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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-02-22 · 8 (22.2.1901) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
8 (22.2.1901)
Date
1901-02-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Rr. 8 Dr. Vloch's Wochenschrift. Sette 189 schreiben des Präsidenten der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herrn kaiserl. Rath Heinrich Klinger, worauf Herr Vorsteher Salo Cohn, der sich um die Veranstaltung der Feier besonders bemühte, das reichlich beschenkte Jubelpaar in einer Ansprache beglückwünschte. Zum Schluffe wurden sämmtliche Insassen auf Kosten des Herrn Salo Cohn festlich bewirthet. Wien. Der israelitische Kranken- Unterstützungsverein für den IV. und V. Bezirk veranstaltet Dienstag den 26. Februar 1901 im Saale der Restauration des Herrn Leo Diamant, V., Margarethenplatz 7, anläßlich der Feier seines 40jährigen Bestandes. ein Fest-Bankett. L. B. Wien. (Trauung.) Sonntag den 17. d. M. fand im Leoyoldstädter Tempel die Trauung des Großhandlungs- Haus-ProeuristenHerrnAugustBreuner mitFrlsGisela Winter, Nichte des Cultusvorstehers Herrn Julius W o l f, statt. Das schöne Gotteshaus war in allen seinen Räumen von Verwandten, Freunden und Verehrern der geachteten Familien des Brautpaares gefüllt. Rabbiner Dr. Schmied! hielt eine warm em-» pfundene Ansprache an das Brautpaar. Obercantor Guttmann besorgte den gesanglichen Theil der Feier und wirkte mit seiner klangvollen Stimme erhebend und Andacht erregend. Wien. (Leopoldstädter Bethausverein „Montefiore".) Dienstag den 26. Februar l. I. (7. Adar), bx/2 Uhr Abends, wird Seiner Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. M. Rosenfeld eine Trauerrede nach dem verblichenen Herrn Wilhelm FreiherrvonRothschildin unserem Bethause (II.. Taborstraße 38) halten. Unter Einem findet die Gedächtnißfeier für die verstorbenen Mitglieder dieses Vereines und jene des Allgemeinen Kranken- und Unterstützungs-Vereines „Monttfiore" statt. Wien. (Frauen-Wohlthätigkeitsverein für Wieden und Margarethen.) Dieser überaus humanitäre Verein, durch welchen, wie alljährlich, auch im heurigen Winter mehr als 60 Kinder mit vollständiger Winterkleidung beschenkt wurden, veranstaltet am 28. Februar im Ronacher- Ball-Saale eine Wohlthätigkeits-Akademie mit darauffolgendem Tanzkränzchen. Die Ballmusik besorgt die Capelle C. W. D r cs ch e r, die Tänze leitet Prof. Ed. R a b e u st e i» e r. Erfreute sich das „Margarethener-Kränzchen" seit mehr als 20 Jahre eines großen Zuspruches, so wurde durch den Versuch, im Vorjahre eine Akademie hervorragender Kunstkräfte zu arrangiren, ein äußerst glücklicher Griff gethan. Ein sehr gewähltes Akademie- Programm von ersten Künstlerinnen und Künstlern, sowie das rührige Damen- und Herren-Comit« werden auch heuer zum Gelingen beitragen und ein hübsches Sümmchen dem wohlthätigen Zwecke zur Verfügung stellen. Wien. Der Mariahilfer Frauen-Wohlthätigkeitsverein veranstaltet Samstag den 23. Februar l. I. im Hotel ^Continental" II., Taborstraße, wie alljährlich, sein Kränzchen, dessen Erträgniß den Wohlfahrtseinrichtungen des Vereines gewidmet ist. Der Abend war immer der Sammelpunkt der besten bürgerlichen Gesellschaft, und auch heuer wird demselben ein