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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-08-31 · 35 (31.8.1900) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
35 (31.8.1900)
Date
1900-08-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seit«. 642 Vr. Bloch's Wvchenschrifl. Nr. 35 selben ihre wärmsten Glückwünsche dar. Herr Reich dankte mit vor Thränen erstickter Stimme, und hatten wir Gelegenheit, seine Rednergabe in den treffenden, geistreichen Erwiderungen zu bewundern. Reiche Geschenke wurden seitens des Cultusvorstandes, sämmtlicher Vereine und Privater dem Jubilar gebracht, und fand besonders ein silberner Pocal des Chorvereines Beifall. Möge es Herrn Reich gegönnt sein, noch lange in rüstiger Gesundheit in unserer Gemeinde zu wirken! . —nn. Tettsch. Als Ergebniß einer in der hiesigen Cultusgemeinde zu Gunsten der rumänischen Juden vorgenommenen Sammlung sendet uns Herr Cantor Leopold Freud aus Teltsch 42 K 60h und zwar: von den Fräulein Vitzi und Bertha Stein, Emma Metzl, Bertha Freud 1K 50h, Herrn Eduard Stein 4 K tterra Ludwig Böhm 2 K, Herrn Moriz Mayer 2K, Herrn udwig Herrman 2K, Herrn Rudolf Schrecke 1K, Herrn Siegfried Mahler II, Herrn Ignaz Frischer 2 K, Herrn Jonas Taub 1 K, Neumann 60 h, Herrn Salomon Weisel 1 K, Herrn Sigmund Stein 3 K, Herrn Simon Weisel II, Herrn Ludwig Hahn 1K, Edmund und Bernhard S t e i n 1K, Benno, Emanuel und Julius S t e i n 1K 50 h, Elsa, Jda und Regi Stein 50 h, Fräulein Josefine Spitz 1 X, Herrn Edmund Spitz 1K, Frau Karoline Metzl 1 X, Herrn Pincas Stein 4 X, Herrn Max Furcht 1 X, Herrn Ferdinand Spitzer 1 K, Herrn" Kaz vowitz 1 K, Herrn Leopold Lauer 31, Herrn Simon Stein 1 X, Leo und Max Stein 50 h, Herrn Adolf Springer IX, Herrn David Läufer 1 K; Summa 42X 60h. Friedek-Miftek,22.August. (FeierlicheJnstallirung des ersten selbstständigen Rabbiners.) Der von der hiesigen Cultusgemeinde gewählte Rabbiner Herr Dr. I. Bergmann wurde am 15. d. M. feierlich installirt. Die Installation hatte sich bei reger Betheiligung der sämmtlichen Behörden, Corporationen, öffentlichen Persönlichkeiten der Schwesterstädte, sowider gesammten Mitglieder der Cultusgemeinde zu einem überaus feierlichen, großartigen Acte gestaltet, der durch die Theilnahme des Publikums, durch die gehaltvollen Ansprachen und durch die bis ins Detail durchdachte Anordnung und Durchführung der ganzen Feierlichkeit den Stempel aufgedrückt erhielt, den eine weihevolle Stunde mit sich bringt. Als sich der feierliche Moment näherte, wurde der Rabbiner von den Vorstandsmitgliedern unter Führung des Cultusvorstehers Herrn Hermann L ö w aus seiner Wohnung abgeholt. Beim Betreten des äußeren Tempelvorbofes erfolgte durch den Herrn Vorsteher die Vorstellung, worauf der Bürgermeister der Stadt Friedek, Herr Eduard Koltscharsch, Se. Ehrwürden namens der Stadt mit einer herzlichen Ansprache als den ersten selbstständigen Rabbiner der Cultusgemeinde begrüßte; mit ebenso warmen Worten wurde er von der Frau Präsidentin des Kaiser Franz Josef-Wohlthätigkeitsvereines, dem Obmanne der Chewra- Kadischa, dem Vorsteher des Synagogenvereines Friedland und dem Oberlehrer der israelitischen Volksschule bewillkommt. In würdevoller Weise erwiderte der Herr Rabbiner dankend auf die Ansprachen. Im Innern des Tempels wurde er dann unter einem Baldachin von vier den besten Kreisen angehörigen jungen Herren unter Vorantritt des Vorstehers und nachfolgendem Gesammtausschuffe, unter Absingung eines Chorals durch den Obercantor zum Omed geleitet, wo ihn der Herr Vorsteher mit einer Ansprache namens der Cultusgemeinde und des Gesammtvorstandes begrüßte, das Seelsorgeramt in seine Hände legte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß dessen gedeihliches Wirken von recht langer Dauer sein und nicht nur den Glaubensgenoffen, sondern auch der Gesammtbevölkerung des Cultusgemeinde-Gebietes zum Segen und Heile gereichen möge. Sichtlich gerührt erwiderte erdaß er die große Verantwortung seines Berufes und Amtes fühle, doch lege er freudigen Herzens das (Kelobniß ab, im Sinne des Friedens, der wahren Humanität und der Religiosität seines Amtes unermüdlich zu wirken. An diese Rede schloß sich ein Begrüßungschor mit einer Soloeinlage des Obercantors Herrn Salomon Weiß an, worauf der neuinstallirte Rabbiner eine mit ungetheilter Aufmerksamkeit angehörte Festrede hielt, deren Thema den Rückblick auf die Kämpfe der verschiedenen Richtungen und die Geschichte der Juden im neunzehnten bis zum Eintritte des zwanzigsten Jahrhunderts bildete. Die Festrede erregte den nachhaltigsten Eindruck auf alle Zuhörer. Sodann verrichtete er vor der offenen