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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-08-24 · 34 (24.8.1900) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
34 (24.8.1900)
Date
1900-08-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 84 Dr. Vwür's Worlrrufürrist< Seite 635 verfügt, fanden großen Beifall. Die Festrede hielt unser Cantor Herr Adolf Schäfer, der sich dieser Aufgabe zur größten Zufriedenheit entledigte. Mit dem Kaisergebete und der Volkshymne wurde der herrliche Gottesdienst geschloffen. —r. Graz. Die israelitische Cultusgemeinde hat außer dem bereits ausgewiesenen Betrage neuerdings Kronen 253 44, u. z. vom Herrn Hotelier Sonnenschein in Ausfee als Ergebniß einer Soiree, der Israelitischen Allianz in Wien übersendet. Karlsbad. Der Aufruf der Israelitischen Allianz in Wien zur Sammlung von Beiträgen zur Unterstützung der armen, aus Rumänien auswandernden Juden fand hier lebhaften Widerhall. Sofort überwies der Vorstand der hiesigen Cultusgemeinde der Israelitischen Allianz einen Betrag von K 500. Im Tempel wurden Sammelbüchsen aufgestellt, deren Inhalt von K 175 ebenfalls der Israelitischen Allianz übermittelt wurde. Außerdem aber wurde von Mitgliedern der Cultusgemeinde-Repräsentanz bei den Angehörigen der hiesigen Cultusgemeinde eine Sammlung veranstaltet, deren Ergebniß von K 2000 der Israelitischen Allianz in diesen Tagen zugesandt wurde. Auch der hiesige Humanitätsverein „B'ne B'rith" sammelte unter seinen Mitgliedern einen Betrag von K 500, der gleichfalls an die Israelitische Allianz abgeführt wurde, so daß von der hiesigen Cultusgemeinde mehr als K 3000 dem wohlthätigen Zwecke zugewendet wurden. Franzensbad. Am 16. d. M. verschied Plötzlich der hier zur Cur weilende Herr Dr. Josef Marmorek aus Wien, der Vater des bekannten Architekten Marmorek und des Dr. Marmorek bei Pasteur in Paris. Dieser Todesfall hat hier allgemeine Theilnahme wachgerufen. Eibenschitz, 22. August. Der Obercantor der hi sigen Cultusgemeinde £>err Wilhelm Löwensohn begeht am 25. August das 25jährige Jubiläum seiner Thätigkeit als Obercantor. Sowohl die Cultusgemeinde, als auch die politische Gemeinde Eibenschitz treffen Vorbereitungen, um den verdienstvollen Jubilar in würdiger Weise zu ehren. Mährisch-Ostrau. Die jüdische Abiturienten-Tanzstunde veranstaltete am 15. d. M. einen Ausflug nach Kuntschitz, welcher sich einer großen Betheiligung erfreute. Der Reingewinn fiel dem Fonde der rumänischen Auswanderer zu. Pohrlih. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde hat der löblichen „Israelitischen Allianz" in Wien den Betrag von 200 K. als Spende für die unglücklichen rumänischen Glaubensgenossen übermittelt. Privoz. Hier constituirte sich ein Tempelverein, welcher es sich zur Aufgabe stellte, einen eigenen Tempel zu erbauen und für den religiösen Unterricht zu sorgen. Nachdem die Statuten des Vereines, welcher der Patronanz der Ostrauer Cultusgemeinde - untersteht, genehmigt wurden, fand am 16. d. Mdie constituirende Versammlung statt, zu der alle Mitglieder erschienen. In den Vorstand wurden gewählt: Als Obmann Herr Philipp Förster, Obmann-Stellvertreter Herr David K a ß l e r, als Schriftführer Herr Fried; Herr Weiß sen. und Herr Sigmund M e i s s e l als Cassiere. Zur Durchführung des Tempelbaues hat die Stadtgemeinde Privoz in munificenter Weise die Spendung eines Bauplatzes zugesichert. — Der hiesige, um Cultusangelegenheiten hochverdiente Industrielle Herr Dr. Max Böhm wurde zum Ehrenpräsidenten des genannten Vereines ernannt. S—l. Schüttenhofen. Am 17. d. M. fand unter äußerst zahlreicher Betheiligung das Leichenbegängniß des hiesigen 27jäbrigen Lieutenant i.R. Herrn Karl Schwarzkopf, Sohn des Lederfabrikanten Herrn Sigmund Schwarz köpf, welcher sich ob seiner trefflichen Eigenschaften und Vorzüge bei Jung und Alt, bei Juden und Christen der allgemeinsten Beliebtheit und Hochachtung erfreute, statt. Von Nah und Fern waren Verwandte, Freunde und Bekannte herbeigeeilt, um dem so früh Entschlafenen die letzte Ehre zu erweisen, so daß sich das Begräbniß zu einer hier noch nie gesehenen Trauerfeier gestaltete. Von Auswärts bemerkte man viele Fabrikanten und Groß-Kaufleute, die Vertreter der Bene-Beris-Loge mit Herrn Dr. I. N. Schanzer und Dr. Poznansky aus Pilsen; ferner mehrere Advocaten und Aerzte, Lehrer und Beamte, Vertreter der hiesigen Institute und Vereine und viele, viele Andere. Herr Cantor S a m e k sang den Trauerpsalm in ergreifender Weise, worauf Herr Rabbiner Dr. Klauber in meisterhafter Schilderung ein Bild des zu den schönsten Hoffnungen berechtigenden, mit Bildung und Wissen, Charakter- und Willensstärke, Menschenfreundlichkeit