Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 46 (16.11.1900)
- Date
- 1900-11-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 46 Dr. Bloär's Wochrnschrlfk Sette 833 Vermischtes. Wien. (Centralwahlcomite für die Cultus wählen 1900.) Samstag, den 17. November 1900, Abends Präcise halb 8 Uhr, findet im Saale des „Hotel ^Continental", II., Taborstraße 8, 1. Stock, eine Wählervcrsammlung statt. — Tagesordnung: A n h ö ru n g von Candidaten. Der Zutritt ist nur gegen Vorweisung der Wahlleg'timation gestattet. Oesterr.-Jsr. Union. Politischer Volksverein. Die vereinigten Tempelvereine. Wien. (Verlobung.) Die Tochter des k. k. Hoftieseramen A. I. L ö w, Fräulein Gisela Löw, hat sich mit dem Juwelier Herrn Emil Schwarz in Wien, I., Graben, verlobt. Wien. An der Cassa der israelitischen Cultusgemeinde sind in jüngster Zeit folgende Spenden eingelaufen: Von Herren Gustav und Theodor Redlich als Legat ihres Vaters, des Herrn Moriz Redlich, für Arme K 1000.—, als freiwillige Spende derselben für Arme K 1000.—. Von Herrn Rudolf Auspitz für die Brigittenauer Schulküche K 200.—. Von der Familie S. Eisenberger als Legat des Herrn S. Eisenberger für Arme K 600.—. Von Herrn Julius K o h n, anläßlich des Sterbetages seiner Frau Friederike Kohn für Arme K 300.—. Von den Geschwistern der sel. Frau Eugenie Löw geb. Winternitz als Wohlthätigkeits-Stiftung zur Erinnerung an den Sterbetag ihrer Schwester K 500.—. Von einem ungenannt sein wollenden Ehepaare anläßlich der Vermählung ihres Sohnes für verschiedene Wohlthätigkeitszwecke K 420.—. Bon Frau Ernestine Brecher anläßlich der Vermählung ihres Sohnes für das Siechenhaus K 10.—. Von Herrn Dr. Jacob L öwinger die bei ihm in einer Ehrenbeleidigungsangelegenheit für Arme erlegten X 40.—. — In der am 11. November 1900 stattgehabten Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde hielt der Präsident dem verewigten Rabbiner Herrn Jacob Fleißig einen tiefempfundenen Nachruf, welchen die Versammlung stehend anhörte. Die Trauerkundgebung wurde dem Sitzungsprotokolle einverleibt. — Anläßlich des Hinscheidens des Herrn Rabbiners Fleißig sind seitens des Budapester Rabbiner-Seminars und anderer Körperschaften Condolenzschreiben an den Vorstand der Cultusgemeinde gelangt. Wien. Der Verein Frauenhort im IX. Bezirke veranstaltet, wie alljährlich, zur Feier des Namenstages der verewigten Kaiserin eine Bekleidung für ungefähr 200 Schulkinder. Der Verein ladet seine zahlreichen Freunde und Gönner ein, die Ausstellung Samstag den 17. November d. I., IX., Seegasse 9, I. Stock, zwischen 2 und 4 Uhr, zu besichtigen, wobei sich dieselben überzeugen werden, wie ihre Spenden zweckentsprechend verwendet wurden. Wien. Der Brigittenauer Frauen-Wohlthätigkeits-Berein unter dem Präsidium der Frau Therese Spitz veranstaltet Heuer, wie alljährlich, ein Kränzchen zu wohlthätigen Zwecken. Sowohl die Damen des Vorstandes, als auch alle im Vorjahre, sowie Heuer an der Ausführung des solennen Kränzchens Betheiligten bemühen sich, das Kränzchen zweckentsprechend anszuführen. Dem Kränzchen gehen zwei Comite-Abende voran, von denen der erste am 20. November stattfindet. Wien. (Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeli t e n.) Der enorme Andrang von Knaben, welche sich aus allen Theilen der österreichisch-ungarischen Monarchie um Aufnahme an den Verein wenden, und die bedeutenden Auslagen, welche die Bekleidung und Versorgung des dermaligen Standes der Zöglinge erfordern, haben den Vorstand des genannten Vereines zu dem Beschlüsse genöthigt, die Aufnahme von Knaben während der Monate December und Jänner zu sistiren. Wien. (Kaiserliche Anerkennung.) Dem städtischen Lehrer Albert Mandl (Schriftsteller Malten) wurde durch eine Zuschrift des Oberstkämmereramtes, beziehungsweise der niederösterreichischen Statthalterei bekanntgegeben, daß sein anläßlich des 70. Geburtstages des Kaisers erschienenes Festgedicht von dem Kaiser der Annahme gewürdigt und dem Verfasser hiefür der kaiserliche Dank ausgedrückt wurde. Wie«. Im Bethause „Marpe Lanefesch", II., Glockengüsse 4. fand am 10. d. M. die feierliche Einweihung des von Herrn Leop. Selmeczy aus Anlaß des 70jährigen Geburtstages Se. Majestät des Kaisers gespendeten „Sefer Thora" statt. Sr. Ehrw. Herr Rabbiner N. Fciedmann hielt eine der Feier entsprechende, formvollendete Festrede. Unter den zahlreich Erschienenen bemerkte man unter