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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-12-14 · 50 (14.12.1900) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
50 (14.12.1900)
Date
1900-12-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 900 M« VlEs Wochrnfchrrft^ Nr. 80 gezeichnet. Sein Rücktritt würde möglicherweise einen Verfall aller Gemeinde-Institutionen herbeiführen. In Kreisen der türkischisaelitischen Glaubensgenossen gedenkt man durch eine besondere Vertrauensmanifestation Herrn Russo zu veranlassen, von seinem Entschlüsse abzustehen und es wäre diesen Bemühungen Erfolg zu wünschen. Wien. (Allgemeiner Kranken- und Unterstützungsverein „M o n t e f i o r e".) Nebst der Kranken- und Armenpflege ist es eine alte Tradition dics.s Vereines, sich seit Jahren auch mit der Bekleidung armer Schulkinder zu befassen. Dieser alten Gepflogenheit Rechnung tragend, hat der genannte Verein auch im heurigen Jahre eine größere Anzahl schulpflichtiger Kinder mit completen Winterkleidern und Schuhen versehen, lim die Empfindungen der dürftigen Kinder nicht zu verletzen, hat der Vorstand dieses Vereines schon vor Jahren die Einrichtung getroffen, von der öffentlichen Bekleidung und den damit verbundenen Festlichkeiten abzusehen und die Bekleidung ohne jedes Ccremoniell in der Vereinskanzlei, II., Rothensterngasse 10, in der Weise vorzunehmen, daß sich die Kinder in Begleitung ihrer Angehörigen die Kleidungsstücke selbst abholen. In diesem Sinne hat auch die Bekleidung Sonntag, den 9. d. M. in Gegenwart des Vorstandes, mit dem Obmann an der Spitze, ftattgefunden, vordem waren, aber die Kleidungsstücke mehrere Tage in der Vercinskanzlei zur Besichtigung seitens der Vereinsmitglieder, Spender und Gönner ausgestellt. An dieser Stelle sei noch allen Gönnern für ihre, diesem humanitären Vereine, welcher stets bestrebt ist, auf dem Gebiete der Humanität das Möglichste zu leisten, bewiesenen Wohlthaten der beste Dank ausgedrückt. Wien. Die humanitäre Tischgesellschaft in Sohr's Restauration veranstaltete Sonntag den 9. d. M. ein Bekleidungsfest. 27 arme Glaubensgenossen, im Alter von 60—96 Jahren, erhielten vollständige Winterkleider. Zahlreiche Gäste wohnten der Feier bei, die mit einem feierlichen Gesänge unter der Leitung der Chordirigenten H e i m a n n und L ö w i t und der Mitwirkung des bekannten Tenors Herrn Striks eingeleitet wurde. Darauf hielt der Obmann der Gesellschaft, Herr Isidor Schwartz. eine formvollendete Ansprache, die mit lebhaftem Beifalle ausgenommen wurde. Herr Obercantor Guttmann sang einen Trinkspruch auf den Obmann, Herr Emanuel Spitzer feierte denselben mit herzlichen Worten. Nach einer Rede des Obmann-Stellvertreters Herrn Boccowitzund einen Mischeberach, vom Herrn Obercantor B a u er vorgetragen, folgte ein Festessen, bei dem auch die alten Männer bewirthet wurden. Das Tischgebet recitirte in traditioneller Weise Herr Obercantor Guttmann und die Frier schloß in erhebender, würdiger W'ise. Wien. Der bewährte Humanitätsverein „Z w a n g l o s" vereinigte unlängst Nachmittags anläßlich der zehnten Jahresbetheilnng non 150 armen Schulkindern mit Winterkleidern im iicstsaale des Kaufmännischen Vereinshauses ein sehr zahlreiches Publicum aus den besten Bürgerkreisen der Residenz, darunter Abgeordnete, Gemeinderäthe, Bezirks-. Schul- und Armenräthe und Delegirte berufsverwandter Vereine Um 5 Uhr erschien die