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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-12-21 · 51 (21.12.1900) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
51 (21.12.1900)
Date
1900-12-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 912 Nr. 51 Vr. Vlortz's WortzenlMrM sei , etwas faul", wenn es sich um Bemühungen handelt, in einzelnen Dingen Ersparnisse zu erzielen. Dr. G r ü n s e l d wünscht ebenfalls gegen die Ausfälle des kaiserl. Rathes Wilhelm Pollak Verwahrung einzulegen und bemerkt, wenn dem Verwalter ein Wohnungsbeitrag bewilligt werde, werde er sofort das Spital verlassen und die Räumlichkeiten würden dann ihrem eigentlichen Zwecke zugeführt werden. Der Präsident kais. Rath K l i n g e r sieht sich veranlaßt' unrichtige Behauptungen seitens einiger Vorredner richtigzustellen' Es beruhe allerdings auf Thatsachen, daß die erste Anlage des Spitales zu große Räume für Wohnungen der Beamten vorgesehen hat, unrichtig aber sei die Behauptung, daß der Verwalter den ganzen ersten Stock benütze, weil ja in demselben mehrere Krankensäle und Krankenzimmer vorhanden find. Die größeren Kosten im Spitale seien zum erheblichen Theile den seit einigen Jahren in starker Zunahme befindlichen chirurgischen Operationen zuzuschreiben; er gebe ja zu, daß Manches in der Spitalsverwaltung verbefferungsfähig — und -bedürftig sei, in welcher Hinsicht die Herren Vorsteher, insbesondere Mitglieder des Comitss, im Laufe des Jahres wohl Zeit und Gelegenheit hätten, Reformvorschläge zu machen und durchzusetzen, anstatt in Wählerversammlungen und bei der Budgetberathung Reden zu führen, welche leicht zu Mißverständnissen Anlaß geben könnten. Ohne Zweifel wird, verstärkt durch Eintritt von Fachmännern, im kommenden Jahre eine eigene, selbstständige Spitalscommission die Ueberwachung der Administration des Spitales und die Durchführung von Reformen daselbst übernehmen. Gegenüber den vom kais. Rath Wilhelm Pollak, betreffend das Bureau, gemachten Bemerkungen muß der Präsident sagen, daß nach seiner Erfahrung, die Bureauvorstände nicht nur ihre Pflichten in gewissenhafter Weise nach jeder Richtung hin erfüllen, sondern hierin das Menschenmöglichste leisten. Kaiserl. Rath Pollak berichtigt, daß es ihm fern lag, gegen das Bureau irgend eine Beschwerde zu erheben. Er habe blos hervorheben wollen, daß dem Secretariate bei der Fülle langer Sitzungen im Plenum und in den Sectionen für die eigentliche Berwaltungsarbeit wenig Zeit übrig bleibt. Nach Annahme der vorgeschlagenen Ziffern für daß. Spital referirt Cultusvertreter k. k. Baurath Wilhelm Stiaßny über den Voranschlag der VI. Section. Das Ihnen vorgelegte Budget stellte sich als ein vollkommen normales dar. Weder in den Einnahmenoch in den Ausgabeposten weichen die Präliminarbeträge für das kommende Jahr von denjenigen ab, die für das laufende Jahr in Aussicht genommen waren. Im Allgemeinen stimmte auch das Ergebniß eines jeden Jahres ziemlich genau mit den Präliminaransätzen überein. Es ist kaum nöthig, hervorzuheben, daß wir es" als unsere Pflicht betrachten, das Beerdignngswesen in humanem Sinne und in echt jüdischem Geiste zu verwalten. Hiefür spricht die Thatsache, daß die Anzahl der entgeltlichen Beerdigungen im Durchschnitte nur 31—32 % der Gesammtzahl der in einem Jahre stattgefundenen Beerdigungen erreicht; das heißt cs werden alljährlich mehr als zweimal soviel Glaubensgenossen unentgeltlich beerdigt. Hiefür will ich folgende statistische Daten anführen: Im Jahre 1898 entfielen von 1983 Beerdigungen 615 auf entgeltliche, 1368 auf unentgeltliche. Im Jahre 1899 stellte sich bei einer Gesammtzahl von 2171 Beerdigungen das Verhältniß auf 685:1486. Nach dem Ergebnisse der abgelaufenen 11 Monate des Jahres 1900 stellt sich bei der berechneten Anzahl von 2087 Beerdigungen das mehr erwähnte Verhältniß auf 653:1434. Der Cultusvorstand nimmt in der Bemessung der Gebühren und in der Anordnung von Leichenbegängnissen billige Mcksicht auf alle Personen, welche im Dienste der Cultusgemeinde oder überhaupt im öffentlichen Dienste gestanden sind oder sich um das öffentliche Leben Verdienste erworben haben. Und nun gestatten Sie, daß ich hier die Hauptziffern des Budgets folgen lasse. I. Beer digun gswesen: Einnahmen 1900 1901 1901 Mehr Weniger 191.760 215.000 23.240 — Ausgaben 176.940 183.972 7.032 — Ueberschuß 14.820 31.028 16.208 — II. Centralfriedhof: 1900 1901 1901 Mehr Weniger Einnahmen 196.000 191.000 — —5000 Ausgaben 63.383 60.955 — -2428 Ueberschuß 132.617 130.045 — -2572 III. Alte Friedhöfe. Gegenüber den Ausgaben des Jahres 1900 per Kronen 3054 stellte sich das Ausgabenpräliminare pro 1901 auf Kronen 2732. Im Jahre 1900 standen den Präliminar-Einnah men nur Kronen 387.760.