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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-12-28 · 52 (28.12.1900) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
52 (28.12.1900)
Date
1900-12-28
Page
– (sequence 16)
Language
German
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bette 936 Dr. Blorkr's Wochenschrift Nr. 62 nicht vergessen werden. Mit einem Danke an das Cnrotorium, den die Schülerin Fräulein Jeanette S a m e k sprach, endete die Feier. Wien. (Chanukafeier anderTalm ud - Th or aschule, ll., Malz gasse 16.) Am 23. December d. I. fand, wie alljährlich, an der obigen Schule die Chanukafeier. statt, unter großem Andrang des Publicums, das das Bethaus kaum fasten konnte. Zu derselben waren auch erschienen: Der Präsident des Talmud-Thora-Vereines Herr Marcus Bon dy, die Vorstandsmitglieder Dr. Gustav K o h n, Dr. Josef G r ü n f e l d, Siegmund Kauders, D. Kohn. ferner der l. Vicepräsident der Cultusgemeinde Dr. Alfred Stern, der k. u. k. Landesgerichtsrath Dr. Jacob Kohn, Inspektor und Bureauchef der Nordbahn M. We i n b e r ger, Religions-Jnspector M. Kanitz, Simon Buchwald, Rabbiner Dr. Kamin ka u. A. Nach dem Minchogebet zündete Herr Lehrer Braun die Chanukalichter an, worauf die Schüler das Chanukalied weihevoll vortrugen. Darauf hielt Herr Oberlehrer Jacob Kohn seine beifällig aufgenommeue Ansprache, welche, mit Begeisterung vorgetragen, auf alle Anwesenden tiefen Eindruck machte. Nach dem Absingen des Muos Zur folgten die Vorträge der Schüler. Es war rührend, zu hören, wie die Kinder die hebräische, die heilige Sprache so mit Verständniß und Liebe beherrschten. Auch die deutschen Gedichte wurden sehr schön zum Vortrag gebracht. Es zeichneten sich besonders Scharfberg, Koppel, Schwarz und M e h l e r aus. Nach 5 Uhr schloß die schöne, erhebende Feier.- Wien. (Orthodoxer Bethausverein.) Dem Humanitären Vereine „Narpe Lanefesch“, II, Glockengüsse 4, wurde mittelst Erlaß der hohen k. k. n.-ö. Statthalterei die Bewilligung ertheilt, den Namen „Orthodoxer Bethausvercin" sichren zu dürfen und als solchen die darauf bezughabenden Statuten in aller Form genehmigt. Es ist dies in Oesterreich der erste Fall, daß von officieller Seite das orthodoxe Judenthmn als solches anerkannt und zur Kenntniß genommen wurde. Wie«. Der am Samstag den 22. December im „Hotel Continental" abgehaltene Comitöabend des Leopold st ädter Wohlthätigkeits-Vereines erfreute sich eines sehr guten Besuches. Sämmtliche Vorträge, welche sich eigentlich einer großen Akademie würdig erwiesen^ fanden das lebhafteste Jntereste und wohlverdienten Beifall. Schon die Einleitung der Vorträge durch den vortrefflichen Sänger Eugen Lamberti war eine äußerst glückliche. Es folgte das neunjährige Fräulein Irma Inländer, welches sich als sehr begabte Declamatrice bewährte. Hierauf entzückte ein Fräulein Selma L e i b o w i tz durch ihr herrliches Clavierspiel und eine liebenswürdige Dame durch Bortrag reizender Gedichte. Den Beschluß der Product ionen machte der Humorist Ph. Mohr, welcher lebhafte Heiterkeit erregte und wohlverdienten Beifall fand. Ein sehr animirtes Tanzkränzchen unter Leitung des Tauzmeisters Singer und nach der Ballmusik der vortrefflichen Saloncapelle I. He rli n ger beschloß den außerordentlich gelungenen Abend, der sich den Veranstaltungen dieses Vereines in würdiger Weise anreiht. Wien. Der „Erste Wiener Jüdische Turnverein" hat sein neues Turnlocal, I., Mölkerbastei 5, eröffnet. Der neugewählte Turnrath besteht aus den Herren: Hermann König, Obmann; Ingenieur Emil Fried, Obmann-Stellvertreter; Jur. A. Jmmerglück. Zeugwart; H. .Spitzer, Jur. B. Felsenbmg, Caffiere; Dr.' R. Kaufmann, Alfred Feßler, Schriftführer; Dr. M. Jerusalem, R. Pollak, E. Diamant, Turnwarte; I. Kellermann, E. Michelstätter, Beiräthe. Turnabende finden jeden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von halb 8 bis 9 Uhr Abends statt. F. Wie«. (Verein „Treubund".) Dieser Verein, welcher unter der Leitung des Herrn Dr. Adolf Brunaner steht und viel Elend bei den Aermsten der Armen gemildert hat, bekleidete auch heuer am 8. d M. 150 Kinder und nahm der Verein ganz besonders auf Waisenkinder Rücksicht! Leider sind die Mittel des Vereines trotz großer Förderung seitens der Mitglieder nicht groß genug, um den an den Verein gestellten Ansprüchen zu genügen, und mußten noch circa 100 Gesuche unberücksichtigt bleiben. Marienbad. Am 25. December, 1 Uhr Nachmittags, fand im hiesigen Tempel die Trauung des Herrn Dr. Wilhelm Klauber, Rabbiner aus Schüttenhofen, mit Fräulein Luise Böhm aus Karlsbad statt. — Am 7. Jänner findet in Prag an der deutschen Universität die Promovirung des Herrn Heinr. Löwrnthal, Sohn des hiesigen Restaurateurs David Löwenthal, zum Doctor der gesammten Heilkunde statt. — Am 8. Jänner, 9 Uhr