Anderen den kaiserl. Rath Herrn Dr. Lieben, Hofrath Kareis, den Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift" Herrn Dr. Bloch und Vertreter mehrerer Bethausvereine rc. Der Präsident der Cultusgemeinde Herr kaiserl. Rath Klinger, sowie Herr Dr. Gustav Kohn ließen ihr Fernbleiben wegen Unwohlsein entschuldigen. Abends war eine größere Anzahl Mitglieder von „Marpe Lanefesch" zu eine gemütlichen Festessen versammelt, welches, gewürzt mit „Thoraworte" und T o a st e, zu einer wahren „Sude schel Mizwoh" sich gestaltete. Wien. Der Synagogenverein „Beth Israel", Leopoldsgafie 29, veranstaltet Sonntag, am 18. d. M., 4'/. Uhr, eine Trauerandacht für den verewigten Rabbiner Jakob Fleißig s. A. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Mayersohn wird das ISON halten. Wien. Das Ergebniß der am 6. d. M. stattgefundenen Wahl des Ausschusses der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler für das laufende Wintersemester 1900 fit folgendes: jur. Siegfried D a n k o w i tz, Präses; med. Max H ö n i g e r, I. Vicepläses; jur. Ernst Löw, II. Vicepräses; med. Siegmund Pistol,!. Schriftführer; med. Wilhelm Landau, II. Schi iftführer; med. Heinrich L ö w y, I. Cassier; med. Arthur Bader, II. Cassier; phil. Ernst Müller, Bibliothekar; jur. MichaelHerer, Hausverweser; jur. Albert Grabscheid, Zeitungsverweser. Budapest. Die Ofener israelitische Gemeinde gedenkt in kurzer Zeit ihr verwaistes Rabbinat zu besetzen, und hat der Vorstand den seit Jahren segensreich wirkenden Oberrabbiner Dr. S t e i n h e r z, derzeit in Stuhlweißenburg amtirend, zu einer Probepredigt eingeladen. Der Herr Oberrabbiner hat auch am 3. d. M. dieser Einladung Folge geleistet und hat durch seine vom jüdischen Geiste durchwehte drei Reden (die deutsche Freitag Abends, die ungarische Samstag Muffaf und die halachischr Samstag Mincha) das zahlreiche Publicum sehr erbaut und für sich gewonnen. Es dürfte für eine große und glückliche Acquisition für die Ofener Gemeinde gehalten werden, wenn dieser gelehrte Rabbiner den Rabbinatssitz einnehmen würde. Es wäre auch ein Glück, einen Mann gefunden zu haben, der durch Mund und Geist im Stande ist, seine Zuhörerschaft an sich zu fesseln und ihre Liebe und Sympathie sich zu verschaffen. Kokin, 12. November. Gestern haben wir die Hülle einer braven, echt jüdischen Frau zu Grabe geleitet, wie solche in der Gegenwart immer seltener werden, der Frau Lotti P o l l a t s ch e k, die mit musterhafter Treue alle Obliegenheiten einer jüdischen Hausfrau erfüllt hat. Sie hinterläßt sechs Kinder, von denen der älteste Sohn, Herr Heinrich Pollatschek, ehemaliger «chulvorsteher, auch den Lesern dieses geschätzten Blattes durch seine gewandte Feder bekannt ist. Die Verblichene, von echt jüdischer Kindesliebe umgeben, erreichte das hohe Alter von 86 Jahren, ungebeugt und ungebrochen an Körper wie au Geist, und hatte das seltene Glück, daß nicht das Uebermaß von Schmerzen, sondern eine übergroße, unerwartete Freude ihre letzte Kraft gebrochen hat. vr. G. Neu-Raußnitz. (Installation.) Sonntag den 4. November fand hier die feierliche Jnstallirung unseres neugewählten Rabbiners, Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Max Steif, statt. Nachmittags um halb 4 Uhr versammelte sich der Gesammtvorstand im Sitzungssaale des Gemeindehauses, woselbst der Präses der Gemeinde Herr Richard Löw eine warme Ansprache an den Rabbiner hielt, in der er, hinweisend auf das ehrwürdige Alter der hiesigen Gemeinde, wie auf ihre Traditionen das Seelsorgeramt in die Hände des neuen Rabbiners legte. Nach einer kurzen Entgegnung seitens Sr. Ehrwürden wurde dieser im feierlichen Zuge nach dem in sinniger Weise ausgeschmückten Gotteshause geleitet, tfjo Se. Ehrwürden vor einem dichtgedrängten Auditorium seine Antrittsrede hielt, und übten die gehaltvollen Ausführungen auf die Zuhörer den nachhaltigsten Eindruck aus. Nach diesem weihevollen Acte fanden sich die Gäste, wie die Honoratioren des Ortes zunächst zu einer Jause und später fast fämmtliche Gemeindemitglieder zu einer gemüthlichen Zusammenkunft ein, die, gewürzt durch Toaste und Tischreden aller Art, wie durch meisterhaft vorgetragene Gesangsstücke des Obercantors Heller aus Brünn, einen äußerst animirten Verlauf bis über die Mitternachtsstunde nahm. i. t. Belgrad. Herr Josef S a g h e r, früher Cantor in Lomnitz, Mähren, wurde einstimmig zum Obercantor der Cultus-