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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-11-09 · 45 (9.11.1900) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
45 (9.11.1900)
Date
1900-11-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Sette 814 Dr« Vwch^s WochenfchrM Nr. 46 Wien. (Trauung.) Sonntag den 11. November d. I. um 7*4 Uhr Nachmittags findet im israelitischen Tempel in der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Anna Tu r n a u e r, Tochter des Herrn Anton Turnauer, mit Herrn Bela Rosenfeld, in Firma Ludwig Rosenftld & Bruder, statt. Wien. (Trauung.) Sonntag am 11. November d. I. findet im israelitischen Tempel zu Nikolsburg die Trauung des Herrn Wilhelm Breuer, Religionslehrer der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, eines Sohnes des im Vorjahre verstorbenen Gemeinderabbiners Josef Breuer, mit Fräulein Anna Krakauer, Tochter des Volksschullehrers B. Krakauer in Nikolsburg, statt. Wien. (Leichenbegängnis;.) Am 6. d. M. wurde Herr Max Reiner zu Grabe getragen. Derselbe, ein Sohn des seligen Sanitätsrathes Herrn Dr. N. Reiner, war Mitglied des Tempelbaucomites im XX. Bezirk. Eine große Zahl von distinguirten Trauergästcn gab auf dem Eentralfriedhofe dem Verblichenen das letzte Geleite. Man bemerkte den ganzen Vorstand der Tempelgemeinde im IX. Bezirk, dessen Mitglied der Verewigte war, eine Deputation der Tempelgenieinde im XX. Bezirk, die Herren Dr. L. Eohn, Hof- und Genchtsadvocat, Cultusvorsteher Rosner, Gemeinderath Zifierer, Commercialrath Reustadtl, Vorsteher Julius Kopstein, Hoflieferant Josef Quittner und Andere. Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus hielt eine tiefempfundene Trauerrede. Herr Obercantor Kläger recitirte die vorgeschriebenen Gesänge in vorzüglicher Weise. Wien. (Tod e s f a l l.) Dienstag, am 6. November, ist hier der Vicepräsident des israelitischen Tempelvereines für die westlichen Bezirke Wiens, Herr Commercialrath Sigmund Eisenberger, im Aller von 75 Jahren sanft verschieden. Der Heimgegangene hat nicht blos als Großindustrieller einen hervorragenden Rang eingenommen, sondern auch durch seine gemeinnützige Thätigkeit auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens. Den Armen war er ein stets opferbereiter Helfer und Gönner; den jüdischen Vereinen stand er sehr nahe und hat sie Jahrzehnte hindurch nicht blos mit seinen Mitteln, sondern auch mit seiner Thatkrast reichlich gefördert und fand in seinen Bemühungen in der treuen Gattin, Frau Präsidentin Cäcilie Eisen berge r, eine gleichgesinnte Beratherin. Ec hinterläßt bei Allen, die ihm je näher getreten sind, ein gesegnetes Andenken. Wien. (Verein zur Förderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten.) Am 28. September l. I. hat sich der V'reinsvorstand, wie folgt, neu coustituirt: Herr Donat Ziff.rer, Präsident; Herr Moriz Hirsch, Vice-Präsident; Herr Dr. Richard Reis, Schriftführer; ferner die Herren Wilhelm Hirsch. Emil Horner, Theodor Kantor, Dr. Gotthelf B. Meyer, Felix Reiser, Leopold Simon und Julius Stern. Gleichzeitig wurde Herr Alben Brandeis in den Vorstand covptirt. Wien. (Spende n.) Für die rumänischen Juden ft»b uns von Herrn Moriz Teller in Tvarosch-Lhotta K 4.- von Herrn M. Kohn in Pilsen K 5.— zugekommen. Prag. Der Verein der jüdischen Hochschüler „Var-Kochba" hielt am 28. October a. c. seine außerordentliche Generalversammlung ab. Bei derselben wurden unter Anderem hauptsächlich folgende Beschlüsse gefaßt: Alle 14 Tage ist ein Vereinsabend für Mitglieder und von denselben eingeführte Gäste mit Vorträgen einzelner Mitglieder und anschließenden Discussionen zu veranstalten. Im Wintersemester 1900/1901 ist außer einem repräsentativen Kränzchen ein Cyclus von sechs literarischen und Unterhaltungsabenden abzuhalten und hat sich diesbezüglich ein separater Vcrgnügungsausschuß gebildet. Die angenommenen Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Obmann MUC. Alfred L ö w y, besten Stellvertreter JUC. David Teller, erster Schriftführer JUDr. Alfred Kral, zweiter Schriftführer jur. Emil Fuchs; in den weiteren Ausschuß: jur. E. Gütig, med. Arthur Hahn, jur. Arthur Bergmann. Kormeuburg. Aus Anlaß der Beeidigung der israelitischen Recruten des hiesigen k. u. k. Eisenbahn- und Telegraphen- Regimentcs fand am 31. v. M. ein feierlicher Gottesdienst statt, zu welchem Se. Ehrwürden Herr Bezirksrabbiner Dr. Rosenmann erschien. Die Mannschaft, sowie zahlreiche Einjährige in Parade füllten den festlich beleuchteten Tempel. Nach dem Maris-Gebete bestieg der Rabbiner die Kanzel und hielt eine gediegene Ansprache. Nach einem Gebete vor der offenen Bundeslade für Se. Majestät und das Kaiserhauses wurde die Volkshymne angestimmt. Uug.