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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-12-28 · 52 (28.12.1900) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
52 (28.12.1900)
Date
1900-12-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Seite 937 ■-.sm&xizs&xsm Nr- 52 Dr. Bloch's Wortzrnfchrifl. können. Mit einem dreimaligen Hoch auf das lange Leben unseres allergnädigsten Kaisers und des ganzen erlauchten Herrscherhauses schloß der Redner, worauf das Kaiserlied gesungen wurde. Herr Rabbiner Dr. Fried mann nahm hierauf das Wort und mahnte die Kinder, dieses Tages stets eingedenk zu bleiben und brave und ordentliche Menschen zu werden. Jedes Schulkind erhielt eine Düte mit Gebäck und Obst. Die Anwesenden zeichneten ihre Namen in das aufliegende Gedenkbuch ein und verließen in gehobener Stimmung den Schulsaal. Mißlitz. (Chanukafeier.) Sonntag den ersten Chanukaabend veranstaltete ein zu diesem Zwecke constituirtes Comite, bestehend aus Damen und Herren unserer Cultusgemeinde mit Herrn Rabbiner Dr. Bauer und dem Herrn Oberlehrer Löwy an der Spitze, eine solenne Kinderfeier im „Hotel Bader". Se. Ehrwürden Herr Rabbiner begrüßte die Erschienenen namens des Comi'es, ließ dann durch den ältesten Knaben das Chanukalicht entzünden, wonach die gesummte Schuljugend unter Harmoniumbegleitung das Moaus zur jescliuosi anstimmte. Hierauf ergriff Se. Ehrwürden abermals das Wort zu einer gelungenen Festrede und sodann wurde von Schüler und Schülerinnen ein Festspiel anfgeführt, dessen tadellose Darstellung den mitspielenden Kindern, wie auch dem sehr rührigen Comite alle Ehre machte. Eine opulente Jause beschloß das Kinderfest Oderberg-Bahnhos. Am 16. d., Nachmittags V.4 Uhr, veranstaltete der löbl. Vorstand des israelitischen Bethausvereines in Oderberg-Bahnhof ein Chanukafest für die israelitische Schuljugend. In dem neu erbauten Vereinstempel hatten sich fast sämmtliche Vereinsmitglieder mit ihren Frauen eingefunden. Die Schulkinder, ca. 80, waren vollzählig erschienen. Auch viele christliche Kinder waren mitgekommen. Das Fest begann mit dem Minchagebete, welches von dem Obercantor Jonas Goldmann würdevoll vorgetragen wurde. Hieraus hielt derselbe an die Kinder eine begeisterte Ansprache, in welcher die Helden der Chanukageschichte als nachahmenswerthe Muster von Glaubensstärke, Charakterfestigkeit und Vaterlandsliebe den Kindern empfohlen wurden. Nachdem Herr G o l d m a n n das Chanukalicht in feierlicher Weise angezündet hatte, sang der neugebildete zweistimmige Kinderchor das Lluos zur mit Harmoniumbegleilung. Einige Kinder declamirten sodann religiöse Gedichte und zum Schlüsse wurde ein auf das Fest bezuzhabendes deutsches Gedicht von den Kindern zweistimmig gesungen, womit die Feier beendigt wurde. Ein Damencomits vertheilte hierauf an sämmtliche Kinder Süßigkeiten und Südfrüchte, auch wurden die armen Kinder mit Winterkleidern beschenkt. Hervorzuheben ist noch, daß Herr Lippmann Bloch, Grubenbesitzer aus Breslau, der ein Gönner unseres Vereines ist, demselben als zahlendes Mitglied beigetreten ist und 20 K zu den Kosten des Chanukafestes gespendet hat. Wottitz, 25. December. Ueber Anregung des Tempelsvorstehers Herrn Emil Gans veranstaltete die hiesige Gemeinde am 23. December eine Chauuka-Schulfeier. Die Durchführung derselben lag in den bewährten Händen unseres Herrn Rabbiners Oberlehrer M. N e u m a n n. Nach Absingung eines Chanukaliedes seitens der Schuljugend legte derselbe in trefflicher Rede die Bedeutung des Lichtweihfestes dar, worauf Dcclamationen der Schüler folgten. Mehrere arme Schulkinder wurden mit warmen Kleidungsstücken beschenkt, die übrigen erhielten Aepfel, Nüsse u. s. w. Auch unsere Chordamen fanden durch Ueberreichuna sinniger Geschenke Anerkennung ihrer Leistungen. Proßrritz. Die am 23. d. M. stattgefundene Vermählung des Herrn Ludwig N e u m a n n mit Fräulein Anna Brandt gestaltete sich zu einem Familienfest der ganzen Stadt. Zeugniß hievon gaben die in überaus großer Zahl Erschienenen im Tempel, sowie die nach vielen Hunderten zählenden schriftlichen und mündlichen GralnlationtU. Unser Herr Rabbiner hat in einer wirklich glänzenden Trauungsrede auf die ganz besonderen Verdienste des Herrn Marcus N e u m a n n. die er sich auf dem Gebiete der Humanität und der reinsten Menschenliebe erworben hat, hingewiesen. Groß-Meserilsch. Am Samstag den 22. December beging Herr Rabbiner Dr. M. Weiner das fünsundzwanzigjährige Jubiläum seiner Amtswirksamkeit als Rabbiner