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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-01-11 · 2 (11.1.1901) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
2 (11.1.1901)
Date
1901-01-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 30 Vx. Lsioch^s WochenfchrlfL) «r. 2 keit. sowie durch sein reiches musikalisches Talent zu den schönsten Hoffnungen berechtigt gewesener junger Mann, ist ihr im Alter von 24 Jahren durch den Tod entrissen worden. Alle diejenigen, welche den Verstorbenen ob seiner seltenen Charaktereigenschaften und seinem ernsten Streben gekannt hatten, werden den Schmerz der Hinterbliebenen begreifen, welche in dem Dahingeschiedenen außerdem einen äußerst liebevollen Sohn und Bruder verloren haben. Ehre seinem Angedenken! Wien. Die rühmlichst bekannte Concertsängerin Fräulein Gretbe M o d l i n g e r, Tochter des verstorbenen hervorragenden Hebraisten und Kritikers Samuel Modlinger, veranstaltet, wie alljährlich, Dienstag den 5. Februar im Saale Ehrbar IV., Mühlgasse 28, einen Liederabend. Die Künstlerin singt Lieder und Arien von Haendel, Schubert, Schumann, Grieg, Goldmark, Mozart, Chopin und Bizet. Der ausgezeichnete Violoncellvirtuose Herr Earl Klein, welcher in diesem Conccrt mitwirkt, spielt das Violonccllconcert von Reinecke, Kol-Nidrei von Bruch, ferner kleine Stücke von Becker, Klengel und eigene Compositionen. Wir empfehlen aufs Wärmste den zahlreichen Besuch des Publikums zu diesem interessanten Concert, zumal die junge Dame als mittellose Waike ganz auf ihre Kunst angewiesen ist. Karten sind zu haben bei der Concertgeberin, VII., Myrthengasse 15 und am Concertabende an der Cassa Marienbad. In Ihrem Leitartikel vom 4. Jänner richteten Sie an die Glaubensgenossen die Aufforderung, dieselben mögen sich so rasch wie möglich um das neue Heimatsrecht bewerben. Es würde Mancher diesen Rath raschest befolgen, wenn ihm bekannt wäre, welche Papiere rc. zu diesem Zwecke nöthig wären. Wäre es da nicht angezeigt, wenn eine löbl. Redaction durch die Bekanntgabe der nöthigen Papiere, sowie eines Gesuchsformulares, wie es zur Erlangung der Heimatsberechtigung nölhig ist, den Glaubensgenossen an die Hand ginge. — Dieser Tage wurde Herr Rabbiner Dr.Ph. Goldberger von derk.k.Bezirkshauptmannschaft Tepl als Matrrkenführer vereidigt, nachdem Herr Veit Beck, der dieses Amt durch 30 Jahre innehatte, es krankheitshalber niedergelegt hat. — In der Sitzung des Gesammtvorstandes vom 30. v. M. wurde mit dem Cantor Herrn Hermann G o l d e n b e r g ein neuerlicher Vertrag auf die Dauer von 3 Jahren abgeschlossen und sftn Gehalt um 200 K erhöht. — Der seit dem Jahre 1874 hier bestehende Friedhof ist beinahe gänzlich belegt. Es wurde daher im letzten Sommer ein angrenzender Grund im Ausmaße von 115 lIZKlaflern vom Stifte Tepl angekauft. Es wird nun im Frühjahre daran geschritten, den Friedhof zu vergrößern und eine allen hygienischen Anforderungen entsprechende Leichenhalle mit einem Fassungsraume von 80 bis 100 Personen im Kostenvoranschlage von circa 22.000 K zu errichten. Hlinik (Ungarn). Der ehemalige Opernsänger Herr Simon Singer, ein Sohn des allverehrtrn Wiener Obercantors Herrn Josef Singer, hielt als Gast unserer Gemernde letzten Freitag und Samstag im hiesigen altehrwürdigen Tempel zum erstenmale die gottesdienstlichen Borträge ab; an der Stätte, wo sein dahingegangeuer Großvater, unser unvergeßlicher Cantor Herr Israel Singer, nahezu ein halbes Jahihundert die Zuhörer entzückte, stellte sein Enkel zum erstei male sein Können in den Dienst der heiligen Sache. Die herrliche, mächtig wirkende Stimme ist auch in unserer Gegend seit Jahren in vielen Wohlthätigkeits-Concerten anerkannt worden; kein Wunder, daß von Fern und Nah Alles herbeiströmte, um Herrn Singer an dieser Stätte zu hören, und der Tempel kaum die Menge fassen konnte. Daß Herr Singer mit seiner Glockenstimme Alles entzücken werde, das bezweifelte Niemand, aber sein großartiges Beherrschen des traditionellen Gesanges, sein überaus verständnißvolles Declamiren des hebräischen Textes begeisterte das Publicum dermaßen, daß nach beendetem Gottesdienste sämmtliche Anwesenden zu dem Platze des jungen Cantors sich verfügten und ihn zu seiner Glanzleistung beglückwünschten. Der Gesammtvorstand, an der Spitze Herr Samy Novak, sendete am Sabbathausgang an Herrn Ober cantor Singer nach Wien ein Glückwunschtelegramm. Noch sei des hiesigen Obercantors Herrn Markus Kohn gedacht, der mit Rücksicht auf den Gast das Mincha- und Schachariv-Gebet in zuvorkommender Weise verrichtete. F. N. Holleschau, 2. Jänner 1801. Die Jsraeliten-Stadtgemeinde Holleschau hat den Herrn Dr. Hieronymus