Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 18 (1901)
- Issue
- 5 (1.2.1901)
- Date
- 1901-02-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3020846-3021385-3021391--10583-3035072- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Dk Bloch's Wochenschrift Kr. 8 Seite 80 Thätigkeit begehen, mit dem Wunsche: Mögen Sie noch lange, lange erhalten bleiben Ihrer Familie, die Sie liebt, Ihrer Gemeinde, die Sie verehrt, unserem Vereine, dessen leuchtende Zierde Sie sind, und dem ganzen Judenthum, zu dessen ruhmvollsten Erscheinungen Sie gehören. Für den Vorstand der Israelitischen Allianz zu Wien. (Folgen die Unterschriften.) Der k. k. Baurath Wilhelm S t i a ß n y richtete namens des Curatoriums der Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums fotzercke Ansprache: Ehrwürdiger Herr Rabbiner! Die Gesellschaft für jüdische Alterthümer begrüßt in Ihnen nicht nur eines ihrer angesehensten und hervorragendsten Mitglieder, sie verehrt in Ihnen auch den Gönner und Förderer ihrer Bestrebungen, welcher ihre Mitglieder durch den unvergeßlichen Bortrag über die Hiobsdichtung zu bleibendem Danke verpflichtet hat. Gestatten Sie, daß wir den Gefühlen unserer Verehrung in einer Adresse Ausdruck verleihen, welche der Schriftführer unseres Curatoriums zur Verlesung bringen wird. Die Adresse lautet: Hochverehrter Herr! An dem Tage, an welchem Sie das achte Jahrzehnt Ihres der Seelsorge und der Wissenschaft gewidmeten, an Leistungen und LHaten so reichen Lebens beschließen, folgen auch wir Curatoren der „Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums" unserem Herzensdrange, indem wir Ihnen an einem Tage, der selten den Menschen überhaupt, noch seltener aber den geistig schaffenden vergönnt ist, die herzlichsten, innigsten Glückwünsche unserer Gesellschaft darbringen. Wie Sie seit einer langen Reihe von Jahren als Seelsorger gewirkt, wie Sie bei ftohen und traurigen Anlässen: Aus der Kanzel, unter dem Traualter und an der Bahre, Ihrer Gemeinde die goldenen Ringe Ihrer prächtigen Reden geschenkt haben, welche die Zeit zu einer unzerreißbaren, köstlichen Kette geschmiedet, das erkennt heute dankend die große Zahl Ihrer Bewunderer an. Wir aber feiern in Ihnen verehrungsvoll den Gönner unserer Gesellschaft, der uns mit einer Perle von seines Geistes Arbeit, mit dem unvergeßlichen Vortrage über die Hiobsdichtung beglückt hat. Wie in allen Ihren Reden, so bildet auch in Ihrem Bortrage der feste Glaube an die Zukunft unseres Volkes den Grundton, der alle Ihre geistigen Schöpfungen durchklingt. Möge es der Vorschung gefällig sein, Sie, ehrwürdiger Herr Rabbiner, noch durch eine lange Reihe von Jahren in voller körperlicher und Geistesfrische zu erhalten, zur Freude der großen Schaar Ihrer Sie verehrender Freunde, zur Ehre unserer Gemeinde, welche Sie zu den ersten Ihrer Führer und Lehrer zählt, zum Stolze unserer Gesellschaft, welche in Ihnen eines ihrer geistig hervorragendsten Mitglieder verehrt. Das Curatorium der „Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums". (Folgen die Unterschriften.) Der Vorstand des Wiener Betha-Midrasch-Vereines überbrachte folgende Adresse: Euer Ehrwürden! Hochgeehrter Herr Rabbiner! Durch das gütige Walten der Vorsehung ist es Ihnen beschieden, heute ein Fest zu begehen, welches der Psalmist mit dem lapidaren Satze fw cjiöü rrvDaa oki als eine äußerst seltene Erscheinung im Leben der Menschheit bezeichnet. Ist die Erreichung eines so hohen Lebensalters schon an und für sich, weil eine Gnade Gottes, hoch erfreulich und bedeutsam für denjenigen, dem solche Gnade beschieden, dann ist dies bei Ihnen, hochgeehrter Herr Rabbiner, umso mehr der Fall, als Sie in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische heute