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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-09-07 · 36 (7.9.1900) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
36 (7.9.1900)
Date
1900-09-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 36 Dr. Bloches Wochenschrift. Sette 655 Preise, sondern auch der Kundenkreis, der alle Gesellschaftsschichten umfaßt, so daß man unter den S ch e i n'schen Kunden Mitglieder des Allerhöchsten Hofes, der Aristokratie, des vornehmsten Biirgerstandes neben dem schlichten Kleingewerbetreibenden und Arbeiter finden kann. Fast alle größeren Curorte, Anstalten, Bahnen, Vereine werden von Herrn S ch ein mit Teppichen versorgt. Die Krönung seiner Erfolge in rastloser Thätigkeit bildet die Fabrik von Zd iric, die von Herrn Schein g-griindet wurde und in der unter fachmännischer Leitung Teppiche, Vorhänge und Möbel, stoffe erzeugt werden. Auch hier gewinnt der Umsatz täglich an Ausdehnung. Die Jubiläumsfeier, so schlicht und einfach und doch herzlich sie war, läßt auch die Charaktereigenschaften des Mannes, dessen schönster Stolz es ist, Bürger der großen Kaiserstadt zu sein, im besten Lichte erscheinen. Fast sämmtliche Angestellte der Firma begaben sich am letzten Sonntag nach Baden in die Villa des Jubilars und überreichten dortselbst ihrem Chef eine prachtvolle Adresse, deren Stirnseite mit dem von Wasch mann künstlerisch ausgeführten Reliefporträt des Herrn Schein in Silber geschmückt ist. In der Ansprache, welche einer der ältesten Angestellten an den Jubilar hielt, heißt es: „Mit unermüdlichem Fleiße und rastlosem Eifer haben Sie jederzeit gestrebt und gearbeitet und fanden Ihren schönsten Lohn darin, Ihr schönes Unternehmen zu seiner heutigen glanzvollen Höhe emporgehoben zu haben und Ihr Renommee in den weitesten Kreisen verbreitet zu sehen." Der Jubilar dankte in bewegten Worten für diese Ovation nnd ein glänzendes Bankett, bei dem sich die Gemalin des Jubilars als liebenswürdige und herzgewinnende Hausfrau zeigte und bei dem viele Trinksprüche gehalten wurden, vereinigte sodann die Festtheilnehmer. Trotzdem Herr Schein Alles vermieden hatte, um den Jubeltag weiteren Kreisen bekannt zu machen, traf dennoch eine große Anzahl von telegraphischen Glückwünschen aus dem Kreise der Kundschaft sowohl, wie der hervorragendsten Vertreter der Industrie und Handelswelt ein, welche neuerlich Beweis gaben, welch ungetheilter Achtung sich Herr Schein erfreut. Die rüstige Constitution des Jubilars wie seine geistige Frische lassen hoffen, daß Herr Schein auch sein goldenes Jubiläum bei gleichem Wohlbefinden feiern wird. Prag. In Wodnian starb der Schwiegervater des Lehrers Moriz Edelstein, der Rabbiner und Prediger Herr Josef Schüller, im 78. Lebensjahre. Das Leichenbegängniß fand in der Vaterstadt des Verblichenen, Schaffa in Mähren, statt. Prag. Ein persischer Arzt aus Teheran, der eine Studienreise durch die Hauptstädte Europas macht, weilt gegenwärtig in Prag. Er erregt in seiner auffallenden morgenländischen Tracht allgemeines Aufsehen und zieht immer einen großen Schwarm Neugieriger nach sich, wo immer er sich auch zeigt. Der exotische Gelehrte, der stets von einem Dolmetsch begleitet wird, beabsichtigt, einen Bortrag in hebräischer Sprache zu halten. Prag. Hier starb der langjährige Custos des neuen israelitischen Tempels, Herr I. Leopold Bondy, der Vater des jungen Prager Schriftstellers Herrn Dr. Josef Adolf B o n d y, nach