F i a l l a in Brünn in Anerkennung seiner mannigfachen Verdienste, welche derselbe um die hiesige Gemeinde sich erworben, zum Ehrenbürger ernannt. Herr Bürgermeister Ignatz Baumgarten und Gemeinderath Carl Beer haben demselben das Ehrenbürgerdiplom am 27. December v. I. überreicht. — Sonntag den 23. December v. I. wurde hier der emer. Rabbiner Dr. Adolf Hahn unter zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen. Der Verblichene lvar früher Rabbiner in Kuttenplan und in Neutitschein. Nach seiner Bersktzung in den Ruhestand wohnte derselbe in Bistritz a. H. Herr Rabbiner Dr. I. Freimann widmete demselben einen tiefergreifenden Nachruf. Nachod. Das Chanukafest wurde in unserer Gemeinde durch ein in der israelitischen Volksschule abgchaltenes Fest solenn gefeiert. Nachdem die Weihelichter entzündet waren, hielt der Rabbiner Herr Dr. Brody eine innige Ansprache an dieSchuljugend und dieVerammelten. Das Chanukalied erklang und dann betheilten die Fräuleins Alice Goldschmid und Lucie Munk die Kinder mit Süßigkeiten. Alle armen Kinder unserer Gemeinde erhielten vollständige Winteranzüge; die Kosten wurden durch eine vom Herrn Otto Pick eingeleitete Sammlung, sowie durw den Reinertrag eines glänzend verlaufenen Chanuka- Kränzchens bestritten. Der Vorstand unserer C ltusgemeinde hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Gehalte seiner Angestellten zu erhöhen, da die Lebensverhältmsse in unserer Stadt sich sehr vertheuert haben. Bielitz, 7. Jänner. (Israelitischer Handwerkerverein.) Im Beisein des Herrn Vice-Präses Samuel Tugendhat, mehrerer Herren Cultusvorstände, des Vorstandes des Handwerkervereines und sehr zahlreich erschienener unterstützender Mitglieder fand am 6. d. M. die Vertheilung von Kleidern und Schuhen an 15 Lehrlinge, die zumeist Waisen sind, statt. Herr Vorstand Rudolf K e st e l hielt an die Lehrlinge eine vom Herzen kommende und zum Herzen gehende Ansprache, mahnte sie zum Fleiße, Ausdauer bei der Arbeit und zum Gehorsam gegen die Lehrherren. Der Verein hat bis jetzt 61 Gehilfen beigestellt, wovon bereits einige als selbstständige Meister wirken und viele andere als Werkmeister angestellt sind und sehr lucrative Stellungen einnehmen. Nach der Vertheilung der Kleider ergriff Herr Maier Fröhlich als langjähriges eifriges Mitglied das Wort und drückte speciell Herrn Rudolf Kestel in warmen Worten seinen Dank für seine väterliche Mühewaltung aus. Suezawa. Fcl. Ernestine W e i d e n f e l d, Tochter des jüngst verstorbenen Philanthropen Salomon L. W e i d e n f e l d, hat sich am 7. d. M. mit Dr. Hermann E. Kaufmann, Rabbiner in Virovitica, verlobt. Meppen. Vergangene Woche verschied hier unerwartet die Witwe Frau Amalie Alexander geb. Blumenfeld, Inhaberin der Firma I. Alexander Söhne. Die Verblichene, ausgezeichnet durch hohe Geistesgaben und Herzenstugenden, durch seltene Frömmigkeit, Begeisterung sürs Judentbum und Thatkraft, gehörte zu den bedeutendsten und geachtetsten Frauen in der Provinz Hannover. Hievon legte auch die überaus groß; Betheiligung am Leichenbegängnisse Z ugniß ab. Landrath, Bürgermeister, Amtsrichter, kurz die Spitzen der Behörden, und eure große Menge aus allen Schichten der Bevölkerung in der Stadt und Umgebung folgten dem Sarge. Am Grabe hielt der Schwiegersohn der Verklärten, Herr Dr. Emil H o f f m a n n, Rabbiner in Reichenberg, erne tiefelnpfundeue Rede, worin er das Leben und Wirken der Dahingeschiedenen eindrucksvoll und ergreifend würdigte. Von Köln wird der „Oesterreichifchen Wochenschrift" gemeldet, daß Herr Rabbiner Dr. Frank am 29. d. M. das 25jährige Jubiläum seiner Wirksamkeit in der Kölner Gemeinde feiert. Freunde und Verehrer des Herrn Rabbiners Dr. Frank rüsten sich, diesen Tag würdig zu feiern. Des Papstes Machtwort. Novelle von Jda Barber. (Fortsetzung.) V. Maurer Arpad wohnte mit Nico Hallay, dem alten Zigeuner, wie man ihn gemeinhin nannte, zusammen. Dieser Nico war vor Kurzem von weiten Reisen zurückgekehrt und nicht wenig erstaunt, zu hören, wie Jud und Christ sich in seiner „lieben" Heimat befehdeetn. „Das", dachte er, „ist doch draußen in der weiten Welt ganz anders". Mit einer Z'geuner-Capklle war er bis nach Paris gekommen; da hatten sie flott in den Cafes der Boulevards gegeigt, viel Geld eingenommen, so daß sie die Fahrt nach Genua wagen konnten; — auch da fand ihre Fidel ein dankbares Publicum! Der Prim-Geiger hatte den Wunsch, die ewige Roma zu sehen. Da man schon einmal im Süden war, kam es den lustigen Wandersleuten auf einige Tagereisen nicht an. Ei, wie ihnen da das Herz aufging, als sie der Musik im Dome zu St. Peter

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