Vereinsprotectorin Gräfin Kielmansegg. Die Feier begann mit einer Festansprache des Obmanns Julius Ehrlich, welche in ein begeistertes Hoch auf den Kaiser avsklang, und die Absingnng der mit Jubel anfgenommcnen Volkshymne zur Folge hatte..Nachdem Obmann-StellvertreterAdvocat Dr. Winternitz die Bedeutung des Festes in einer ausführlichen Rede darlegte, erfreute Fräulein Margulies die Kleinen und die - Großen mit dem herzinniglichen Vortrag des „Ave Maria" von Schubert und einer Arie von Tbomas, wobei der schöne Klang der vollen, starken Stimme, sowie die sehr geübte Gesangstcchnik zur Geltung kamen. Nun folgten mehrere Gedichte, welche von Schulkindern mustergiltig vorgetragen wurden. Nachdem auch Dr. Kronawetrer einige herzliche, gutgemeinte Worte an die Kinder richtete, ergriff schließlich Bezirksrath W a l d st c i n das Wort, um dem Verein für sein erfolgreiches Wirken den Dank auszusprechen nnd ihn zn seinem langen Bestände zu beglückwünschen. Er führte sodann unter großem Beifall des Auditoriums ans, daß Humanität heute Patriotismus sei und Patriotismus wieder die beste Politik sei, die heute ein guter, ehrlicher Ocsterreicher, spreche er eine Sprache, wie er wolle, befolgen kann und soll, und wenn er glücklich und zufrieden leben will, befolgen muß. Diese patriotische Politik durch Humanität im größten Styl zu iördern, sei das unvergeßliche Verdienst der Protectorin des Vereines Gräfin Anastasia Kielmansegg. Möge, so schloß der Redner, der Wohlthätigkeitssinn in der gutherzigen Wiener Bevölkerung durch diese edle Dame noch oft angeregt und z>>m Glück und Segen der zahlreichen armen Kinder Wiens für immer erhalten bleiben! Damit schloß die Feier, welcher eine Jause der Kinder mit Chocoladekaffee, Kuchen rc. in reichlichster Weise folgte, die der bekannte Wiener Cafetier Ludwig Riedl vom „Cafe l'Europe" am Stefansplatz unentgeltlich verabreichen ließ. Wien. (Kinderbescheerung im Hotel de France.) Der Frauen-Wohlthätigkeitsverein im 8. Bezirke veranstaltete im Festsaale des Hotel de France eine erhebende Feier. Der Verein bekleidet alljährlich eine bedeutende Anzahl von Kindern beiderlei Geschlechtes mit vollständigen Winteranzügen und versammelte auch diesmal wieder eine stattliche Anzahl von solchen, um dieselben in reichster Weise zu beschenken. Das schöne Fest der Humanität, welchem Frau Gräfin Anastasia Kielmansegg, die Gemahlin des Statthalters, durch ihr Erscheinen eine besondere Weihe verlieh, wurde durch eine Ansprache der Vereinspräsideutin Frau Amalie Beck eingeleitet, welche ein erschöpfendes Bild der segensreichen Thätigkeit des Vereines entwickelte. Dann hielt Herr L. G u t m a n n die Festrede, in welcher er in zu Herzen gehenden Worten der Kinderschaar die Bedeutung des Festtages klarlegte und sie eindringlich ermahnte, in ihren späteren Tagen der empfangenen W hlthaten eingedenk und auch nach Kräften im Dienste der Humanität thätig zu sein. Der Redner schloß seine tiefempfundene Rede mit einem Hoch auf den Kaiser, in welches die überaus zahlreiche Festversammlung begeistert einstimmte, worauf die Volkshymne von den Kindern intonirt wurde. Nach Vertheilung' der Geschenke wurde den Kindern auch eine opulente Jause geboten. Gräfin Kielmansegg nahm Veranlassung, sich über die Thätigkeit des Vereines und seiner Functionäre in der schmeichelhaftesten Weise auszudrücken. Herr Dr. Rabbiner Bach hielt eine ergreifende Festrede, Herr