Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 43 (26.10.1900)
- Date
- 1900-10-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Sir. 43 Dr. Bl icht Morsienschrifl. Seite 773 und Amtsleiter Bäcker wa^e.i zur Festlichkeit erschienen, nm dem hochgeachteten Brautpaare, namentlich den Brauteltern, ihre Verehrung auszudrücken. Der besonders feierliche Charakter des Trauungsactes und die außergewöhnliche Betheiligung an demselben erbrachten den eclatantesten Nachweis, welch ungewöhnlicher Sympathien Herr Dr. Gustav-Kohn sich erfreut und welch allgemeine Anerkennung dessen menschenfreundliches Wirken auch allenthalben findet. Bei dem hieraus im Familienhause, Hahngasse 25 stattgefundenen Empfange waren unter Hunderten von Gratulanten auch zahlreiche Cvrpocationen und Deputationen erschienen. Abends halb 7 Uhr versammelten sich die geladenen Fest gaste zum Hochzeitsmahle im Saale des „Hvlel Centrale" in der Taborstraße. Zumeist ans den Berivandten- und Feenndeskceis beschränkt, waren es doch nahezu hundert G.decke, welche von den Hochzeitsgebern belegt wurden. Bei dem vom Nestauratenr Khuner ausgezeichnet beigestellten Mahle kam alsbald eine freudige Stimmung znm Durchbruche, welche sich allen Festgästen mittheilte und in ausgezeichneten Toasten ihren Ausdruck fand. Den Reigen derselben eröffnete Herr Oaerrabbiner Dr. Güdemann mir einem launigen Trinkspruche auf das Brautpaar, wobei ein geistvolles Worrfpiel ans den Namen des Bräutigams Heller mir der österreichischen Kronenwährnng sehr beifällige Aufnahme fand. Herr Dr. Alfred Stern begrüßte das Elternpaar namens des Cultnsvorstands warm und herzlich, worauf Herr Dr. Spitzer in längerer, auch von trcsflichen hebräischen Citaten begleiteten Ansprache auf die wohlthnende Einmüthigkeit hinwies, die im Schoße des Bethansvvrstandes eine Pfiegestätte findet, und den Wunsch hinzufügte, es möge noch lange, lange so bleiben; Herr Dr. Lederer verlas ein von ihm verfaßtes, humoristisches Gedicht und Herr Obercantor Saiger sang eine von ihm selbst am Claviere begleitete Löive'sche Ballade unter allgemeinem Beifalle, worauf Herr Reichsrathsabgeordneter Dr. Ofner in wohldurchdachter und geistvoll-humoristischer Rede der Verdienste des Brautvaters gedachte, und die Herren Heinrich Teltschcr und Theodor Kohn auf die Eltern des Bräutigams tvastirten. ivorauf der Hochzeitsvater Herr Dr. Gustav Kohn, wie er betonte, außerhalb der Gepflogenheit, in bewegten, tiefempfundenen Worten allen Denen herzlichen Dank dafür sagte, die sich um das Zustandekommen der heutigen Festesfeier bemühten, um ihm und seiner Familie eine Freude zu bereiten. Wir aber betonen, daß alle diese dem hochverehrten Herrn Dr. Gustav Kohn entgegengebrachten feierlichen Kundgebungen nichts Anderes bedeuten, als den Ausdruck einer dankbaren Bethätignng für all das Edle und Gute, das er in den vielen Jahren seiner Wirksamkeit vollbrachte, und wünschen, daß der Helle Strahlenglanz des heutigen Festes auch hineinlenchten möge in das junge Familienhaus zum Heile und zum Segen. Wien. (Berlobun g.) Fräulein Martha Ellbogen, Tochter des Gemeinderathes Herrn M. Ellbogen, hat sich mit dem praktischen Arzte im II. Bezirke Dr. Isidor Braun verlobt. Wien. (Trau u n g.) Sonntag den 28. October l. I. nur halb 4 Uhr Nachmittags findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Anna