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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-07-20 · 29 (20.7.1900) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
29 (20.7.1900)
Date
1900-07-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 29 Dr» Bloch's WvchrnsüMi-L Seite 543 Forderungen nachzukommen, aber er bitte auch in jenen Fällen, wo sich dem guten Willen unmöglich zu bewältigende Hindernisse entgegenstellten, Nachsicht zu üben und sprach die Ueberzeugung aus, die siegreiche französische Armee werde sich nicht weniger durch Großmuth als durch Tapferkeit auszeichueu, strenge Manneszucht halten und friedlichen, ruhigen Bürgern nichts in den Weg legen, was der Lieutenant mit einem freundlichen Lächeln, als etwas Selbstverständliches bezeichnete. ((Fortsetzung folgt.) Literatur. Jllustrirter israelitischer Volkskalender für das Jahr 5661, Verlag von Sarnu-l W. Pascheles in P r a g. Dieser beliebte Kalender ist soeben erschienen und enthält nebst einem wohlge roffenen Bildnisse des k. k. Feldpredigers Dr. Alexander Kisch das vollständige Kalendarium und das Verzeichniß sämmtlicher in Böhmen, Mähren, Schlesien, Oberu. Niederösterreich, Salzburg, Galizien und Ungarn stattfindenden Messen und Märkte rc. Die literarischen Beigaben, eingeleitet durch eine Biographie Dr. Alexander K i s ch's enthält u. A. eine packende Erzählung Berthold A u e rbach's „Die Audienz des hohen Rabbi Löw", ferner eine sehr interessante „Erzählung aus dem Ghetto zu Rom während der Herrschaft des Tribunen R i e n z i" von Josef L ö w e n st e i n und eine kurze Beschreibung des Lebens Baron von Cohn's. Der Preis des in allen Theilen empfehlenswerthen Kalenders beträgt nur 72 Heller. Briefkasten. 21. R. 26. Der Optiker Carl Heller, Prag, Graben 5 ist ein Arier nnd durchaus nicht judenfreundlich. G. Baden: Jawohl, es ist gestattet Dr. <£. R. in W. Zur Heine-Kranz-Affaire verweisen wir Sie auf ein Epigramm im Berliner „Kleinen Journal", welches lautet: Schuf dich zum Dichter des Himmels Gnad', Schreite als Jude des Ruhmes Wege, Daß nicht der Wiener Gemeinderath Einen Kranz auf dein Grab einst lege. Jos. R. in Str. Zum Abschlüsse der geplanten Versicherung empfehlen wir Ihnen den „Giselaverein", Wien, I., Franz Josefs- Quai 1, welcher übrigens in Lemberg eine große Filiale besitzt (Hetmanska 4) Diese Anstalt ist coulant, bietet vortheilhafte Combinationen und verfügt über 32 Millionen Kronen Reserven. M. W—k. Im „Vaterland" war der Artikel reproducirt, welcher die großen wirthschaftlichen Gefahren schildert, die Rumänien durch die Auswanderung der Juden betroffen. LIntatis. mntandis gilt manches in diesem Artikel auch für andere Länder als — Rumänien. L. W. Wer da gelesen, wie Heine auf seinem Sterbebette vom Judenthum und seiner Religion gesprochen und geschrieben, kann getrost die Behauptung wagen, daß der große Dichter als Jude gestorben ist. 21. B. Wer so albern ist, die Zeugnisse einiger alten römischen Schriftsteller gegen die Juden als heilige Wahrheit zu citiren, der müßte auch _ die blödesten Beschuldigungen, die die alten Römer gegen die ersten Christen erhoben, als wahr anerkennen. W -g Das Wort Lucian Brunne r's von dem Geschäftspatriotismus hat getroffen. Man hat ja auch noch nicht die seltsamen Reden v e r g'e s s e n, die der große Agitator Lueger während der Zeiten.hielt, als der Kaiser ihn nicht als Bürgermeister von Wien bestätigen wollte. M. W. Gewisse clericale Blätter scheinen nun doch Anstoß daran zu nehmen, daß die Christlich-Socialen zu ihre Führern Männer wie Schneider zählen, der Päpste öffentlich beschimpft. Nemo. Solche Prügelscenen sind immer verwerflich. Aber die Herren Bielohlawek und W o h l m e y e r, die ihre blauen — Wunder in St. Pölten erlebten, mußten sich reuig an die Brust schlagen und sagen: „Das sind die Früchte unserer Schule!" Dr. W. B. Johann David Michaelis war sicherlich ein den Juden übelwollender Schriftsteller, aber deshalb hat er doch in seiner Besprechung des berühmten Dohm'schen Buches betreffs Eisenmenger's folgendes gesagt: „ . . . Auch in dem gebe ich ihm (Dohm) Recht, was er gegen Eisenmenger's entdecktes Judentlum sagt, darnach er die Juden nicht beurtheilt haben will. Ich halte Eisenmenger's Judenthum