Obercantor Bauer sang sehr schöne Lieder. Nebstbei beehrten das Fest: Herr Rabbiner Dr. Sig. Gelb haus aus dem IX. Bezirk, der Cultusvorstand Herr Salo C o h n, Bezirksausschuß Ludwig W a l d st e i n und noch mehrere hervorragende Damen und Herren, was zu weitläufig wäre, anzuführen. Floridsdorf. Im israelitischen Tempel zu Floridsdorf findet am Sonntag den 16. December, ^4 Uhr Nachmittags, die Chanukafeier des Israelitischen Frauenvereines. verbunden mit einem Frstgottesdienste, statt. Der religiösen Feier folgt, unter Leitung der Präsidentin des Frauenvereines, Frau Henriette Grünwald, eine Bekleidung armer Schulkinder mit warmen Wintersachen. Prag. Sonntag den 9. December wurde der vom Vereine jüdischerHochschüler „Kar-Loelrba" veranstaltete Cyclns literarischer und Unterhaltungsabende mit einer Recitativn des bekannten Wiener Lyrikers Adolph Donath eingeleitet. Unter dem zahlreichen Publicum bemerkte man viele Schriftsteller und Künstler, so Herrn S. Kohn, Verfasser von „Gabriel". Eröffnet wurde der Abend mit Donath's schwermüthigen „Judenliedern", denen die Sage „Rabbi Amnon" folgte. Lebhaftes Interesse erweckte auch die Erzählung „Der Golem" von Rudolf Lothar, die sich mit der sagenreichen Gestalt des hohen Rabbi Löw beschäftigt. Rauschender Beifall lohnte den Dichter, den neben seiner sympathischen Persönlichkeit ein volles, klangreiches Organ auszeichnet. Trotz der großen Anstrengung, welche die Recitativn der letztgenannten Erzählung erfordert, trug doch noch Herr Donath mit ungeschwächter Stimme eines seiner bisher ungedruckten „Kampflieder an die Juden" vor, das die Versammlung zu stürmischem Beifall hinriß. Aus dem zweiten, dem musikalischen, Theile des Abends heben wir die Solovorträge des Fräulein Löwenbach, des Herrn Obercantor L. Mirski, das Vwlinsolo des Herrn MUC. R. Fleischmann, sowie die heiteren Vorträge des Herrn F. Schiller hervor, durchwegs vorzügliche Leistungen, die reicken Beifall fanden. Mißlich in Mähren. (Trauung.) Sonntag den 16. d. M. findet hier die Trauung des Herrn Max Mayer, Disponenten der Firma Anton Bleier in Wien, mit Fräulein Hermine Mayer statt. Proßnich. (T r a u u n g.) Am 23. d. M. findet im hiesigen Tempel die Trauung des Herrn Ludwig N eum a nn, Directors der Filiale des Wiener Bankvereins, mit Fräulein Ernestine Brand! statt. Der Bräutigam ist der Sohn des verehrten, um die Gemeinde hochverdienten Cultusrathes Herrn Marcus Neumann, und bringt man dem Familienfeste in der Gemeinde allenthalben lebhafte Sympathien entgegen. Testlich. (Teplitzer Tempelverein.) DieTeplitzer Zeitung schreibt: Das am Samstag im Schützenhause abgehaltene Wohlthätigkeitsconcert erfreute sich eines außerordentlich guten Besuches. Sämmiliche Vorträge fanden lebhaftes Interesse und wohlverdienten Beifall. Eingeleitet wurde der Abend durch das von Herrn A. Hahn weihevoll vorgetragene Andante religioso von Oberthür auf der Harfe. Sodann entzückte Frl. Duce die Zuhörer durch das Brahm'sche Lied „Liebestreu" und Böhm's „Ueber's Jahr". Ihr folgte Frl. Weiser, die sich als vortreffliche Declamatrice bewährte. Herr Obercantor Dawison trug hierauf mit seiner klangvollen Stimme eine Piäce aus dem Mendelssohn'schen Oratorium „Elias" vor. Den Beschluß der ersten Abtheilung machte das Quartett Schlesinger, welches mit den prächtig vorgetragenen Liedern „Liebeshinderniß" und

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