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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-03-01 · 9 (1.3.1901) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
9 (1.3.1901)
Date
1901-03-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 156 Dr. Blvch's WochensUzcrfr» Nr. 9 Elternpaare dem Brautpaare als nachahmenswerthes Ideal vorführte. Auch würdigte er die großen Verdienste des Brautoheims, des berühmten Gelehrten und Alterthumsforschers Herrn Salomon Bub er, die er sich um die jüdisch-rabbinische Literatur erworben hat. Den gesanglichen Theil versah Herr'Obercantor Kläger in trefflicher Weise. Wien. (Verlobung.) Fräulein Irma Tauski, Tochter des Herrn Adolf Tauski, Obmann des Bethausvereines, IH., Erdbergstraße 15, hat sich mit Herrn Samuel Kaufmann, Beamter des Wiener Bankvereines, verlobt. Wien-Floridsdorf. Der israelitische Frauen-Unterstützungsverein in Floridsdorf veranstaltet Donnerstag den 7. März im Prachtsaale des „Hotel Continental", Wien, II., Taborstraße, ein Wohlthätigkeitskränzchen. Beginn 9 Uhr. Enträe per Person K 3 —. Karten sind zu haben bei den Herren Eman. Grünwald. Ignaz Wodicka in Floridsdorf und im Cafe Productenbörse, Wien II., Taborstraße 10. Wien. Bon einem schweren Trauerfalle wurde der bekannte Rabbiner Herr Dr. Temple.r heimgesucht. Im Alter von 78 Jahren starb seine Mutter Frau Resel Templer geb. Landau in Wielitzka. Die Verblichene. Gattin des bedeutenden Talmudisten und Hebraisten Herr Markus Templer, war eine Enkelin des berühmten Kreisrabbiners Herrn Moses David Landau in Neu-Sandez und zeichnete sich durch wahre Frömmigkett und Herzensgüte aus. An ihrer Bahre trauert neben dem Dr. Templer noch ihr zweiter Sohn Herr Moritz Templer, Buchhalter beim Großindustriellen Herrn kaiserl. Rath I. S. Perlberger in Klasno. Maler David Kohn. Es wird den Lesern unseres Blattes gewiß erwünscht sein, Näheres über diesen Künstler zu wissen, dessen Werke im Künstlerhause in einer Weise vom Kaiser ausgezeichnet wurden, wie seit langer Zeit eine Auszeichnung einem Künstler nicht zutheil wurde. Nachdem der Kaiser eine Reche von Bildern besichtigt und seine Anerkennung wiederholt ausgesprochen hatte, blieb er vor den Zeichnungen Kohn's stehen, welche chm außerordentlich gefielen, und sprach die Worte „Der Künstler ist ein außerordentliches Talent". — Bei keinem der ausgestellten Werke that der Kaiser einen ähnlichen Ausspruch. Die Arbeiten Kohn's im Salon Hirschler wurden an dieser Stelle bereits ausführlich besprochen. Die im Künstlerhause ausgestellten Werke Kohn's sind die Portraits des Hofrathes Schauta und des Advocaten Dr. Goldschmidt, sowie zwei Studienköpfe, alte Juden darstellend. Kohn geht in seinen Röthelstudien einen ganz eigenen Weg, in seinen Röthel- und Schwarzstiftstudien prägt sich eine Individualität aus, wie dies nur bei Meistern ersten Ranges der Fall ist. In den Portratts verfolgt Kohn in erster Linie die frappante Aehnlichkett und oersteht es, wie selten Einer, in leichter unaufdringlicher Weise den ganzen Charakter in Form und Farbe wiederzugeben; er malt ohne Farbe und zeichnet so weich wie mit dem Pinsel. Kohn ist geborener Wiener, hat die Wiener und Münchener Akademien absolvirt und ist seit ungefähr 10 Jahren in Wien thätig, wo er auch eine Schule leitet, die einzige Privat-Schule, in welcher nur solche Damen Aufnahme finden, welche sich ganz der Kunst zu widmen beabsichtigen. Kohn hat früher Scenen aus dem jüdischen Leben gemalt, ist aber jetzt ausschließlich als Portraitist beschäftigt. Es dürfte den Lesern der Umstand nicht uninteressant sein, daß Kohn als gesetzestreuer Jude am Samstag nicht arbeitet. Umsomehr finden die Kaiserworte freudigen Wiederhall in den Herzen unserer Glaubensgenossen. Wien. (Regierungsrath M. Gallia.) Dem Director der Oesterreichischen Gasglühlicht- und Elektricitäts- Gesellschaft Herrn Moriz Gallia wurde vom Kaiser der Titel eines Regierungsrathes mit Nachsicht der Taxen verliehen. Diese Auszeichnung, welche eine Anerkennung für das gemeinnützige Wirken des verdienstvollen Mannes bildet, wird nicht verfehlen, in den wetten Kreisen, in denen sich Director Gallia allgemeiner Werthschätzung erfreut, auf das Angenehmste zu berühren.? W Wie». Der Brigittenauer israelitische Unter st ützungsverein, XL, Webergaffe 20, veranstaltet Dienstag den 5. März 1901, im Festsaale des Hotel „Baierischer Hof," ll., Taborstraße ein Costümkränzchen (Purim-Ball). Concert- und Ballmnsik von der k. u. k. Regiments-Capelle der Tiroler Kaiserjäger. Kein Costümzwang. Beginn 9 Uhr. Das gesammte Reinerträgniß fließt dem Brigittenauer israelitischen Unterstützungsvereine zu. Wien. (O r d e n s d e c o r a t i o n.) Se. Majestät der Kaiser hat dem Gesellschafter der Firma Jsaac Mautner und Sohn, Herrn Isidor Mautner, und dem Herrn Josef J e r us a l e m, Großindustrieller in Wien, das Ritterkreuz des Ordens der Eisernen Krone verliehen. ^Wien. Der Humanitär gesellige Verein „Zwanglos" zur Bekleidung armer Schulkinder in Wien veranstaltet Samstag den 2. März 1901 in den Prachtlocalitäten des Cursalons, I., Stadtpark, ein Costümkränzchen unter der Devise „Bunte Redoute". Musik des k. u. k. Infanterie-Regiments Freiherr v. Pürcker Nr. 25. Beginn 9 Uhr Abends. Einzelkarten ä K 3.