I r i tz e r mit Herrn Dr. Bernhard Brecher, Hof- und Gerichtsadvocat, Sohn des Herrn Julius Brecher, statt. Wien. (Spende n.) Für die rumänischen Juden ist uns der Betrag von K. 60.86 als Resultat einer von Herrn Josef Sternbach, Vorstandsmitglied der israelitischen Cnltusgemeinde in Drohobycz, eingeleiteten Sammlung zugekoiuiucn. Wien. (Spenden.) Für die Abgebrannten in Uhnow sind uns von Herrn Adolf Singer in Rican K 10, von Herrn Salomon Tauber in Mistek K 20 zngekommen. Wien. Die Erzeugnisse der Selchwaarenfabrik I. The umann in Wien und Paris wurden bei der „Weltausstellung Paris 1900" mit dem II. Preise ausgezeichnet. Wollersdorf. (A b f all v o m Iud enthum.) David Riesel, Gendarmerie-Postenführer, geboren in Tysmienice (Galizien) ist aus dem Jndenthum ausgetreten. Teplitz. Zur Wiederherstellung seiner Gesundheit begibt sich der Schriftsteller und emeritirte Handelskammer-Secretär Herr Leo Herzberg-Fränkel nach Meran, wo er den Winter zu verweilen gedenkt. Pilsen. (A u s z e i ch n u n g.) Der Religionslehrer an den hiesigen Volks- und Bürgerschulen, Herr Josef B aß, ein gebiirtiger Nikolsburger, erhielt anläßlich der Vollendung seiner vierzigjährigen Dienste seitens der k. k. Statthalterei die ans Anlaß des Allerhöchsten fünfzigjährigen Neglerungsjubiläuius gestiftete „Ebrenmedaitte für vierzigjährige treue Dienste" und ein Belobnngsdecret vom hiesigen k. k. Bezirksschulrathe. Herrn Baß, der im engsten Familienkreise sein Jnbilänm feierte, gingen von vielen Seiten und aus den Kreisen zahlreicher, in verschiedenen Stellungen wirkender ehemaliger Schüler vielfache Beweise von Sympathie und Hochachtung zu. Poderstim. Herr Earl Löbl, langjähriger Vorsteher der hiesigen Eultnsgemeiude, iibersiedelt in kurzer Zelt nach Teplitz. Die Sympathie deren sich der Genannte erfreut, kam in der am 21. d. Mts. abgehaltenen Ausschustsitznug znm vollen Ausdruck. Es wurde ihm nämlich von dem jetzigen Vorsteher Herrn Moriz Löwy das Diplom eines Ehrenmitgliedes der hiesigen Gemeinde mit einer warm empfundenett Ansprache überreicht, wobei die Verdienste des scheidenden Vorstehers gebührend gewürdigt wurden. Auch der Herr Rabbiner Rychnowsky verabschiedete sich von demselben in einer unseres trefflichen Redners würdigen Weise. Herr Earl Löbl dankte gerührt für die Beweise der Verehrung. Budweis. (F a m i l i e n a b e u d ) Der hiesige Channka- Verein veraast Utete Montag den 15. d. M. in den Räumen der Budweiser Bierhalle einen Familienabend mit anschließendem TanZkränzchen. unter Mitwirkung der Eapelle des k n. k. Infanterie-Regimentes Rr. 2», sowie der Herren Josef Frankenbnsch, Eoncertmeister am königl. deutschen Laudestheater in Prag und Ein. Weist, Eantor tu Bndweis. Ja Herrn Fraukeubusch lernten wir einen wahren, echten Künstler kennen, der seine Violine mit solcher Virtuosität beherrscht, dast er sich im Sturme die Herzen aller Zuhörer eroberte. Meister Frankenbusch spricht mit seinem Instrument zum Publicum. Sein schöner Vortrag, seine brillante Technik, die Reinheit des Tones rissen das Publienin zu stürmischen Beifallsbezeugungen hin, so dast er sich zu mehreren Zugaben entschliesten mnstte. Herr Eantor Weist, den wir bislang nur von der Kanzel herab zu bewundern Gelegenheit hatten, füllte auch am Eoncertpodium seine Stelle voll