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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-01-25 · 4 (25.1.1901) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
4 (25.1.1901)
Date
1901-01-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 64 Dr. Bloch's WochenfthrM Nr. 4 aller Anfeindungen zu erhalten und nach Möglichkeit zu ünterstützen. Einigkett und dreimal Einigkeit, ein innigster Contact der ObsdL, die nicht blos zu begraben, vielmehr mit Liebe zu erhalten hat und der übrigen Vereine mit der Cultusgemeinde und umgekehrt, das ist unser Ziel, das ist die Aufgabe, der wir mit Gottes Hilfe, mit unserem ganzen Können, Wissen und Wollen zusteuern wollen. Zborow. Löbliche Redaction! Der Ausschuß des Lehrerverbandes der Baron Hirsch-Stifts Schullehrer in Galizien hat eine Generalversammlung für den 31. Jänner a. c., die in Stauislau stattzufinden hat, einberufen. Auf der Tagesordnung sollen folgende Punkte stehen: 1. Berificirung des Protokolles der vorigen Generalversammlung. 2. Rechenschaftsbericht der zweijährigen Thätigkeit des Ausschusses. 3. Discusiion über denselben. 4. Bericht der Caffegebahrung. 5. Absolutorium an den abzugehenden Ausschuß. 6. Neuwahl des Ausschusses für das Vereinsjahr 1901. 7. Anträge und Interpellationen. 8. Vorlesungen. Es wäre somit ein Gebot der Nothwendigkeit, diese Generalversammlung zur Ventilirung einer Frage zu benützen, die einer dringenden Lösung harrt, und zwar: Die Regelung der DienstverhAtnisse und Gehälter der Hebräischlehrer, sowie die Stabilisation derselben, da, wie bekannt, die Hebräischlehrer in ihren Dienstverhältnissen den Profanen leider noch viel nachstehen, und das Regulaüv der Stiftungslehrer für Ersteren nur betreffs Pflichterfüllung Gettung hat, während von „Gleichberechtigung" beiwettem keine Rede ist. Und dieser Sonderstellung und dem Ausnahmszustande der Hebräischlehrer ein Ende zu bereiten, wäre jetzt an der höchsten und gebotensten Zeit, zumal an die Spitze des Stistungs-Secretariats der rühmlichst bekannte Herr Dr. Arnold Ascher getteten ist, ein Mann, dem ein guter Ruf voraugeht und von dem zu erwarten ist, daß er in den Fußtapfen seiitts thaten- und ruhmreichen Vorgängers wandeln und seinen Amtsauttitt mtt der Devise: „Gleiches Recht für Alle" schmücken und einer Kategorie von nützlichen, rastlosen und verdienstvollen Mttarbettern au den Ausbau des Humanitären und cullurellen Werkes der Baron Hirsch-Stiftung zur Erlangung ihrer Rechte gewiß seine Beihilfe nicht versagen wird. Es ist daher Pflicht eines jeden Hebräischlehrers an den Baron Hirsch-Stiftungsschulen, an der stattzufindenden Generalverscunmlung persönlichen Antheil zu nehmen, zumal noch mehrere wichtige didactisch-pädagogische Fragen und Angelegenheiten einer sachlichen und gründlichen Behandlung dringend bedürfen! Juda Labiuer. Nachschrift der Redaction: Wir finden das Verlangen, welchem in der vorstehenden Zuschrift Ausdruck gegeben wird, nicht blos aus humanen und socialen Gründen billig und gerecht, sondern auch aus weit höheren Motiven möchten wir diesem Wunsche das Wort reden. Die Zurücksetzung und Geringschätzung einer bestimmten Kategorie von Lehrern überträgt die Schuljugend erfahrungsgemäß auf den Lehrgegenstand. Die mindere Bewerthung der Bertteter des hebräischen Lehrfaches, die Benachtheiligung seiner materiellen und socialen Stellung ist für die Schuljugend ein deutlicher Wink für die Minderwerthigkeit des Lehrgegenstandes, den der unglückliche Lehrer vorzuttagen hat, und er wird alle Mühe vergebens aufwenden, dieses Borurtheil zu überwinden. Die geforderte Gleichstellung ist somit nicht blos pädagogisch geboten, sie ist auch ein eminentes Interesse für die Erhaltung des Judenthums. Berlin. (Zur Konitzer Mordaffaire.) Samstag Abends soll durch den Criminalcommiffär v. Kracht die Verhaftung des Gemeindeschullehrers W e i ch e l unter dem Verdachte der Ermordung des Gymnasiasten Ernst Winter vorgenommen worden sein. Ein Blatt meldet. Weiche! wolle gegen jene Zeitungen Strafauttag stellen, die ihn schon vor einigen Tagen in Verbindung mit der Mordsache gebracht haben. Die betreffenden Gerüchte knüpften an die Thatsache an, daß nach der Ermordung Winter's ein Zerwürfniß zwischen Weiche! und seiner Frau eingetreten ist, die mit ihrem Kinde nach Stettin entfloh. Es wird behauptet, Weiche! habe Ernst Winter in seinem Hause angetroffen und ihn aus Eifersucht im Jähzorn getödtet. Köln a. Rh. (Rabbiner Dr. Frank.) Dr. Phil. Abraham Salomon Frank, der in diesem Monat das 25. Jahr semeS segensreichen Wirkens als Rabbiner der Kölner Gemeinde beendet, ist in Ondbeyerland (Holland) geboren, hat