—, Familienkarten (für 1 Herrn und 2 Damen) ä K 6.—. Dr. Emanuel Moldauer, Obmann-Stellvertreter (I., Kohlmeffergaffe 4), Julius Ehrlich, Obmann (II., Robertgaffe 2), Carl Deutsch, Cassiec (II., Große Mohrengasse 25). Wien. Der Todestag des großen Lehrers Moses ist alljährlich dem Angedenken der Dahingeschiedenen gewidmet, namentlich sind es die beiden hervorragend thätigen Körperschaften die „Chewra-Kadischa" und der „Verein für Krankenpflege und Unterstützung Handlungsangehöriger Israeliten", die diesen Erinnerungstag zur Abhaltung der Trauerfeierlichkeiten für ihre verstorbenen Vereinsgenossen benützen. - Montag Abends fand sich denn auch, der Einladung des erstaenannten Vereines Folge leistend, eine überaus zahlreich erschienene Versammlung im Stadttempel ein, um dem solennen Acte beizuwohnen, vor welchem aber das Gedächtniß des nunmehr in Gott ruhenden Herrn Julius Stern geehrt wurde, für den eine in diesem pietätvollen Sinne gestiftete, für immerwährende Zeiten zu Recht bestehende Vorschrift des Herrn Vicepräsidenten, Doctor Alfred Stern, geschaffen wurde. Die Feier wirkte tief ergreifend und gereicht dem edlen Bruder des Heimgegangenen zur besonderen Ehre. Nach dem Abendgebete wurde der verblichenen Mitglieder der „C h e w r a-K adischa" gedacht, und zwar durch eine tiefen Eindruck hervorrufende Rede des Herrn Oberrabbiners Dr. G ü d e m a n n, während der liturgische Theil durch Obercantor Singer und dem trefflich geschulten Chor zur vollsten Würdigung gelangte. Am Dienstag Abend fand die Gedächtnißfeier des zweitgenannten Vereines statt und auch diese Ceremonie wirkte erhebend auf die zahlreichen Mitglieder, die durch den Vorstand eine gute und allgemein anerkannte Vertretung haben; auch hier walteten die Functionäre in vollster Hingabe ihres Amtes. E. J. Wien. (Trauerandacht.) Am verflossenen Dienstag, 7. Adar, war die geräumige Synagoge des Beth-Hamidrasch-Vereines, „Talmud-Thora", II., Malzgasse 16, beim Abendgottesdienst außerordentlich stark besucht und bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Es galt der Trauerandacht, die zu Ehren der vier großen Todten, der jüngst verstorbenen S. W. Freiherr von Rothschild, Dr. Ludwig Ritter von Gutmann und der Rabbinen Fleißig, Wien, und Rabbiner Ullmann, Lackenbach, stattfinden sollte. Nach Beendigung des Minchagebetes bestieg Se. Ehrwürden Vereinsrabbiner M. Kramer die schwarz drapirte Kanzel, um den Dahingeschiedenen einen würdigen Hesped, einen tief empfundenen Nachruf zu halten. An die Bedeutung des Tages, des Todestages unseres großen Lehrers und Führers Moses, anknüpfend und eine Fülle von Midraschim und Talmudstellen definirend, glorificirte der Redner in seinem geistig durchdachten und formvollendeten Vortrage die mannigfachen Vorzüge und edlen Charaktereigenschaften jedes Einzelnen der Verblichenen, gleichzeitig auf die empfindliche Lücke hinweisend, welche deren frühes Hinscheiden im Judenthum zurückgelassen. Es war ein wahrhaft ergreifender Hesped, eine tief zu Herzen und zu Gemüthe gehende gedankentiefe Trauerrede, die sehr oft zu Thränen rührte und sicherlich bei der Zuhörerschaft eine nachhaltige und pietätvolle Erinnerung an die Betrauerten rege erhalten wird. Wien. (Excursion.) Der Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien besucht am Montag den 4. M ä r z a. c. um 7. 3 Uhr Nachmittags unter technischer Leitung: I. Das seit 3 Jahren durch besondere Neuheiten bereicherte „Hygienische Museum" für Gewerbe und Industrie I., Ebendorferstraße Nr. 6. II. Das „Jüdische M u s e u m" I., Rathhausstraße 13, welches besonders im letzten Jahre hochinteressante historische Stücke ausgenommen, unter Führung des Präsidenten Herrn Baurath Wilhelm Stiaßny. Zusammenkunft 2 Uhr im Cafä Medak („Künstlercafe") I., Franzensring 18. Damen und Gäste willkommen. Für die Vereinsleitung der Schriftführer Alfred Kisch, der Präsident 5. Brod. Wien. (Humanitäre Tischgesell sch aft zur Bekleidung armer alter Männer israelitischer Confession.) Am 5. März d. I., Abends 7,9 Uhr, findet a

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