-Brod, 25. October. Bei der am 21. October stattgehabten Cultuswahl wurden gewählt: Die Herren Dr. Hermann S p i e g l e r, derzeit Cultusvorsteher, Bürgermeister Leopold I. Schön, M. H. B r a m m e r, Ignatz W i n t e r st e i n, Jacob S. S ch ö n, L. D. S ch ö n im II. Wahlkörper in den Ausschuß, und m den Ersatz Ignatz Spiegler, Adolf Klein, Marcus Bock; vom I. Wahlkörper wurden in den Ausschuß gewählt: Dr. L. Neu selb, Moritz Fuchs, Jonas Brunn, Max Schön, Leopold Reiß, Karl Winter st ein und als Ersatz Karl Kohn, Isidor Brun n, Friedrich Kohn. Interessant war die Wahl dadurch, daß endlich mit den Orthodoxen gemeinsam gewählt wurde, und nach ZOjährigem Kampfe wieder 1 Orthodoxer in die Vertretung gewählt wurde, welche durch Herrn Jacob S. Schön würdig vertreten sind. Eibenschih. Der Oberlehrer Herr Julius Wald mann trat nach 39jähriger Thätigkeit, wovon er 36 Jahre an der deutschen Volksschule in der Jsraelitengemeinde Eibenschitz ersprießlich wirkte, über sein Ansuchen in den wohlverdienten Ruhestand. Schüttenhofen. (Verlobung.) Unser allgemein hochgeschätzter und sehr beliebter Seelsorger. Herr Dr. W. Klauber, Bezirksrabbiner, hat sich mit dem Fräulein Louise Böhm, einer Schwester des Dermatologen Herrn M. U. Dr. Ignaz Böhm aus Karlsbad verlobt. Pilsen. Im Laufe des heurigen Winters finden hier mehrere Vorträge des Herrn Rabbiners Dr. Ä P o s n a n s k y über geschichtliche Themen statt; der erste unter dem Titel: „Völkergrnppirnng im Alterthum", findet am 27. d. M. statt. Budapest, 24. October. Der Oberstlieutenant Salomon Gabriel Steiner in Debreczin ist zum Corps-Commandanten in Trencsin ernannt worden. Belovar. Der hiesige Obercantor Herr M. F a u st erhielt folgendes Schreiben : „Laut hohen Erlasses Sr. Excellenz des Herrn Banus vom 28. September I960, Z. 4429, wird der Stadt-Magistrat aufgefordert, den Herrn M. F a u st. Obercantor der israelitischen Cultusgemeinde in Belovar, in Kenntuiß zu setzen, daß seine aus Anlaß; des 70jährigen Geburtsfestes Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät gedichtete und - componirte „Jubel-Hymne" allerhöchsten Ortes huldvollst angenommen wurde und ihm für dessen loyale und patriotische Gesinnung der Allerhöchste Dank ausgedrückt wird." Temesvar, 25. October. Der griechisch-orthodoxe Geistliche Th. Kompianu, ein wüthiger antisemitischer Hetzredner, ist wegen Wechselfälschung und Unterschlagung vom hiesigen Gerichtshöfe zu elf Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Berlin. 29. October. Herrn Fabriksbesitzer K. Netter, Mitglied des Vorstandes der hiesigen jüdischen Gemeinde, ist der Kronenorden IV. Classe verliehen worden. Nürnberg, 27. October. Lebhaftes Befremden erregt auch in nichtjüdischen Kreisen der in der gestrigen Magistratssitzung bekanntgegebene Beschluß, daß bie Angelegenheit des Hilfsgeistlichen Wirth, der sich in der bekannten Weise in der Volksschule über den Konitzer Mord ausgelaffen hat, auf sich beruhen solle. Jassy. Der rühmlichst bekannte Rabbiner Dr. Nacht wurde zum Rabbiner der Gemeinde Fokschani gewählt und hat bereits sein Amt übernommen. Feuilleton. Jankiel, der Makler. Von Pseudonym. Uebersetzt aus dem Polnischen von Malwina Blumberg. II. Das Nachdenken gehörte nicht zu den Beschäftigungen, denen der Gutsherr häufig und mit besonder Vorliebe obzuliegen pflegte. Wenn er dieser Thätigkeit seine kostbare Zeit widmete, so geschah es gewöhnlich unter dem Drucke einer traurigen Nothwendigkeit, und diese ließ er nur dann gelten, wenn er Geld brauchte. Aber auch dann war der unentbehrliche Jankiel zur Stelle. Einmal jedoch fügte es der Zufall, daß Jankiel bei einer solchen Gelegenheit fehlte. Es war Samstag. Die Abwesenheit Jankiel's an diesem Tage war den Herrschaften nichts Unge-

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