der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde. In seiner am Chanukasabbath gehaltenen Kanzelrede wies Herr Dr. Weiner, anknüpfend an das Chanukafest, dessen Zweck es sei, einen Rückblick auf ein für das Judenthum hochwichtiges Erriguiß der Vorzeit zu werfen, bei diesem Anlässe darauf hi», daß er 25 Jahre in dieser Gemeinde das Wort Gottes verkünde. Ec dankte der Vorsehung, die ihn gewürdigt hat, Hunderten von Schülern das Verständniß für das Gottesbuch zu eröffnen, sie zu begeisterten Anhängern des Judenthums heranzubilden und ihnen Lehren und Grundsätze mit ins Leben zu geben als Leitstern in allen Lebenslagen. Er dankte dem löblichen Vorstande für die rh.n während dieses langen Zeitraumes geistig und moralisch gewährte Unterstützung, dann den Vereinsvorständen, insbesondere dem Vorstande des Humanitären Vereines der Groß-Meseritscher in Wien für seine edlen, auf das Wohl dieser Gemeinde hinzielenden Bestrebungen. Nach beendigtem Gottesdienste begaben sich der Cultusvorstand und zahlreiche Gemeindemitglieder in die Rabbinatswohnung zur persönlichen Beglückwünschung des ehrwürdigen Jubilars. Im Laufe des Tages liefen zahlreiche briefliche und telegraphische Glückwünsche ein aus Nah und Fern, von Seite vieler Gönner, Freunde und dankbarer Schüler. Unter den Ehrengaben ragt der kunstvoll gearbeitete, mit einer angemessenen Widmung versehene werthvolle Pocal hervor, den der Humanitäre Verein der Groß- Meseritscher in Wien in Begleitung einer kalligraphisch schön ausgeführten Adresse dem ehrwürdigen Jubilar übermittelt hat. I. St. i'.— Klattau, 23. December. Heute wurde Herr Koppelmanu Steiner, Vater des He^rn M. Dr. Julius Steiner in Wien, im Alter von 84 Jahren zu Grade getragen. Der Heimgegangene hatte viel hebräisches Wissen, und trotzdem er das Glasergewerbe betrieb, bewahrte er sich doch den frommen Sinn. So lange er es vermochte, besuchte er täglich zweimal das Gotteshaus und am 1. Chanukatage zündete er noch sein Chanukalichtleiu an. Wie sehr er sich der allgemeinen Achtung erfreute, bewies deffen Leichenbegängnis Auch die christliche Bevölkerung, darunter der Herr Bürgernieister Alois Maschek, documentirte durch die zahlreiche Theiluahme, daß ein braver Bürger aus ihrer Mitte geschieden. Ebenso waren aus Nah und Fern die Israeliten herbeigeeilt, um dem Glaubensbruder die letzte Ehre zu bezeugen. Am Grabe sprach Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Wolf tiefempfundene und tiefergreifende Worte. Raab. In der Gegenwart des Vereinsausschufses, des Lehrkörpers und des Oberrabbiners Herrn Dr. Morktz Schwarz, nahm die unter dem Präsidium der Frau Johanna Herzl- Keppich stehende Bereinsleitung des Raaber und Raab-Szigeter israelitischen Frauenvereins die Kleidervertheilung an 120 arme Schüler und Schülerinnen vor. Der Herr Oberrabbiner hielt an die Schuljugend eine solenne Ansprache und ein Knabe und ein Mädchen dankten in herzerhebenden Worten, die mit einem herzlichen Eljen an die Frau Präsidentin und den Bereinsausschuß schloffen. Sodann wurden die Kinder mit einer opulenten Jause bedacht. Nach der Bertheilung begaben sich sämmtliche Anwesenden zur Chanukafeier in den Tempel, wo Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner eine formvollendete, die traurigen Verhältnisse der Gegenwart berührende, sowie den Heldenmuth der Makkabäer schildernde Rede hielt. — Soeben findet von Seite der Frauenvereinsleitung die Winterholzvertheilung an 150 arme Familien statt. Feuilleton. Des Papstes Machtwort. Novelle von Jda Barber. (Fortsetzung.) III. Rabbi Lazzlo rüstete sich eben zum Gange nach dem Tempel, als ein Brief AladLr's eintraf, in dem er ihm schonend und nach langen Umschweifen mittheilte, daß er fest entschloffen sei. eine andere Laufbahn einzuschlagen; er sek jetzt auf dem Wege nach Rom, wolle Welt und Menschen kennen lernen. Die Reisespesen decke ein guter Freund, der geistliche Rath Kerper, dem er sich angeschloffen. Der alle Rabbi las den Brief zwei- und dreimal, dann sagte ec wie geistesabwesend: „Nach Rom? WaS will AladLr in Rom? Und in dieser Gesellschaft!- Er wagte den Gedanken, der in seiner Seele auftauchte, nicht auszudenken. Zitternd ging er einige Schritte bis zu seinem Lehnsessel vorwärts, dann fiel er lautlos zusammen. So fand ihn Aranka. Bemüht, ihn aufzurichten, sah sie ein zerknülltes Blatt in seiner Hand; nachdem sie den alten Mann zum Sopha geführt, las sie den Brief. Jetzt war ihr Alle- Har. AladLr war auch für sie verloren. Sw sandte zum Arzt. Er

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