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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-02-01 · 5 (1.2.1901) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
5 (1.2.1901)
Date
1901-02-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Vloch's Wochrnfchrifk. Seite 79 Lebensjahr vollenden, die vollste Anerkennung und die Glückwünsche des Vorstandes und der ganzen Gemeinde Ihnen zum Ausdrucke zu bringen. Es kann in diesem Momente nicht meine Aufgabe sein, zu schildern, was Dr. Adolf Schmied! ist und was dieser Mann für uns und das Judenthum bedeutet. Ihre Verdienste sind allgemein bekannt und darum hat der Vorstand einmüthig beschlossen, diesen Tag festlich zu begehen, und ich persönlich schätze mich glücklich, daß es mir vergönnt ist, der Dolmetsch der Gefühle, welche Ihnen entgegengebracht , werden, sein zu können. Ich bitte nun, hochgeehrter Herr Rabbiner, das Ehrengeschenk, welches der Vorstand Ihnen zu widmen sich erlaubt, sowie unsere von sämmtlichen Mitgliedern des Vorstandes gefertigte Adresse, gütigst entgegenzunehmen." Kaiserlicher Rath Dr. Theodor Lieben verlas hierauf nachstehende Adresse der Cultusgemeinde: Hochgeehrter Herr Doctor! Der Vorstand der Wiener israelitischen Cultusgemeinde gibt an dem heutigen Tage, an welchem Euer Ehrwürden Ihr achtzigstes Lebensjahr vollenden, den Gefühlen freudigster Theilnahme an dem Feste, das die ganze Gemeinde mit Ihnen feiert, Ausdruck und dankbaren Herzens gedenkt er der besonderen Verdienste, welche Sie sich um Religion und Gemeinde erworben haben. Die unermüdliche Hingebung an die Pflichten Ihres erhabenen Berufes, Ihre Bethätigung an Werken des Wohlthuns und der Nächstenliebe, Ihre schlichte Lebensführung sind den Gemeindemitgliedern ein leuchtendes Vorbild, eine reiche Quelle sittlicher Erhebungen; und mit herzlichster, pietätvoller Verehrung blicken wir alle auf Sie, unseren geliebten Lehrer und religiösen Berather. Die Herzenswärme und Macht Ihres Wortes erhöht unsere Freude, tröstet uns in der Trauer und sendet Tausenden einen Lichtstrahl in die Mühsal und Dürre des Alltags. Wie nach einem Gleichnisse unserer Weisen Gott jeden Buchstaben der Thora mit einer goldenen Krone zierte, so schmücken Ihre gedankenreichen Reden und poesievollen Erklärungen das Gotteswort. Wir begrüßen Sie, hochverehrter Herr Rabbiner, heute auf das Herzlichste mit dem innigen Wunsche, es möge Ihnen durch die Gnade des Allmächtigen gegönnt sein, noch lange im Kreise Ihrer Familie zur Ehre unserer Gemeinde und des Judenthums zu wirken. Wir bitten Sie, hochverehrter Herr Doctor, zugleich mit diesen unseren Glückwünschen die Ehrengabe als sichtbares Zeichen unserer Verehrung von uns annehmen zu wollen. (Folgen die Unterschriften.) Nach Verlesung der mit lebhaftem Beifalle aufgenommenen Adresse richtet der Präsident an den Jubilar noch folgende Worte: , Gestatten Sie mir nur noch, hochverehrter Herr Rabbiner, Ihnen die Mittheilung zu machen, daß der Vorstand in seiner letzten Plenarversammlung mit Einstimmigkeit beschlossen hat, in Würdigung Ihres unvergänglichen Wirkens als Seelsorger, Rabbiner und Prediger unserer Gemeinde und zur Weihe dieses Tages eine Stiftung im Betrage von 4000 Kronen zu gründen, die für immerwährende Zeiten den Namen „Rabbiner Dr. Adolf Schmied!-Stiftung" tragen soll und rücksichtlich welcher die Bestimmung des Zweckes dieser Widmung Ihnen, hochgeehrter Herr Doctor, überlassen sein soll. Ich schließe mit dem innigen aus dem Herzen kommenden Wunsche: Der Allmächtige erhalte Sie in ungeschwächter Kraft und Gesundheit noch ungezählte Jahre an der Seite Ihrer geehrten Frau Gemahlin zum Stolze und zur Zierde unserer Gemeinde und des Judenthums. Das walte Gott!" Eine Deputation des Bethausvorstandes (der das Programm des Festgottesdienstes entwarf und präcise durchführte und wobei der Name des Herrn Secretärs Königsberger dankend zu erwähnen ist), geführt durch den k. k. Landesschulrath und Bice-Präsidenten Dr. Gustav K o h n, überbrachte nachstehende, von dem Cultusvorsteher und Bezirksschulrath Dr. Marcus Spitzer mit stilistischer Feinheit und hoher Sachkenntniß abgefaßte und verlesene