und ganz ans und erntete für seine Liedervorträge gleichfalls reichlichen, wohlverdienten Beifall. Die Elavierbegleitnng lag in den bewährten Händen des Fräulein Irma Ferda, die sich ihrer schweren Aufgabe, speciell bei der Begleitung des Violinconcertes, in der bravourösesten Weise entledigte. Stach Abwickelung des Programms entwickelte sich unter den Klängen der Regimentscapelle ei» flottes Tanzkräuzchen, das die Theilnehmer bis in die frühen Morgenstunden in der animirtestcn Stimmung beisammen liest. Das Eomit6 bestand ans den Herren Jacob Adler, Heinrich Biegler, Dr. Bullatn. Ignaz Fantl, I Fürth. Max Gans, Max Gottlieb, Otto Hackt, Anton Stern und Gustav Tanssig, war iu der Lage, dem wohlthätigeu Zwecke einen namhaften Betrag zuznfiihren und kann mit Befriedung auf den gelungenen Abend zurückblicken. O.-ckl. Teinesvar, lK. October 1!>i>0. (I » b i l ä nm d e s O bereu n t o r s L ö w e n h c r z ) Die Tcmesvarer innerstädtische israelitische Enltnsgemeinde beging am Simchas-Thora-Tage in äußerst prunkvoller Weise das fünfundzwanzigjährige Amtsjubilänin ihres Obercantors Eduard L ö w e n h e r z. Obercantor L ö w e n h e r z. dessen Ruhm weit über die Grenzen seiner Gemeinde und der Monarchie geht, war nicht nur seitens seiner Gemeinde und Verehrer, sondern der g e s a m m t e n B ü r g e r s ch a f t Temesvars und Umgebung, ohne llnterschied der Confessionen, Gegenstand eh envoller Ovationen. Insbesondere sei ein -lct seltener Toleranz erwähnt, und zwar, dast sich an der Jubiläumsfeier die römisch-katholische G e i stlichkeit iu besonderem Maste betheiligte, ein Beweis, wie sehr sich der Jubilar und seine Gemeinde die Achtung und Werthschätznng der Andersgläubigen zu erwerben wustten. Am Vorabende des Jubiläums brachte der ..Philharmonische Verein" dem Obercantor eine Lampion- Serenade dar, wobei der gesammte Mannerchor des Vereines die Lieblingslieder des Gefeierten vortrng. Stadtrepräsentant Lorenz V a r g h a hob iu schönen Worten die Verdienste hervor, welche sich Obercantor Löwe »Herz um den Verein, speciell aber nm dessen Musikschule — deren Leiter der Jubilar ist — erworben hat. Rach den Dankesworten des Obercantors L ö w e n h e r z sang der Verein das Motto ab. Die Serenade, an welcher Tausende hervorragende Bürger sich betheiligten, leitete Domcapellmcister I. M. R o v a c s e k. Die eigentliche Feierlichkeit fand am Simchas-Thora-Tage statt. Im Nahmen des Vormittags-Gottesdienstes wurde eine Tempelfeier veranstaltet, wobei der Jubilar als „Ehassan Mastir" zur Thora gerufen wurde. Vom Ebor erklang das dem Jubilar ans diesem Anlässe gewidmete „Halleluja" von Prof. K ü r r ä s z, welches vom Mädchenchor der Synagoge und vom Männerchor des Philharmonischen Vereines ansgeführt wurde. Rach dem Thoravortrage trat Oberrabbiner Dr. M. L öw y an den Jubilar heran, um ihm an der Stätte seiner. Wirksamkeit den Segen und die Mo renn zu verleihen. Der Oberrabbiner hielt eine längere Ansprache, in welcher er die Verdienste seines Amtsbrnders würdigte. Eantor M. N a g e l trug einen von« Oberrabbiner verfaßten Mischeberach vor, wonach sich der Jubilar und der Oberrabbiner umarmten und küßten. Nach dieser rührenden Scene, wobei kein Auge trocken blieb, sang der Chor Snlzer's Festhymne, worauf die Tempelfeier ihr Ende nahm. Nach dem Gottesdienste sprach