Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 31 (3.8.1900)
- Date
- 1900-08-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 670 Dr. Bloch's Wochrnschrifl. Nr. 31 Baden.Machtrag zu demAusweise über die vomHilfscomiteBaden für die jüdischenAus-- Wanderer aus Rumäuien gesammelten Betr äge.) I. M. Ein Jud K 10.—, Josef Lichtenstein aus Wien K 3.—; bereits ausgewiesen K 689.40; zusammen K 652.40. Der ganze Betrag wurde der „Israelitischen Allianz" in Wien übergeben. Proßnitz. (Verlobung.) Der L'iter der hiesigen Filiale des Wiener Bankvereines, Herr Ludwig N e u m a n n, Sohn des hiesigen Cultusvorstandsmitgliedes Markus Neumann,, hat sich mit Fräulein Anna Brandt verlobt. Reichenberg. Bei der Constituirung des Tempelchorvereines wurde Herr Carl W i l l n e r als Obmann, Herr Josef Fleischer als dessen Stellvertreter gewählt. Als Vorstandsmitglieder die Damen Frau Obercautor Julie Kostenberg, Fräulein Elise Lazansky. die Herren JUDr. Alfred Soudek, Arthur Pick. JUDr. Emil Pireles, Julius Fischer, Emil Deutsch. Als Rechnungsprüfer die Herren Josef Lazansky und Max Herschel. Der Jahresbeitrag wurde mit K 5.— festgesetzt. — Dem strebsamen Vereine unter so bewährter Leitung weiter viel Glück! — l — Jägerudorf. Der Vorsteher der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, Herr A. M. Bub e r, hat für die unglücklichen jüdischen Emigranten aus Rumänien eine Sammlung veranstaltet und deren Ergebniß, K 183.—, der „Israelitischen Allianz" in Wien übermittelt. Boskowih, 23. Juli. lieber Aufforderung der „Allianz Jsraelite" wurde auch hier eine Sammlung für die rumänischen Juden eingeleitet, deren Resultat per K 321.40 der „Allianz Jsraelite" direct übermittelt wurde. Auch die F rialverbindung jüdischer Hochschüler „Lätitia" veranstaltete eine Akademie zu Gunsten der auswandernden rumänischen Juden, deren Reinerttag von K 60.— ebenfalls der „Alliance Jsraelite" übersandt wurde. Wottitz. Der am 11. Juli stattgefundene Jahresschtuß an der hiesigen zweiclaffigen israelitischen Volksschule mit Oeffentlichkeitsrecht gestaltete sich zu einer erhebenden, ehrenvollen Feier des Oberlehrers Herrn Rabbiners M. Neumann, welcher das Jubiläum seiner 25jährigen erfolgreichen Thätigkeit als Lehrer in unserer Gemeinde beging. Am Vorabend brachte die hiesige Musikcapelle dem Jubilar ein Ständchen dar. Am Festtage wurde derselbe von einer Abordnung des Vorstandes aus seiner Wohnung abgeholt und ihm im Conferenzzimmer in Gegenwatt des Gesammtvorstandes durch den Cultusvorsteher Herrn Jgn. Arnstein in beredten Worten der Dank der Gemeinde für das langjährige ersprießliche Wirken, sowie die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen In dem entsprechend decorirten Schulzimmer fand hierauf im Beisein des Vorstandes und zahlreicher Gemeindemitglieder eine bescheidene, aber um so innigere Feier statt, um deren Zustandekommen sich Herr Lehrer I. N e t t e l ein besonderes Verdienst erworben hat. Nach einer Ansprache desselben trugen Schulkinder abwechselnd Festgedichte und Lieder vor, worauf der Jubilar in gediegenen, oft von Rührung unterbrochenen Worten seinen Dank aussprach. Mit dem Absingen der Volkshymne endete die Feier. Den Festtag beschloß ein von gewesenen Schülern