Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 10 (8.3.1901)
- Date
- 1901-03-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 172 Dr. Blvül's Wochr^MzrrsLv Nr. 10 ausgesprochene Mißbilligung erblickt werde, was ihm durchaus ferne lag. Er hielt es nur für seine Pflicht, der geehrten Versammlung von diesem Factum Mittheilung zu machen, und würde es gern an die Adresse des Herrn Delegirten der löblichen Eultusgemeinde, der leider nicht zugegen ist, gerichtet haben, um für die Zukunft einen solch bedeutenden Verein, wie der „Lktb I8ra6l"-Verein ist, der seit 20 Jahren getreulich zur löblichen Eultusgemeinde gehalten hat und bei jeder wichtigen Gelegenheit immer Hand in Hand mit ihr ging, bei wichtigen Maßnahmen und Entschließungen doch nicht zu ignoriren. Herr I. I o 11 e s hat daraufhin seinen Antrag zurückgezogen uud es wurde zur Tagesordnung geschritten. Nachdem der Schriftführer Herr S. Deiches den Verwaltungsbericht verlesen und die Revisoren den Bericht über die zufriedenstellende finanzielle Gebahrung des abgelaufenen Jahres erstattet hatten, wurde auf Antrag des Herrn Sonnenschein dem Vorstande einstimmig das Absolutorium ertheilt. .. Bevor zu dem Punkte IV der Tagesordnung, dem Wahlacte, geschritten wurde, hat der Obmann Herr S. Meisels die Erklärung abgegeben, daß er in Folge seines hohen Alters gezwungen ist, seine seit 20 Jahren innegehabte Leitung des Vereines wieder in die Hände seiner Wähler zurückzulcgen, und indem er für das ihm während dieser Zeit entgegengebrachte Vertrauen wärmstens danke, bitte er in diesem Entschlüsse keine anderen Motive als die seines hohen Alters zu suchen. Damit der Vorstand keiner Ueberraschung gegenübergestellt werde und der Wechsel in der Leitung glatt und ohne Störung sich abwickelt, habe er diesen Entschluß schon vor 14 Tagen gelegentlich einer Sitzung dem Vorstande bekanntgegeben. Wiewohl nun der Vorstand damals den Beschluß faßte, von dem gemeldeten Rücktritte keine Notiz zu nehmen, müsse er doch nochmals erklären, daß er an dem Rücktrittsentschlussc unwiderruflich festhalte. Der Obmann Herr S. Meisels fuhr nun fort: wohl weiß ich, daß diese unvorbereitete Eröffnung der geehrten Versammlung überraschend kommt, um aber den Uebergang in der Leitung langsam und ruhig sich vollziehen zu lassen, schlage er Folgendes vor: Wie aus dem Punkt V der Tagesordnung zu ersehen ist, hat der Vorstand beschlossen, einige ihm dringend erscheinende Aenderungen in den Statuten vorzunehmen; durch diese Aenderungen wird eine Neuwahl des gesamluten Vorstandes nothwendig werden, er beantrage nun diese Aenderungen zur Abstimmung zu bringen und dieselben zur Genehmigung der Behörde vorzulegen, was wohl bis zur Herablangung der Bestätigung einen Zeitraum von 2 Monaten in Anspruch nehmen wird, und nach dem Eintreffen der Genehmigung wäre dann eine außerordentliche Generalversammlung eiuzuberufen, um die Neuwahl des gesammten Vorstandes vorzunehmen. Dieser Antrag wurde einstimmig von der Versammlung zum Beschlüsse erhoben und die Versammlung geschloffen. Wie«. (Spendenverzeichniß.) Für den armen, unglücklichen Hausirer A. Hoitasch (vicke Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift'' Nr. 8 vom 22. Februar) sind bisher bei der Sammelstelle, Herrn Emil Jelinek, Seitenstettengasse 5, folgende Spenden eingegangen: Wien: Anonym durch Herren Friedländer und Deutsch Kr. 4.