das Gymnasium in Arnhem besucht und kam darauf nach Breslau an das jüdisch-theologische Seminar, das damals unter der Leitung des Oberrabbiners Dr. Zacharias Fränkel stand. Neben Dr. Fränkel waren dort seine Lehrer der jüdische Geschichtsschreiber Professor Grätz, Professor Bernays, später Oberbibliothekar an der Universität Bonn, Rabbiner Dr. Joel und Dr. Zuckermann. An der Universität Breslau hörte er Orientalia, Geschichte und Philosophie. Dr. Frank, der in Leipzig promovirte, war ein Lieblingsschüler Fränkel's, dessen hebräische Correspondenz er in der Regel besorgte. Im Jahre 1867 wurde er als Rabbiner nach Saaz in Böhmen berufen, 1873 nach Linz a. Donau und 1876 nach Köln a. Rh. Die Linzer Cultusgemeinde zeichnete ihn bei seinem.Abgang durch Verleihung der Ehrenmitgliedschaft aus. Die Synagogengemeinde Köln hat sich während der 25 Jahre seines amtlichen Wirkens mehr als verdoppelt. Während die Berufsgeschäfte in dem großen Bezirk ihm zu wissenschaftlicher Bethätigung — er war früher Mitarbeiter an der Monatsschrift für Wissenschaft und Geschichte des Judenthums von Fränkel — wenig Zeit ließen, sah er sich mehr zu praktischer Bethätigung seines vielfältigen Amtes hingedrängt. Was zunächst persönlich ihn zur Erfüllung feines Berufs besonders befähigt, ist dieaußerordentliche rednerische Begabung, kraft der es ihm ein Leichtes war, von der Kanzel herab oder sonst bei Humanitären Zwecken dienenden Gelegenheiten seine Zuhörer Hinzureißen. Gerade das gottbegnadete Rednerthum war es, das ihm so viele Erfolge weit über den Kreis seines Wirkens hinaus einbrachte und seinem Namen einen guten Klang in Deutschland verschaffte. Eine seiner hauptsächlichsten Aufgaben sah er in der Propaganda für große sociale und humanitäre Werke, die dazu bestimmt sind, das Judenthum als Ganzes zu heben. Als eines der thätigsten Mitglieder des Centralcomitös der Alliance Jsraelite Universelle arbeitet er unermüdlich für deren hohen Ziele; Alles, was die Interessen der Alliance in Deutschland berührt, geht durch seine Hand; an alle deutschen Juden in der Welt sendet er monatlich die von ihm redigirten Berichte. Nicht minder stellt er seine Kräfte in den Dienst des Einzelnen, soweit dieser des stützenden Armes bedarf. Hier hat er vor Allem durch Grundlegung von humanitären Vereinen und rege Mitarbeiterschaft für solche sich dauernde Verdienste erworben. Er ist Gründer und Vorsitzender der Waisenstiftung (Capital 100.000 Mk.), Vorstandsmitglied des israelitischen Unterstützungsvereins, des Vereines zur Förderung des Handwerks unter den Juden, des israelitischen Asyls für Kranke und Altersschwache, des Gefängnißvereins, des Lehrerinnenheims zu Berlin u. s. w. Sein gemeinnütziges Wirken findet ferner Ausdruck in der Gründung des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur, den er zu einem der blühendsten in Deutschland emporgehoben; die größte Zahl dieser Vereine ist in den 25 Jahren seiner Amtsthätigkeit entstanden und durch seine Hand groß geworden. Besonder» Werth legte er ferner auf das friedliche Verhältniß unter den Confessionen; seine Beziehungen zu den kirchlichen Behörden anderer Confessionen sind die besten. Paris. (Das Duell Rothschild-Lubersac.) Gestern Mittags hat im Schloßpark von Boulogne, welcher der Familie Rothschild gehört, der Zweikampf zwischen dem eben großjährig gewordenen Baron Robert Rothschild, dem Sohne des Baron Gustav Rothschild, und dem jungen Grafen Lubersac stattgefunden. Ort und Zeit des Duells waren so sorgfältig geheimgehalten worden, daß der Zweikampf des sonst bei solchen.Anlässen anwesenden Publicums entbehrte. Der Kampf wurde mit großer Leidenschaft geführt. Baron Rothschild zog die Offensive vor und drang mit dem Stoßdegen lebhaft auf den Gegner ein, welcher sich sehr geschickt vertheidigte. Erst beim fünfzehnten Gang hatte der Zweikampf ein Resultat. Graf Lubersac wurde am rechten Oberarm verwundet; Rothschilds Degen drang oberhalb des Gelenks ein und durchbohrte in der Länge von 25 Centimetern den Oberarm. Die Wunde reicht bis zur Achselhöhle, ohne aber die große Achselschlagader verletzt zu haben. Die Verwundung ist daher nicht lebensgefährlich, wird aber längere Zeit zur Heilung erfordern. Baron Robert Rothschild, welcher bei einem Infanterie- Regiment in Compiegne seiner Militärpflicht genügt, erschien in Uniform auf dem Platze. Paris. Baron Dr. Henry de Rothschild hat im Institut Pasteur eine Reihe von Vorlesungen über die Mikroorganismen der Milch begonnen. Der Direktor des Instituts, der berühmte Professor Duclaux stellte am Beginn der ersten

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