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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-01-18 · 3 (18.1.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
3 (18.1.1901)
Date
1901-01-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. S Dr. Bloch's Wochenschrift. Sette 4^ Hof", ll-, Obere Augarteustraße 5, ein Costume - Kränzchen (ohne Costumezwang) statt. Das Reinerträgniß fließt dem außerordentlichen Unterstützungs-, Witwen- und Waisenfonde des Vereines zu und glauben wir im Hinblick auf den wohlthätigen Zweck dieser Veranstaltung den Besuch empfehlen zu dürfen: Für den Vereinsvorstand: Moritz Rosenblatt, Obmann; Adolf Reich, Schriftführer. Für das Ballcomite: Hermann Löwy, Obmann; Fr. Patzovsky, Obmann-Stellvertreter; Alex. Guttmann, Schriftführer. Die Ballmusik besorgt die vollständige Capelle des k. u. k. Infanterie-Regiments Feldzeugmeister Galgotzy Nr. 71. unter persönlicher Leitung ihres Capellnieisters. Herren: Ball- oder Soiräetoilette. Beginn des Balles halb 9 Uhr. Tanzarrangement: Herr Ballettmeister Julius Singer. Wien. („D ieVictori a-S ch w e st e r") Frau Henriette Weiß, die im letzten Sommer durch mehrere Monate in den hervorragendsten Krankenhäusern und Pflegeanstalten Deutschlands die eingehendsten Studien über Krankenpflege gemacht hat, wird das Resultat ihrer interessanten Beobachtungen Montag, den 21. d., Abends 7 Uhr, in einem Vortrage, betitelt: „Die Victoria-Schwester" (ein Capitel zur Frauenfrage) im Wissenschaftlichen Club, Eschenbachgasse 9, bekanntgeben. Wien. Der humanitäre Geselligkeits-Verein „Fides" zur Bekleidung und Ausspeisung armer Schulkinder veranstaltet Dienstag den 29. Jänner ein Costumekränzchen ohne Costumzwang, das im Prachtsaale des „Hotel Continental", II. Taborstraße 6, stattfinden wird. Karten sind bei den Vorstandsmitgliedern erhältlich : Dr. Alfred S ch r e ck e r, Obmann; Max Markus, I. Obmann-Stellvertreter; Siegfried O c n st e i n, II. Obmann-Stellvertreter. Philipp Löwy, Sigmund Ochs, Samuel Gottlieb, Wolf Sollender, Marcus Sladky, Dr. Ludw. Straßer, Sam. Sollender, Josef Roth, Max Ochs. Wien. „Im Reiche der Flora" ist die Devise des heurigen Faschings-Unternehmens des .Humanitätsvereines für die westlichen Bezirke Wiens „Nachlath Jeschurun“. Schon in den sicheren Jahren haben sich die Veranstaltungen dieses Vereines einer berechtigten Zugkraft erfreut, und dürfte dies Heuer umsomehr der Fall sein,, als obige Devise dem Geschmack und der Phantasie der jungen Damen den weitesten Spielraum läßt. Das Fest findet Samstag den 19. d. M. in den Sälen des „Hotel Savoy" statt, und dürfte nach den Vorbereitungen des rührigen Comites einen überaus glänzenden Verlauf nehmen. Wien. Der Versorgungs- und Unterstützungsverein der israelitischen Religionslehrer Wiens „P a l m e" hat Samstag den 1!. d. M. unter dem Vorsitze seines Obmannes, dem Religionsschulinspector Herrn Dr. Leopold Langfelder, seine l9. ordentliche Generalversammlung abgehalten. Aus dem Jahresberichte ist zu entnehmen, daß der Verein auch heuer, wie in früheren Jahren, durch die Munificenz edler Gönner finanziell gekräftigt wurde, so daß er den an ihn gestellten Anforderungen leichter entsprechen konnte. So wurde er, wie alljährlich, vom löblichen Vorstande der Cultusgemeinde mit 1000 K fubventionirt, Frau Mathilde Edle von Gutmann spendete 1000 K anläßlich des Ablebens ihres Gemahls, Herrn