— Ausgaben in der Höhe von Kronen 243.377 gegenüber, so daß sich ein Ueberschuß von Kronen 147.436 ergibt. Im kommenden Jahr sollen die Einnahmen Kronen 406.002 (4- Kronen 18.242), die Ausgaben Kronen 247.661 (+ Kronen 4284) und der Ueberschuß Kronen 161.072 (+ Kronen 13.635) betragen. Der nach Abzug des Zuschusses für die alten Friedhöfe sich ergebende Saldo beträgt Kronen 158.340. Der Vorsitzende, Präsident kaiserl. Rath K l i n g e r, constatirt, daß der Ueberschuß zur theilweisen Deckung des Dkficits der Hl. Section verwendet wird, und bemerkt, daß bei der Vorberathung des Voranschlages der Friedhofsection manche Verbesserungen angeregt wurden, mit deren Durchführung sich zunächst die Fachsection zu beschäftigen haben wird. Nach Annahme der Sectionsanträge referirt erster Vicepräsident- Dr. Alfred Stern über den Voranschlag der V. Section. Das Erforderniß beträgt 28.890 Kronen, mit einer besonderen Post für Kataster und Statistik, welche auch für das Jahr 1900 bereits eingestellt war, ohne zur Ausgabe gelangt zu sein. Cultusvorsteher Dr. Alfred Berger wünscht bei den Ausgaben für Papier Ersparnisse zu erzielen. Man braucht nicht für alle Ausfertigungen die besten Papiersorten zu verwenden. Der Vorsitzende replicirt, daß ohnehin bei der Verwendung von Papiersorten Unterschiede eingehalten werden, übrigens die Würde der Gemeinde es erforderlich mache, daß Zuschriften und Ausfertigungen des Cultusvorstandes in einer anständigen und tadellosen Form erfolgen. Die Anträge der Section wurden genehmigt. Kais. Rath Moriz Hirsch: Ich habe die Ehre, Ihnen das Budget der IV. Section vorzulegen und bemerke zunächst, daß, vielen Wünschen Rechnung tragend, das diesjährige Budget nur die normalen Bedürfnisse der Gemeinde enthält, während jene Ausgaben, welche vorübergehend das Budget belasten, in einem besonderen Anhänge zum Voranschläge zusammengefaßt erscheinen. Das Budget der IV. Section betrifft die Capitel Cultussteuer und Jmmatriculationsgebühren, Gemeindeverwaltung, Pensionszulagen, Gnadengaben, Gebäudeerhaltung und -Verwaltung, Gebäude-Jnspection, diverse Einnahmen und Ausgaben, Gemeindeschuld. Die Differenzen, welche sich gegen das vorjährige Budget ergeben, will ich kurz beleuchten. Während wir vor der l.tzten Steuerregulirung die Cultussteuern noch mit 710.000 K eingestellt haben, veranschlagen wir auf Grund der neuerfolgten Einschätzungen der Bezirkscollegien für das Jahr 1901 Cultussteuern im Betrage von 950.000 K, also eine Erhöhung von 240.000 K. Eine bedeutende Veränderung hat in dem Capitel diverse Einnahmen und Ausgaben insoferne stattgefunden, daß der pro 1900 mit 391.018 K budgetirte Zuschuß für das Jahr 1901 auf 49.228 K reducirt erscheint, was darin seine Begründung findet, daß wir im Vorjahre in diesem Capitel zum Ausdrucke gebracht haben: Rückzahlungen von Gebahrungsabgängen aus früheren Jahren und weiters eingestellte Reserven für das Siechenhaus und das Spital (Bau und Betrieb). Vorstehendes findet seine Erklärung darin, daß wir diese Rückzahlungen durch die Steuerregulirung im laufenden Jahre zu decken Gelegenheit hatten und insoferne es sich um die Betriebskosten des Siechenhauses handelt, diese in der ordentlichen Gebahrung für das Siechenhaus als Budgetpost pro 1901 erscheinen, während der Siechenhaus-Baukostenrest im Anhänge zum Voranschläge als Ausgabe verzeichnet ist; was endlich die Adaptirungen für das Spitalsgebäude anbelangt, so seibezüglich derselben gleichfalls auf den Anhang zum Kostenvoranschlage pro 1901, enthaltend besondere Auslagen, die einer principiellen Genehmigung durch das Plenum des Cultusvorstandes bedürfen, verwiesen.

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