubensgenossen Herr Friedrich Freund feiert am 25. d. M. mit seiner Gattin Anna,, geborene Elbogen, das seltene Fest der goldenen Hochzeit im engsten Familienkreise. Der Jubilar, welcher durch 30 Jahre als Großhändler in Jungbunzlau lebte, erwarb fich dort als langjähriger Vorsteher-Stellvertreter der dortigen Cultusgemeinde und Hauptschule unschätzbare Verdienste. Die Erbauung des dortigen neuen würdigen Tempels war zumeist ein Werk seiner Thatkraft und bei der Anwesenheit unseres Monarchen im Jahre 1866 in Jungbunzlau wurde Herrn Freund die Ehre zutheil, in Audienz huldvoll empfangen und belobt zu werden. Später übersiedelte Herr Freund nach Wien und übernahm das Bankgeschäft seines verstorbenen Schwiegersohnes, um sich nach Jahren rastloser Thätigkeit zur Ruhe zu setzen. Diese Ruhe konnte den an Thätigkeit gewohnten Mann nicht befriedigen und er fand ein neues, mehr als großes Arbeitsfeld auf dem Gebiete der Humanität. Sein in der Blüthe der Jahre verstorbener Sohn Dr. August Freund, ein hervorragender Gelehrter und Componist, hatte in Prag den Unterstützungsverein für israelitische Universitätshörer ins Leben gerufen und die Fürsorge für diesen Verein noch am Todtenbette seinem Vater nachdrücklichst an's Herz gelegt. Wie Friedrich Freund dies Vermächtniß seines Sohnes hochhält, dafür werden die Tausende in Wien wohnenden Glaubensgenossen Zeugniß geben, welche Herr Freund persönlich zur Leistung von Liebesgaben für den Verein heranzieht; da ist keine Straße zu weit, kein Stockwerk zu hoch, um Freund trotz seiner 73 Jahre von seinem persönlichen Besuche abzuhalten und einen Beitrag zu erbitten. Tausende von Gulden verdankt der Verein der unermüdlichen Thätigkeit seines Wohlthäters und Ehrenmitgliedes. Baron Rothschild, Baronin Hirsch und andere hochgestellte Namen zählen, dank Freund's Thätigkeit, zu den Stiftern und Gründern des israelitischen Studenten-Unterstützungsvereines, und die Zahl der jährlichen Spender beträgt mehr als 1000, welche von Freund persönlich gekannt und besucht, und im Jahresausweise des Vereines mit peinlicher Genauigkeit verzeichnet erscheinen. Möge es Herrn Freund, der, ein Jüngling an Geistesfrischr, 10 Sprachen beherrscht und ein gediegener Talmudist ist. gegönnt sein, noch eine weitere Reihe von Jahren seine freiwillige Miffion. Wien. (Kranken- und Witwen-llnterstützungs- Berein „0 üesed setiel emes“) Dieser Verein beging am Sonntag den 10. d. M. im Fugbach-Tempel im II. Bezirk das 3. Requiem nach seinem gewesenen sel. Präses Herrn Leopold Fried in besonders weihevoller Weise. In Anwesenheit des Gesammtvorstandes und eines den Tempel füllenden andächtigen Publicums zündete der derzeitige Obmann des Vereines Herr Jacob Mittler nach vorhergegangener kurzer Gedenkrede das Jahrzeitlicht an, worauf der Cantor des Tempels die bezüglichen Psalmen unter Chorbegleitung in herzergreifender Weise executirte. Um 7 Uhr war die Feier zu Ende, worauf die Zinsen der vom Vereine „(Lesed seiiel eines" gegründeten Leopold Fried- Stiftung an zwei arme würdige Glaubensgenoffen vertheilt wurden. E. B. Wien. (Todesfall.) Am 8. d. M. verschied in Meran nach langer Krankheit der Wiener Schuhwaarenfabrikant Hermann Hirsch, tief betrauert von seiner ihn betreuenden Gattin, seinen Kindern, Verwandten, Freunden