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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-01-25 · 4 (25.1.1901) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
4 (25.1.1901)
Date
1901-01-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 86 2>r. L»lvÄr's Wochenschrift Nr. 4 Eisen, große Wirkungen hervorzubringen leider außer Stande ist, wird doch wenigstens dem Frauenverein die Mittel bieten, um in vielen, vielen Fällen die augenblickliche Noth zu mildern, Thränen zu trocknen und Arme zu bekleiden. Daß aber ein solches Resultat erzielt werden konnte, ist dem einträchtigen Zusammenwirken der Präsidentin und aller Vorstandsdamen zu danken, welchen sich unter der Führung des Herrn Dr. Jacob Schreiber eine stattliche Anzahl Fräuleins und junger Herren und außerdem mehrere im Bezirke angesehene Männer, wie Herr Eultusvorsteher Eltbogen, Herr Armenrath Spitz rc., als wohlthätige Helfer beigesellt hatten. Besondere Erwähnung aber verdient Frau Dr. Emilie Weiß, welche, obwohl in Trauer und trotz ihres Leidens, es sich nicht nehmen ließ, schon seit mehreren Wochen bekannte jüdische Wohlthäter aufzusuchen und deren Interesse für den Brigitteuauer Frauenverein zu erregen; auf diese Weise war es dieser geschätzten Dame zu ihrer eigenen freudigen Genugthuung möglich, fast tausend Kronen für den wohltätigen Zweck aufzubringen. Wien. Der israelitische Ünterstützungsverein Brigittenau veranstaltete am 15. d. M. im Cafe Fritz seine diesjährige ordentliche Generalversammlung, welche von den Mitgliedern und auch von Damen sehr zahlreich besucht war. Der Vereinsobmann Herr Ignaz Friedmann begrüßte die Versammlung und machte ihr die Mittheilung, daß der Vorstand des Vereines sich im abgelaufenen Jahre veranlaßt gesehen hat, 4 Herren, in Anbetracht der großen Verdienste, welche sich diese um den Verein erworben, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen; es sind dies die Herren: Hermann Eltbogen, Adolf Schreiber, Heinrich Weiner und Josef Wünsch. Diese Mittheilung wurde mit lautem Bravo von der Versammlung zur Kenntniß genommen. Es wurde nun hierauf von dem Schriftführer des Vereines Herrn David Pollatschek der Rechenschaftsbericht erstattet, dem im Wesentlichen zu entnehmen war, daß sich die Mitgliederzahl des Vereines tui abgelaufenen cJahre beinahe verdoppelt und die Unterstützungsthätigkeit desselben gehoben hat, so daß ein Betrag von 2269 Kronen an arme und bedrängte jüdische Glaubensgenossen vertheilt werden konnte. Der Bericht wurde mit Beifall entgegengenommen und dem Vorstande über Antrag des Armenrathes Herrn Jacob Otte das Absolutorium ertheilt. Bei der hierauf stattgefundenen Wahl des Vereins-Ausschusses wurden die Herren: Ignaz Friedmann, Adolf Schreiber, Jacob Goldner, Heinrich Glaser, Bernhard Körner, Ignaz Körner, Anton Berger, Theodor Roubitschek und David Pollatschek wieder- und die Herren: Josef Wünsch, Jacob Otte und Josef Schubert neu gewählt. Ueber Antrag des Vereinsmitglicdes Herrn Josef Bäck wurde schließlich Herr Bernh. Körner als Gründer dieses Vereines von der Versammlung zum Ehrenmitgliede ernannt, und nachdem noch der Obmann die Anwesenden zu reger Agitation für die Interessen des Vereines mit beredten Worten aneiferte, schloß er mit besonderem Danke für das Erscheinen die Sitzung. Wien. (Tanz-Institut Julius Heimann.) Donnerstag den 31. Jänner 1901 findet im Festsaale des „Hotel Continental", II., Taborstraße 4, das Schüler- und Familien- Kränzchen der Tanzschule Heimann