veranstaltetes, animirtes Tanzkranzchen. Die zahlreichen sinnigen wctthvollen Geschenke seitens der Gemeinde, zahlreicher Gemeindemitglieder, gewesener und der gegenwärtigen Schüler, die vielen schriftlichen und telegraphischen Glückwünsche. mögen dem Herrn Jubilar das erhebende Bewußtsein der Wetthschätzung und des Dankes Aller, die ihn kennen, beibringen und rhm in seinem ehrenvollen Berufe weiterhin ein Ansporn sein! Strakonitz. Am 19. v. M. hat die Prüfung unserer Schulwgend an der hiesigen israelitischen Volksschule unter Leitung des verdienstvollen Schulleiters Herrn Adolf P e r e l e s und des Lehrers Herrn Hermann Stern stattgefunden, welche sowohl die P. T. Ellern, als auch die anwohnenden Schulfreunde zufriedenstellte. Schluffe hielt der Schulleiter, der nach zwanzigjähriger Thangkett scheidet, eine ergreifende Schlußrede, mit der Hinweisung auf das bevorstehende siebzigjährige Jubiläum unseres geliebten Landesvaters. Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I, worauf Kasserhymne abgesungen wurde. Hierauf richtete der Schulvorstand Herr Eduard Fuchs eine Ansprache an die Jugend und drückte dem scheidenden Herrn Schulleiter seine Anerkennung aus. ... .. Warasdin. Die in vergangener Woche in unserer Gemeinde fiF hZ,aT™tt rumänischen Juden veranstaltete Sammlung, welche durch Se. Ehrwurden Herrn Oberrabbiner Dr. I. Ernst und den Viceprases der Gemeinde, Herrn Albert Broch eingeleitet und von den Damen tfrait Dr. Jg. Ernst und Frau Alexander Plachte fortgefeM wurde, ergab die namhafte Summe von Kr. 500. Es spendeten: Je Kr. 30: Israel. Frauenverein, Ehewra-Kadischa; je Kr. 20: Adolf Moses, Adolf P l a ch t e, Alexander Plachte, Jsr. Wohlthätigkeitsverein „Zdoko"; Kr. 15: David K ö n i g s b e r g; je Kr. 10: Albert Broch, Firma A. H e r m a n n, M. C. Ebenspange r, Moritz M o s i n g e r, Moritz S ch l e n g e r; Kr. 8: Heinrich H ö n i g s b e r g; je Kr. 6: Rudolf B l ü h w e i ß, Wilhelm Deutsch, S Drechsler u. Sohn, Grünnwald und Schwär z, Gustav Moses u. Sohn; je Kr. 5: Lotte Berger, Dr. Marko B r e y e r, Josef BrochsBüschel, Benno Kräuterblüth, Gustav Leitner, Benno Moses, Dr. Jacob Neu mann, Alexander Sp itze r, Bernhard Wilczek, Albert W i l c z e k; je 4 Kr.: Dr. Hinko Blau, Hinko Deutsch, Sidonie Deutsch, Dr. Ignaz E rn st, D. I. Hauser, S. Kies l er, Irene Moses, Dr. Hinko N e u m a n n, Ignatz P o l l a k, Johanna Rosenmark, Julius Schwarz, Cafetier Sonnenschein, Jacob S ch l e n g e r, Dr Gabr Szöllössy, Otto Weinberger, Weiner; je Kr. 3: Arthur Deutsch, H. Hary, Jac. K'r a u ß, A. Kürschner, N. Kürschner, Paul P i n z, Bertha S'pitz; je Kr. 2: Sandor Berg stein, Blühweiß Söhne, Ther. B ö hm/ Clara B r i n n, Amalie Deutsch. Nanette Deuts ch, Katharina Dragoner, Regine Fischer, Goldberger, Förster G r.