Bundeslade ein Gebet, worin er um Segen für das Allerhöchste Kaiserhaus, den Staat, die Cultusgemeinde, die Bevölkerung der Schwesterstädte und deren Vertretungen, sowie um Erleuchtung und Kraft für sein verantwortliches, schweres Amt flehte. Mit einem Schlußchore und einern präcise und klangvoll executirten Solovortrag des Herrn Hugo K u f f l e r fand die würdevolle Feier ihren Abschluß. Nach der Feier wurde Herr Dr. Bergmann sowohl vom Bürgermeister der Stadt Friedek und den Spitzen der übrigen Behörden und Corporationen, sowie von den anwesenden Cultusgemeinde-Vorständen und Rabbinern der Umgebung beglückwünscht. So endete nach anderthalbstündiger Dauer diese großartige, in den Annalen der Cultusgemeinde noch nicht vorgekommene, erhebende Feier, mit der gewiß ein neuer Markstein in der Entwicklungsgeschichte der hiesigen Cultusgemeinde beginnen wird. Leipzig. Wie uns mitgetheilt wird, werden gegenwärtig zwei Bände des Alumim von Rabbiner Schwarz aus Kladno gedruckt, und zwar.Band H. Kol maggid, Gelegenheitsreden f ü r Tempel, Schule und Haus, und Band III. Mincho chadoscho, Liturgisches Handbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche. Berlin, 19. August. Dem bekannten Gelehrten Herrn Profeffor Dr. Hermann Dessau ist eine wissenschaftliche Beamten st ellung bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften übertragen worden. Berlin, 20. August. Dem Generaldirector der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft Herrn Emil R a t h e n a u wurde der Charakter als G e h e i m e r B a u r a t h verliehen. Feuilleton. Michael. Erzählung von S. K o h n, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) In dem Momente wurden aus weiter Entfernung Trompetenklänge hörbar und das feine Ohr Weckelsbach's vermochte auch den gedämpften Schall regelmäßig massenhaft ausschlagender Rosseshufe zu vernehmen. „Meine Herren/ sprach er, die fremden Truppen nahen, es wäre jetzt der allerungünstigste Zeitpunkt zu Zank und Streit. Herr Bürgermeister überdenken Sie nochmals, was Sie dem Befehlshaber der einrückenden Truppen zu sagen beabsichtigen/ und als der Rath bemerkte, daß Golzinger an Händen und Füßen zitterte, fuhr er fort: „Sie brauchen sich nicht zu alteriren, die Franzosen sind keine Menschenfresser, ich wollte jede Summe wetten, der französische Osficier wird Sie nicht ungnädig anhören/ „Keinesfalls wird er^ ihn gröber anschnauzen, als der österreichische Oberst vor sieben Jahren mich/ schrie der unversöhnliche Seifensieder, der das unhöfliche Zurückweisen seiner Balleinladung in den langen sieben Jahren noch immer nicht verschmerzt hatte; — „aber Sie sehen es ja, — Rath Weckelsbach, unser energisches Bürgermeisterlein zittert wie ein nichtsnutziger Schulbube, der sich vor wohlverdienten Ruthenstreichen fürchtet. Ergreifen Sie das Wort, sonst werden wir einen heillosen Scand.al erleben/ „Der Bürgermeister hat zu sprechen und wird sprechen/ entschied Rath Weckelsbach, „stellen wir uns in Position, denn dort an der Wegesbiegung wird schon die Tete der feindlichen Truppen sichtbar. Es legte sich nun eine tiefe, etwas unheimliche Stille über alle Anwesenden, der Erdboden unter ihnen erzitterte leicht unter den mächtig erdröhnenden Hufschlägen der starken Reitermosse, dabei bildete auch das Klirren der Säbelscheiden, die beim Nebeneinanderreiten zuweilen aneinanderschlugen, ein ziemliches Geräusch. Es waren Kürassiere. Sie ritten, da die Straße ziemlich breit war, zwölf Mann hoch und bildeten in der langgestreckten Linie einen prachtvollen Anblick. Die Helme glänzten in den Strahlen der blutigroth untergehenden Wintersonne. Die Panzerreiter trugen blaue Collets und blanke Brust- und Rückenkürasse. Zuerst ritt eine Reihe von zwölf Mann, die Carabiner in der Rechten, auf dem Schenkel gestützt, die Hand auf dem aufgezogenen Hahn; dann folgte eine kleine Abtheilung, an deren Spitze der Lieutenant, der dem Bürgermeister die Ankunft der Truppen angezeigt hatte. Der Bürgermeister, der von Moment zu Moment verwirrter wurde, wollte schon aus der Reihe treten und den blutjungen Lieutenant ansprechen, aber seine Nebenmänner hielten ihn an den Frackschößen zurück und Rath Weckelsbach flüsterte ihm zu: „Der General reitet an der Spitze des Gros der Truppen und folgt in kleiner Distanz der Avantgarde/ Aller Blicke wandten sich nun den Ankommenden entgegen Voran ritt auf einem kräftigen, leichtgefleckten Schwarzfuchs mit weißlicher Mähne der französische General. Es war dies eine mächtige Gestalt, welche alle die hochgewachsenen Panzerrejter noch um eine halbe Kopfeslänge überragte.

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