und Güte reich gezierten jungen Mannes entwarf, wovon die Zuhörer so ergriffen wurden, daß kein Auge thränenleer blieb. Herr Dr. Poznansky, Rabbiner in Pilsen, widmete dann im Aufträge der Bene-Beris-Loge dem verstorbenen „Bruder" einen warmen Nachruf. Hieraus sagte ihm unser Rabbiner noch ein letztes „Lebewohl" und hiemit schloß die ergreifende und zugleich erhebende Trauerfeier. Butschowih. Am 19. August wurde im „Hotel Jellinek" zu Gunsten der armen rumänischen Juden eine Wohlthätigkeits- Akademie mit anschließendem Tanzkcänzchen veranstaltet. Fräulein Gisela P io wati und Herr Reicher erfreuten die Gesellschaft durch prächtige Liedervorträge. Die Begleitung der Gesänge besorgten in liebenswürdigster Weise die Fräuleins Bertha und Ella W i e s n e r, die durch den Vortrag zweier Clavierpiöcen sich warmen Beifall holten. Zwei trefflich studirte Chöre, die Herr Reicher dirigirte, wurden von unseren Damen mit feinem Berständniß gesungen und fanden stürmischen Applaus. Herr Huß bot einen schönen deklamatorischen Vortrag und Fräulein Erna P i o w a t i humoristische Gedichte, die sie mit gewinnender Herzlichkeit und anmuthiger Komik sprach. Die?iö66 de resistance des Abends bildete I a r o s y's flotter Schwank „Ja, so sind sie", der von den Damen Erna, Gisela, Regine P i o w a t i und Helene S t i a s n y mit feinem Humor dargestellt wurde. Dann trat der Tanz in seine Rechte, und erst beim Morgengrauen verließ die Jugend den Ballsaal. — Das Reinerträgniß der Akademie, das sich auf ungefähr 70 K beläuft, wird der „Israelitischen Allianz" in Wien übersendet. Podersam. Bei der am 29. v. M. stattgefundenen Constituirung des Cultusvorstandes wurde Herr Moriz L ö w y, in Firma S. Löwy u. Sohn, zum Cultusvorsteher gewählt. Leistnik. (A m t s j u b i l ä u m.) Am 15. August feierte unser Gemeindesecretär und Cantor Herr Hermann Pretzner sein 25jähriges Amtsjubiläum, und haben aus diesem Anlasse die Vertretungen der politischen Jsraelitengemeinde und israelitischeu Cultusgemeinde einhellig beschlossen, dem Jubilar in Würdigung seiner ausgezeichneten und pflichteifrigen Dienstleistungen die Anerkennung mittelst eines Belobungsdecretes kundzugeben und ihm ein Ehrengeschenk zu überreichen. Am 15. August überreichte der Gemeindevorstand dem Jubilar das Belobungsdecret und Ehrengeschenk, bestehend aus einer goldenen Uhr und Kette. Der Vorsteher der Cultusgemeinde Herr Heinrich Dr. R o k e t n i tz, k. k. Notar, hielt an den Jubilar eine Ansprache, worin er seine durch 25 Jahre der Gemeinde mit Hingebung und unermüdlichem Pflichteifer geleisteten Dienste hervorhob und den Wunsch aussprach, es möge ihm gegönnt sein, noch viele Jahre in körperlicher und Geistesfrische für das Wohl der Gemeinde zu wirken. Auch der Bürgermeister der politischen Jsraelitengemeinde, Herr Moritz Ritter, richtete an den Jubilar Dankesworte, worin er seine Anerkennung wärmstens aussprach. Gerührten Herzens dankte der Jubilar und versprach, nach wie vor seine Kräfte für das Wohl der Gemeinde einzusetzen. Auch von Seite der Gemeindemitglieder wurden dem Jubilar zahlreiche Glückwünsche dargebracht. Tyrnau, 20. August. Am 18. d. M. verstarb hier nach mehrwöchentlicher schwerer Krankheit Herr Max Pollak, Präses der Chewra-Kadischa, im Alter von 74 Jahren und wurde gestern unter außerordentlich großer Betheiligung der hiesigen jüdischen Bevölkerung zur letzten Ruhestätte auf dem alten, seit 1801 bestehenden Friedhofe begleitet. Der Verblichene, welcher seit 32 Jahren dem Verbände der hiesigen Cultusgemeinde angehörte, hat sich jederzeit für deren Interessen mit seinem besten Können eingesetzt. Das Vertrauen der Gemeinde berief ihn bald in die Gemeinde-Repräsentanz, in den Vorstand, in verschiedene Fachcommissionen, und überall wurde auf sein fachmännisches Urtheil gerne gehört. Ec gehörte mit zu den Schöpfern der neuen Gemeindestatuten im Jahre 1873; ebenso wurden seine Erfahrungen bei Neuschaffung der Chewra-Kadischa-Statuten im Jahre 1887 vollauf verwertet. Er war stets ein Mann der That, ausgerüstet mit schönem Wiffen aus jedem Gebiete. Seit 18 Jahren stand er ununterbrochen an der Spitze der Chewra-Kadischa als leitender Präses und brachte durch sein eifriges Wirken den Verein zu seiner höchsten Blüthe. An seinem Satze trauern seine greise Gattin und sein einziger Sohn, Herr Hermann Pollak, Kaufmann in Preßburg, der bis vor 3 Jahren ebenfalls hier domicilirte. Die Trauerrede hielt Se. Ehrwürden Mayer-Stein, Rabbiner der Muttergemeinde, der in seinem warmen Nachrufe die Verdienste des Dahingeschiedenen schilderte und dem Verluste Ausdruck

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