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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-12-21 · 51 (21.12.1900) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
51 (21.12.1900)
Date
1900-12-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette Öl0 Nr. 61 Dr. Bloch's Wochenschrifl. Rappaport, Oberbaurath Taussig, Schulinspector Dr. Wolf, Prof. K a n i tz, kaiserl. Räthe Dr. Lieben und Lichten st ad t; Decan Prof. Dr. D. H. Müller, Rector Dr. Schwarz, Prof. Dr. B ü ch l e r, Landesgerichtsrath Dr. Jacob Kohn; Maler Prof. H o r o w i tz; die Gemeinderäthe Carl Moritz Mayer und H e l b i g; Amtsvorstand Wiener; Lector M. Friedmann; Prof. Dr. E h r m a n n; Regierungsrath Kulka; Ortsschulräthe Heit und Leopold Strauß; Schriftsteller Dr. Bloch und Dr. L ö w Y, die Obercantoren G u t m a n n und Singer; die Direktoren Hecht und Heller; Ober-- inspector Reifer; Vorsteher der Armenanstalt, Josef Jelliuek; Nordbahn-Jnspector Engel; der derzeit hier weilende persische Arzt Elia K o h u, der dem Vortrage mit großem Interesse folgte, und eine besonders große Zahl von Damen. Der Prorector der Wiener Universität Theologieprofessor Dr. Neumann und Baron Albert Rothschild hatten ihr Fernbleiben entschuldigt, Ersterer zugleich den Vortragenden herzlich begrüßt. Nach der Versammlung fand ein gemeinschaftliches Mahl in der Restauration Khuuer statt, bei welchem der Päsident Wilhelm Stiaßny in schwungvollen B.' orten der Enthüllung des Goethe-Standbildes gedachte und hervorhob, daß auch Dr. Cornill ein Frankfurter sei. Er gab dann dein dankbaren Gefühle Ausdruck, das Alle empfinden, die Dr. Cornill zu hören Gelegenheit hatten. Dr. Cornill lehnte in bescheidener Weise die vielen Ehren ab und wies auf die Verdienste hin, die sich Wiener Männer erworben haben, so daß cs nicht nothwendig sei, auswärtige Kräfte zu importiren. Prof. Dr. H. Müller gedachte in geistvoller Rede der beiden Theologen B i ck e l l und C o r n i l l. Dr. I. S. Bloch fand die dankbarste Anerkennung, als er darauf verwies, daß in dem herrlichen Buche ein Nichtjude als Muster edelster Frömmigkeit gepriesen werde. Dr. Cornill dankte in herzlichen Worten für diese Mittheilung, die ihm umso werthvoller sei, als er nun von Wien nicht nur die angenehmsten Eindrücke mitnehme, sondern auch eine Bereicherung seines Wissens. So brach der Morgen an unter anregenden Gesprächen und man trennte sich mit dem Bewußtsein, reiche geistige Aehrenlese gesammelt zu haben, und in der freudigen Hoffnung auf baldige Wiederkehr eines solchen Vortrages. I. L. Anmerkung: Während der Zeit vom 24. bis 28. December bleibt das Museum Dienstag und Mittwoch von 3-6 Uhr Nachmittags für den allgemeinen Besuch geöffnet. Correspondenzen. Oeffentliche Sitzung des Wiener israelitischen Cultusvorstandes vom Sonntag den 16. December 1900. Vorsitzender: Präsident kaiserl. Rath Heinrich Klinger. Der Präsident eröffnet die Sitzung und constatirt die Beschlußfähigkeit der öffentlichen Plenarversammlung. Er gibt zunächst bekannt, daß gegen die vollzogene Wahl der 21 Vorsteher und 120 Vertrauensmänner irgend ein Protest oder eine Reklamation in der im Statut vorgesehenen Frist nicht eingelaufen ist, die Wahlen wurden demgemäß agnoscirt und in der amtlichen ^Wiener Zeitung'' zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Budgetberathung und über Aufforderung des Präsidenten referirt Cultusvertreter k. k. Baurath Ritter von Gold sch mid t über den Voranschlag der III. (Wohlthätigkeits-) Section. Nach Bortrag und Erläuterung aller einzelnen Posten durch den Referenten Baurath v. Goldschmidt bemängelt der L Bicepräsident Dr. Alfred Stern die Erhöhung der Ausgaben um circa 3000 Kronen für die Administration des Armenamtes, eine erhöhte Ausgabe, die nicht unmittelbar den Nothleidenden zu Gute kommt. Cultusvertreter D''. Maximilian Steiner erwidert, daß diese Posten nicht erst heute zur Berathung und Beschlußfassung vorgelegt werden, diese Ausgaben hat der Vorstand längst nach reiflichen Verhandlungen beschlossen, und Aufgabe der Section war es lediglich, den Voranschlag nach den rechtsgiltig gewordenen Beschlüssen des Vorstandes zusammenzustellen. Eine neuerliche Discussion über diese Posten hat keinen Zweck und darum auch keinen.Sinn. Einem langjährigen verdienten Beamten haben Sie das Avancement um 500 