statt. Karten im Vorverkäufe ä K 2, sind im Institute erhältlich. An der Cassa ä K 3. E. B. Proßnitz. Das bevorstehende achtzigste Geburtstagsfest Dr. Adolf Schmiedl's hat nicht verfehlt, hier den freudigsten Wiederhall zu finden. Der greise Jubelpriester hat hier siebzehn Jahre hindurch eine ersprießliche, seelsorgerische Thätigkeit entfaltet und das beste Andenken in der Gemeinde zurückgelassen. Es hat daher Befriedigung erweckt, daß der hiesige Cultusvorstand in der vordern Reihe derjenigen sich befinden wird, die dem hochverehrten Patriarchen ihre Ovationen darbringen, und daß er beschlossen hat, sich an den Ehrungen zu betheiligen, die dem Jubilar seitens der Judenschaft der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien zugedacht sind. E. B. Proßnitz. (Todesfall.) Unsere Gemeinde hat einen herben Verlust erlitten. Einer unserer wackersten Mitbürger, Herr Jacob Eisler, wurde zu Grabe getragen. Der Dahingeschiedene erfreute sich wegen seiner Leutseligkeit und Biederkeit allgemeiner Sympathien. Von Beruf Kaufmann, besaß er dennoch als Autodidact tieferes talmudisches Wissen, das er bis in's hohe Alter (er erreichte das 77. Lebensjahr) mit Vorliebe pflegte. An seinem Leichenbegängnisse betheiligte sich die ganze Gemeinde, die ihm ein unvergeßliches Gedenken bewahren wird. Prag. Herr Professor Dr. Ludwig Singer, Obmann des deutschen Vereines für Frauenfortschritt, der sich durch seine Lehrthätigkeit, seine wissenschaftlichen Arbeiten und sein rühriges Wirken in deutschen Vereinen in der kurzen Zeit seines Prager Aufenthaltes schnell die Werthschätzung der hiesigen deutschen Gesellschaft erworben hat, hat sich mit Fräulein Elsa Goschler, Tochter des verstorbenen Herrn Michael Goschler, Abtheilungsvorstand der k. k. Böhmischen Unionbank in Prag, verlobt. Prag. (Leichenbegängniß.) Vor einigen Tagen wurde hier der Lehrerveteran Herr Jakob Baum unter großer Theilnahme beerdigt. Der Verblichene absolvirte im Jahre 1844 die Prager „Präparandie" und ward auch von der k. k. Universität als Lehrer der französischen Sprache mit Vorzug approbirt. Ueber 50 Jahre widmete er sich dem gewissenhaften Unterrichte und der Erziehung der israelitischen Jugend; er besaß in Prag seinerzeit ein renommirtes Institut sammt Pensionat. An dem einfach würdigen Leichenbegängnisse betheiligten sich die Rabbiner und Religionsprofessoren Dr. Kisch, Dr. Grün, Dr. Stark, Obercantor Wallerstein, eine Deputation des israelitischen Landes- Lehrervereines, viele ehemalige Schüler des Verblichenen und zahlreiche Trauergäste. Eger. Unser hochverehrter Rabbiner Herr Dr. Emanuel S ch w a r tz hat sich mit Fräulein Therese Mühlfelder in Chemnitz, einzige Tochter des Herrn Rabbiners Dr. Mühlfelder und dessen Gemalin geborene L i p m a n n verlobt. Eger. Diesmal gab der Erew-Rosch-Chodesch-Schebat unserer Gemeinde besondere Veranlassung zu einer weihenvollen gottesdienstlichen Feier. Mittags 1 Uhr wurde die von dem verstorbenen Kreisgerichtspräsidenten Herrn Rudolf Englisch für die hierortige Synagoge gestiftete Ampel, zu deren Anschaffung der Verklärte den munificenten Betrag von K 200 letztwillig aussetzte, ihrer Bestimmung übergeben. Das festlich beleuchtete Gotteshaus zierte zum erstenmal das ewige Licht, das Herr Rabbiner Dr. Schwach nach vorangegangener Benediction entzündete. In der hierauf folgenden Festpredigt wies Herr Doctor Schwartz dankerfüllt auf die großherzige Widmung des edlen Spenders hin. Auch unsere junge Chewra Kadischa stiftete zur Erinnerung