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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-12-21 · 51 (21.12.1900) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
51 (21.12.1900)
Date
1900-12-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 916 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr 51 in besonders feierlicher Weise statt. Für 3 Uhr Nachmittags war die Kinderbekleidung festgesetzt, und es fanden sich zu derselben der Gesammtvorstand des Tempelvereines, der Vorstand des Frauenvereines mii der Präsidentin Frau kais. Rath Netty Vogel, der k. k Polizeiarzt Dr. Johann Wengraf Md der Förderer unserer Wohlthätigkeitsanstalten Cultusvorsteher kais. Rath Herr Friedrich Vogel nebst einer großen Zahl von Festgästen ein. Ueber Ersuchen des Tempelvorstandes hielt Mser geehrter Religionsl'hrer Herr Eduard Brill eine gediegene Festrede, worauf die Präsidentin des Frauenveretnes eigenhändig die Austheilung sowohl der Geschenke als auch die Bewirthung der Kinder in der Vereinskanzlei vornahm. In gehobener Stimmung kehrten dann die Damen und alle Festgäste in das schöne, hell beleuchtete Gotteshaus zurück. Mit einem Orgelpräludium wurde das Chanukalichtzünden eingeleitet, bei welchem sich unser Cantor Herr Adolf Schäfer mit dem Damenchore in gewohnter Weise auszeichnete. Zum Schluffe wurde Sulzer's Adon olom in D-dur sehr schön gesungen. Um das Zustandekommen der Kinderbekleidung haben sich besonders verdient gemacht die Herren Vorstandsmitglieder Franz Tauber und Sigmund Butschowitz, welche sich der Mühe der Einsammlung von Spenden unterzogen, endlich der Obmann - Stellvertreter Jacob Hausner, welcher diesen Act der Humanität und Nächstenliebe mit Umsicht geleitet Md kein Opfer cn Geld und Zeit gescheut hat Nachod, 5. December 1900. (S t e r b e f a l l.) Gestern wurde hier ein Mann zu Grabe getragen, der sich nicht blos der Achtung und Werthschätzung seiner Glaubensgenossen, sondern auch der Liebe der gesammten Bewohnerschaft erfreute. Es war dies der im 76. Lebensjahre verstorbene praktische Arzt Dr. Jsak Feldscharek, dessen Bahre die Vertreter aller staatlichen, landesfürstlichen und Gemeindebehörden, der Militär-Beteranen- und Feuerwehrverein, sowie eine ungeheuere Menschenmenge umstanden. Die Verdienste des Verblichenen würdigte Rabbiner Dr. H. B r o d y in einer gehaltvollen Grabrede. Der Verstorbene war im Jahre 1827 in Horitz geboren, studirte in Prag, wo er 1852 zum Doctor promovirt wurde. Nachdem er drei Jahre als Bezirksarzt in Türkisch-Kanizsa in Ungarn thätig war, übersiedelte er nach Nachod, woselbst er mithin mehr als 4-5 Jahre als gewissenhafter Arzt und Menschenfreund thätig war. Die israelitische Cultusgemeinde wählte ihn vor Jahren zu ihrem Vorsteher, als welcher er namentlich zur Hebung der israelitischen Volksschule beitrug. Die Behörde ernannte ihn zum Mitglieds des Bezirksschulrathes und zum Matrikenführer. Sein Andenken wird bei Allen ein gesegnetes bleiben. Blowitz. Ludwig Lazar Adler, Rabbiner und Religionslehrer in Blowitz, Böhmen, Besitzer der Kriegs- und Jubiläums-Regierungs-Medaille, erhielt in Würdigung seiner ununterbrochenen, mehr als vierzigjährigen, treuen und zufriedenstellenden Verwendung im Lehramte im Grunde des § 3 der Statuten die mit dem Allerhöchsten Handschreiben vom 18. August 1898 von Seiner k. und k. Apostolischen Majestät