Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-07-27 · 30 (27.7.1900) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
30 (27.7.1900)
Date
1900-07-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021331-3021362--10089-3034551
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sette 556 Dk. B^och's WochrnschrrfL. Nr. 30 Wigstadl. Herr I. Ros e nfeld übersendete als Ergebniß einer Sammlung für die rumänischen Juden 20 Kronen an die „Oesterr.-Jsraelitische Allianz" in Wien. Strakorntz. Der 'Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde hat als Resultat einer durch die Herren Marcus Deutsch und Carl Anscherlik veranstalteten Sammlung bei den hiesigen Cultusgemeindemitgliedern für die rumänische» Juden 120 Kronen der „Israelitischen Allianz" in Wien übersendet. AWhrrsch-Wersiktrchen. Auf Anregung unter persönlicher Intervention veranlagte unser hochgeschätzter Herr Cultusvorsteher-Stelloertreter S. Fischl eine Sammlung zu Gunsten unserer rumänischen Glaubensgenossen und erzielte die namhafte Summe von 200 fl. Unser Herr Cultusvorsteher-Stellvertreter hat schon auf diese Weise manche Thräne getrocknet und wurde ihm aus diesem Grunde vor Jahresfrist von der Gemeindevertretung das Ehrenbürgerrecht verliehen. Auch fanden am 18. d. M. die Gemeindewahlen statt und erzielten folgende Herren die Majorität: 3. Wahlkörper: Dr. I. Rein, S. S ch l e s i n g e r, A. Adler; 2. W a h l k^ö r p e r: G. S t r o ß, S. Fischl, S. Kober; 1. W a h l k ö r p e r: F. R i nd l, M. Vogel, A. R i e s e u f e l d. — Am 26. Juli findet die Bürgermeister- und die Gemeinderathswahl statt. Gr.-Meseritsch (Mähren). Ergebniß der anläßlich der Auswanderung rumänischer Juden in der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde eingeleiteten Collccte: H. G. MMer, Cultusvorsteher 5 K, Brüder Fuchs 4 X, Dr. Nathan Berger 4 K, Dr. C. Friedländer 5 K, Jacob und Julius Willheim aus Offawa 10 X, Jacob Willheim aus Battochowitz 4 K, Julius Singer 2 X, Max Wacht! 2 K, Fritz Müller 2 K, Julius Fuchs 2 K, Salomon Buchsbaum 4 K, Sigmund Buchsbaum 2 K, Moritz Neumann 1 K, Alexander Winterberg 1 X, Siegftied Urbach 1 K, Ferdinand Neumann > K, Sigmund Fuchs 1 K, Gerson Wacht! 2 X, Moritz Schulz 2 K, Jacob Schuschny l K, Moses Blum i X, Philipp Konrein 1 K, Moritz Rufeisen 2 X, Leopold Langer I K, Johann Weiß Morawetz 4 X, Rabbiner Dr. Weiner 2 X, Obercantor Jos Steiner 2 K, Leopold Wacht! 1 X, Sigmund Wachtel 2 K, Albert Fischer 2 K, Emil Glaser 4 K, Sigm. Löffler 2 K, Ferd Löwenstein 2 K, Moritz Willheim 2 X, Jacob Buchsbaum 2 X, Arthur Willheim 2 X, Lina Blum 1 X, Rosa Schön 2 X, Ignatz MMer 2 X, Summe: 93 X. Der Betrag wurde der „Israelitischen Allianz" direct übermittelt. Schüttenhofen. Am verfloffenen Samstag fand hier, wie alljährlich, eine Religionsprüfung der Schüler sämmtlicher hiesigen Anstalten unter de.n Vorsitze unseres sehr geschätzten und beliebten Rabbiners, des Herrn Dr. Wilhelm Klauber, statt, welche sehr zahlreich besucht war. Unter den Anwesenden sah man Herrn 1.17. Di-. Ludwig Fürth, Advocat, derzeit Vorsteher unserer Cultusgemeinde, viele Mitglieder des Vorstandes, den Lehrkörper, Herrn Oberlehrer Wild und viele Damen und Herren. Die Prüfung nahm einen schönen und animirten Verlauf. Zum Schluffe ergriff Herr Rabbiner Dr. Klauber das Wort an die Schüler, lobte die Fortschritte derselben, gemahnte die aus der Schule austretenden, in allen Lagen des Lebens ihrem Glaube» treu zu bleiben, und. forderte schließlich die Eltern und Vormünder auf, die religiöse Erziehung der Kleinen in Haus und Familie getreulich zu pflegen und der Schule hilfreich zur Seite zu stehen, auf daß unser Volk seine heilige Mission voll und ganz erfüllen könnte! Möge dieses Beispiel überall Nachahmung finden zum Segen des Judenthums! Keszthely Sonntag deu 15. d. M., Nachmittags, machten zwei junge Leute, Juden, eine Kahnfahrt am Plattensee. Unterwegs, über einen Kilometer vom Ufer entfernt, trafen sie im Schwimmanzuge einen jungen Mann, der sich halb bewußtlos nur noch mit Mühe über die Wellen hielt und der ohne ihr Einschreiten unrettbar verloren gewesen wäre. In den Kahn gezogen, fiel der Schwimmer sofort in eine tiefe Ohnmacht, aus der ihn seine beiden Retter mit vieler Mühe, durch künstliche Einathmung, Reiben u. dgl, wieder zum Bewußtsein brachten. Als sie ihn nun fragten, warum er sich als ungeübter Schwimmer so weit vom Ufer entferne, antwortete der Gerettete: „Am 20. Juli fände hier ein großes Wettschwimmen statt und er trainire sich, obwohl ein schwacher Schwimmer, damit nur ja nicht einer von der Judenbande gewinnen möge." Schweigend sahen sich die beiden Lebensretter an, sie hatten den