an ihre verstorbenen Mitglieder eine Ampel, die der Obmann des Vereines, Herr Eduard Löwy, entzündetem Disenz. (Todesfall.) Seit dem Hinscheiden unseres beliebten ehemaligen Vorstehers Eduard Fürst seligen Angedenkens sind nur wenige Wochen erst verflossen und schon wieder ist unsere Gemeinde in liefe Trauer versetzt worden. Am 14. d. M. verschied nämlich nach längerem Krankenlager im hohen Alter von 61 Jahren unser verehrter Herr Cantor Josef Kühner, tiefbetrauert von den Seinigen und von Allen, die ihn gekannt. Cantor Kühner, der in seiner Jugend noch unter S u l z e r sang und sich anfänglich der Oper zuwenden wollte, entzückte durch eine Reihe von Jahrzehnten seine Zuhörer nicht nur durch seine besonders schöne Tenorstimme, sondern auch durch seinen würdevollen Vortrag. Das Leichenbegängniß, das am 16. d. M um halb 2 Uhr Nachmittags unter äußerst großer Betheiligung stattfand, gestaltete sich zu einer ehrenden Kundgebung der Sympathie für den Dahingeschiedenen. Auf Anordnung des Vorstandes wurde die Leiche Kuhner's in die Synagoge übertragen und daselbst aufgebahrt. Die Trauerfeier begann mit dem Choral „Joscbew besesser“, vom verstärkten Chor exact vorgetragen. Sodann wurde , der Sarg in den Leichenwagen gehoben und auf den Gottesacker gebracht. Hier hielt unser allverehrter Herr Rabbiner Se. Ehrwürden Dr. Josef Hoff eine meisterhafte Grabrede, die eine tiefe Wirkung auf alle Hörer ausübte. — Dem Sohne des Verblichenen, der an der Oper in Wien angestellt ist, wurden aus den weitesten Kreisen Condolenzkundgebungen zutheil. Göding. Einen der Besten unserer Gemeinde entriß uns plötzlich der unerbittliche Tod. Herr Gustav Sternlicht, Kaufmann in Göding, verschied am 16. Jänner im 63. Jahre seines Lebens und wurde am 16. unter so zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen, daß der große Friedhof kaum die Anwesenden faßte. Nachdem Odercantor Grünwald die üblichen Gesänge mit ergreifender Wärme vorgetragen, brachte Herr Rabbiner Dr. Lazarus in beredten Worten zum Ausdruck, was unsere Institutionen, was die Familie, die Gemeinde an dem Verblichenen verloren. Redner entwirft ein treues Lebensbild des pflichttreuen Mannes, der in-seiner 38jährigen eifrigen Thätigkeit als Mitglied des hiesigen Cultusvorstandes die dankbare Anerkennung verdient, die sich bei der Nachricht von seinem Hinscheiden so sehr erwies. Gesegnet sei sein Andenken! U. München. Bei den Neujahrs-Auszeichnungen wurden die Herren Rechtsanwälte F r a n k-Hof, Dr. Freudentha l-Würzburg, Dr. Stern-Würzburg und Dr. Wittelshöfer-Fürth zu Justizräthen, die Herren L. B e nd i t-Fürth, Dessau er-Bamberg, F a ist- Nürnberg, Dr. Grünzweig-Ludwigshafen, Heim-Würzburg und H eim ann-Schweinfurt zu Commerzienräthen ernannt. Breslau. (S ch u l j u b i l ä u m.) Die Industrieschule für israelitische Mädchen zu Breslau feiert Ende März 1901 ihr einhundertjähriges Bestehen. Hierbei soll eine Ausstellung von Handarbeiten, welche im Laufe des Jahrhunderts von Schülerinnen der Anstalt gefertigt wurden, stattfinden. Alle Diejenigen, welche noch im Besitz solcher Arbeiten sind, werden gebeten, sie zu diesem Zwecke, so bald wie möglich, dem Vorstände, zu Händen von Frau Dr. Anna Honigmann, Breslau, Königsplatz 7 II, freundlichst leihweise zu übermitteln. Paris. Oberst Strauß ist zum Chef des Jngenieurswesens zu Besanoon, Medicinal-Jnspector S t r a u ß zum Chef des Medicinalwesens im VI. Armeecorps befördert worden«

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