Dr. Ludwig Ritter von Gutmann, der selige Herr Adolf Stern testirte dem Vereine 200 K, Dennoch konnten leider keine fixen Normen für die Gewährung von Alterszulagen und Witwenpensionen aufgestellt werden, da das Vermögen des Vereines dazu noch nicht ausreicht. Es wird daher Aufgabe der Leitung sein, für den Verein neue Gönner zu gewinnen. Spontan kam aus der Generalversammlung der Antrag, den Obmann Herrn Dr. Leopold Langfelder, der bereits durch eine lange Reihe von Jahren den Verein leitet und dem die in den letzten Jahren erzielten Erfolge zu verdanken sind, zum Ehrenmitgliede zu ernennen, was einstimmig und mit Begeisterung angenommen wurde. Wien. (Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler Wiens.) Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler hat durch Erweiterung ihrer Räumlichkeiten und zahlreiches Zuströmen neuer Mitglieder einen größeren Charakter angenommen und sieht einem stetigen Aufschwung entgegen. Nur der Zustand unserer Bibliothek entspricht unseren eigenen Anforderungen nicht, andererseits kann durch Neuanschaffung von Büchern in dieser Beziehung kein so rascher Aufschwung erfolgen, wie in den übrigen Angelegenheiten unseres Vereines. Darum wenden wir uns an unsere Gönner und Freunde mit der Bitte, uns, soweit es möglich, durch Bücherspenden zu unterstützen, da wir nur durch eine gründliche Verbesserung unserer Bibliothek unsere Aufgabe, geistiger Sammelpunkt der jüdischen Hochschüler zu sein, voll und ganz erfüllen können. E. B. Wien. (Perez Schwarz.) Letzten Sonntag wurde hier Perez Schwarz, in Proßnitz zu Mähren geboren, im hohen Alter von 83 Jahren in die Erde gebettet. Er war Autodidakt, der Typus jener alter „Bachnrim", aus denen man, wie ein Sprichwort sagt, Alles machen kann und die aus sich Alles selbst machen können. In seiner Jugend widmete er sich dem Lehrerstande. In den Fünfziger-Jahren trat er in die Oeffentlichkeit als Schriftsteller ganz eigener Art. Er verfaßte eine ganze Reihe das Ghettoleben behandelnde Novellen und Theaterstücke. Zu den besten der von ihm verfaßten Lustspiele zählen unstreitig „Reb More Nachrendl" und der „Rabbi von Andrichau". Was er schrieb, zeichnete sich durch beißenden Humor und kaustischen Witz aus. Er war eine philosophisch ungelegte Natur, ein guter Denker und scharfer Logiker. In seinem schriftstellerischen Nachlasse befinden sich noch viele ungedruckte Arbeiten, die werth find, der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten zu werden. Es dürfte sich noch Veranlassung bieten, auf Perez Schwarz als einen das Ghettoleben behandelnden Schriftstellcr zurückzukommen. Wien. (Todesfall.) Am 13. d. M. verschied hier nach kurzer Krankheit im hohen Alter von 81 Jahren Frau Ernestine Lothringer, Witwe nach dem sel. Banquieur Herrn David Lothringer, tief betrauert von einer zahlreichen Schaar von Kindern, Enkeln und einem weiten Bekanntenkreise. Die Dahingeschiedene war eine fromme gottergebene Frau, die ihre Befriedigung suchte und fand in aufopfernder Liebe für ihre Familie und dem Wohlthun gegenüber allen armen Bedürftigen. Den in hervorragender socialer Stellung befindlichen Söhnen und Schwiegersöhnen, namentlich dem Reichsrathsabgeordneten Dr. Emil Byk, ebenfalls einem Schwiegersöhne der Dahingeschiedenen, wurden anläßlich des tiefbetrübenden Todesfalles aus den weitesten Kreisen Condolenzkundgebungen zu theil. Sie