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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-11-30 · 48 (30.11.1900) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
48 (30.11.1900)
Date
1900-11-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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91t. 48 Dr, Moch's WoäxrnfttzrM Seile 865 siedlungsrayons zu wohnen und sich zur Schneiderzunft zuzuschreiben. — London. Angesichts des von derFuZIo ^ewisUXssoeialion in ihrer jüngsten Sitzung gefaßten Beschlusses, wegen der Inder Verfolgung in Rumänien beim Foreign Office vorstellig zu werden, veröffentlicht das Mitglied des Unterhauses Mr. Benjamin L. Cohen einen Briefwechsel, den er in dieser Angelegenheit mit Lord Salisbury gehabt hat. Unter Bezugnahme auf die bekannte Erwiderung des Mr. Brodrick im Unterhause klärte Mr. Cohen den Lord Salisbury über die Ursachen und den Umfang der Auswanderung der rumänischen Juden auf, welche bedrohliche Dimensionen aunehmen zu wollen scheint, und bittet ihn, sein 1886 einer jüdischen Deputation gegebenes Versprechen zu erfüllen und Alles, was in seiner Macht steht, zu thun, um die Lage der rumänischen Juden günstiger zu gestalten. Die Antwort des Lord Salisbury, datirt Schlucht 20. August 1900, wurde als „privatim" bezeichnet und liegt im Wortlaute nicht vor. Lord Salisbury erinnert in derselben, daß, da er vor 20 Jahren zum ersten Male das Amt eines Ministers des Aeußern bekleidet hat, das englische auswärtige Amt bei der rumänischen Regierung dahin vorstellig wurde, die Behandlung der Juden in Einklang mit dem Berliner Vertrag zu bringen, und es schmerze ihn tief, aus dem Schreiben des Adressaten zu ersehen, welche geringe Früchte seine damaligen Bemühungen gebracht haben. Man möge daraus ersehen, was für Nutzen das gebrechliche Werkzeug der „Vorstellungen" zu bringen vermag. Er werde sich jedoch mit Mr. Kennedy deswegen in Verbindung setzen u no Alles thun, was sich eben thnn läßt. Der Brief schließt mit dem Ausdruck des Bedauerns und Erstaunens darüber, daß am Ende des 19. Jahrhunderts der Geist der Verfolgung in manchen Ländern Europas in so scheußlicher Gestalt seine Auferstehung feiert. In Anbetracht dieser Antwort des Lord Salisbury hält es Mr. Cohen für nicht zweckmäßig, jetzt schon an das Foreign Office heranzutreten; vielmehr sei es rathsam, erst die Folgen der Intervention der englischen Regierung sowie der Bemühungen des Mr. Carp abzuwarten, an dessen guten Willen Mr. Cohen nicht zu zweifeln scheint. Vermischtes. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 2. December d. I., 2 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel, I.,Seitenstettengasse, die Trauung des Frl. Gisela Klein, Tochter des Herrn Siegmund Klein, mit Herrn Adolf Popper, Steueramts- Osficial der israelitischen Cultusgemeinde, statt. Wien. (T r a u u n g.) Am 18. d. M. fand im Tempel des IX. Bezirkes die Trauung des Fräulein Pauline Jakobs o h u, Tochter des seligen Herrn Israel Jakobsohn, mit dem Herrn Bankdisponenten Mono Z s e n g e r i aus Budapest, statt. Der Bräutigam ist der Sohn des rühmlichst bekannten Professors und ungarischen pädagogischen Schriftstellers Samuel Zsengeri in Budapest. Die Braut ist eine Enkelin des Herrn Isaak Nelken, Mitbegründers und langjährigen Vorstehers der orihodoxen Gemeinde Adaß Israel in Berlin und des Herrn N. Jakobsohn, Vorstehers der israelitischen Cultusgemeinde in Krakau. Viele Gäste aus dem distinguirten Kreise der Hauptstadt waren im Gotteshause erschienen. Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus hielt eine erhebende Traurede. Die Trauungsgesänge versah Herr Obercantor Kläger mit seinem gutgeschulten Chor in vorzüglichster Weise. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 2. December l. I. um l/22 Uhr Nachmittags findet im israelitischen Tempel, II., Tempelgasse, die Trauung von Fräulein Irma Herrlich aus Alhütteu mit Herrn Max P i ß k, Sohn des Herrn Samuel Pißk, Gutspächter m Gajar, statt. Wien. Im israelitischen Tempelverein für Wieden und Margarethen hat am 18. d. M. die diesjährige ordentliche Generalversammlung stattgefunden. Bei Vornahme der Neuwahl wurden gewählt: Zum Obmann neuerlich Herr Adolf Hof manu; zum Obmann-Stellvertreter Herr Adolf Lichtblau; zum Schriftführer Herr Franz Frankl; zum Cassier Herr Sregmund, W i e s n e r; in den Vorstand die Herren : Josef Berger Friedrich