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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-11-09 · 45 (9.11.1900) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
45 (9.11.1900)
Date
1900-11-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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eene 808 Dr. Bloch's Woche nfchrifl. >JtT 45 „@r hätte den Skepticismus nicht so liebenswürdig dargestellt, er hätte nicht so viel Sorgfalt auf seine Zeichnung verwendet, er hätte nicht all unsere Sympathien Petrone zugewandt, wenn es ihm wirklich nur darum zu thun gewesen wäre, das Christenthum und die Christen zu verherrlichen. »Das ist wenigstens der Eindruck, den ich von dem Buche empfangen habe, vorausgesetzt, daß die nächste vollständige Ausgabe des Romanes von Sienkiewicz. die vorbereitet wird, nicht mein Urtheil entkräftet. In diesem Falle würde ich mich aber an die Herausgeber halten, die ihren Autor verrathen und mich getäuscht hätten." Gorrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Cuttusvorsiandes vom 4. November 1900 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn karserl. Rath H. Klinger. Beginn 10 Uhr Vormittags. Als eingelangte Spende wird bekanntgegeben der von Herrn Adolf Winterberg als Ergebniß einer Sammlung fiir jüdische Waisenknaben erlegte Betrag von 80 K. Im Einlaufe gelangen zur Verlesüttg mehrere Zuschriften von Bethausvereinen mit der Mittheilung, daß im Sinne des Ersuchens des Cultusvorstandes die Kanzleilocalitäten für die bei den bevorstehenden Neu- und Ergänzungswablen in den Cultusvorstand amtirenden Commissionen zur Verfügung gestellt werden. Herr Dr. Maximilian Steiner urgirt die Durchführung des Plenarbeschlusses betreffend die Abänderung der Concursmodalitäten der Dr. Adolf Sack s'schen Stiftung für Herz- und Aortakranke. Der Obmann der V. Section, erster Vicepräsident Herr Dr. A. St er n, macht in längerer Auseinandersetzung rücksichtlich dieser Angelegenheit eine Reihe von Bedenken geltend und beantragt die Reassumirung des citirten Plenarbeschlusses. Nach eingehender Debatte, an welcher sich der Antragsteller Herr Dr. Stern, ferner die Herren Dr. Steiner, Regie- - rungsrath Dr. St eg er, Dr. Berger, Docent Dr. Grünfeld und Baurath von G o l d s ch m i d t betheiligen, wird im Sinne der Ausführungen des Herrn ersten Vicepräsidenten Dr. Stern und in Reassumirung des Plenarbeschlusses vom 19. Juli l. I. beschlossen, die bisherigen Concursmodalitäten rücksichtlich der Dr. Adolf Sacks'schen Stiftung für Herz- und Aortakranke beizubehalten. Herr Architekt Fleischer referirt namens der I. Section über die behuss Herstellung und Verkauf der von der Wiener israelitischen Cultusgemeinde unter besonderer Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates bereitzustellenden Mazzoth erforderlichen Vorkehrungen und beantragt, diesbezüglich eine öffentliche Offertausschreibung einzuleiten. Der Antrag wird angenommen. Herr Dr. Berger berichtet über den von einigen Mitgliedern des israelitischen Bethausvereines »Adahs Jeschianu" gegen die Abhaltung der Generalversammlung dieses Vereines vom 25. März 1900 bei dem Cuttusvorstande eingebrachten Protest. Nach längerer Debatte wird entgegen dem Referenten- Antrage beschloffen, die Petenten dahin zu bescheiden, daß selbe wegen Austragung der Angelegenheit an das in dem Statute dieses Vereines vorgesehene Schiedsgericht sich wenden mögen. Herr I. Vicepräsident Dr. Alfred Stern referirt namens der V. Section über die Activirung neuer Stiftungen. Conform den Sectionsanträgen wird die Uebernahme der „Selig und Arnold Reicher'schen Seelengebet-Stiftung" mit einem Capitale von Nom. L 10.000 und der »Notar Emanuel Schiffmann'schen Studenten-Unterstützungs-Stiftung" mit einem Capitale von Nom. K 1000 beschloffen. Nach Erledigung von Personalien wird die Sitzung um halb 2 Uhr Nachmittags geschloffen. Wien. (Oesterreich isch-Jsraelitische Union. Plenarversammlung vom 3. November 1900. im Saale des Restaurant Khuner.) Präsident kaiserl. Rath R u z i e! o eröffnet um 8 Uhr die Sitzung, berichtet über die Vorkommnisse im Vereine seit der letzten Versammlung und