Adresse: Euer Ehrwürden! Mit inniger, herzlicher Theilnahme feiert nicht nur unsere Gemeinde, welche mit gerechtem Stolze zu Ihnen, als ihren Lehrer emporblickt, sondern auch das gesammte Judenthum, zu dessen hervorragendsten Zierden Sie gehören, einen Festtag, mit welchem die gütige Vorsehung nur ihre auserlesensten Lieblinge beglückt. Gleicht ja Ihre gottbegnadete Persönlichkeit dem Leuchter im Heiligthum, der durch sieben Arme sein Licht ausströmte. Alles erhellend, erleuchtend und mit mildem Schimmer verklärend. Als gefeierter Redner ragen sie durch Formvollendung. Kraft der Sprache und Gedankenfülle an die größten Meister jüdischer Gelehrsamkeit heran, als Erforscher der heiligen Sprache, deren Genius Sie mit seinem Zauberstabe berührte, haben Sie deren Schönheit offenbart, deren Geheimnisse enthüllt, mit scharfem Geiste find Sie eingedrungen in die Tiefen der Religionsphilosophie, kostbares Edelgestein an das Tageslicht fördernd, mit nie rastendem Fleiße haben Sie das Studium der Cultur und Sprache des Morgenlandes gepflegt und das Heimatsrecht auf diesem Gebiete voll Bilderreichthum und Farbenpracht errungen, sicher und kundig haben Sie das weite Meer des Talmuds durchschifft, mit den herrlichsten Perlen der Hagada reich beladen zurückkehrend, Ihre wahrhaft bewunderungswürdige Gelehrsamkeit umspannt die mannigfaltigsten Zweige der weltlichen Wissenschaften, so in sich Glauben und Wissen zur schönsten Harmonie vereinigend, als Seelsorger find Sie der wahre Priester, dessen Wesen Milde, Wohlwollen, Menschenfreundlichkeit athmet, den hingebungsvolle Demuth und Bescheidenheit ziert. Und wie der Leuchter nicht Stückwerk, sondern gehämmert aus einem Gusse und reinen Goldes sein mußte, so erscheint auch Ihr Charakter gediegen, lauter wie Gold, frei von allen Schlacken. Es sei nun auch dem Bethausvorstande, dessen Mitglieder sich zu Ihren engsten Hausgenossen zählen, gestattet. Ihnen, ehrwürdiger Herr Rabbiner, in freudiger Erregung die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen, die unwandelbaren Gefühle treuester Anhänglichkeit und unerschütterlicher Zuneigung, wie auch tiefer Ehrfurcht zum Ausdrucke zu bringen. Möge es dem ausgezeichneten Manne, den wir jetzt als irro&D'jia«? p zu begrüßen das Glück haben, gegönnt sein, frei von den Beschwerden des Alters die äußerste Grenze menschlichen Daseins zu erreichen und mögen die Reiser „Sansimm“ an seinem in fast jugendlicher Frische prangenden Lebensbaume fürderhin grünen, unserer Gemeinde zum Segen, dem jüdischen Stamme zur Ehre. Das walte Gott. (Folgen die Unterschriften.) Eine Deputation der „Wiener Israelitischen Allianz", geführt von dem Bicepräfidenten der Cultusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern, überbrachte nachstehende Adresse: Euer Ehrwürd en! Hochgeehrter Herr Doctor! Der Vorstand der Israelitischen Allianz fühlt sich an dem heutigen Tage, an welchem Euer Ehrwürden Ihr achtzigstes Lebensjahr vollenden, in ganz besonderem Maße veranlaßt, der innigsten, herzlichsten Theilnahme an diesem Feste Ausdruck zu verleihen. Wir feiern dasselbe nicht allein als Angehörige der Gemeinde, der Sie als religiöser Führer voranleuchten und die Sie durch die herzbezwingende Macht Ihrer begeisterten und begeisternden Reden für die Ideale des Judenthums entflammten, sondern auch als die Vertreter der Israelitischen Allianz, die Sie, hochgeehrter Herr Doctor, mit freudigem Stolz zu ihren hingebungsvollsten Mitgliedern zählen darf. Dankbaren Sinnes gedenken wir, daß Euer Ehrwürden voll glühender Liebe für unsere, wegen ihres Glaubens verfolgten und leidenden Brüder stets bemüht waren, die werkthätige Theilnahme für dieselben wachzurufen, daß Sie so oft auch von der Kanzel herab Ihr gottbegnadetes und die Menschen bewegendes Wort für Jene erhoben, deren Hilferuf an Ihr warm fühlendes Herz gedrungen war. Wir begrüßen Sie, hochgeehrter Herr Doctor, der, ein wahrer Verkünder der Religion, unter Gottes sichtbarem Schutz dieses seltene Fest in bewunderungswürdiger geistiger Frische inmitten rastloser wissenschaftlicher Forschung und humanitärer

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