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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-02-01 · 5 (1.2.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
5 (1.2.1901)
Date
1901-02-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 6 Dr. Vloch's Wortzrnschrist Seite 81 Wir danken dem Allmächtigen, daß er Sie berufen hat, in unserer Stadt zu wirken und vor uns auszubreiten die Schätze Ihres Wissens, die Gaben Ihrer Poesie. Die Fülle der Gedanken, die Bolksthümlichkeit der Darstellung, die überzeugende Wahrheit Ihrer Reden wirkt auf uns Hörer gleich einer Offenbarung, erfreuend Herz und Seele und aufrichtend das Gemüth, wenn die ärmliche Sorge des Tages uns niederdrückt. Und so siegreich wie Ihre Rede, so unerschöpflich ist der Reichthum Ihres Herzens, der Adel Ihrer Gesinnung. Die frohe Begeisterung für Ihren erhabenen Beruf, Ihr lauterer Charakter und die Bescheidenheit Ihres Wesens sind uns Ansporn und Vorbild im Leben. Eingedenk dieses segensreichen Wirkens beten wir heute und täglich zu Gott, daß er Sie, unseren guten und weisen Lehrer und Freund, mit der Fülle seiner Gnade segne. ___ Wir wünschen Ihnen und uns vom ganzen Herzen, daß Sie, hochgeehrter Herr Rabbiner, noch lange, lange Jahre fruchtbarer Thätigkeit entfalten mögen. 'UMDfttnnnn und zeichnen mit dem Ausdrucke liebevoller Verehrung Ihre ergebensten Wien, am 27. Jänner 1901. (Folgen die Unterschriften.) Eine Deputation des Oesterreichisch-Ungarischen CantorenVereines, geführt von Herrn Obercantor Singer, überbrachte eine schöne Adresse, Herr Obercantor Singer richtete an den Jubilar folgende Ansprache: Hochgeehrter Herr Doctor! In dieser feierlichen Stunde, wo Alles sich sreudigst bewogen fühlt, Ihnen Huldigungen in Wort und Schrift entgegenzubringen, wollen und dürfen auch wir jüdische Cantoren nicht fehlen, und unsere Herzensregungen unterdrücken. Uns liegt es ja nicht ob, Ihre wissenschaftliche Bedeutung zu preisen. Ihre meisterhafte Beredsamkeit ins rechte Licht zu setzen; darüber hat die Welt schon lange entschieden, und die maßgebenden Kreise ihre Lobesworte gesprochen. Wir fühlen uns vielmehr verpflichtet, der mannigfachen Beziehungen zwischen Rabbiner und Cantor zu erwähnen und Ihnen, ehrwürdiger Herr Rabbiner, für die liebenswürdige, friedfertige, ich möchte sagen bescheidene Art, mit welcher Sie schon Wechselbeziehungen auch zu uns Cantoren, sowohl im Leben als im Amte auszugestalten verstanden, herzinnigen Dank zu sagen. Als sichtbaren Ausdruck dieses Dankbarkeitsgefühles erlauben wir (der Vorstand des Oesterreichisch-Ungarischen Cantorenvereines) uns dieses kleine Gedenkblatt zu überreichen und bitten wir, dasselbe als freundliche Irinnerung an diese bedeutungsvolle heutige Feier gütigst von uns annehmen zu wollen. Das Lehrercollegium der Israelitisch-theologischen Anstalt in Wien erschien vollzählig unter Führung des Rectors Herrn Dr. Schwarz, welcher eine geistvoll durchdachte Rede an den Jubilar richtete. Aus Breslau kam vom Lehrercollegium des Israelitischtheologischen Seminars ein Telegramm: »An den ehrwürdigen Rabbiner, den ausgezeichneten Kanzelredner, den um die Wissenschaft des Judenthums Hochverdienten Gelehrten." Die Administrativ-Beamten der israelitischen Cultusgemeinde in Wien brachten nachstehende Adresse: Euer Ehrwürden! Die Administrativ-Beamten der israelitischen Cultusgemeinde in Wien ergreifen, freudig bewegt, den Anlaß der Feier Ihres achtzigsten Geburtstages, um Ihnen, hochgeehrter Herr Rabbiner, den Ausdruck aufrichtigster Verehrung und innigster Wünsche zu übermitteln. Wenn wir als ein kleiner Theil der Tausende und Abertausende, die Ihrer heute in dankbarer Verehrung gedenken, uns erlauben, diesen Gefühlen besonderen Ausdruck zu verleihen, so geschieht dies unter dem Eindrücke des erhebenden Bewußtseins, uns mit Euer Ehrwürden Eins zu wissen in dem gemeinsamen Streben, das Ansehen unserer Gemeinde zu wahren und zu erhöhen. Wie sehr und in welch' hohem Grade dies Euer Ehrwürden gelungen ist, das zu beurtheilen, können wir ruhig allen Jenen überlassen, die