ersucht den Referenten Herrn Dr. Zinsüber die vom Cuttusvorstande durchgeführte Wahlreform, sowie über jenen Standpunkt und die unternommenen diesbezüglichen Schritte des Vorstandes der »Union" seinen Bericht zu erstatten. Hierauf ergreift das Wort Berichterstatter Vorstandsmitglied Dr. Zins und entwickelt in längerer Auseinandersetzung die Entstehungsgeschichte der Wahlreform, die Stellungnahme der einzelnen Mitglieder des Cultusvorstandes zu derselben, die Thätigkeit des Vereinsvorstandes in dieser Angelegenheit und den wesentlichen Inhalt der beschlossenen und genehmigten Statutenänderungen. Zu Beginn des Jahres habe der Präsident der Cultusgemeinde einer Versammlung von Gemeindemitgliedern mitgetheilt, daß der Cultusvorstand mit Rücksicht auf die ungünstige financielle Lage der Gemeinde und auf die von den Höchstbesteuerten spontan abgegebene Erklärung in eine Erhöhung ihrer Steuerleistungen und in eine Erweiterung des Wahlrechtes, jedoch nur gegen Einräumung eines größeren Einflusses auf die Vermögens- Verwaltung und Tbätigkeit des Cultusvorstandes durch Schaffung einer besonderen Wahlcurie zu willigen, die Einsü'hrung des Drei-Wahlkörpersystems ventiliren. Die Versammlung (der Mindestbesteuerten) sprach sich ausnahmslos principiell gegen die Einführung von Wahlkörpern aus. In einem am 12. Februar d. I. stattgefundenen Discussionsabend der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union sprachen sich auch die Meisten gegen das Wahlkörpersystcm aus, wobei Redner als Compromiß die Schaffung einer besonderen Curie der passiv Wahlberechtigten bei Belastung des uneingeschränkten allgemeinen activen Wahlrechtes durch Wahl s ämm 1li ch er Vorstandsmitglieder durch sämmt lich e Wahlberechtigten, jedoch eines Theiles des Vorstandes aus einer Gruppe der Höchstbesteuerten anregte, wodurch allein deren factiscke persönlich e Mitwirkung gesichert würde. Redner entwirft sodann eingehend ein Bild der am 27. und 28. Mai und 6. Juni d. I. stattgefundenen, diesem Gegenstände gewidmeten Plenarsitzungen des Cultusvorstandes und gibt die bei denselben geäußerten Meinungen, gestellten Anträge und gefaßten Beschlüsse bekannt, worüber wir in den Nummern 22 und 23 unseres Blattes berichteten, und bringt der Versammlung zur Kenntniß, daß außer einem Privatschreiben eines Vereinsvorstandsmitgliedes an den Präsidenten der Cultusgemeinde die Oesterreichisch-Jsraetttische Union ein ausführliches Memo, ran dum vor Vorlage der Beschlüsse des Cultusvorstandes zur behördlichen Genehmigung dem Cuttusvorstande überreichte, welches in den Anträgen gipfelte, - daß, wenn überhaupt . eine privilegirte Curie geschaffen werden sollte, jedenfalls das Passive Wahlrecht auf die Mitglieder dieser Curie beschränkt, ein Pluralitätswahlrecht vermieden und die Sectionen beseitigt werden mögen. Auf dieses Memorandum habe jedoch der Vereinsvorstand vom Cuttusvorstande gar keine Erledigung erhalten und nach dem neuen Statut haben 24 Vorsteher von sämmtlichen Steuerträgern und überdies 12 Vorsteher von den mindestens 200 Kronen Zahlenden aus der Gesammtheit der Wahlberechtigten gewählt zu werden und bleibt die Reform der Verwaltung vertagt. Dr. Zins bittet sohin im Namen des Vereinsvorstandes, diesen Bericht von der Thätigkeit desselben in der Wahlreformftage wohlwollend und genehmigend znr Kenntniß zu nehmen und schließt folgendermaßen: »Wie immer Sie über diese Wahlreform und die diesfällige Action des Cultusvorstandes denken, belieben Sie das neue Statut nun als eine geschaffene Thatsache hinzunehmen und diesbezügliche Recriminationen nun zu unterlaffen, und wenn auch der Bereinsvorstand in der Behandlungs - art, die das Memorandum und das Einschreiten des Vereins - Vorstandes beim Cuttusvorstande gesunden haben, nicht gerade einen Act jener Rücksicht und jener Respectirung zu finden vermag, die der Vereinsvorstand vom Cultusvorstande beanspruchen zu dürfen- und erwarten zu sollen glaubt — so bin ich mir doch des Einverständnisses aller geehrten College» int Bereinsvorstande bewußt, wenn ich mit der dringenden Bitte schließe, daß Sie

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