Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 8 (22.2.1901)
- Date
- 1901-02-22
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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StUr 140 Vr. Blvch's Wochensn^lsu Nr. 8 das Lumpen-Quartett Therway das Publicum durch seine komischen Vorträge. Preise erhielten die Dameu Frl. Rottenstein (1 Preis eine goldene Damenuhr), Frl. Gisa Straßny (2. Preis eine silberne Damenuhr), Frl. Schuster (8. Preis ein goldenes Armband) Die Herren Förster, Wiplacha, Max Pöck, Geiduschek, Wickler, Sonnenfeld die drei Gruppenpreise wurden zuerkannt: 1. Preis 2000 Heller in Barem (2 Säcke ä 1000 Heller) dem Wildschützen und Förster, 2. Preis 1000 Heller der Automobilgruppe, 3. Preis 600 Heller der Brandlegerin und dem Nachtwächter. Lumpen-Ansichtskarten fanden reißenden Absatz, die Musik des Jnst.-Regts. Nr. 84 svielte unermüdlich bis in die. Morgenstunde; im Club-Cafe „Orient" wurde weiter gelumpt. Die Lumperei führt dem Bekleidungsfonde dieses Vereines ein nettes Sümmchen zu« Wien. Herr Jacob Eigner begeht am 23. d. M. seinen 80. Geburtstag. Herr Eigner sungirt seit dem Jahre 1880 als Borbeter bei den israelitischen Häftlingen im Strafhause des k. k. Landesgerichtes in Wien. Floridsdorf. Am Dienstag den 26. d. M. feiert der hiesige Chewra-Kadischa-Verein das Jubiläumsfest seines fünfundzwanzigjährigen Bestandes. Aus diesem Anlasse findet am Festtage Nachmittags 4 Uhr ein feierlicher Gottesdienst mit Festpredigt statt. Abends um 7 Uhr wird in der Restauration Jöchlinger ein Festbankett abgehalten werden. Linz. Am 10. d. M., halb 1 Uhr Nachmittags, fand hier die Trauung von Fräulein Leontine Friedmann, einer Enkelin des seligen Rabbinatsaffeffors an der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herrn Rabbiner Fleißig, mit dem Procuristen Herrn Sandor Hirsch statt. Der Vater der Braut, Herr Rabbiner Friedmann aus Linz, vollzog den Trauungsact. Liuz. (Todesfall.) Vergangene Woche verschied hier ganz unerwartet nach viertägigem Krankenlager Herr Jonas Treichlinger im 67. Lebensjahre. Der Verblichene kam beretts im Jahre 1857 als schlichter Handwerksbursche nach Linz und ließ sich daselbst als Damenschneider nieder; er war damals der siebente Jude in Linz. Durch seinen offenen und biederen Charakter, durch Fleiß und Geschicklichkeit verstand er es, sich die größten Sympathien bei Christen und Juden zu erwerben und erfreute sich auch allseittg der besten Achtung und Werthschätzung. Sern warmfühlendes Herz fürs Judenthum, sein frommer Zinn, sein reges Interesse für Gemeindeangelegenheiten bewirkten es, daß er bereits im Jahre 1876 in die Repräsentanz der hiesigen Cllltusgemeinde gewält wurde. Beinahe ebensolang war er Vorstandsmitglied der 0ti6>vra-Lacki8elig. und bekleidete durch eine Reihe von Jahren das Amt eines zweiten Tempelvorstehers. Er war auch einer der eiftigsten Besucher unseres Gotteshauses. Ms hier das Armenwesen geregelt und ein Armeninstitut ins Lebens gerufen wurde, wählte man Herrn Jonas Treichlinger zum Obmanne desselben und wahrlich, man hatte keine bessere Wahl treffen können, denn er besaß ein mitleidiges Herz für die Armen und führte das Armenwesen mit einer Gewissenhaftigkeit, daß man staunen mußte und seine Menschenkenntnis war gar oft zu bewundern. Neun Monate vor seinem Tode wurde ihm se ne fromme und biedere Gattin entrissen. Welch großer Sympathie sich der Dahingeschiedene erfreute, hievon legte auch, die überaus große Betheiligung aus allm Schichten der jüdischen und christlichen Bevölkerung am Leichenbegängnisse Zeugniß ab. Am Friedhof hielt Herr Rabbiner Friedmann eine tiefempfundene Rede, worin er das Leben und Wirken des Dahingeschiedenen in äußerst beredten Worten schilderte. An der Bahre trauert der einzige Sohn, Herr Jakob Treichlinger, Director eines großen Bankinstitutes. Pohrlitz, 10. Februar. Der festlich geschmückte »Saal der hiesigen Volksschule war anläßlich der stattfindenden Abschiedsfeier zu Ehren des nach 40jähriger Lehrthätigkeit in den Ruhestand tretenden Oberlehrers dieser Sch ule Herrn Jakob Kriwacek schon vor der festgesetzten Stunde mit Gästen überfüllt. Vertreter der Schulen, ehemalige Schüler und Schülerinnen waren zahlreich erschienen, um dem Feste beizuwohnen, und als um 10 Uhr der Jubilar mit seiner Familie erschien, da begrüßte herzlicher und inniger Beifall den allseits geliebten und geachteten Lehrer. Die Schuljugend stimmte einen feierlichen Begrüßungschor an und aus den Kehlen dieser jungen Sänger und Sängerinnen drang der liebe und reine Kinderton, der solchen Festen immer einen weihevollen Glanz verleiht. Hierauf kennzeichnete der derzeitige Schulleiter Herr Lehrer Moriz Bader