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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-07-27 · 30 (27.7.1900) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
30 (27.7.1900)
Date
1900-07-27
Page
– (sequence 15)
Language
German
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äflr. 80 Dr. Vloch's Literatur. Bernfeld. Der Talmud. Sein Wesen, seine Bedeutung und seine Geschichte. (IV, 120 S.) Preis M. 1.20. Verlag von S. Calvary & Co., Berlin. In fließender und anregender Darstellung gibt der gelehrte Verfasser ein gleichzeitig gedrängtes und übersichtliches Bild des Talmud nach seinem Wesen, seiner Bedeutung und seiner Geschichte. Der angesehene Verfasser gilt als ein Mann von umfassenden Kenntnissen und gereiftem Urtheil, der in Fragen der jüdischen Geschichte und Literatur eine maßgebende Stellung einnimmt; trotz aller historischen Objectivität, die gerade bei einem so viel umstrittenen Werke wie der Talmud nicht genug anzuerkcnnen ist, empfindet man doch aus jeder Zeile des Verfassers innige Antheilnahme an dieses eigenartigsten Denkmals historischem Geschicke, an dem auch jeder Nichtjude und Nichtfachmann, kurz jeder gebildete Mensch lebhaftes Interesse nehmen muß. Die Arbeit ist eine durchaus originale und selbstständige und wohlgeeignet, Interessenten über das schwierige Gebiet volle und verständliche Aufklärung zu bieten. Das Büchlein kann sowohl mit Bezug auf seinen Inhalt wie seine äußere Ausstattung jedem Gebildeten zur Anschaffung empfohlen werden. Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Das IV. Heft, der ,Mitt Heilungen der Gesellschaft für.jüdische Volkskunde", herausgegeben von Rabbinkr Dr. M. Grunwald in Hamburg, welches soeben (im Selbstverläge der Gesellschaft) erschienen ist, enthält einen Aufsatz von Rabbiner Dr. Esche!- bacher in Berlin über jüdische Heiratsausstatlungen im XVIII. Jahrhundert, welcher aus den Acten des einstigen Fürfibisthums Spitzer interessante Beiträge zur Sittengeschichte des XVIII. Jahrhunderts liefert. H eran schließt sich eine sehr interessante Untersuchung des Herausgebers über „Die Ameise in der hebräischen Literatur", worin zum Theil zum erstenmal zahlreiche Uebersetzungen der einschlägigen Texte geliefert werden. Es folgt eine Sammlung jüdischer Sprichwörter aus Böhmen und Rußland nebst volksthümlichen Erklärungen, welche als Zeugnisse des Volksgeistes nicht selten eigenen Werth haben und besondere Beachtung verdienen. „Der Jude im türkischen Schattenspiel" bildet den Gegenstand einiger gelegentlich einer Besprechung gebotenen Bemerkungen des Herausgebers. Der bekannte Sammler A. Wolf in Dresden gibt eine Uebersicht über einige in seinem Besitze 'befindlichen jüdischen Medaillen und Professor Dr. Lazarus in Meran die Anregung zu einer Rundfrage über den abergläubischen Brauch des Friedhofausmessens bei schweren Erkrankungen. Den Schluß bilden, wie üblich, das Verzeichniß der letzten Eingänge für die Sammlungen der Gesellschaft, sowie einige Vereinsnachrichten. Dem Hefte sind ein Verzeichniß der Sammlungen der Gesellschaft und ein Plan zu einem Museum für jüdische Volkskunde beigegeben. Briefkasten. 91. H., Wielicka. Daß ein jüdischer Cultusvorsteher eine Spende für die unglücklichen rumänischen Juden mit dem Bemerken zurückweist, er wisse nicht, was damit anzufangen, ist ein überaus trauriges Zeugniß für die Gemeinde, welche kein geeigneteres Oberhaupt zu finden weiß. K. B—nn. Die armen Christen, die in China des Ritualmordes, begangen an chinesischen Kindern beschuldigt werden, dürsten nur geringen Trost in dem Gedanken finden, daß auch in den europäischen Ländern Unschuldige wegen solcher erdichteter Greuelthaten verfolgt werden. N. K—v. Man muß zugeben, daß die Antisemiten dankbar ihrer Presse sind. Sie haben auch mehrere antisemitische Journalisten, die bisher nur mit der Feder Unheil anstisteten, in den Wiener Gemeinderath gewählt. 