kurzer Krankheit im 58. Lebensjahre. Der Verblichene erfreute sich in seinem Berufskreise durch sein von allgemeiner und fachlicher Bildung getragenes sympathisches Wesen großer Werthschätzung. Turnau. Bei der Neuwahl der israelitischen Cultusgemeinde wurden mit großer Majorität in den Vorstand gewählt: Wilh. Epstein, Richard Nowak, Wilhelm Hart st ein, Theodor Seger, Otto Epstein, Karl Läufer. In den verstärkten Vorstand die Herren: Neä. vr. Alois Reiner, Alfr. Abele s, Karl Taus sig, Josef Gans, Leopold Law etzky, Eduard Epstein. Gleichzeitig wurde einstimmig beschlossen, dem hochverdienten langjährigen Borstandsmitgliede Neä. vr. Alois Reiner, Besitzer des goldenen Berdienstkreuzes mit der Krone, für seine ersprießlichen Leistungen um die israelitische Cultusgemeinde in Turnau ein Ehrenmitgliedsdiplom zu überreichen. „ Troppau. Herr Dr. Salomon Kulka aus Leipnik (dessen populäre Vorträge in Oeiierreich und Deutschland auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte schon öfter in diesen verbreiteten Blättern lobend besprochen wurden,) feierte am 28. v. M. im Hause seines hier wohnenden Sohnes, des Realitätenbesitzers Herrn Josef Kulka, seinen 70. Geburtstag in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Viele hervorragende Capacitäten der Wissenschaft, Vereine und Körperschaften gratulirten persönlich oder schriftlich, und zahllose Glückwunschdepeschen langten ein aus Nah und Fern, die fast alle das höchst ehren- und verdienstvolle Wirken des Jubilars auf dem Gebiete der hebräischen Literatur und jüdischen Geschichtsforschung betonten. Seine sämmtlichen Kinder und Enkel hatten sich zum Ehrentage ihres Familien-Oberhauptes hier versammelt. Möge der würdige Jubelgreis noch lange in ungestörter Geistes- und Körperfrische zur Zierde seiner Familie und zur Ehre des Judenthums wirken und an ihm sich erfüllen das Wort des Psalmisten: Zaddik Kattomor jifroch, koeres jallwonaun jissgeh, aud jenuwuu bas^ewoh. dschenim weraanannim bihjn! Schaffa. Am 28. v. M. fand unter großer Betheiligung der hiesigen Gemeinde das Leichenbegängniß des aus Wodnian in Böhmen hieher übersiedelten Rabbiners Josef Schüller statt. Der Verkläre wirkte 33 Jahre zur vollsten Zufriedenheit seiner Gemeinde, nachdem er bereits 10 Jahre in Tuöap segensreich gewirkt hat. Des Augenlichtes beraubt, kam der der große Talmudgelehrte hieher, um seine letzten Tage hier in seiner Vaterstadt zu verleben und um einst bei seinen Eltern bestattet zu werden. Doch nur kurz war hier sein Aufenthalt, denn schon naci, 14 Tagen hauchte er, 78 Jahre alt, seine edle Seele aus. Ter Leichnam wurde in das beleuchtete Gotteshaus gebraht, wo unser Rabbiner Herr Dr. A. Diamant die schwarz drapirte Kanzel bestieg und dem verklärten Rabbi einen vom Herzen gehenden Nachruf hielt, der die Zuhörer zu Thränen rührte. Von dort wurde die Leiche dem vorfahrenden Wagen nachgetragen und in die Todtenhalle gebracht, wo der Sohn unseres Herrn Rabbiners Herr caud. phil. I. Diamant dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf hielt, der alle Zuhörer, die aus Nah und Fern herbeieilten, um dem weisen Rabbi das letzte Geleite zu geben, mächtig erschütterte. Am offenen Grabe nahm noch die Abordnung der Gemeinde Wodnian den letzten Abschied von ihrem theuren Seelsorger, wobei der dortige Cultusvorsteher als Sprecher fungirt. E. -Nikolsburg. Sonntag den 26. d. M. wurde hier unser Cantor Herr Ewanuel Maß zu Grabe getragen. Die