in schwungvollen Worten das Wirken und Streben seines Collegen. Er schilderte dessen unermüdliches, pflichteifriges Bemühen, das jederzeit, selbst unter den schwersten Verhältnissen stets erfolgreich war und durch ehrende und auszeichnende Anerkennungen seitens der Schulbehörde immer gewürdigt wurde. Der Obmann des Ortsschulrathes Herr Moritz S. Schnabl, dessen formvollendete Rede durch die Schönheit ihres Inhaltes, durch die Herzlichkeit ihrer Worte auf Alle einen gewaltigen Eindruck übte, sprach von dem edlen und schönen Wirken des nun Scheidenden und hob hervor, daß nicht nur die Länge der Zeit allein, die Art und Weise, wie der Gefeierte seinen großen und schweren Pflichten nachkam, den allergrößten Dank verdiene. Herr Bürgermeister Heinrich E l l i n g e r entwarf in schönen Worten ein Bild des treuen und friedliebenden Bürgers, der stets eine Zierde der Gemeinde gewesen, und Cultusvorsteher Herr Moriz Schweinberg sprach den Dank dafür aus, daß der Jubilar, stets getreu der „Bondi'schen Tradition", den hebräischen Unterricht geleitet. Als Anerkennung für sein langjähriges Wirken überreichte er das Geschenk der Stadt- und Cultusgemeinde, einen prachtvollen, großen silbernen Pocal, der in geschmackvoller Cassette ruhte. Im Schilde des schönen Geschenkes standen die Worte: „Unserem hochverehrten Oberlehrer Herrn Jakob Kriwacek nach Beendigung einer 40jährigen verdienstvollen Lehrthätigkeit in dankbarer Eiinnerung gewidmet von der Stadt- und Cultusgemeinde." An diese Reden, denen anhaltender und reicher Beifall folgte, schloß sich, nachdem von ehemaligen Schülerinnen ein schön gearbeiteter Gobelinteppich übergeben wurde, eine Reihe von Declamationen und Liedern der Schulkinder. Frau Moritz S. Schnabl hatte mit Meisterschaft die schönen Gesänge der Kleinen auf dem Piano begleitet, die von dem derzeitigen Schulleiter Herrn Lehrer Moritz Bader mit fein musikalischen Empfinden einstudirt und geleitet wurden. Hierauf dankte Herr Oberlehrer Kriwacek in herzlichen und rührenden Worten den Vertretern der Gemeinde für das Wohlwollen, das ihm und der Schule stets geschenkt wurde, sowie für die ihm erwiesenen Ehren, dann wendete er sich an die Schuljugend, nahm Abschied von ihr und überreichte jedem Kinde eine nette Bonbonniäre als „süße Erinnerung". Mit der Absingung der Volkshymne nahm die glänzende Feier ihren Abschluß. E. Sch. Patzau. Allen wohlthätigen Vereinen, sowie allen edlen Spendern, welche zufolge des Hilferufes in Nr. 6 dieses Blattes Beiträge zur Linderung der Noth für die unglückliche Familie sandten, sowie der verehrlichen Redaction selbst sei hiem t wärmstens Dank gesagt. Die Sammlung ergab die stattliche Summe von 262 X 43 h, welche ihrer Bestimmung zweckdienlichst zugeführt werden. Rabbinat Patzau, 18. Februar 1901. Olruüh. Bei der Wahl im dritten Wahlkörper der hiesigen Cnltusgemeinde wurden gewählt: Jonas Fischer, Moritz Gärtner, Leopold Groag, Siegfried Herz, Karl Kaufmann, Josef Loew und I. B. Löwy. Im 2. Wahlkörper: Dr. S. Baderle, JUDr. Jacob Eben, Prof. Dr. Eduard Frank, lllvr. "Berthold Gams, Jacob Kirschuer, Carl Schreiber, Eduard Thaussig und Ignatz Zweig. Im 1. Wahlkörper: Salomon Czeczowiczka, Friedrich Fischt, Moritz Fischer, Josef Groäk, Bernhard Kaufmann, Max Z a i t s ch e k, Siegmund Zweig und Heinrich Winter. Essegg. Bei der unter dem Vorsitze der Präsidentin Therese Obersohn bei überaus zahlreicher Betheiligung der Mitglieder abgehaltenen diesjährigen Generalversammlung des Unterstädter israelitischen Frau<mvereines wurde nach Verlesung des Jahresberichtes und Vermögens-Ausweises, welcher ein Vermögen von K 5582 56 und einen Mädchen-Ausstattungs-Fond von K 424'82 ausweist, zur Neuwahl geschritten. Dieselbe hatte nachstehendes Resultat: Zur Präsidentin wurde Frau Therese O b e r s o h n zur Vicepräsidentin Frau Rosa Kiss; in das Comitß die Frauen Fanny Weiß jun., Rosalie Kraus, Eugenie Hirschfeld, Therese Kellner, Rosa Weltmann, Therese K o h n und Cäcilie R e i n i tz; zum Cassier Herr Herrmann und zum Secretär Herr Ludwig Hirschfeld gewählt. Die bisherigen Unterstützungen wurden auch für weiter bewilligt. Friede!. Der Landespräsident von Schlesien hat im Einvernehmen mit dem schlesischen Landesausschusse den Rabbiner Dr. Juda Bergmann in Friede! als Religionslehrer der israelitischen Glaubensgenossenschaft zum Mitgliede des k. k. Bezirksschulrathes in Friede! für dessen restliche Functionsperiode ernannt. Floridsdorf. Samstag den 9. d. M. fand das Lehrer-Jubiläum des verdienstvollen Volksschullehrers Herrn Adolf Ehrenfest statt. Der Jubilar empfing eine große Anzahl Gratulationen seitens seiner Verehrer und Schüler. Der Herr k. k. Bezirks-Schulinspector