Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 38 (21.9.1900)
- Date
- 1900-09-21
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Dr. Bloch's Wochenschrift- Nr. 36 Seite 396 I. S. Da Uebung bekanntlich den Meister macht, brauchten Sie eigentlich ebenso wenig über das schlechte Deutsch, als über die stupiden Lügen des „Deutschen Volksblattes" zu staunen. Das Blatt hat fich eben darin so fleißig geübt. Nemo. Die Nachricht, daß Dr. Klotzberg nunmehr in Gemeinschaft mtt Herrn Purscht an die Gründung einer neuen Partei schreiten wolle, entsprang wohl nur einem Scherz Justus. Sie haben ganz Recht; daß in der antisemitischen Aera in den Wiener Sttaßen kein Stein auf dem andern ruhig liegen bleiben kann, ist noch nicht das Aergste. L. R—un. In Baden lacht Jeder über die ebenso komischen als heuchlerischen Phrasen, mit denen Herr Füller seine Absicht, nicht mehr für das Parlament candidiren zu wollen, verkündete; der gute Herr hat längst ausgespielt und wäre nicht gewählt worden, auch wenn er candidirt hätte. Ego. Es ist kein Wunder, daß die clerical-antisemitischen Blätter die Rüge, die Se. Majestät dem politisirenden Erzbischof von Sarajevo ettheilte, wie einen sie zermalmenden Streich aufnehmen und daß sie mehr oder minder offen gegen dieselbe sich auflehnen. Wenn der Clerus sich in Oesterreich nicht in die Politik mengen würde, hätte der Antisemitismus bald ausgespiclt. I. O. in Jglau. Sie fragen: Zu Beginn des Schuljahres müssen alle Schüler der Volks- und Mittelschulen das heilige Geistamt anhören und werden von den Professoren in die Kirche geführt; warum sollen die jüdischen Kinder vor Schulbeginn nicht auch diese schöne Sitte mitmachen und von dem Religionslehrer in den Tempel geführt werden? Diese Anregung verdient jedenfalls beherzigt zu werden. A. Traub in Wie». Für diese Woche zu spät. N. R. Anonyme Zuschriften wandern in den Papicrkorb Jüdisch-theologisches Seminar Breslau, Wallstrasse lb. Beginn des Wintersemesters 23. October a. c. Die Aufnahms-Prüfungen finden am 21. und 22. October a. c. statt. Meldungen sind an den Unterzeichneten Vorsitzenden des Lehrer-Collegiums zu richten. 647 DR. B R A U N. Spinoza in Deutschland Gekrönte Preisschrift. Von Dr. Max Grunwald IV, 380 8. — M. 7.20. Verlag von 8. Calvary & Co. Berlin N. W. 7. „Der mit Glück erfasste Und originell durchgeführte Gedanke, die Wandlungen in der Erkenntniss und Auffassung Spinoza’s in engem Zusammenhänge mit dem Umänderungsprocesse der modernen Weltanschauung selbst in Verbindung zu bringen, hebt die Arbeit über das Durchsehnittsmass literarhistorischer Leistungen hinaus und gewährt ihr die Bedeutung eines durchaus eigenartigen Beitrages zur modernen Culturgesehichte“. (Aus den Urtheilen der Preisrichter.) „Ich weiss nicht, was ich mehr bewundern soll, die ungeheure Gelehrsamkeit, die das gigantische Material zusammenbrachte, oder die Klarheit, mit der es verarbeitet ist. Ich, der Ungelehrte, würde da an ein Wunder glauben, wenn ich es als Spinozist dürfte. Und wie viele, ausser mir, sind Ihnen für die gewaltige Arbeit zu innigstem Danke verbunden.“ (Aus einem Briefe Spielhagen’s an den Verfasser.) Eine zweite Preisschrift von demselben Verfasser: Die Eigennamen des Alten Testamentes in ihrer Bedeutung für die Kenntniss des hebräischen Volksglaubens. Verlagsbuchhandlung Wilhelm Koebner (Inhaber M. & H. Marcus) in Breslau. Preis Mk. 2.50. In dem Bericht der Facultäten an der kgl. Universität zu Breslau vom L7. Jänner 1894 äussert sich die evangelisch-theologische Facultät über diese Arbeit: „Diese Abhandlung zeugt von grossem Fleiss und reichen Kenntnissen“ und bekundet „reiches und vielseitiges Wissen auf dem Gebiete der Sprach- und Religinswissenschaft“. PARIS 1900 mit der kOLDENEN MEDAILLE prämilrt. Für die hohen Fest- und Feiertage empfehlen wir allen unseren Gläubensbrüdern, die jüdisch denken und fühlen Palästina-Wein und -Cognac aus den Jüdischen Colonien in Palästina. — Echte, reine Naturweine erster düte. Für UnverMschtheit unbedingte Garantie. — Sowohl die Weine als auch der Cognac sind streng rituell und mit Attesten der ßabbinate von Jerusalem, Jaffa, Wien und wn Sr. Ehrwürden'Rabbiner Fürst von Schiffschul beglaubigt. — Per Karmel-Wein und Karmel»Cognac soll in jedem gutjudischen Hause gehalten werden. Alleiniges Monopol für ganz Oesterreich-Ungarn: 645 Commandifc-Gesellsehaft „Karmel“, Wien l.9 Börseplatz 6. (Telephon 13.187.) Auszug sluls d.em. Preis-Courant: Haute-Sauterne Muscat sec. * Muscat doux, sm Vermouth . . . e. Vj Flasche. Flasche. Rothe Weine. >/i Flasche. */a Flasche. fl. —.50 Medoc II. fl. —.50 „ 1.50 —.80 „ I ..... . » — „ 18Q —.95 St. Julien. „ —.95 - 1.80 -.95 Alicante, süss. —80 „ 180 „ —.95 „ „ superieur .„ 180 „ —95 Cognac J/, Flasche. . fl. 3.— V/ Flasche. fl. 1.55 J/4 Flasche. fl. —.85 Aufträge aus der Provinz werden schnellstens ansgeführt, jedoch nur gegen Einsendung des ganzen Betrages im Vorhinein oder einer 20percentigen Angabe. — Emballage, Fracht etc. zu Lasten des Käufers. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, Vm.