ü n w a l d, Heller, Prag, Julie Kaiser, Phrllipp Klein, Max Kohn, Lackenbacher, Wien, L ö w e n st e i u, Dr. M ilanic, Leopold Plachte, A. Pol la k, Bernhard Poll a k, I. Pollak, Isidor Pollak, F. RuLioka, Jacob Sch ö nw ald, Dr. Ed. Spitzer, Isidor Spitzer, L. T a u s s i g; je Kr. 1: A p p l e r, Theodor Berger, Sig. B l u m m s ch e i n, A. Blühw e i ß, Filip Ern st, Paul Ern st, Theodor E r n st, Oscar Fischer, Vladimir F i 8 e r, G e b e r, G e i g e r, Markus Gold, Ignatz Graf, H. H e r z e r, Jacob H i r s ch l, Jacob Hof f m ann, Herm. Hönigsberg, Arthur Kräuterblüth, Ernst Kräuterblüth, Albert Kürschner, Löwen st ein. Heinrich Maier, Max, L Mittler, Amalie Moses, I. Moses, Max Moses, Vladimir Moses, N. N, David Offen, O. P o,l l a k, Cilli R e ch n i tz e r, Treczika Rosenberg, Hedwig Rosenberger, O. R u /. i ö k a Malvine S ch ö n w a l d, Stein, Edm. Steiner, Marco Steiner, Tolczyner, Steinmetz Weiß, de. §).; je Kr. —.40: Bruno E r n st, Erwin V i l k o v i c; Kr. —.20: Adolf Haas — Von dieser Sammlung erhielt die jüdische Gemeinde Semlin Kr. 50.— und die „Israelitische Allianz" in Wien Kr. 400. Kojetein. Mittwoch den 25. Juli wurde in unserem Tempel eine Trauerandacht für den im vorigen Jahre so früh dahingeschiedenen Professor D. Kaufmann veranstaltet, an der sich sämmtliche Gemeindemitglieder betheiligten. In ergreifenden Worten schilderte unser Rabbiner Dr. Rosenzweig die Bedeutung des Verklärten für die jüdische Wissenschaft und wandte geschickt auf ihn an jene herrliche Sage von der Davidischen Harfe. „Ja, der kalte Nordwind, der aus dem eisigen Mittelalter blies, der hat die Harfe David's, die Seele des Verewigten, erzittern machen, hat sie in Schwung gebracht, ihr die rührendsten Melodien entlockt. — —" Dem schmerzlichen Verluste, den unsere Gemeinde als sein Geburtsort und das ganze jüdische Volk durch seinen Tod erlitten, gab unser Rabbiner in wirkungsvoller Weise beredten Ausdruck. „Wir Alle werden des Verklärten liebevoll gedenken, weil auf Keinen, wie auf ihn die Worte des von ihm gepriesenen Jehuda Halevi angewendet werden können : „Ich in der fernen Fremde, mein Herz bei meinen Vätern." L. G. Budapest, 30. Juli. Am 27. d. M. verschied hier in seinem 59. Lebensjahre infolge Herzschlages plötzlich der Glaser Simon N e u m a n n, der sich in den Kreisen, mit denen er Verkehr hatte, ob seines biederen Charakters großer Achtung und Beliebtheit erfreute. Von der aufrichtigen Sympathie und allgemeinen Werthschätzung gab beredtes Zeugniß das am 29. d. M., Nachmittags, stattgehabte Leichenbegängniß, zu welchem Freunde und Bekannte trotz der tropischen Hitze aus den entferntesten Stadtvierteln in großer Zahl eintrafen, um dem redlichen, wackeren, humanen Industriellen die letzte Ehre zu erweisen. Der Direktor der Fonciere Pester Versicherungs-Anstalt Herr Moriz Reich war unter den Ersten im Trauerhause erschienen, um die tiefbetrübte Witwe und die Angehörigen durch Trostesworte aufzurichten. Auch viele Beamte der Fonciöre, deren Glas-Schadenregulirungen der Verblichene seit einem Vierteljahrhundert besorgte, gaben dem Todten das Geleite bis zum Grabe. Simon Neumann war ein Ehrenmann, ein guter Mensch, ein braver Mensch. Er war der Stolz seiner Familie, die Zierde seines Geschäftshauses, eine Zierde seines Standes. Schreiber dieser Zeilen stand mit dem Gottseligen seit Jahren amtlich in täglichem Verkehr und hatte Gelegenheit, ihn hochachten zu lernen. Ich war Zeuge seiner Liebe, seiner Opferwilligkeit und Anhänglichkeit zu den Seinen, seiner grenzenlosen Zärtlichkeit zu seiner Gattin, denen ihn das unerbittliche Schicksal so plötzlich entrisse hat. Ich sah seine große Güte, sein unermüdetes Wohl-