für ein gelehrtes, aus vielem Fleiß und großer Belesenheit entstandenes Buch und ich lerne daraus sehr oft, wenn ich nachschlage; aber dabei ist er äußer st feindselig und ungerecht uud wenn einer gegen eine der drei im römischen Reiche eingeführten Religionen etwas dergleichen schriebe, so würde man es eine Lästerschrift nennen. . . ." I. B—r. Die jüdischen Seelsorger mußten nicht erst das Gelübde der Armuth ablegen, es war auch so dafür gesorgt, daß sie arm blieben. In meinem Vertag erschien soeben : Hofmann’s literarisch-historischer Abreiss-Kalender für das Jahr 5661 mit jüdischem u. deutschem Datum (24. Sept. 1900 b. 13. Sept. 1901) Ssw »M1? w mS Derselbe enthält auf jeder einzelnen Rückseite einen überaus reichen Staff ans Bibel, Talmud, Midrasch sowie bemerkenswerthe Daten ans der jüdischen Geschichte. Die Bearbeitung wurde von einem bedeutenden jüdischen Wissenschaftler vorgenommen. Vorzügliches Erziehungsmittel. Unterhaltend nnd belehreno für jeden Glaubens?, nossen. Deutliche weithin sichtbare Zahlen. Wiederverkäufer, Buchhandlungen, Hansirer in allen Platzer Deutschlands gesucht. Elegante Rückwände in verschiedener Auswahl. Für Rabbiner, Lehrer, jüdische C'ultusbeamte. jüdische Vereinslocab* unentbehrlich- Preis ä 80 Pfg., gegen Einsendung von Mk. 1. erfolgt Francozusendung. A. J. Hofmann, Buchhandlung, S91 Frankfurt a. M., Allerheiligenstrasse 87. Freudenfesthymne (Psalm XXL) componirt zum 70. Geburtstage Sr. Majestät für gemischten Chor und Oantorsolo mit und ohne Orgelbegleitung von Max Goldstein, Ober-Cantor in Steinamanger. Gegen vorherige Einsendung des Betrages von 3 Kronen i>t dieses Werk vom Oomponisten portofrei zu beziehen. 59a il)frr)rSntl)rini’ji)|c§ririitö=')lii6)tiitliiii!]5=Stütuiig. Der Vorstand der Israel. Cultusgemeinde Wien bringt zur Kenntnitz, daß die Zinsen der obgenannten Stiftung pr 330 Kronen an ein armes, mitrelloses Mädchen der hiesigen Cultusgemeinde, das sich zu verehelichen im Begriffe ist, als Ausstattungsbeitrag zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre, mit einem Geburts-, 2lrmuts- und Sitten-Zeugnisse, sowie dem Nachweise der Verwaisung mütterlicherseits und dem Brautstandszeugnisse belegten Gesuche bis in August 1900 im Einreichungs-Protokolle der israel. Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, I. Stock) woselbst auch Gesuchsblanquette unentgeltlich behoben werden können, zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israel. Cultusgemeinde Wien erscheinen als Gesuchsberlagen nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht entsvrechend belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Moritz Goldberger'lche Stiftung für einen zur Anstellung als Rabbiner vollkommen befähigten Rabbinats-Candidaten. Bei der israelitischen Cultusgemeinde gelangt die oben genannte Stiftung im Jahresbetrage per 600 Kronen ö. W. auf ein eventuell zwei ^ahre zur Verleihung. Bewerber, welche die Qualificatiou zum Rabbiner besitzen, aber noch nicht in amtlicher Stellung sind, haben ihre entsprechend instruirten Gesuche bis 31. Juli 1900 rm Einreichungs-Protokolle der israelitischeu Cultusgemeinde, I., Seiten - stettengasse 4, I. Stock, einzubringen. In dem Gesuche ist nebst den Familienverhältnissen des Bewerbers anzugeben, ob derselbe in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Jgim! Klkiictasch' Heimts-Ausstattiiiigs-Zliitiiuz. Vom Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde in Wien wird hiemit bekanntgegeben, daß die Zinsen obiger Stiftung im Betrage von 230 Kronen an arme verwaiste Mädchen jüdischer Confessio», die sich zn verehelichen im Begriffe sind, als Ausstattungsbeitrag zur Verleihung gelangen. Die mit einem Geburts-, Armuths- und Sitten-Zeugnisse, wie auch mit einem Verwaifungs- und Brautstands-Nachweise versehenen Gesuche sind bis * 31. Juli 1900 im Einreichungprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde (l., Seitenstettengasse 4, I Stock), woselbst auch in den Amtsstunden b;n 9—12 Uhr Vorm. Gesuchsblanquette unentgeltlich zu beheben sind, einzureichen. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, am 1. Juli 1900. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde.

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