und Bekannten. Der Dahingefchiedene war ein zärtlicher Gatte und liebevoller aufopferungsfähiger Vater. Bon kleinen Anfängen ist der Verblichene durch rastlosen Fleiß und nie ermüdenden Eifer in feiner Branche ein Großindustrieller geworden, der die Schuhwaarenindustrie zu großem Ansehen brachte und fich um den Export heimischen Fabrikates große Verdienste erworben hat. Friede seiner Asche! Wien. (Trauerfall.) Eine der angesehensten und geachtetsten Familien unserer Cultusgemeinde ist, in tiefe Trauer versetzt worden durch den Heimgang der Frau Fanni Neustadtl, geb. Glogau, Gattin des Herrn Commercialrathes Sigmund Neustadtl, Vorstandsmitgliedes der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union und des Tempelvereines für den IX. Bezirk. Aus Anlaß der Beerdigungsfeierlichkeit hatte sich Montag den 11. d. M. im Trauerhause, IX., Müllnergasse, eine zahlreiche Versammlung eingefunden aus den besten Kreisen der Wiener Gesellschaft, Vertreter des israelitischen Cultusvorstandes, der Chewra-Kadischa, vieler Tempel- und Humanitätsvereine, aus den Finanzkreisen und aus der Schriftstellerwelt. Die Beerdigung fand auf dem Döblinger Friedhof statt, wo Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus der Heimgegangenen einen ergreifenden Nachruf widmete, in welchem er auf den edlen Stammbaum der Verblichenen und auf die hervorragende Familie ihres Gatten, der ein Neffe des verewigten großen Lehrers in Israel, Herrn Seminardirectors Dr. Zacharias Frankel ist, hinwies und die ererbten leuchtenden Tugenden, die die Entschlafene zierten, schilderte. Herr Obercantor Kläger, unter Affistenz des Herrn Cantor Pekarek und unterstützt vom Chor, recitirte die Trauergesänge in tief bewegender Weise. Wien. (Neuer Regierungsrath.) Der Kaiser hat dem praktischen Arzte Dr. Joseph Kanders den Titel eines Regierungsrathes verliehen. Wien. (Spenden-Verzeichniß II.) Für den armen Hausirer A. H o i t a s ch und dessen bemitleidenswerthe Frau, sowie zehn Kinder, iiber deren tieftraurige Lage in Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift" Nr. 8 vom 22. Februar berichtet wurde, find bis inclusive 12 März bei der Sammelstelle Emil Jelinek, I., Seitenstettengasse 5, folgende Spenden eingegangen: Wien: Kaiser!. Rath Heinrich K l i n g e r, Präsident der israelitischen Cultusgemeinde X 40. -, löblicher Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde X 100.—, löblicher Vor st and der Armenanstalt der israelitischen Cultusgemeinde X 50 — (vor wenigen Tagen X 10.— direct gesendet), R. Baumgarten X 4—. Josef Bernzweig X 3.—, Josef I. Hock X 4.—, ,Dr. A. K. X 2.—, Emilie Kohn X 1. , Pauline X 1.—, L. Korn '(im Aufträge eines Ungenannten) X 10.—, S. K. 100 X 25.—, Rosa Lasus X 2.—, Philipp Lion X 4. - , M., Menschenfreund X 3.—, N R. X 1.-, L. Pick, Religionslehrer X Jacob Süß X 1—, drei Waisen S., L. und F. G X I —, unter Chiffre 36 X 5.—; Agram: I. Alexander X 2.—; B u d a p e st: Berczi D. Sändor X 2.—;Czernütfalu, Kronstadt: Daniel Kaufmann und Rubin Krauß X 8.—; E g e r: S. Popper X 1 —; Friedland-Mistek: Sigm. Wechsberg (eine Purim-Tarokpartie) X 11.—; H a i n sp a ch : Ernst Lutzer X 2.—; I g l a u: S. I. X 2.—; Kemmelbach: Paula Mahler X 3.—; Kremsier: A. Grauaug X 4.—; Mährisch-Sch önberg: M. P