91. B. Die alte Geschichte. Wenn Rumänien Geld braucht, überfließt der Mund seiner Staatsmänner von fortschrittlichen Phrasen. I. K—g. Der Marquis Mores hat seinerzeit in der That mit Erfolg Einiges zur Vernichtung des jüdischen Capitals beigetragen So z. B. als D r u m o n t für ihn zu den reichen Juden „schnorren" ging. I. L—wg. Wir haben gar keinen Anlaß, Herrn Dr. S tr a nsky gegen die Beschuldigungen zu vertheidigen, welche in den antisemitischen Blättern gegen ihn erhoben werden, mögen diese Beschuldigungen noch so blöde und lächerlich sein. Dr. Stransky hat längst dem so vielen Verfolgungen preisgegebenen Judenthum den Rücken gekehrt, und es ist ihm höchst peinlich, daran erinnert zu werden, daß er auch einmal Jude war. Wochrnfchrisk. Seite 559 i. Es klingt in der That wie blutige Ironie, wenn Herr G r e g o r i g pathetisch sagt, man weiß, „was Ernst Schneider für die Menschheit bedeute". Vor 15—20 Jahren haben die Antisemitenführer selbst von Mechaniker Schneider in einer Weise gesprochen, die unzweideutig erkennen ließ, daß sie ihn zum Aus—bund der Menschheit zählten. Die Titulaturen, mit denen ihn damals Cornelius Vetter, Buschenhagen und selbst — Dr. Lueger beehrten, sind kaum wiederzugeben. Dr. B. W. Die Vermuthung, daß der antisemitisch angehauchte Schubert-Bund gelegentlich seiner Anwesenheit in Paris auf das Grab H e i n e's einen Kranz niederlegen werde, war eine unbegründete. Was kümmert die Herrschaften der Umstand, daß Schubert zu den größten Verehrern des „jüdischen" Dichters zählte .. viele seinerLieder vertonte? . M. B. Sie wollen wissen, warum V e r g a n i die Mitthei lungen unterschlagen hat, daß die Christen in China verleumdet werden, sie schlachten chinesische Kinder zu rituellen Zwecken. Vergani weiß immer, warum er etwas unterschlägt, und in diesem Falle liegen ja seine Beweggründe wirklich ganz klar auf der Hand. 91. L. 100. Die Aufhebung wird zu Neujahr bestimmt erfolgen. I. L. Bei dem „Familienfeste" des Mechanikers Schneider wurden, wie dies wohl selbstverständlich ist, die blutrünstigsten Reden gegen die Juden gehalten. Sonst hätte ja die ganze Geschichte Herrn Schneider keine Freude gemacht. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnrmrntsgrbühr im Rückstände find, dir zur Einhebung derselben von uns versendeten Postauflraye gefälligst honoriren \n wollen Div Administration Israalliitchas KnabRapeRSionat Ungar. - Hradisch, Mähren. Der Gefertigte erlaubt sich den P. T. Eltern und Vormündern bekannt zu geben, dass er mit dem Beginn des Schuljahres 1900/1901 in Ungar.-Hradisch ein israelitisches Knabenpensionat mit beschränkter Aufnahmszahl, für Schüler des hiesigen k. k. deutschen Staats-Obergymnasiums und der deutschen Volksschule eröffnet. Für vorzügliche Verpflegung, beste Erziehung und strenge Beaufsichtigung wird gewissenhaft Sorge getragen werden. Musik- und Sprachenlehrer stehen zur Verfügung, Clavierhenützung im Hause. Die Kreisstadt Ung.-Hradisch (Station an der Hauptstrecke der Nordbahn und der österr.-ungar. Staats-Eisenbahn-Gesellschaft, 3 Stunden von Wien und Brünn entfernt) zeichnet sich durch besonders gesunde Lage aus. Oeffentliche Parkanlagen, Flussbäder und Schwimmschule, Spiel- und Eislaufplätze. -»S» Massiger Pensionspreis. •*£+ Die Anmeldungen müssen baldigst erfolgen, da die Aufhahmszahl eine beschränkte ist. Referenzen: Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Josef B u r s t y n hierorts, und die hochlöbliche Direction des hiesigen k. k. deutschen Staats-Obergymnasiums. Ung.-Hradisch, im Juli 1900. Hochachtungsvoll 583 Heinrich ß a n s e 1 Concurs. In der israelitischen Cultusgemeinde ßraz gelangt die Stelle eines Tempel' und Friedbofdieners (Liberer) zur Besetzung. Derselbe muss auch befähigt sein, an Wochentagen vorzubeten und den Geflügelschächter zu vertreten. Fixer Gehalt 1200 Kronen und die hier üblichen Functionstaxen. Bewerber um diese Stelle wollen ihre diesbezüglichen Gesuche bis längstens 15. August anher überreichen. G r a z, am 22. Juli 1900. Israelitische ßultusgemeinde Graz Der Präses: Bernhard Biller m. p. 600

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