Kronen bewilligt. Wollen Sie gelegentlich der Budgetberathung diesen Betrag streichen? Sie haben einen Diener angestellt, sein Gehalt erscheint natürlich im Voranschlag — soll er entlassen werden? Sie haben dem Armenamt wichtige Aufgaben für die Stiftungsverwaltung übertragen und demgemäß war auch die Bestellung einer neuen Schreibkraft erforderlich. Sie können gelegentlich der Budgetberathung diese Beschlüsse nicht ohneweiters ändern und umstoßen. Dagegen beantragt Redner, jene Post von 12.000 Kronen, welche der Verwaltung des Vertretercollegiums zur Unterstützung zugrunde gegangener Gemeindemitglieder übertragen ist, bis zum Betrage von 16.000 Kronen zu erhöhen. Im abgelaufenen Jahre hat es sich leider gezeigt, daß das Vertretercollegium mit dem Betrage von 12.000 Kronen das Auslangen nicht fand und im Monat September einen Zuschuß verlangen mußte und bewilligt erhielt. Es handelt sich um Gemeindemitglieder, welche Jahrzehnte lang Cultussteuer entrichtet haben. Wenn solche Personen oder Familien in Noth gerathen und dringend einer raschen Hilfe bedürfen, da kann und soll man die Acten nicht dem Armenamt zur Recherchirung überliefern, sondern das Vertretercollegium prüft selber den Fall und bewilligt eine Unterstützung nach Maßgabe der vorhandenen Mittel. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres ist es zweifellos, daß der Betrag von 6000 Gulden für diese Zwecke nicht hinreichen wird. Das erste Erforderniß des Voranschlages ist Wahrheit und Aufrichtigkeit. Wenn man genau weiß, daß die Ziffer nicht hinreicht, so ist es Pflicht einer rationellen und ehrlichen Budgetirung, eine höhere Ziffer in das Präliminar einzusetzen. Im Sinne dieser Ausführungen beantragt er, die Ziffer um 4000 Kronen zu erhöhen. Cultusvorsteher Dr. Alfred Berger steht auf dem Standpunkte, daß es bis zum Eintritt der neugewählten Vorstandsmitglieder bei den Ziffern des vorjährigen Voranschlages zu verbleiben hat. Diese Männer übernehmen ohnehin die Aufgabe einer Neuordnung der Gemeindefinanzen und sie-werden auch über diese Post beschließen. Wenn er auch überzeugt ist, daß das Vertretercollegium mit dem Betrag ohne Zuschuß nicht fertig wird, so möchte er den Zuschuß doch nicht sofort in das Präliminar ausgenommen wissen. Wenn das Geld da ist. wird es ausgegeben, wir bekommen dann schließlich einen Zuschuß zum Zuschuß. Redner bemängelt sodann die Post für die Organisation des Wöchnerinnenverbandes, der ja bereits ins Leben getreten ist. Auch die beantragte Post für den Versuch einer Organisation des Armenwesens im Sinne des Elberfelder Systems möchte der Redner lieber missen. Das sind Ausgaben, welche unser Budget belasten und wir haben die Pflicht, auf allen Gebieten Ersparnisse zu erzielen. Referent Baurath Ritter v. Goldschmidt befürwortet den Antrag Steiner und bemerkt schließlich, der Wöchnerinnenverband ist ins Leben getreten, die Institution erweist sich bereits als eine segensreiche. Der Betrag soll nicht zur Organisation, sondern zur Subventionirung des Verbandes verwendet werden und wir hoffen, in Folge der überaus thätigen . und wirksamen Unterstützung aller Frauenwohlthätigkeit-vereine einen Theil dieses Betrages zu ersparen. Der Versuch aber, das Armenwesen im Sinne des Elberfelder Systems zu organisiren, wird vor einer neuerlichen Berathung und Beschlußfassung durch den Vorstand nicht erfolgen, Cultusvorsteher Salo Cohn kritisirt das System der III. Section, anerkennt in warmen Worten die Verdienste des Gesinnungsgenossen Collegen Dr. Alfred Berger um die Ausspeisung der armen Kinder in der Brigittenau und verlangt von dieser Section vor Allem die Heranziehung von Hilfskräften aus der Gemeinde. Er verweist auf die vorzüglichen Leistungen des Vereines für unentgeltliche Arbeitsvermittlung und wünscht, daß die III. Section durch ein Comite von Gemeindemitgliedern verstärkt werden soll, nach dem Vorbilde der Berliner Gemeinde. Auch wenn man im Sinne des Antrages Steiner die Post von 6000 auf 8000 Gulden erhöht, wird der Betrag nicht hinreichen. Nicht eine Aenderung der Ziffern, sondern eine Aenderung des Systems sei nothwendig. Cultusvorsteher kais. Rath Moriz Hirsch erwidert, daß der in Frage stehende Fond dazu dient, in dringenden Fällen sofortige Hilfe zu gewähren. Häufig genug haben die

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