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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-02-08 · 6 (8.2.1901) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
6 (8.2.1901)
Date
1901-02-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 6 Ar. Vloch's Wochen schein. Sette 107 hatt.', seufzte Resel auf und es erschien ihm rauh, — der Nachmittag verging — David trocknete sich das Gesicht und dachte, daß er noch nie so geschwitzt habe — nicht einmal in großer Bedrängniß. Resel . hatte ihr Taschentuch ganz znsammengedreht, die Schatten wurden lang, als ein Kind, an einem Kuchen kauend, vorbeilief und Dovid eine Eingebung hatte. Das war das Richtige! Persönlich und doch nicht unzart, zärtlich und doch nicht aufdringlich, höflich und doch nicht schmeichlerisch. Er räusperte sich, wurde blaß und sagte mit hohler Stimme: „Mein Vater sagt, daß Du sehr gute Küchel machst." „Wehe!" schrie es in Resel's Herzen, „was für ein Mensch ist das denn? Ec denkt an nichts als an das Essen." (Fortsetzung folgt.) literatur. Jahrbuch *) der israelitischen ungarischen Literatur-Gesellschaft. Redigirt von Dr. Josef Banüczi, 1901, Budapest Lampel R. (F. Wodianer u. Sohn), k. u. k. Hofbuchhaudlung. Vorige Woche versendete die Leitung der israelitischen ungarischen Literatur-Gesellschaft an ihre Mitglieder die aus zwei werthvollen Werken bestehende Jahresgabe. Das eine derselben: Die Geschichte der Juden in Budapest von dem rühmlichst bekannten jungen Geschichtsforscher Rabbiner Dr. Alexander Büchler (Keszthely), hat diese geschätzte Zeitschrift den Lesern zum Theile auszugsweise bereits vorgeführt. Das andere, der siebente Band der Jahrbücher, enthält folgende interessante Beiträge: Professor. Dr. Bernhard Heller, Budapest, Huldigung all den Dichter Vörösmasty, anläßlich der Centemiarfeier seines Geburtstages; Seminar - Professor Dr. Wilhelm Bacher (Budapest): Jüdische Märtyrer im christlichen Ka ender; Professor Tr. Karl Gebestyöu (Budapest)' Auf deni Schiffe (Gedicht); Rabbiner Dr. Moriz Beck (Bukarest): Die gegenwärtige Lage der Inden in Rumänien; Dr. Adolf Ag ai «.Budapest): Ans einem alten Tagebuche; Dr. Anton R a d ö (Budapest): Aus dem „Saul" des italienischen Dramatikers Alfieri (Poetische Uebersetzung); Rabbiner Doctor Leopold Goldschmied (Pr ßnitz): Ter jüdische Styl; Rabbiner Dr. Eduard N e u m a n n (Kanizsa): Nietzsche und das Judenthum; Rabbiner Dr. Armin Kecskemets (Makö): Die Minäer; Ladislaus K ä l m ä n (Budapest): Mozes (Gedicht); Elsa Weiß (Budapest) : Die ersten Schwalben; Professor Heinrich L e n k e i (Budapest) : Erinnerllng (Gedicht); Bürgerschullehrer . Bernhard Dt andl (Budapest): Das Unterrichtsweseu der ungarischen Juden unter Kaiser Josef II.; Max B r 6 d i (Budapest): Freitag Abend (Gedicht); Rabbiner Dr. Mathias Eisler (Klausenburg): Tie Oberrabbiner Siebenbürgens; Rabbiner Dr. Moriz Klein (Groß-Becskerek): Zwei Gedichte; Rabbiner Dr. Arnold K i ß (Veßprem): Hermann und Rebekka; Josef Szentmiklüsi: Von meiner Großmutter (Gedicht); Rabbiner Dr. Alexander Rosenberg (Arad): Die biblische und die griechische Schöpfungssage; Rabbiner Dr. Bela V a z d a (Losoncz): Der Tod des jüdischen Königs Agrippa; Doctor Feleki S a n d o r (Budapest): Der letzte Augenblick; Rabbiner Doctor Kayserling M. (Budapest): Luzzato und die ungarischen jüdischen Gelehrten: Univ.-Prof. Dr. Bernhard Alexander (Budapest): Der Kaufmann von Venedig. Hierauf erfolgen interessante Berichte über Vereinsangelegenheiten, über die wir einmal in einem besonderen Artikel referiren werden. Das ganze — heuer um einige Bogen verstärkte — Werk mit seinem gediegenen Inhalte und seiner feinen Ausstattung legt glänzendes Zeugniß ab von dem vornehmen literarischen Geschmack des als Literat rühmlichst bekannten Akademikers und israelitischen Lehrerseminar-Directors Dr. Josef Banüczi. Wir hatten wiederholt Gelegenheit genommen, ein bedeutendes Werk des bekannten Schriftstellers Dr. Adolph Kohut „Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Culturgeschichte der Menschheit" (Leipzig, A. H. Payne) mit Freuden zu begrüßen. Der Verfasser beabsichtigt, darin zu zeigen, wie groß die Culturarbeit war, welche die Juden und die dem jüdischen Stamme entsprossenen Männer bereits vollbracht haben In den uns vorliegenden ersten vier Heften dieses Werkes werden in populärer fesselnder Weise die bedeutendsten Tonkünstler und Virtuosen dargestellt. Ueber ausführlichen Biographien und Charakteristiken von Halevy, Goldmark, Mendelssohn-Bartholdy, Meyerbeer, Offenbach, von Ernst. Grün, Hauser, Joachim, von Sulzer, und Lewandowski und anderen lernen wir eine große Anzahl weniger bekannte Geiger, Pianisten, Capellmeister, Cantoren, Opern- und