gleich uns das Glück haben, Ihr segensreiches Wirken zu kennen. Sie Alle verehren in Ihnen nicht nur den glänzenden Redner, den großen Gelehrten, sondern auch den edlen bescheidenen Menschen, der Jedem, arm und reich, hoch und niedrig, mit gleicher Liebe und gleichem Wohlwollen entgegenkommt. Wir aber verehren in Euer Ehrwürden außerdem den Mann aufopferungsvollster Pflichttreue, der uns auch in dieser Hinsicht immer ein leuchtendes Vorbild war und sein wird. Wir können unserer Gemeinde nichts Besseres wünschen, als daß der Allmächtige Ihnen seinen Segen gebe, auf daß sie noch lange, lange Jahre mit gleicher jugendlicher Kraft und Begeisterung wie bisher Ihres hehren Amtes walten mögen, zur Ehre Gottes zum Wohle und zur Freude der Gemeinde. Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung Die Administrativ-Beamten der israel. Cultusgemeinde Wien Wien, 27. Jänner 1901. (Folgen die Unterschriften.) Israelitisches Blinden-Jnstitut Hohe Warte sandte folgende Adresse: Euer Ehrwürden! Inmitten einer Gemeinde, welche weit hinausreicht über die Gemarkung dieser Stadt und die ungezählte Tausende umfaßt. denen Sie während Ihrer mehr als 50jährigen, gesegneten Wirksamkeit das Wort Gottes verkündet und vorbildlich vorangeleuchtet haben, in geweihter Lebensführung begehen Euer Ehrwürden die Feier Ihres achtzigsten Geburtsfestes. Ehrfurchtsvoll begrüßen Sie Alle, welche die Wirkungen Ihrer, aus gottbegeistertem Herzen quellenden, zu Herzen dringenden Rede empfunden, welche Sie emporgehoben haben, zu der Menschheit höchsten Zielen, die Sie getröstet im Leide, deren Freudenfeste Sie mit göttlicher Weihe verklärt. Ehrfurchtsvoll neigen sie ihr Haupt vor dem priesterlichen Greise, der ewporgehobenen Blickes dienend und opfernd am Altar des Herrn steht und den« Gott selbst die doppelte Ehrenkrone des Alters und der herrlichsten Lebenserfüllung auf das Haupt gesetzt. Ihres hohen Lehramtes würdigste Aufgabe haben sie stets darin erblickt, in die Herzen die wahre, reine Menschenliebe zu pflanzen, welche sich thatenfreudig in den Dienst jener Erlösungswerke stellt, die den Unglücklichen aus seiner Erniederung zur vollen Menschenwürde erhöhen, ihn befähigen soll, durch den Reichtbum seiner innern Welt den äußern Mangel zu überwinden und aus der Entsagung höhere Lebensweihe zu gewinnen. So haben wir denn als Vertreter des israelitischen Blinder- Institutes und als Bekenner unserer heiligen Religion doppelte Veranlassung, uns dem großen Kreise anzuschließen, welcher Euer Ehrwürden an dem heutigen denkwürdig festlichen Tage feiern. Wir bezeigen Ihnen -unsere Ehrfurcht und bringen Ihnen unsere tiefgefühlten Glückwünsche dar. welche für Ihren Lebensabend, der bis an die fernsten Grenzen des Daseins reichen möge, alle Segnungen des Himmels erbitten. In verehrungsvollster Ergebenheit Die Direction Das Curatorium des Jsraelittschen Blindeninstitutes. Eine besondere Ehrung wurde dem greisen Jubilar durch den Vorstand des Israelitischen Tempel-Vereines für Mariahitf und Neubau zu theil. Eine Deputation des Vorstandes, bestehend aus dem Präsidenten Herrn Architekten Max Fleischer, Bicepräfidenten Dr. I. Engel, Schriftführer G. Liebermann, dem Vereins- Prediger Gemeinde-Rabbiner Dr. Taglicht und dem Bereins-Secretär, welche dem wahrhaft erhebenden Festgottesdienste beigewohnt hatte, begab sich in die Wohnung des Jubilars und überreichte daselbst als Ehrengabe des Vereines einen reich ornamentirten und kunstvoll gearbeiteten Silber-Pocal mit Deckel, in welchen folgende Widmungs-Inschrift eingravirt war: »Dem ehrwürdigen Rabbiner der israelitischen Cultusgemeinde Wien Herrn Dr. Adolf Schmied! zum 80. Geburtsfeste, gewidmet vom Mariahilfer Tempel-Verein in dankbarer Anerkennung seines edelmüthigen und selbstlosen Wirkens im Vereins-Tempel." Der Sprecher der Deputation Herr Architekt Fleischer gedachte dabei in warmen begeisterten Worten der großen Verdienste, dre sich der Jubilar speeiell um diesen Tempel-Verein erworben: »Noch find bei uns

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