außerordentliches Interesse entgegengebracht. Wien. Am 24. Februar l. I. hält der israelitische Frauen- Wohlthätigkeitsverein des VIH. Bezirkes seine Generaversammlung ab, und zwar im „Hotel de France", I., Schottenring, wozu die verehrlichen Mitglieder höflichst eingeladen werden, und wird um zahlreiches Erscheinen ersucht. Gleichzeitig machen wir die Mittheilung, daß in der letzten Sitzung der Beschluß gefaßt wurde, ein Kränzchen abzuhalten, welches am 24. März im Ronacher- Saale stattfinden wird; es sind schon zahlreiche Beitrittserklärungen zum Comite ergangen, und wird dieses Fest wie alljährlich ein recht gelungenes werden. Wien. (Verein der Kinderfreunde zur Bekleidung armer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk, Wien, XVI., Hubergasse 8.) Dieser humanitäre Verein hielt am 31. Jänner d. I. seine zwanzigste Generalversammlung ab, in welcher den Mitgliedern mitgetheilt wurde, daß nach den geänderten, von der hohen k. k. Statthalterei genehmigten Statuten, wonach nur arme jüdische Schulkinder unterstützt werden, im letzten Jahre 147 Kinder mit vollständigen Winterkleidern, Wäsche und Schuhen mit einem Kostenaufwande von 3300 K bekleidet wurden. — Der langjährige Obmann, Herr Albert Hohenberg, lehnte wegen seiner Uebersiedlung vom XVII. in den IX. Bezirk eine Wiederwahl ab, wurde jedoch trotzdem einstimmig wieder zum Obmann gewählt. — Rebstdem die Herren Siegmund Weiler zum Obmannstellvertreter, Max F e i g e l zum Cassier, Al. G o l d b l a t t als Schriftführer, Dr. Alfons Cohn und Dr. I. D e u t s ch als Revisoren, Samuel Fischer, Hermann K o h n, Joses Weiß wieder- und die Herren Adolf Hahn, Dr. Alois Hauser, Js. Berkovits und Leopold Deutsch in die Vereinsleitung neugewählt. — Der Verein veranstaltet am Dienstag den 5. März d. I. in G. Gschwandner's Saallocalitäten, XVII., Hauptstraße 41, ein Costüme-Kränzchen, dem in Anbetracht des humanen Zweckes ein besonderer Erfolg gewünscht werden kann. Wien. Der „Israelitische Humanitätsverein für den zehnten Gemeindebezirk Wiens" veranstaltet wie alljährlich einen Wohlthätigkeitsball, deffen Reinerträgniß den Humanitären Bestrebungen des Vereines zugeführt werden soll. In Anbetracht des Humanitären Zweckes und mit Rücksicht auf die tatsächlich große Rothlage der in diesem Bezirke zahlreich wohnenden armen Familien, ist das Unternehmen zur Unterstützung wärmstens zu empfehlen. Für das Ballcomits: Für die Vereinsleitung: Jacob Weiser, Em. S ch i d r o w i tz> X., Gellertgasse 20. X., Leebgaffe 56. Wien. Samstag den 23. d. M. findet im großen israelitischen Tempel der Leopoldstadt die Bar Mizwa-Feier von dem jüngsten Sohne des Herrn D. Meitner (III. Ob. Weißgärber) — Julius Meitner — statt. Wien. (Todesfall.) Eine der geachtetsten und angesehensten Familien der Wiener Judenschaft hat einen schweren Verlust erlitten. Frau Sofie Landau, geb. Wachsmann, die Gattin des allgemein geachteten Banquieurs Herrn Salo Landau, ist am 19. Februar l. I. nach langem, schweren Leiden in einen sanften Tod eingeschlummert. Die Heimgegangene, eine Perle ihres Geschlechtes, entstammte einer angesehenen jüdischen Familie und war wegen ihrer Herzenstugenden, wegen ihrer ungeheuchelten Frömmigkeit, ihres unerschütterlichen Gottvertrauens und ihres humanen, menschenfreundlichen