D r e x l e r, Dr. S'-egst-ied E i b n s ch i tz. Joachim G u t t m a n n, Samuel Jelinek, Gustav Klepetar, Adolf L ö w y, Arnold Selka, Max Spitzer, Leopold Walter. Wien. Bei der am 25. d. M. stattgehabten Wahl der Vertrauensmänner für den XVI. und XVII. Bezirk wurden 170 Stimmen abgegeben. Mit Majorität wurden gewählt, die Herren : Carl Beer, Adolf K o h n, Samuel K o h n, Dr. Anton L ö w v. Eduard Pollitzer, Siegmund Schickler und Siegmuno Weiler. Wien. Sehr geehrter Herr Redacteur! Am 1. December, 7 Uhr Abends, tagt die constituirende Versammlung des Vereines „Jugenandacht" im l. Bezirk, Seitenstettengasse 4 Sitzungssaal. Sein Zweck ist Ocganisirung eines eigenen Jugend gottesdienstes für die hohen Festtage, gewiß ein für die Zukunft des Judenthums bedeutsames Unternehmen, das allseitiger Förderung bedarf, aber auch nicht unwerth ist. Besonders wird auf die Unterstützung durch Ihr geschätztes Blatt Werth gelegt, um welche hiemit ergebenst bittet Das vorbereitende Somit ü. Wien. „Die heilige Stadt in ihren Glanzepochen". Bortrag, Sonntag den 2. December um 5 Uhr in Bethamidrasch- Talmud-Thora, II., Malzgasse 16, von Herrn Professor Moritz A n t s ch e r l. Wien. („R n d o l f s b n n d.") Seit U Jahren im Dienste der Humanität stehend, bekleidete die'er Verein, der sich von den allerkleinsten Anfängen zur heutigen Höhe emporgeschwnngen hat, während der Zeit seines Bestandes weit über 800 Kinder. Heuer findet die Bekleidung am 2. December, Nachmittags 3 Uhr, im Hoiel „Bairischer Hof", ll» Taborstraße 3!), statt. Nach der Bekleidung werden die Kinder reichlich bewirthet. Abends findet im selben Saale ein Tanzkränzchen statt, dessen Reinertrag zur Gänze dem Bekleidungsfonde des Vereines zufließt, spenden für die Bekleidung und Ausspeisung nimmt der Obmann Herr Josef P o l l a k. II., Circnsgasse 42, entgegen und werden selbe im Berichte ansgewiesen. Jägerndorf. Am 23. November verschied nach langem, schweren Leiden unser Egrenvorsteher Herr Julius P o l l a k im Alter von 55 Jahren, wodurch unsere Gemeinde in tiefe Trauer versetzt wurde. Ausgerüstet mit seltenen Vorzügen des Geistes und des Herzens, öte ihn zur Zierde unserer Gemeiirde machten, hat der Verblichene fast zwei Jahrzehnte hindurch mit rastlosem Eifer, aufopfernder Hingebung und segensreichenr Erfolge als Vorsteher gewirkt. Dte hervorragenden Verdienste des theureu Hingeschiedenen um die harmonische Entwicklung unserer Gemeinde, um die Förderung und Erhaltung ihrer Jnstl-utioneu sichern ihm ein ehren- und liebevolles Andenken in den Herzen aller Gemeindeangehörigen. A. Bube r. Kojetein. Einen unerjetzlichell Verlust hat wieder unsere Gemeinde durch das Ableben des Herrn Simoil R o s e n f e l d erlitten, Brauers und Gutpächters, der uusere Gemeinde durch 23 Jahre als Enltnsvorsteher geleitet, eine Stelle, die dem Verblicheneu nicht blos eine Ehreustelle, sondern ein Amt der Pflicht gewesen. Das Bestreben des Verblicheuen war darauf gerichtet, die Gemeinde auf gleicher Höhe zu erhalten, und welche Freude war es für ihn, der Gemeinde etwas errungen zu haben, welchen Dank zollte er Denen, die durch Stiftungen und Schenkungen zum Fortbestände unserer Gemeinde beigetragen. Als Präses der Ehewra-Kadischa ging er Allen mit dem besten Beispiele voran; er, der reiche Mann, unterließ es nicht» auch den ärmsten Kranken zu besuchen und an jedem Begräbnisse theilznnehmen. Den Cultusbeamten war er stets ein wohlwollender Freund, bestrebt, deren materielles Einkommen bei jeder Gelegenheit zu förderrn. Von der im Leben genossenen Hochachtung gab das Begräbniß das beste Zeugniß. Nachdem der Sarg von den Söhnen und Schwiegersöhnen h den Tempel getragen, hielt der Rabbiner Dr. Rose nzweig eine ergreifende Trauerrede, das Lebensbild des Verblichenen uns entrollend, während der Eantor Josef Grü.ttstein und der Tobitschaner Cantor Herr Weiß die Tranergesänge recitirten. Voitt Tempel aus bewegte sich der Leichenzug, an dem sich mehrere tausend Personen von der Stadt und Umgebung betheiligten, zum Friedhofe. Unter den Anwesenden befanden sich der Bürgermeister der Christengemeinde an der Spitze des Gesammtvorstandes der Stadt, die Beamten der Zborowitz - Kojeteiner Zuckerfabrik, die Prerauer Gemeinde war durch ihren Rabbiner Dr. Tauber und den Bürgermeister Dr. Seidl und Karl'Löw vertreten, die von Eywanowitz

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