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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-02-08 · 6 (8.2.1901) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
6 (8.2.1901)
Date
1901-02-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 104 Dr«. Vlvrtz^s MochensttzrM Nr. 6 Am folgenden Sonnabend kam die Trauer würdig und voll zum Ausdruck. Zwar darf man am Sabbath nicht trauern, aber die Besucherinnen der Frauengalerien der Synagogen, welche sonst in bunten Toiletten von schreiendsten Farben prangten, fühlten diesmal, daß heute nur Schwarz getragen werden mußte, und die „weibersche Schul", die sonst in allen Farben des Regenbogens schillerte, erschien am letzten Sonnabend durchaus im ernsten Schwarz. Unten bemühte sich Reb Schmuel Halman, sowie der Kowner Maggid und alle übrigen Jargonredner ihrer aufhorchenden Zuhörerschaft die Tugenden der Königin zu schildern und den Weinenden die tröstende Versicherung zu geben, daß König Eduard Vtl. zu den Juden ebenso gut sein werde, wie seine gute selige Mutter. Philadelphia, 26. December. In dem Vorlesesaale des Witherspoon Gebäudes eröffnete heute Vormittags um 11 Uhr die Amerikanische Jüdisch-Historische Gesellschaft bei guter Betheiligung der Mitglieder ihre neunte Jahresversammlung unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Charles Adler. Herr M. I. Köhler von New-Aork wurde zum temporären Secretär erwählt. Laut Bericht des Schatzmeisters. Professor Richard Gottheil von der Columbia Universität in New-Jork, betrugen die Einnahmen für das Jahr Dollars 258*445 und die Ausgaben, hauptsächlich für Jndrucklegung historischerAbhandlungen. Dollars 1362*88, so daß Dollar 1221.17 in Cafse verbleiben. Außerdem hat die Gesellschaft ein angelegtes Capital von Dollars 1234*18. Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig 227, eine Zunahme von neun während des verflossenen Jahres. „Die erste jüdische Niederlassung in Lancaster, Pa.", war das Thema eines Vortrages des Herrn Henry Necarfulmer von New-Aork,-Rev. Dr. Berkowitz von der hiesigen Roeph Sholom Gemeinde gab eine interessante Schilderung der ersten Jahre dieser Gemeinde, -die vorige Woche ihr Centennial feierte. Es wurden ferner Vorträge gehalten von den Herren I. D. Eisenstein, Professor Richard Gottheil, Leon Hühner, John Jacobs, Max I. Köhler und Rev. George A. Kohut, alle von New-Jork. Sorget für Euer Heimatsrecht! Für alle Glaubensgenossen und deren Kinder ist es von höchster Wichtigkeit, daß sie auf Grund des am 1. Jänner 1901 in Wirksamkeit getretenen neuen Heimatsgesetzes ihr Heimatsrecht so rasch als möglich in Ordnung bringen. (Namentlich gilt dies von Jenen, deren ungarische Staatsbürgerschaft auf Grund eines mehr als zehnjährigen Aufenthaltes in Oesterreich erloschen ist.) Das Rechtssckutzbureau der „Oesterreichisch- Jsraelitischen Union", IX., Berggafse 20, (Bureaustunden: 10—12, 3—6) ist bereit, Jedermann diesbezüglich mit Rath und That an die Hand zu gehen und die erforderlichen Schritte einzuleiten. Wien. (Jüdisches Museum.) Der Besuch an den beiden Feiertagen (2. und 3. Februar) war ein so masienhafter, daß das Curatorium sich entschloffen hat, über allgemeinen Wunsch und mtt Zustimmung des Jubilars die Ehrengeschenke, welche Herr Rabbiner Dr. Schmiedl anläßlich seines 80. Geburtstages erhalten hat, noch kommenden Samstag von 11—1 Uhr Vormittags im Museum zur öffentlichen Ausstellung zu bringen. Wie«. (Oesterreichisch Israelitische Union.) Samstag den 9. d. M. präcise 728 Uhr findet in Khuner's Restaurant, I., Adlergaffe 6, eine Bereinsversammlung statt, in welcher Herr Reichsraths- und Landtagsabgeordneter Dr. Julius Ofner einen Bortrag unter dem Titel: „Nach den Wahlen" halten wird. Gäste, auch Damen, willkommen. — Samstag den 16. d. M. wird Herr Rabbiner Dr. Israel Tag licht in demselben Vereine einen Vortrag: „Die ältesten jüdischen Volksschulen", halten, auf den wir heute schon aufmerksam machen. Wien. (Leo Po ldstädter Bethausverein „M ontef io re".) In dem blumengcschmückten und in den kaiserlichen Farben decoritten Gotteshause des Leopoldstädter Bethaus-Vereines „Montefiore", II., Taborstraße 38, fand Samstag den 2. Februar d. I. unter außerordentlich starker Betheiligung die feierliche Einweihung der mit Allerhöchster Genehmigung den Namen des Monarchen tragenden Kaiser Franz Josef-Jubiläums-Thora statt. Die Einführung der neuen Thorarolle, geschmückt mit einer prachtvollen Silberkrone — einer Spende des Herrn Freis — geschah durch Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner S. Fürst, der, von den übrigen Thorarollen gefolgt, dieselbe am Portale des Gotteshauses entgegennahm. Nach Vortrag eines der Feier angemessenen Psalmes durch Herrn Obercantor W i t t m a n n und seinem trefflich