aus Anlaß des Allerhöchsten fünfzigjährigen Regierungs- Jubiläums gestiftete „Ehrenmedaille für vierzigjährige treue Dienste". Marienbad. In den letzten 3 Wochen haben in unserer Gemeinde folgende Verlobungen stattgefunden: Fräulein Adele Fischl mit Herrn Aurel Radowich aus Bukarest, Fräulein Ottilie Holub mit Herrn I. Dr. Richard Wolf aus Karlsbad, Fräulein Jenny Schneider mit Herrn M. U. Dr Adolf Stark aus Falkenau, Fräulein Hermine Lang, Tochter des Eultusvorstandes M. U. Dr. Moritz Lang, mit Herrn Rudolf Grotte, Mitchef der Firma Grotte & Neubauer in Tachau, Fräulein Rosa Weifst aus Pilsen mit Herrn Oskar Stingl Theilhaber des Bankgeschäftes Stingl & Stern und Besitzer des Hauses „Strauß". Mahr. - Ostrau. Am 16. d. M. wurde Frau F M. Frankel, Witwe nach dem berühmten Gelehrten Rabbi Moses Fränkel und Schwester der Fr. Kath Lebowitsch, unter großer Theilnahme bestattet. Im Trauerhause, welches von Theilnehmern gefüllt war, hielt im Namen der Hinterbliebenen Herr Moritz Spiegel aus Troppau einen warmen und schwungvollen Nachruf. Nachdem die Leiche in die Ceremonienhalle gebracht und die üblichen Gebete vom Herrn Obercantor Türk, sowie vom Ehor stimmungsvoll vorgetragen wurden, bestieg Se. Ehrwürden Herr Dr. I. Spira die Kanzel und schilderte in ergreifender Md wohlthuender Weise den religiösen Lebenswandel und das humMe Wirken der Dahingeschiedenen. Ehre sei ihrem Andenken. Brody (Galizien). (Der 70. Geburtstag eines Bo lksschullehrers.) Samstag den 22. d. M. begeht in Brody, Galizien, der daselbst an der israelitischen Volksschule seit 22 Jahren thätige Lehrer Herr Isidor R e i k die Feier seines siebzig st en Geburtstages. Seit mehr als vierzig Jahren im Schuldienste stehend, hat Herr R e i k sich stets der Werthschätzung bei seinen Vorgesetzten und Collegen erfreut und sich durch seine Unterrichtsmethode bei seinen zwei Generationen umfassenden Schülern und Schülerinnen immer äußerst beliebt und geachtet gemacht. Der Genannte ist auch als Borbeter beim Schulgottesdienste thätig. Pilsen. Der israelitische Frauenverein veranstaltete Sonntag den 16. d. M. im Gemeindesaale die alljährige Chanuka-Bescheerung, welche Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Posnanskh mit einer schönen, tief empfundenen Ansprache einleitete. Es wurden 64 Schulkinder mit vollständigen Anzügen betheilt und 240 K armen Gemeindemitgliedern für Zwecke der Anschaffung von Brennmaterialien gespendet. Pollerskirchen, 17. December. Vergangenen Freitag wurde die irdische Hülle der im 80. Lebensjahre dahingeschiedenen Gattin des Herrn Dr. Philipp Pollatsche k, der nach verdienstvoller SOjähriger Thätigkeit als Rabbiner und Kreisrabbiner des Czaslauer und Chrudimer Kreises in Polna sich vor sieben Jahren hieher zur Ruhe zurückgezogen hat, von hier auf den Centralfriedhof in Deutschbrod überführt: Ein Schlaganfall hatte die edelsinnige Frau, deren jugendfrisches, heiteres Gemüth ihr bis zuletzt als besondere Gottesgabe eigen blieb, auf das Krankenlager geworfen, von dem nach kurzer Zeit ein sanfter Tod sie erlöste. Die Dahingeschiedene genoß eine seltene Verehrung als Gattin, Mutter' und Großmutter, und was noch mehr ist, die Werthschätzung Aller als Mensch, wofür die Thränen mancher armen Frau an der Bahre der Verblichenen das schönste Zeugniß ab legten, als Herr Rabbiner Singer aus Deutschbrod sie in