große Zahl der erschienenen Trauergäste beider Confess'onen ließ erkennen, welch hoher Achtung sich der Verblichene im Kreise seiner Mitbürger zu erfreuen hatte. Einer altehrwürdigen, priesterlichen Familie entstammend, bekleidete er durch volle dreißig Jahre das Amt eines Cantors in unserer Stadt. Durch ein dichtes Spalier von Menschen bewegte sich der Zug zur Leichenhalle. Dort hielt Herr Rabbiner Tr D. Feuchtwan g einen tief empfundenen Nachruf. Er schilderte in bewegten Worten den Lebenslauf des Verblichenen, dessen Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit im Dienste des Herrn, hob endlich als besonderen Grundzug dessen bewährte Charatterfestigkeit hervor. Seine Vaterstadt wird dem Dahingeschiedenen und seinem Wirken ein bleibendes Andenken bewahren. I. H- Paharr. (Silberne Hochzeit) Herr Marcus Iokl, Kaufmann in Patzau, Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde und Obmann der Chewra-Kadischa, feierte am 1. September mit seiner Gattin Frau Anna Jokl geb. Fried im engsten Familienkreise das Fest der silbernen Hochzeit. Oderberg. Die Feier der Schlußsteinlegung und Weihe des Tempels, Bahnhof Oderberg, findet Sonntag am 9. September I960, Nachmittags halb 3 Uhr, statt. Programm: 1. Begrüßung der ankommenden Gäste. 2. Versammlung im Saale des Herrn Safier um 2 Uhr Nachmittags. 3. Abschiedsrede und Chorgesang: Psalm 116. 4. Festzug zum Tempel um halb 3 Uhr Nachmittags. 5. Uebergabe des Schlüssels. 61 Präludium. 7. Schlußsteinlegung. 8. Psalm, Obercautor-Solo. 9. Hallelujah, Psalm 150. Chorgesang. 10. Anzünden des ewigen Lichtes. 11. Wajchi bin'soa, Als die Bundeslade aufbrach. 12. Umzug mit den Thorarollen. 13. Einstellen der Thorarollen. 14. Kaisergebet, 15. Psalm 19. Die Ehre Gottes, Chorgesang. 16. Festpredigt. 17. Bolkshymne. 18. 6 Uhr Abends: Festdiner im Saale des Herrn Safier. Anmeldungen bis längstens 5. September bei Herrn Victor Lustig. 19. Tanzkränzchen. Anfang 8 Uhr. Eintritt per Person 2 K. Der Auss chuß des israelitischen Bethausvereines. (Prerau) Wohin sollen wir unsere Knaben, die die böhmische Volksschule besucht haben, in die Mittelschule schicken? Diese Frage bereitet vor Beginn des Schuljahres den diesbezüglichen Eltern viel Sorge. Nachdrücklichst kann ihnen empfohlen werden, ihre Knaben nach Prerau in das k. k. böhmische Staatsgymnasium zu schicken, wo seit 35 Jahren sehr zahlreiche israelitische Schüler mit ausgezeichnetem Erfolge ihre Gymnasialstudien beendigt haben und auch an der Anstalt Gelegenheit hatten, die deutsche Sprache zu lernen. Weiters finden in Prerau bei der humanen jüdischen Bevölkerung arme Schüler unkMMltliche Verpflegung und Unterstützung, wie Unterricht im Hebräischen und thalkräftige Hilfe beim Rabbiner Herrn Dr. Tauber. Für wohlhabende Schüler sind empfehlungswürdlge billige Kosthäuser bei besseren Familien vorhanden, wo dieselberi bestens beaufsichtigt und jede Art von Nachhilfe und Unterricht erhalten können. Prziwos. Die Satzungen des Tempelvereines haben nun die behördliche Genehmigung erhalten. In der vergangenen Woche fand die constituirende Generalversammlung des neuen Vereines in Anwesenheit von 36 Mitgliedern statt. Den Vorsitz führte Herr Ph. Förster. Der Zweck des Vereines ist, seinen Mitgliedern die regelmäßige Abhaltung des Gottesdienstes in einem ständigen Tempel in der Stadt Prziwos zu ermöglichen und den Religionsunterricht für

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