geschulten Chor erfolgte die Vorlesung aus der Thora, an welche sich die Absingung der Volkshymne schloß. Hierauf bestieg Herr Rabbiner Dr. M. R o s e n f e l d die Kanzel, um in der großangelegten, meisterhaften Festpredigt die Bedeutung dieser zugleich religiösen und patriotischen Feier zu würdigen. Die mit ungeteiltem Beifall aufgenommene, eindrucksvolle Rede weckte eine wahrhafte Begeisterung. Unter den zahlreichen Ehrengästen bemerkten wir Herrn Dr. Alfred Berger, als Delegirten der israelitischen Cultusgemeinde, Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Kramer, viele Deputationen der Bethausvereine, so Herrn Dr. S t r a ß e r und Herrn Dr. Markus für den Bethausverein im III. Bezirke. Herrn Beck für den Bethausverein „Am Bolkert", die Herren kaiserl. Rath Dr. Theodor Lieben. Amtsvorstand Gustav Wiener, Dr Emil Adler, den Vorstand des Bethanses, U., Große Schiffgasse, vertreten durch die Herren Leopold K o h n. Ignaz Lunzer, Wolf, Pappenheim, B e r n f e l d, Kritzler u. A. m. Nach dem Mussafgeb te erreichte die erhebende Feier Mittags um 1 Uhr ihr Ende. VDas aus gleichem Anlasse am 3. Februar, Abends, im Prachtsaale des Jüdischen Volksvereines stattgefundene Festbankett verlief in ebenso würdiger.. als fröhlicher Weise. Nachdem der Präsident Herr Jacob Weiß die Gäste auf das Herzlichste begrüßt hatte, wünschte Herr Dr. Rappaport, namens des Jüdischen Volksvereines, in geistvollen Worten als Hausherr allen Festtheilnehmern einen gemüthvollenAbend in den gastlichen Räumen seines Vereines.Herr Dr. Brady brachte nun den begeistert aufgenommenen Kaisertoast aus, worauf ein H»ldigungstelegramm an Se. Majestät den Kaiser abgesandt wurde. Die zwanglose Gemüthlichkeit ebenso wie der herzliche Ton der vielen geistsprühenden Tischreden, von welchen wir die der Herren Jacob Weiß. Dr. R o s e n f e l d auf den Bethausverein „Montefiv'e", Dr. L i p s ch i tz. W o l f, P a p v e n h e i m, Beck, Armenrathes Pollak und des Armenrathes Hoffmann nicht unerwähnt lasten dürfen, haben bewiesen, daß die um das so überaus gelungene Arrangement sehr verdienten Herren Elias Weiß, Jacob S p u tz und Adolf H i r s ch l e r ihre schwierige Aufgabe glänzend gelöst hatten. Daß in solch' illustren echt jüdischen Kreise die Wohlthätigkeit nicht vergessen sein darf, bewiesen die zahlreichen bei Tisch erfolaten Spenden für die verschiedensten Vereine, für Arme, Kranke, Witwen und Waisen, wie auch der Umstand, daß ein großes Barches und viele Flaschen Wein an die Insassen des israelitischen Versorgungshauses geschickt wurden. Das um S Uhr Nachts—Hesudete, -in'-allen seinen' Theilen wohlgelungene Fest hat dem wackeren Bethausvereine „Montefiore" viele neue Freunde erworben. Wien. (Orthodoxer Be.th aus v erein „Marpe L a n e f e s ch" II. G l o ck e n g a s s e 4.) Sonntag den 10. Februar, 5 Uhr Abends, wird für den allzufrüh dahingeschiedenen Baron Wilhelm v. Rothschild aus Frankfurt a. M. von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner N. Friedmann ein „Hesped" abgehalten. Wien. (HumanitärerundorthodoxerBerein „M arpe Lanefes ch".) Die V. Generalversammlung findet Dienstag den 12. d. M.,?7r Uhr Abends, im Clublocale des Cafe Blau II., Rothe Sterngasse 17 statt, und werden sämmtliche P. T. Herren Mitglieder zu erscheinen höflichst eingeladen. An der Tagesordnung befindet sich: 1. Verlesung des Rechenschaftsberichtes. 2. Anträge und Interpellationen. 3. Wahl des Vorstandes. Wien. (Trauung.) Sonntag den 10. Februar d. I. um 17» Uhr Nachmittags findet im Tempel I. Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Hedwig F e s s l e r, Tochter des Herrn Dr. Sigismund Fessler Hof- und Gerichtsadvocat, mit Herrn Leopold Spitzer statt. Wien. (T r a u u n q.) Sonntag den 10. Februar d. I. um 7-3 Uhr Nachmittags findet im israelitischen Tempel I. Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Karoline Neuron, Tochter des Herrn Max Neuron, mit Herrn Oscar Mautner, Beamter der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, statt. Wien. (Ernennung von Laienrichtern.) Für das Handelsgericht in Wien wurden nachstehende Herren zu fachmännischen Laienrichtern aus dem Handelsftande ernannt: Wilhelm Anninger, Ernst Ritter v. Boschan, Albert Gottlieb, Moritz Hirsch, Jacques Ritter v. Leon, Bernhard Pollak, Alois Pollak, Naumann Schefftel, Gustav Schweinburg, Dr. Otto Thorsch, Friedrich Vogel, Jonas Veit, Dr. Gustav Ritter Weiß von Wellenstein und Adolf Zappert. Wien. (Reise nach Jerusalem.) In unserem Zeitalter, welches der Religiosität nicht immer gebührende Pflege zu theil werden läßt, fällt es stets angenehm auf, wenn irgend eine Action initiirt wird, welche religiösen Zwecken zu dienen berufen ist. So vernehmen

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