Bormittags, findet die Vermählung des Fräulein Ottilie Holub mit Herrn JUDr. Wolf aus Karlsbad statt. — Das Hotel „New-Iork" erfährt einen Umbau, nach dessen Fertigstellung es eines der schönsten Hotels und zur Zierde von Marienbad gereichen wird. Jungbunzlau. Das Chanukaftst wurde Sonntag den 23. d. M. mit einem Humanitären Acte weihevoll geschlossen. Um 2 Uhr Nachmittags versammelten sich die Herren Vorsteher der verschiedenen Vereine, sowie mehrere Gemeindemitglieder im Sitzungssaale des Tempelgebäudes, wo eine Anzahl von armen Knaben und Mädchen sich einfand. Herr I. Hoffmann, als Schulleiter, erklärte ihnen zuerst in prägnanten Worten die Bedeutung des Chanukafestes, wies auf den Wohlthätigkeitssinn der hiesigen Gemeinde hin und forderte die Kinder zur innigen Dankbarkeit gegen die edlen Spender auf. Mit vor Freude strahlenden Augen nahmen daun die Kinder die Geschenke, welche in vollständigen Winteranzügen bestanden, in Empfang. Um diesen Act der Humanität hat sich besond.rs der Tempelvorsteher Herr Ferdinand Kraus, der diese milden Gaben für die armen Kinder sammelt, verdient gemacht. Graz. (Gründung s-L iedertafel des jüdischen Gesangsvereine?.) Sonntag den Itt d. M., als am ersten Tage des Chanukafestes, fand im Festsaale des hiesigen Kaufmannshauses vor einem distinguirten Publicum, welches bis auf das letzte Plätzchen diesen großen Saal füllte, die erhebende Feier der Gründungsliedertafel des hiesigen jüdischen Gesangsvereines statt. Nach Anzünden des Chanukalichtes und des vom Gesammtchore unter Leitung des hiesigen Obercantors H. Paul Horn musterhaft vorgetragenen Chanukaliedes ,.Haneros“, dem alle Anwesenden mit Andacht zuhörten, wurden mehrere mit nicht endenwollendem Beifall aufgenommene schöne Lieder zum Vortrag gebracht. Lemberg, 18. December. (Kinderbescheerung im Handwerkerverein Jack Charuzim.) Der hiesige israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein, der unter der Leitung von Frau Stroh, Frau Dr. Schaff. Frau Dr. Byk, Fräulein Gina Reich und anderen angesehenen Damen steht, veranstaltete am 16. d. M. im Vereinssaale des Handwerkervereins Jack Charuzim eine erhebende Feier. Der Verein versammelte dort, wie alljährlich, eine große Zahl von Schulkindern und Waisen beiderlei Geschlechts, um sie mit vollständigen Winteranzügen u. s. w. zu beschenken. Eingeleitet wurde der Festact durch die Volkshymne, die von den Zöglingen der Waisenmusik gespielt und von allen Anwesenden begeistert gesungen wurde. Unter den zahlreich erschienenen Gästen bemerkte man die berühmte Schriftstellerin Frau v. Zapulska, die ein reges Interesse an dem Verein und seinem Wirken nimmt und dies auch in der „Slowo Polski" in einer für den Vorstand sehr schmeichelhaften Weise zum Ausdruck brachte. In den heutigen trüben Zeiten des Glaubenshasses berührt die Denk- und Handlungsweise der bedeutenden Frau doppelt angenehm und verdient die gebührende Anerkennung. Strafinitz. (Bescheerung an arme Schulkinder.) Der hier zehn Jahre bestehende Schulkreuzerverein beschenkte auch in diesem Jahre die arme Schuljugend der hiesigen deutschen Volksschule ohne Unterschied der Confession mit warmen Kleidern und Schuhen. Die aus diesem Anlässe begangene Schulfeierlichkeit war aus den besten Kreisen der Bevölkerung sehr zahlreich besucht. Mit der Absingung des Chanuka-Liedes wurde die Feier eröffnet. Sodann trugen die Kinder auf diesen Tag bezughabende Gedichte vor. In der Festrede betonte Oberlehrer Binder, daß dieser Tag veranstaltet wurde zu Lieb', Lust und Lehr' der versauvielten Jugend und von ihr erhofft und erwartet werde, daß sie dereinst als Erwachsene in den Pflichten der Nächstenliebe sich werklhätig zeigen möge. Nach einem geschichtlichen Hinweise auf die Einrichtungen des Alterthums rühmte er die wohlthätige Wirksamkeit des Schulkreuzervereins, die rege Theilnahme der Bevölkerung, die ausgiebige jährliche Unterstützung des Herrn Grafen Anton von M a g n i s, der Herren Rudolf A u s p i tz und Dr. G ö tz aus der Stiftung nach dem seligen Baron Hirsch, des Fabrikanten Leopold Eisenmann in Roth-Kosteletz, eines gebürtigen Straßnitzer, welcher alljährlich warme Wäsche für die armen Kinder spendet. Eine neue Wohlthäterin ist den armen Kindern in der Frau Jsabella Reis erstanden, indem sie aus der „Seelenheilstiftung" für ihren seligen Gatten Herrn Georg Reis einen Knaben und ein Mädchen der hiesigen Volksschule mit warmen Kleidern beschenkt. Durch Fleiß und ein musterhaftes Betragen möge sich die beschenkte Jugend dieser Wohlthat auch würdigerweisen. Unter der Regierung Seiner Majestät unseres cillerg»ädigstei, Ka'sers sind Wohlfahrtseiiirichtnngen aller Art für die b wende Menschhert erstanden, so duß wir diese Zeit als die humanitäre bezeichnen

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