ruhe in Frieden, die Erde sei ihr leicht! Prag. (Vortrag.) Der Centralverein zur Pflege jüdischer Auge egenheiten veranstaltete am 10. d M. un „Hotel Bristol" seinen zweiten Vereinsabend, verbunden mit einem gedankentiesen Vorträge des Herrn Samu l We lisch, der sich als Synagogencomponist einen Namen gemacht hat. Das Thema war: „Die Grundpfeiler des Menschenthums — die des Judenthums". Der Vortragende führte als Grundbedingungen der realen menschlichen Gesellschaft : die Macht, das Wissen, den Besitz und den Charakter an, im Vergleiche zu den von Rabbi Schimon hazadik angeführten Grundsäulen der Welt: Thora, Abodah und Gemilus Chesed und zu jenen von Rabbi Schimon den Gamliel: Eines, Din, b’seholom. Mit paffenden Illustrationen aus der Geschichte bis auf die Gegenwart und aus der biblischen Zeit führte der Redner die Größen der Menschh it, die hervorragendsten Erscheinungen auf den Gebieten der Macht, des Wissens, des Besitzes und des Charakters an und führte ans, daß diese ihr Wissen nie hätten erfüllen können, wenn sie nicht von den Grundsätzen dieser Rabbiner durchdrungen gewesen wären. Das zahlreiche distinguirte Publicum dankte für die gediegenen Ausführungen mit lebhaftem Beifall. Hierauf eröffnete der Präses, Herr kais. Rath Ph. F a l k o w i c z mit einem dem Vortragenden geltenden formvollendeten Tonst die Discussion, an der sich zahlreiche Vereinsmitglieder und Gäste mit großem Interesse betheiligten. Leitomischl. In unserer Cultusgemeinde ist in letzter Zsit ein erfreulicher Umschwung eingetreten; während bisher unter den hiesigen Juden für speciell jüdische Interessen vollständige Theilnahmslofigkeit herrschte und die seit Langem brennende Frage der Errichtung eines eigenen, würdigen Gotteshauses (bisher muß in einem Gasthaussaale der Gottesdienst abgehakten werden) zu versumpfen drohte, wurde in letzter Zeit über Anregung des hiesigen Advocaten Dr. Wilhelm Stein ein Tempelbauverein gegründet (an dessen Spitze Herr Alter steht), der es sich zum Ziele setzte, die Mittel zum Tempelbaue ehemöglichst aufzubringen. Zur Erreichung dieses Zweckes wurden in der letzten Zeit unter großer Theilnahme des jüdischen Publicums mehrere Unterhaltungsabende veranstaltet, deren Reinertrag dem Tempelbaufonde zugewendet wurde. An dem Gelingen dieser Feste hatte das hauptsächlichste Verdienst der bereits hier bestehende Damenverein, der in der letzten Zeit unter der Leitung seiner damaligen Präsidentin Frau Dr. Stein eine rührige Thätigkeit entfaltete. Am 12. Jänner l. I. veranstaltete der Damenverein einen musikalisch-gesanglichen Unterhaltungsabend, der von glänzendem Erfolge begleitet war. Die Bereinspräfidentin begrüßte in einer finnigen Ansprache das Publicum, welches äußerst zahlreich erschienen war, worauf Fräulein Elsa Breitenfeld, eine absolvirte Conservatoristin und vorzügliche Sängerin, das Podium betrat und das Publicum mit dem Bortrage einiger Lieder entzückte. Es folgten Claviervorträge (Frau Stransky), zwei Theatervorstellungen, Soloauftritte und Couplets. Brünn. In der constituirenden Borstandsfitzung wurden Julius Ritter v. G o m p e r z. Herrenhausmitglied, zum Präses. Hermann E p l e r, Oberinspector der Nordbahn, zum Präses- Stellvertreter und zu Sectionsobmännern. bezw. Stellvertretern, folgende Vorstandsmitglieder gewählt: 1. Cultus: Dr. H. Fiat a

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