würdigen, treffenden Worten als eine Lichtgestalt pries, von der stets nur Schönes und Gutes kamen. Lichtenstadt. (C u l t u s w a h l e n.) Bei der am 11. November d. I. vorgeuommenen Wahl eines neuen Vorstandes wurden folgende Herren gewählt: Sigmund Binder, Lichtenstadt, als Cultusvorsteher; Leopold Schulz, Neudek, als Vorsteher- Stellvertreter; Jsak Maier, Lichtenstadt, als Tempelvorsteher; Sebold Pick, Lichtenstadt, als Cassier; Rudolf Löwen st ein. Wilhelm Zentner, Schlackenwerth, jur. Dr. Anton Graf, Neudek, als Beiräthe. Olmütz. Der Wohlthätigkeitssinn der hiesigen Judenschaft ist ein so reger, daß alle jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen blühen und sich entfalten. So weist zum Beispiel der vor Jahresfrist gegründete, unter der Geschästsleitung des Dr. Berthold Gams stehende jüdische Freitischverein auf Einnahmen von 3108 fl hin, von denen 1881 fl als Gründungsfond zurückgelegt wurden. Der 1. Chanukatag wurde auf doppelte Weise gefeiert. Vormittag fand im Gemeindesitzungssaal die reichliche Betheilung armer jüdischer Kinder durch den jüdischen Frauenwohlthätigkeitsverein statt und Abends veranstaltete der Zionsverein eine große Makkabäerfeier, bei der Ser. Ehrwürden Rabbiner Dr. Oppenheim und Herr Ingenieur Fischler die stürmisch bejubelten Tendenzreden hielten. Der Reinertrag wurde zur Ausgestaltung der jüdischen Volksbibliothek bestimmt. E. B. Olmütz. (Trauun g.) Am 26. December findet im hiesigen Tempel die Trauung des Herrn Dr. Moriz L ö w. Chef-Chemikers der Zuckerfabriksfirma Gebrüder May, mit Fräulein Nelli M i ch a l u p statt. Die Braut ist die Nichte der in weiten Geschäftskreisen hochangesehenen Hof-Malzfabrikanten Wilhelm und Ignaz Brieß und werden dem bevorstehenden Familienfeste in der ganzen hiesigen Gemeinde die lebhaftesten Sympathien entgegengebracht. Breslau. (Verlobung.) Fräulein Bertha Spiro, Tochter des Herrn Obercantors A. B. Spiro in Breslau, hat sich mit dem Exporteur Herrn Adolf Schor aus Padang (Sumatra) verlobt. Berlin. Soeben ist die amtliche Statistik der letzten dreißig Ersatzwahlen erschienen, welche in der Periode von 1898 bis zum 1. October d. I. stattgefunden haben. Diese Statistik bringt auch eine Zusammenstellung der Stimmenziffer, die in den betreffenden Kreisen 1898 bei den allgemeinen Wahlen und jetzt bei den Nachwahlen für die verschiedenen Parteien abgegeben wurde. Dabei ergibt sich ein starker Rückgang der antisemitischen Stimmen, der besonders bemerkenswerth ist, weil er in so argem Widerspruch zu dem Lärm steht, den die „Staatsbürger-Zeitung" und andere Blätter von den angeblichen Erfolgen der Judenfresser machen. 1898 wurden abgegeben 35.063 Stimmen, bei den Nachwahlen dagegen nur 18.128 für die antisemitischen Candidaten, also noch nicht einmal die Hälfte. Erfolg kann man dies wahrlich nicht nennen. Belgrad. Am 17. December fand im hiesigen Tempel der deutsch-israelitischen Gemeinde aus Anlaß des Chanukafestes ein feierlicher Gottesdienst statt, dem außer dem Präses Herrn Ad. R i ch o f s k y alle hervorragenden Vereine und fast sämmtliche Gemeindemitglieder beiwohnten. Herr Obercantor S a g h e r hielt die mit vielem Beifall aufgenommene Festrede und entzündete darauf in feierlicher Weise das Chanukalicht. Anschließend an den Gottesdienst fand in der hebräischen Schule

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