Dank für ihr edles' Werk erhalten. Auch wir halten einen Commentar für überflüssig. L. S. Amsterdam, 2. Juli. Unser Glaubensgenosse Staatsrath T. M. C. A s s e r ist zum Präsidenten des hier tagenden, von allen europäischen Regierungen beschickten Cvngrtffes zur Regelung der internationalen Eherechtsverhältnisse gewählt worden. — Der berühmte Maler Josef Israels hat seitens der Kunstsection der Pariser Weitaus st ellung eine Ehrenmedaille, die höchste Auszeichnung, erhalten. Constantinopel, 8. Juli. Wie die Zeitung „Habass" mit theilt, haben hiesige jüdische Notabilitäten eine Dank- und Ergebenheits-Adresse an den Sultan gerichtet und darin den unter Vorsitz des Chacham Baschi gefaßten Beschluß mitgetheilt, in den jüdischen Schulen natt des Spagnolischen das Türkische als Unterrichtssprache einzuführen, um so das Letztere zur Umgangssprache der Juden zu machen. Feuilleton. Michael. Erzählung von S. K o h n, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Während plauderhafte Frauen Alles das mit breiter Umständlichkeit Sara erzählten, war der Schützenhauptmann Seifensieder Auerbruck aus dem Rathhause getreten. Ec hatte sich in den letzten sieben Jahren nicht wesentlich verändert. Ec liebte es noch immer, den Volkstribun zu spielen, spickte seine Rede noch immer mit lateinischen Floskeln und war noch immer ein Gegner und Nebenbuhler des Bürgermeisters, den er, wo sich ihm die Veranlassung bot, in der öffentlichen Meinung herabsetzte; und jetzt hatte ihm Dominik Golzinger hierzu in reichem Maße Gelegenheit geboten. Als er die stattliche Versammlung auf dem Platze bemerkte, stieg er auf einem breiten Prellstein und sprach die Anwesenden folgendermaßen an: „Meine lieben Mitbürger und Freunde! Bürgermeister Golzinger. der in ruhigen, friedlichen Z-iten fortwährend zu befehlen und zu commandiren hatte, hat jetzt, wo ein energischer Monn, an der Spitze des Stadtwesens stehen sollte, den Kopf v 'rloren. Der feige Mensch wollte schon gestern Nachts heimlicher Weise aus der Stadt fliehen. Ich begegnete ihm zufällig beim Thore. Ich sagte ihm: „So haben wir nicht mit einander gewettet, Gevatter Bürgermeister! Ihr habt bisher von Eurem Amte bisher nur Nutzen und Ehre gezogen, und jetzt, wo wir den Feind erwarten und Ihr die Bürger zu vertreten, die Bewohner zu schützen habt, wollt Ihr mit Euren angehäuften Schätzen fliehen, und Euch selbst einer etwaigen feindlichen Contribution entziehen?! Daraus wird nichts, das geb' ich nicht zu!" Ich habe ihn mit Gewalt in seine Wohnung zurückgeführt, und damit er nicht nochmal durchzubrennen versucht, ihm zwei meiner Gesellen, tüchtige Kerle, als Ehrenposten vor das Haus gesetzt. So ungerne ich mich auch vordränge, war ich doch gezwungen. damit die Stadt nicht einem Schiffe ohne Steuermann gliche, mich ihrer Interessen anzunehmen. Ich habe gemeinschaftlich mit dem wackeren Rathe Weckelsbach den Magistrat und die Zunftvorsteher, welche nicht die Flucht ergriffen, zu einer Versammlung aufs Rathhaus laden lassen, um zu besprechen, in welcher Weise man sich jetzt zu benehmen habe. Die wenigen wackeren Männer, die in Unglück und Drangsal bei ihren Mitbürgern standhaft ausgehalten, sind alle vollzählig erschienen. Golzinger, der miserable Mensch, hat geheult wie ein geprügelter Hund. Ec sprach die Befürchtung aus, der Feind werde die Stadt an allen vier Ecken anzünden, niederbrennen, plündern, und rieth nochmals dringend zur Flucht. Ich kann Euch zu Eurer Beruhigung versichern, daß zu solchen Befürchtungen nicht der geringste Grund vorliegt. Die Franzosen sind unsere Feinde, aber man muß auch den Feinden Gerechtigkeit widerfahren lassen, und muß es gestehen, daß die Franzosen unter Napoleon noch nie in solcher Weise vorgingen. Wir haben ja vor vierzehn Tagen die Franzosen schon als Feinde in unserer Stadt gehabt, und wir konnten ihnen das Zeugniß nicht versagen, daß sie gute Mannszucht gehalten und sich keine Unregelmäßigkeiten zu Schulden kommen ließen. Der vor Schrecken und Angst halb verrückte Bürgermeister behauptete aber, die Franzosen wären gegen unsere Stadt ungewöhnlich erbittert, weil sie hier von den Russen überfallen und geschlagen worden wären und diese, die Russen nämlich, hiebei von einem österreichischen Osficier, der die Stadt und deren Umgebung genau kennt, auf den kürzesten Weg hiehergeführt worden wären; — aber das ist ein Ulisinn! Ein österreichischer Osficier, der gegen die Feinde seines Kaisers kämpft und unseren Verbündeten, den Russen, den vortheilhaftesten Angriffspunkt zeigt, hat nur seine Pflicht erfüllt, und die Franzosen selbst sind zu tüchtige Soldaten, um das nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.