Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 11 (15.3.1901)
- Date
- 1901-03-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021385-3021397--10697-3035192- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sette 188 Dr. Blvch's Wochenschrift» Nr. 11 L 10. Herr Manuel Schnitzer, Berlin Mark 20. Herr Heinrich Janoschowitz, Safsendorf Mark 10. Herr Adolf Daltner, Ustron L 10. Herr I. Urbach, Skotfchau L 15. Herr N. N., Mährisch- Ostrau K 30. Herr N. N-, Dresden Mark 15. Auch für die hiesigen Armen wurde durch den Herrn Cultusvorsteher eine Spendensammlung eingeleitet, deren Ertrag auch angeführt sei, und zwar: An Arme anläßlich der kommenden Osterfeiertage K 180. An die Chewra-Bikurseholim L 68 30. An den Frauen- Wohlthätigkeitsverein L 20. An den Fond zum Tempelmalen K 80. Joachim Grünspan. Wie». Ein Leser der „Oesterr. Wochenschrift" theilt uns mit, daß er folgende Zuschrift an den Abgeordneten Weißkirchner, als den Borstand des Armen-Jnstituts geschickt hat: „P. T. Soeben kommt mir das Beiblatt für Armenwcsen Nr. II. des Magistrats in die Hand. Dieses Blatt ist ganz verjudet. Warum gestatten Sie, daß von 16 Wohlthätigkeits-Stiftungen 7 Juden die Frechheit haben, durch ihre Stiftungen das Amtsblatt zu verjuden?! Ein überzeugter gesinnungstreuer Antisemit, wie Sie, sollte so etwas doch nicht zulassen". Jüdische Krankenpflegerinnen in Budapest. Die Pester israelitische Cultusgemeinde hat beschlossen, an Stelle der bisherigen nichtjüdischen Wärterinnen im Spftals- und Armenpflege-Dienste der Gemeinde geschulte Pflegerinnen mosaischen Bekenntnisses anzustellen und selbe nach dem Muster der Berliner jüdischen Schwestern auszubilden, zu organisiren und zu versorgen. Die Schülerinnen, welche ihre mit Leumundszeugniß und den Schulzeugniffen versehenen Gesuche bis 30. März d. I. an die Direction des Krankenhauses der Pester israelitischen Cultusgemeinde (Budapest. Szabolcsgaffe 33) einzmeichen haben, dürfen nicht unter 20 Jahre und nicht über 35 sein. Die Ausbildung dauert 3—6 Monate, je nachdem die Bewerberin blos für die Pflege Erwachsener oder auch für jene der Kinder ausgebildet wird. Nach ihrer Ausbildung wird die Schülerin, sobald ihre Fortschritte entsprechen, als Pflegerin provisorisch für das erste Jahr (inclusive Lehrzeit) angestellt und erhält die Gebühren, wie sie gegenwärtig für das Pflegepersonal des Adele Br6dy-Kinderspitales bemessen sind (monatlich 30 Kronen Lohn, Dienstkleidung, Verpflegung gleich den Aerzten). Avancement im Gehalte bis 1200 Kronen pro Jahr und eine Altersversorgung, welche zum erreichten 25. Dienstjahre mit 1200 Kronen festgesetzt wird. Die Schülerinnen werden in Gruppen zu je 12 ausgebildet und während dieser Zeit im Pflegerinnen-Wohnungsraum des Kinderspitals (Wirtschaftsgebäude I. Stock) untergebracht, von wo aus sie den einzelnen Stationen zugetheilt werden. Die Institution wird, wie verlautet, dem Disciplinar-Ausschusse des Damencomitäs des Spitales unter dem Vorsitze der Frau Hofrathsgattin Armin Neumann und einer den Berliner jüdischen Schwestern entnommenen Oberin unterstehen, um deren Exmittirung sich die Gemeinde demnächst an die Leitung des Berliner Verbandes wenden wird. Es ist in erster Linie blos auf die Ausbildung ungarischer Jüdinnen abgesehen, doch glaubt man, in Anbetracht dessen, daß an den öffentlichen Spitälern Budapests zumeist Ausländerinnen und Oesterreicherinnen, das heißt Nonnen des Grazer Ordenshauses von Savct-Vincenz angestellt sind, auch Ausländerinnen aufnehmen zu dürfen. Die theoretische Ausbildung wird, wie verlautet, unter Oberleitung des Herrn Professor Stiller von den Herren Chefärzten Groß (Interne), Mohr (Augen) und Alapy (Chirurgie) bewirkt werden. Die praktische Ausbildung geschieht auf den einzelnen Abtheilungen. Bei der Besetzung der Stationen wird auch der Wirthschaftsdienst — wie in den öffentlichen Spitälern — von den Schwestern versehen werden. Anstalt zur Heranbildung israelitischer Krankenpfleger in Preßburg. Wir haben im Vorjahre berichtet, daß in Preßburg eine Anstalt ins Leben gerufen wird, welche den . Zweck verfolgt, tüchtige und geschulte israelitische Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen heranzubilden, wodurch auch Angehörige jüdischer Confession in die Lage versetzt werden, sich einen neuen und schönen Lebensberuf zu wählen. Durch eifriges Sammeln von unterstützenden Mitgliedern ist nun die Anstalt in die Lage gekommen, ihre schöne Miffion zu erfüllen. Sie hat den Concurs auf 2* PflegestÄlen ausgeschrieben, um die sich 20-35-jährige gesunde Persoueu bekd«flei Geschlechtes von unbescholtenem Vorleben und zumindest elementarer Schulbildung bewerben können. Gesuche sind mit Geburis-, Sitten-, ärztlichen und Schulzeugniffen, sowie