—, E. F. Kr. 2.—, Katharina Brüll Kr. 10.—, Leo und Richard Kann Kr. 8.—, E. K. Kr. 2.—, Ernestine Löwy Kr. 4.—. A. M. Kr. 20.—-, Anton Steiner Kr. 2.—, Adele St. Kr. 10.—, I. Steiner und Dr. Schosberger Kr. 4.-. F. T. . sch Kr. 2.-. N. W. Kr. 5.-. Leon Winter, gesammelt unter den Gästen im Cafä Secession Kr. 4.—, Ungenuant Kc. 10.—, Brünn: Kizuitzky Kr. 3.60, Damborrtz: Hugo Mahner Kr. 4.—. Als Ecgebniß einer Sammlung Hilm: N. N. Kr. 2.—, Jarmeritz: Malva Zerzavy Kr. 3.—, Krakau: Jacob Pollak und I. B. Schönderg als Ecgebniß einer Sammlung in Cafs Komitau Kr. 7.50. Mährisch- Aussee: Hausirer M. S. First und Ignaz Munk Kr. 2.—, Mistek: Salomon Tauber Kr. 10.—, Olmütz: I. Brust K-. 2.—, Prag: Dr. W. Kr. 2.—, B. E. S. Kr. 2.—, Rakonitz: Jacob Liebstein Kr. 2.—, Stern b erg: Max Pollak Kr. 5.—, Teplitz-Schönau: Ludwig Hahn Kr. 2.—, W i s ch a u: Julius Schönhauser Kr. 2.—, Z e r a w i tz: K. K. Kr. 4.—, zusammen Kr. 140.10; ferner Wien: Jacob Jokl Kr. 1.—, und der „Verein zur Unterstützung israel. Handwerker und Kleingewerbetreibender" (Referent Vorstandsmitglied Emil Jelinek, Kr. 50.— in Summa bis zum 26. Februar 1901 Kr. 191.10. Weitere Spenden für diesen eminent philanthropischen Zweck werden von der Sammelstelle entgegengenommen. Wie«. (Auszeichnungen anläßlich der Pariser Ausstellung.) Seine Majestät der Kaiser hat anläßlich des Schluffes der Pariser Ausstellung nachstehende Auszeichnungen verliehen: Den Ausdruck der allerhöchsten Anerkennung: Dem Profeffor der technischen Hochschule in Brünn Eduard Donath, dem Sectionschef im Ruhestande Leo Ritter von Herz in Wien, dem Eisenbähn-Oberinspector des Ruhestandes ReMrungsrath Ignatz Wottiz in Wien, der Gesellschaft zum Betriebe des Holzhandels, der Zündhölzchen und Möbelfabrikation Jacob und Jolef K o h n in Wien, der Kleider-Etablissements-Firma Jacob Rothberger. Den Stern zum Comthurkreuze des Franz JosefiOrdeus: Dem Präsidenten der Handels- und Gewerbekammer in Brünn Julius Ritter von Gomperz. Das Comthurkreuz des Franz Josef-Ordens: Dem Präsidenten der Handels- und Gewerbekammer in Reichenberg Alois Neumann. Den Orden der Eisernen Krone dritter Classe, taxfrei: Dem Chefarchitekten des Generalcommissariates für die Weltausstellung Paris 1990, Baurath Ludwig B a u m a n n, dem Großgrundbesitzer Berthold Freiherrn Popper von P o d h r a g i m Wien, dem Kammermedailleur und Director der Graveurakademie Anton S ch ar ff, dem Fabriksbesitzer und Handelskammerrathe in Prag Josef S o b o t k a, dem Inhaber der Fabriksfirma Ignaz Spiro und Söhne in Krumau Emanuel Spiro. Das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens: dem kaiserl'. Rathe und Inhaber der Fabriksfirma „Weigatsdorfer mechanische Weberei" Ernst Ritter von B o s ch a n in Wien, dem Gesellschafter der Firma F. Fischer, chemische Productenfabrik in Unter-Laa, Max Fischer in Wien, dem Fabriksbesitzer, öffentlichen Gesellschafter der Rannersdorfer chemischen Productenfabrik und Chemiker in Wien