noch Ihres hochwichtigen und segensreichen Amtes walten und mit berechtigtem Stolze und mit wahrhafter Befriedigung auf ein langes Leben, gewidmet der Belehrung, Hebung und Veredelung Ihrer Glaubensgenossen, gewidmet ununterbrochen rastloser und erfolgreicher, wissenschaftlicher Forschung und Arbeit, zurückblicken können. Darum wird dieser Tag von allen Glaubensgenossen, die die Ehre und das Glück haben, Ihnen näher zu stehen, freudig begrüßt und unter diesen auch von den gefertigten Vorstandsmitgliedern des Vereines Beth-Hamidrasch, als dessen Präsident Sie seit Jahren in erfolgreicher Weise zur Förderung der von demselben angestrebten Ziele gewirkt haben. Wir beglückwünschen Sie aufs Herzlichste am heutigen Tage, sagen Ihnen besten Dank für Ihre bisherige Wirksamkeit in unserem Vereine und geben dem uns Alle beseelenden Wunsche Ausdruck, daß der Allmächtige Sie noch viele Jahre zum Heile Ihrer Glaubensgenossen und zum Wohle Ihrer Mitmenschen in voller Gesundheit und Geistesfrische Ihre irdische Laufbahn wandeln lassen möge. (Folgen die Unterschriften.) Vom Curatorium der Israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien kam folgende Adresse: Euer Ehrwürden! Sehr geehrter Herr Doctor! Gestatten Sie, sehr geehrter Herr Doctor, daß an Ihrem heutigen Ehrentage, da die große Schaar Ihrer Freunde und Verehrer Ihnen grüßend naht, auch wir, Ihre Collegen im Curatorium der Israelitisch-theologischen Lehranstalt, Ihnen unsere aufrichtigen Glückwünsche darbringen. Indem wir an diesem Tage die Summe Ihres, mehr dem öffentlichen als dem eigenen Nutzen geweihten Lebens an unserem geistigen Auge vorüberziehen lassen, werden wir von einem Gefühl ersürchtigen Staunens erfaßt, angesichts der Thatsache, daß seit sechzig Jahren die besten Kräfte ihres Lebens dem heiligen Amt gewidmet sind, zu welchem die Hörer unserer Anstalt heranzubilden Sie sich mit uns verbündet haben. Es gereicht uns zur hohen Genugthuung, den Mann in unserer Mitte zu haben, den wir den Hörern unserer Anstalt, den künftigen Lehrern und Mehrern religiösen Sinnes, als leuchtendes Vorbild empfehlen dürfen. Und nicht nur durch Ihre Schriften, sondern auch von der Kanzel herab, haben Sie den Samen edelster Erkenntniß in die Herzen Ihrer Hörer gestreut. Uralte Tradition mit moderner Redekunst verbindend, haben Sie die Gemüther zu erheben und zu erbauen gewußt, und so ist der edle Sittlichkeitsgehalt des Judenthums durch Sie und Ihr Wirken zum lebendigen Gute Ihrer Gemeinde geworden. Mögen Sie, sehr geehrter Herr Doctor. noch lange Jahre dem Judenthum, Ihrer Gemeinde, und uns, die wir uns mit Stolz Ihre Mitarbeiter in einem verantwortungsvollen Amte nennen, erhalten bleiben, und möge die Liebe und Verehrung, die wir alle für Sie hegen, den Abend Ihres Lebens mit Licht und Wärme erfüllen! (Folgen die Unterschriften.) Die Bethausbesucher des Leopoldstädter Tempels überreichten unter Führung des Herrn Med. Dr. Adolf Herzfeld folgende prachtvoll ausgestattete, von Herrn Julius Braun verfaßte Adresse sammt Enveloppe mit Glasrahmen. Dr. Herzfeld verlas mit Kraft und Wärme die Adresse, welche allgemeinen Beifall fand. Die Unterschriften füllen zahlreich angeheftete Bogen. An der Spitze derselben ist der Name des Freiherrn Albert v. Rothschild zu lesen. EuerEhrwürden! Hochverehrter Herr Rabbiner! Die Unterzeichneten Tempelbesucher, als kleiner Theil Ihrer Verehrer, begrüßen den frohen Tag Ihres 80. Geburtstages mit besonderer Freude. Gibt er uns doch willkommenen Anlaß, Ihnen, hochverehrter Herr Rabbiner, die Gefühle unserer Liebe und Verehrung auszusprechen und Ihnen vom Herzen zu danken für die vielen Stunden reiner Freude und idealer Erhebung, die Ihre heiligen Zwecken geweihte Beredtsamkeit uns gewährt.