Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 32 (10.8.1900)
- Date
- 1900-08-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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- Safed 2× ep/1046078
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Nr. 32 Br» Vlvch's WochrnPchrM Sette 589 Jerusalem. Die hiesige deutsche Colonie will eine höhere Schule errichten, die den Rang eines Reformgymnasiums in Deutschland erhalten soll und deren Zöglinge in Deutschland dieselben Berechtigungen beim Studium und Militärdienst rc. erhalten sollen, wie Schüler einer gleichen Anstalt in Deutschland. Ein Comitö, bestehend aus Mitgliedern der Templergemeinde von Jerusalem, sowie einer Reihe anderer angesehener christlicher Persönlichkeiten, fordert zur Bildung eines Schulvereins auf, der gemeinsam mit Freunden in Europa und mit Hilfe einer staatlichen Subvention die nöthigen Mittel beschaffen soll. Diese Einrichtung einer höheren deutschen Schule wäre gewiß zu wünschen, wenn sie nur nicht wieder einen beschränkten confessionellen Charakter trüge. Jüdische Beiheiligung insbesondere erscheint nach Lage der Dinge vollständig ausgeschlossen und doch könnten die Juden sowohl eine beträchtliche Anzahl von Schülern stellen, als auch finanzielle Hilfe leisten. Safed. Das allgemeine jüdische Krankenhaus in Safed welches von einem Frankfurter Comits unter Leitung des Herrn Raphael Ettlinger gegründet wurde, hat seine Wirksamkeit in diesem Jahre erweitern können. Die Zahl der im Hospital aufgenommenen Kranken ist von 88 im vorigen Jahre auf 131 im Jahre 1899 gestiegen. Die Poliklinik haben 13.814 Personen gegen 9123 des Vorjahres in Anspruch genommen, ambulatorisch wurden 2457 Kranke b handelt (2000), in ihrer Wohnung wurden vom Arzte gratis besucht 2881 Fälle (2001), wobei 17.107 Recepte zu 50 Percent ermäßigten Preisen verabfolgt wurden, während die Zahl dieser billigen Recepte im verflossenen Jahre nur 10 603 betrug. Das Krankenhaus besaß 1898 nur 6, in diesem Jahre aber bereits 8 Betten, wodurch 30 Kranke jährlich mehr im Krankenhaus aufgenommen werden konnten. Leider sind aber 8 Betten für eine so große Gemeinde wie Safed viel zu wenig, und es ist nur zu bedauern, daß Herrn Raphael Ettlinger für das durch seineJnitiatve entstandene Krankenhaus in Safed nicht mehr Mittel zur Verfügung stehen. Mit 10.000 Francs, welche Herr Ettlinger jährlich aufbringt, konnte kaum mehr als die Organisation der Anstalt aufrecht erhalten werden. Heute, da diese grundlegende Organisation geschaffen ist, könnte mit relativ geringen Mitteln ganz Ersprießliches geleistet werden. So kostet, um ein Beispiel anzusühren, die jährliche Unterhaltung eines Bettes 3000 Francs. In diesem Bette können aber das Jahr über 15 Kranke Aufnahme und Genesung finden. Eine Vermehrung der Einnahmen um nur weitere 3000 Francs jährlich würde Herrn Ettlinger in den Stand setzen, die Zahl der aufzunehmenden Kranken zu verdoppeln. Machnaim. Die Arbeiten in unserer Colonie schreiten rüstig fort. Mit Wintersaaten wurden 800 Dunam, mit Sommersaat 1200 Dunam bestellt, und zwar bestand die Sommersaat .aus Erbsen, Durra und Karsenen. Außerdem hatten die Colonisten ihre Gärten in Stand gesetzt und bebaut, ferner wurde «ine Bjadere (ein Platz für das vom Felde heimgebrachte Getreide) hergerichtet. Die Ernte hat bereits begonnen, und zwar wurden bis Mitte Mai die Bohnen gerissen, von Mitte bis Ende Mai die Karsenen geschnitten; während des Monats Juni fand die Weizen- und Gerstenernte statt, worauf während des Juli das Dreschen folgte. Daran schloß sich die neue Bearbeitung des Feldes für die nächste Aussaat, und im Monat September, vielleicht schon Ende August, wird die Ernte von Durra und Erbsen beginnen. Soweit sich die Ernte bisher übergehen läßt, wird der Ertrag befriedigend ausfallen, doch kann das Resultat erst nach einigen Wochen sicher angegeben werden. Das Inventar der Colonie hat eine sehr wünschenswerthe Bereicherung durch einen Stier, 10 Wagen und Gerüche erfahren, vor Allem aber ist der Bau der neuen sieben Häuser seit Anfangs Juni begonnen und wird hoffentlich im August beendigt werden. Jntereffant ist, daß die Colonie 500 Dunam Weideland in Pacht von der türkischen Regierung genommen hat. Auch die Zahl der Colonisten ist im ständigen Wachsen, Anfangs Juli sind wieder drei Familien mit 19 Personen von Galizien hiehergekommen. Vermischtes. Wien. Anläßlich des 70. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers findet am 17. August, '/»? Uhr Abends, im israelitischen Tempel, IX., Grüne Thorgaffe, ein Festgottesdienst statt. Wien. Zufolge Beschlußes des Vorstandes der türkischisraelitischen Gemeinde zu Wien findet aus Anlaß des glorreichen 70. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. Freitag den 17. August d. I., als am Vorabend, um 6 Uhr, im Tempel dieser Gemeinde, im Anschluffe an das Mincha- Gebet ein feierlicher Festgottesdienst statt. Wien. (S p e n d e.) Die Freiherren Rathaniel und Albert v. Rothschild haben als gemeinsame Spende zu Gunsten der rumänischen Auswanderer der „Israelitischen Allianz" in Wien einen Betrag von fünfzigtausend Kronen übergeben. Wien. (Spenden.) Für die rumänischen Auswanderer find uns weiter von Herrn Moriz Fuchs K 2*-, von Frau Mina Weis K 1*20, unter E. und I. K 2*—, gesammelt von Herrn Ad. Singer in Rican, von Herrn Josef F l e sch in Wien infolge einer Sammlung K 7'— zugekommen. Wien. Der Allen auf das Beste bekannte Herr S. Schein. Chef des fich eines Weltrufes erfreuenden Trppichhauses, das eine Sehenswürdigkeit unserer Residenz bildet, begeht demnächst sein 25 jähriges Geschäftsjubiläum. Anläßlich dieser Gedenkfeier werden dem allseits beliebten und hochgeschätzten Manne, deffen Etablissement zu den hervorragendsten unserer Monarchie gehört, zahlreiche Ovationen und Ehrungen bereitet werden. Wien. Aus Etsdorf sendet uns Herr Moriz Schafran e k das Ergebniß einer von ihm veranstalteten Sammlung für die rumänischen Juden, und zwar von : Moritz Schafranek 5 Kr., Adolf Schafranek 5 Kr., Simon Schafranek 3 Kr., Simon K o h u t aus L.-Lois 5 Kr., Leopold Lustig aus Hadersdorf 2 Kr., Rosa Lustig aus Hadersdorf 2 Kr., Theresia Kohut aus L.-Lois 2 Kr.: S u m m e 24 Kronen. Florisdorf. (Abfall vom Judenthum.) Herr Otto Schiff, Inhaber der Firma Henrici's Wäschereigesellschaft in Floridsdorf, ist mit Frau und Kindern aus dem Judenthum ausgetreten. Lundenburg. (A d e l s v e r l e i h u n g.) Se. Majestät der Kaiser hat dem um die Stadt und die Gemeinde Lundenburg vielfach verdienten Fabrikanten Herrn H. K u f f n e r den erblichen Adel verliehen. Göding Zum vierten Male wurde vorige Woche in unserer Synagoge eingebrochen und man hat bis jetzt noch keine Spur von den Thätern. Gerade so wie im vorigen Jahre find die Thäter auch diesmal wieder, nachdem sie zwei Scheiben eingedrückt hatten, durchs Fenster in die Synagoge gelangt. Dort öffneten sie die Bundeslade, aus der sie eine silberne Hand stahlen. Budin a. d. Eger. Für die rumänischen Juden sammelten die Abiturienten Herr Jar. B e r m a n n und H?rr Emil Reich und erhielten aus der Caffe der Cultusgemeinde K 5.—, von den Herren I. Hermann und S. Lederer je K 3.—, von den Herren M.-Dr. Freudenfels, F. Steiner I. Langweil, L. Reich, Seidler-Hostenitz, Nohel Martinowes und Rabbiner Marody je K 2.—, von den Herren I. Gellner, M. Katz. A. Freudenfels, R. Nohel. I. Ohren st ein. S. Fanta, G. Löwner und Frau M. Löwner je K 1.—, zusammen K 33.—. Welka. An weiteren Spenden zum Tempelbau in Welka (Mähren) langten ein im Monat Juli: Herr Ad. Winter, Lundenburg 10 Kr.; Herr Eduard Fürst, Bisenz 29 Kr. (durch Sammlung); Frau Genovefa A b e l e s, Nikolsburg 10 Kr.; Brüder S e e l e n f r i e d, Tscheitsch 10 Kr.; Firma Jacob W i n t e r st e i n's Wwe., Ung.-Brod 5 Kr.; Firma Wilhelm Brunn u. Söhne, Ung.-Brod 4 Kr.; Herr Emanuel Fürst. Ung.-Hradisch 10 Kr.; Frau Rosalie Reich, Buchlowitz 4 Kr.; Herr Albert G r ü n f e l d, Hluk 12 Kr. (durch Sammlung); Herr Wilhelm G a l l i a. Ung -Hradisch 20 Kr.; Herr Jacob G a l l i a u. Sohn, Aspern 10 Kr.; Herr Jul. P l a t s ch e k, Straßnitz 5 Kr.; Herr Sigmund Jellinek, Wisowitz 10 Kr.; Löbl. Minjan-Berein, Wisowitz 10 Kr.; Herrn Wilh. Herzog, Mißlitz 4 Kr.; Herr Max R y b a r, Prag 2 Kr.; Unbenannt, Hamburg 20 Kr.; Herr vrck. Karl G r ü n f e l d, Welka 14 Kr. (durch Sammlung im Cvllegenkreise); Herr Leopold Bustin. O. Tura 20 Kr.; Mehrere Familien in O. Tura 14 Kr.; Mehrere Familien in Skalitz 11 Kr. 30 H.; Mehrere Familien in Holics 12 Kr. 40 H.; Mehrere Familien in Göding 15 Kr.; Mehrere Familien in Br ad ist 5 Kr. 80 H. Den hochherzigen Spendern unfern besten Dank! Wir bitten um geneigte fernere Unterstützung unserer Bestrebungen.