Benedict M a r g ul i e s, dem kais. Rathe und Gesellschafter der Papier-Confectionsfirma D. R. Pollak und Söhne in Wien Friedrich Pollak, oem kaiserl. Rathe, Theer- und Dachpappefabrikanten und Inhaber der Firma „Erste österreichische Asphaltwerke in Wien" Naumann Schefftel, dem Vicepräsidenten der österreichischungarischen Handelskammer in Paris S. Walter. Den Titel eines kaiserl. Rathes, taxfrei: Dem Commercialrathe und Hof- Parquettenfabrikanten Alexander Engel von Janosi inWien, dem Hoflieferanten und Liqueurfabrikanten Jacob L i ch t w i tz in Troppau, dem Hofphotographen Josef Löwy in Wien, dem Director des bürgerlichen Brauhauses in Pilsen Leo Popper. Das goldene Verdienstkreuz mit der Krone: Dem Fabriksdirector der priv. Brünner Lederfabrik in Brünn Arnold G r ü n f e l d, dem Gesellschafter der Firma Karl und Joseph Kraus, Prag- Rudniker-Korbfabrikation Karl Kraus in Wien, dem Director der Kleider-Etablissementsfirma Jacob Rothberger in Wien, Philipp Neirath, dem Inhaber der Hof-Schilderfabriksfirma Alois Wmklcr & Co. in Wien Emil Winkler. Wien. S:hr geehrter Herr Redacteur! In der letzten Nummer ihres geschätzten Blattes veröffentlichen Sie ein angeblich aus orthodoxen Kreisen herrührendes Schreiben, welches mit dem Statutenentwurf der „Freien Bereinigung zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums" sich eingehend beschäftigt. Ich glaube nicht, daß Jemand so naiv sein könnte, hinter den Schreiber dieses Artikels einen orthodoxen Juden zu suchen. Schon der eine classische Ausruf, den sich der „Orthodox" darin leistet und der da lautet: „Dazu sollte unser Vorstand nie und nimmer seine Hand bieten" kennzeichnet den Schreiber als nichts weniger als einen orthodoxen Juden. In orthodoxen Kreisen herrscht gerade die entgegengesetzte Anschauung des Artikelschreibers, die religiöse Autonomie ist dasjenige, welches alle orthodoxen Juden Wiens als wünschenswerth erstreben. Das Gesetz kennt wohl blos eme Eultusgemeinde, jedoch lassen sich die Wünsche der orthodoxen Juden ganz gut im Rahmen des Gesetzes modificiren. Es braucht nur einigen guten Willen von Seite des Cultusvorstandes. dann könnte im beiderseitigen Uebereinkommen eine friedliche Lösung herbeigeführt werden. Genehmigen, Sie sehr geehrter Herr Redacteur, für die Veröffentlichung dieser Zeilen meinen verbindlichsten Dank, mit welchem ich zeichne hochachtungsvoll Wilhelm Morgenstern. Wien. Löbliche Redaction! Mit Genehmigung der hohen k. k. Statthalterei und nach vorher ergangener Zustimmung der löblichen Eultusgemeinde Wien hat sich ein neuer Verein in Wien gebildet, und zwar unter dem Namen Teülatb Haheorim, „Jugendandacht", welcher den Zweck verfolgt, für die Heranwachsende Jugend einen Gottesdienst einzuführen, zunächst für die hohen Feiertage, nachdem ein solcher Jugendgottesdienst bereits seit vielen Jahren an allen Samstagen in allen Tempeln Wiens abgehalten wird. Gerade aber an den Feiertagen und insbesondere am Neujahrs- und Versöhnungstage fehlte ein solcher Gottesdienst und war es für die Knaben sowohl als Mädchen geradezu unmöglich, an diesen Tagen ihre Andacht in zweckentspechenver Weise zu verrichten. Ueber Anregung des hohen