der Beschreibung des bisherigen Lebenslaufes und allfälligen Empfehlungsschreiben versehen, bis 31. März d. I. bei der Direction der Anstalt (Preßburg, israelitisches Spital) zu überreichen. Es wäre zu wünschen, daß die Herren Seelsorger, Gemeindevorsteher und Lehrer von jüdischen Gemeinden geeignete Personen auf diesen Concurs aufmerksam machten. Die berufenen Bewerber erhallen gründliche, theoretische und praktische Ausbildung und entsprechenden Falles lebenslängliche Anstellung. Wir können nicht umhin, diese neugegründete Anstalt Einzelnen und Körperschaften zur wärmsten Unterstützung zu empfehlen, indem dieselbe in Anbetracht ihres humanen Zweckes bei unseren jüdischen Mitbürgern eine erhabene Miffion erfüllt. Lemberg, 10. März. (Die Baron Hirsch-Schulen.) Das hiesige Tagesjournal „Slowo polskie“ bringt in seiner Nummer vom 6. März d. I. unter der Spitzmarke „Preßstimmen" folgende Charakterisirung der Baron Hirsch-Schulen: „Die Baron Hirsch- Stiftungsschulen sind für die jüdische Bevölkerung coloffal wichtig, denn seit diese Schulen^ existiren, gibt es keine Knaben mehr, die sich auf den Wochen- und Jahrmärkten herumtreiben und Alles stehlen, was ihnen zur Hand kam. Anstatt zu stehlen und. in den Häusern herumzubetteln und ein Auswurf der menschlichen Gesellschaft zu werden, sitzen diese Knaben in den Schulen, und da die Stiftung für sie sorgt, so werden sie zu nützlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft erzogen." Czernowitz. Das Leichenbegängniß der Frau Henriette Tittinger, Gattin des Cultuspräsidenten kaiserl. Rathes Naftali Tittinger, fand unter überaus zahlreicher Betheiligung aller Kreise unserer Bevölkerung statt. Die große Anzahl der Trauernden, die erschienen sind, um der Verblichenen, die so viel Gutes im Leben gestiftet hat, das letzte Geleite zu geben, hat bewiesen, welcher Hochachtung die verstorbene Dame im Leben sich erfreute. Man bemerkte außer den Familienmitgliedern: Bürgermeister Baron Kochanowski mit den Vicebürgermeistern Dr. Reiß und Gregor, Magistratsdirector Wiedmann, den gesammten Gemeinderath und Stadtrath, die Beamten des Stadtmagistrates, Landesausschuß Baron Mustatza, den russischen Consul Pantschulidzew, den rumänischen Consul Cogalniceanu, die Räthe und Beamten der Landesregierung, viele Universitätsprofessoren, Handelskammerpräsident Langenhan mit deck Secretär der Handelskammer Dr. Wiglicki, den Director der Bukowinaer Sparcasse Hofrath S t r o n e r mit den Beamten der Sparcasse, den Director der Oesterreichisch-ungarischen Bank H i n g h o f e r mit den Beamten dieser Anstalt, den Präsidenten der Advocatenkammer Dr. K i e s l e r mit den Advocaten, den israelitischen C ltusrath, die hiesigen Großindustriellen, Aerzte, die gesammte hiesige Kaufmannschaft, sehr viele Vereine, deren unterstützendes Mitglied die Verblichene war, und eine unübersehbare Anzahl der den besten Gesellschaftskreisen angehörigen Damen. Der Leichenzug bewegte sich vom Trauerhause zum Tempel, wo Oberrabbiner Dr. Rosenfeld in bewegten Worten den eminenten Wohlthätigkeitssinn und die besonderen Tugenden dieser allzufrüh verblichenen Frau schilderte und sie als Muster einer Gattin hinstellte. Dem Gatten der Verstorbenen, kaiserl. Rath Tittinger, sind anläßlich des Ablebens seiner treuer Lebensgefährtin aus Nah und Fern tiefgefühlte Condolenzschreiben zugekommen, in welchen dem Bedauern über das Hinscheiden dieser edlen Frau Ausdruck gegeben wird. Wie man uns mittheilt, hat die Verblichene den Betrag von 22.000 Kronen wohlthätigen Zwecken gewidmet. Friede ihrer Asche, gesegnet sei ihr Andenken \ Nagy-Jaes. Es ist bereits in der vorwöchentlichen Nummer der „Oesterreichischen Wochenschrift" eine kurze Notiz, welche dem Hinscheiden des hier und in weiteren Kreisen hochgeehrten Philanthropen, des seligen David B e r d a ch gewidmet war, erschienen. Der durch seinen Scharfsinn, seine weltmännische Bildung, seine wahre Frömmigkeit hervorragende, nicht gewöhnliche Mann verdient es, daß ihm noch ein besonderer Nachruf gewidmet werde. Bei seinem Leichenbegängnisse sprachen der greise Oberrabbiner aus N.-Tapolcsany, der es sich nicht nehmen ließ, trotz seines leidenden Zustandes, wie er selbst betonte, dem Schwiegersöhne des weltberühmten Rabbi Koppel Charis, einen würdigen Hespeä zu halten, der alle Trauergäste zu Thränen rührte. In tief ergreifender Weise, mit gewohnter geistreicher Vollendung sprach dann der aus Wien herbeigeeilte Neffe des Verstorbenen, Herr Rabbiner Dr. R ei ch-Wien-Margarethen. Auch die drei Söhne des Dahingeschiedenen und ein Enkel desselben, Dr. Barna, Secretär der Donau-Dampfschifffahrts- Gesellschaft, sämmtliche gewiegte Talmudisten, nahmen in rührender Weise Abschied von dem theueren Todten, welchem ein