Sinnes allgemein verehrt. Das Haus, welches sie führte, war ein echt jüdisches, gastfreundliches, welches auch den Armen von Rah und Fern gut bekannt war. Man wußte, daß Frau Sofie Landau ein gutes jüdisches Herz besitzt, jederzeit hilfsbereit, mildthätig und theilnahmsvoll, die nicht blos in unsagbarer Zärtlichkeit an dem verehrten Gatten und an den innigstgeliebten Kindern hing, sondern auch für jeden Rothleidenden gerne hilfsbereit sich zeigte. Sie repräsentirte die Tradition der alten FamilieLandau, welche dem Judenthume eine große Zahl hervorragender Rabbinen und großer Gelehrter geschenkt hat, in der würdigsten Weise. Die Armen und Rothleidenden unserer Gemeinde verlieren in ihr eine barmherzige und fürsorgliche Beschützerin. Mittwoch den 20. d. M., Borm., fand die Beerdigung unter ungemeiner Theilnahme aus allen Kreisen der Wiener Judenschaft statt. Das Trauerhaus, Ferstelgaffe 4, konnte die Zahl der Trauergäste, welche erschienen waren, das Andenken der edlen Frau zu ehren, kaum fassen. Man sah Männer der Finanz, der Literatur, Vertreter der Cultusgemeinde, der Chewra-Kadischa. zahlreiche Vorsteher der verschiedensten Tempel- und Humanitären Vereine, rc. rc. Herr Obercantor Scharr executirte die Trauerpsalmen und Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann widmete der Heimgegangenen einen würdigen Nachruf. Friede ihrer Asche! Wien-Währing. Der Vorstand der Okkrvra-Xaäisetrs. im 18. Bezirk veranstaltet am Vorabend des 7. Adar, d. i. an« 25. Februar 1901, um 7*6 Uhr Abends, im Gemeindetempel, Schopenhauerstraße 39, eine Seelenandacht für die feit dem Jahre 1881 verstorbenen Mitglieder. Wien. (Er st er Leopold st ädter Lumpenball.) Daß es ein glücklicher Gedanke war, den der humanitäre Geselligkeitsverein „Rudolfsbund" hatte, den ersten Leopoldstädter Lumpenball zu arrangiren, das bewies der massenhafte Besuch, den dieses Fest aufwies. Schon lange vor Beginn des Festes mußte die Abendcaffa gesperrt wkrden, da der Saal kaum die eingelassenen Personen fassen konnte. Ein Wogen und Lärmen erfüllte den Saal, unwillkürlich griff man öfter nach Uhr und Kette, um zu sehen, ob sie noch da seien — die unverfälschtesten Lumpentypen erfüllten den Saal — die ausgelassenste Lustigkeit - echte Faschingslaune — herrschte, ohne daß die ihres Amtes streng waltenden Ordner auch nur einmal ihre Function ausüben mußten. Der vom Tanzarrangenr Gottfried Weiß zusammengestellte Lumpenzug entfesselte Lach- und Beifallssturm, wie sie der „Baierische Hof" wohl kaum je erlebte. Voran fuhr ein Radfahrer im Jahre 2000 (Gustav Pollak), welchem das musikalische Lumpen-Quartett Therway vom Kaiser Jubiläums-Theater folgte, sodann folgten die verkrachten Sportsleute in einem Automobil (18 Personen unter Führung des Herrn Leppa), ein „gefährlicher Raubschütze" beladen mit einem Hirschen, Hasen und Geflügel (Herr Hausmann), gefesselt geführt von einem Förster (Herr Wiplacha), eine „Brandlegerin und Kräutersammlerin" (Frl. Kribala) geführt von einem Nachtwächter (Herr Ant. Hofer), „Krach 1873" (Herr M. Pöck), unzählige Gruppen und Einzeltypen, als: Blumenmädchen, „Schöne Otero". Bnrgmufikbegleiter, Draschefeld-Gigerln rc. rc. Während der Ruhepause erheilerre

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