Concertsänger kennen. Dieses ebenso belehrende wie unterhaltende Werk, das mit den Porträts und Facsimiles der Künstler versehen und ganz vorzüglich ausgestattet ist, wird Allen, welche sich für Kunst- und Culturgeschichte interessiren. besonders aber unseren Glaubensgenoffen, aufs Wärmste empfohlen. Briefkasten. .H. K. Angefragtes Werk ist wohl vergriffen. Wir sind jedoch in der Lage, Ihnen gegen Einsendung von 1 Krone ein Exemplar durch besondere Gefälligkeit eines Verwandten des Verfassers zu besorgen. I. W-g. Es ist kein Scherz und keine Legende, sondern eine gerichtsorduungsmäßig festgestellte Thatsache, daß die Gattin Schönerer's jüdischer Abstammung ist, somit also auch in den Adern der^Kinder Schönerer's jüdisches Blut fließt. In dem Leibblatte Schönerer's, den „Unverfälschten Deutschen Worten", wird darüber natürlich geschwiegen, aber im „Deutschen Volksblatte" ist die Angelegenheit schon öfter berührt worden. Herr Vergani hat sogar wiederholt in seinem Briefkasten Notizen veröffentlicht, in welchen auch deutliche Anspielungen auf die jüdische A b st a mmung Schönere r's gemacht wurden. I. M r. Herr S t r o b a ch hat durch seine Berichtigungen nur das Eine erreicht, daß man jetzt ganz genau und authentisch weiß, welch' Hobes Einkommen eine geistige Null dank ihrer antisemitischen Gesinnung in Wien erreichen kann. „Nisi". Die Christlich-Socialen hätten es dem Baron D i p a u l i sicherlich viel höher angerechnet, wenn dieser anstatt auf die Empfehlungen zweier Erzbischöfe auf ein Wohlverhaltungszeugniß von Seiten des Herrn Ernst Schneider hätte Hinweisen können. Nemo. Das „Deutsche Volksblatt" ist vor etwa zwei Jahren das Opfer eines beispiellosen Aufsitzers geworden, indem es einen Artikel veröffentlichte, in welchem m der treuherzigsten Weise auseinandergesetzt wurde, daß Goethe im Mephistopheles die — Juden geißeln wollte. 4l. W. Ter Scherz, daß Graf Taaffe, den man den „Vater des Antisemitismus" in Oesterreich nannte, jetzt der Schwiegervater von Juden geworden sei, ist vor einiger Zeit bereits an dieser Stelle verzeichnet gewesen. I. L—g Der antisemitische Chefarzt, welcher nach dem Tode des Baron Mundy eine Zeitlang an der Spitze der „Freiwilligen Rettungsgesellschaft" stand, mußte von seinem Platze weichen, als die scandalöse Art, in welcher er einerseits seinen Gesinnungen Ausdruck verlieh und andererseits Convertiten zu niachen suchte, in die Oeffentlichkeit gelangte. Das war eine glücklicherweise vorübergehende Episode in der rühmlichen Geschichte dieser echt Humanitären Institution. Dr. W. H. Das „arische" Rettungscorps hätte niemals zu Stande kommen können, wenn sich nicht Aerzte gefundell hätten, die confessionelle Unterschiede in der Wissenschaft und in der Humanität construiren wollten. Wohin diese antisemitische Auffassung führt, das zeigte wohl der schmachvolle Zusammenbruch dieser Institution. B. L. (II. B.) K. H. W o l f. der Herausgeber der „Ostdeutschen Rundschau", welcher sich lieber die Hand abhauen lassen will, bevor er sich von Schönerer lossagt, beweist jedenfalls, daß ihm der Liberalismus nie so theuer war als die Person Schönerer's. Vom Liberalismus, den Wolf einst leidenschaftlich vertrat, ist er nämlich abgefallen, ohne daß man ihm die Hand abhauen mußte. I. B. Bald nachdem Königin Victoria den Thron bestiegen, wurde Montefiore Lord-Mayor von London. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnrmrntsgrdühr im Rückstände find, die zur Einhrbung drrsrlden von uns versendeten Postanflräge grMüigst tzonoriren ru wollen Die Administration. Ettel Giitdfchnndi'fche Stiftung für Mittelschulschüler. Vom Vorstande der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde wird hiemit zur Kenntniß gebracht, daß für das laufende Schuljahr drei Ettel Gotdichmidt'sche Stipendien h K 100 an mittellose Gymnasialschüler israelitischer Confession zu verleihen sind. Die Bewerber um diese Stipendien haben ihre Gesuche mit Zeugnissen über ausgezeichneten Studienfortgang und einem Mittellosigkcitszeugnifse zu versehen und bis 28. Februar d. I., im Einreichungs-Protokolle der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock) zu überreichen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. Vater- und mutterlose Knaben, ebenso Verwandte des Stifters Herrn Moriz Ritter v. Goldschmidt oder seiner Gattin Nanette geb. Landauer erhalten den Vorzug. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Wien, 15. Jänner 1901. Evkönyv. Kiaclja az izr. magyar irodalmi tärsulat. Szerkeszti Banüczi Jüzsef 1900, Budapest, Lampel R. (Wodianer E. es fiai). Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde.

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