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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-06-29 · 26 (29.6.1900) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
26 (29.6.1900)
Date
1900-06-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 488 Dr. Blmlr's WochenMirifr. Nr. 2S einer besonderen Anstalt für die Aufnahme und Pflege von unheilbaren Patienten erkannt und diese Erkenntniß hatte ihn veranlaßt, in seinem Testament ein Legat von etwa 200.000 Doll, für die Errichtung und den Unterhalt eines Heims für Unheilbare jüdischen Glaubens auszusetzen. Durch den im Jahre 1897 erfolgten Tod feiner Witwe wurde das Vermächtnis flüssig und im September vorigen Jahres konnte der Grundstein zu der Anstalt gelegt werden, die zu den schönsten und vollkommensten ihrer Art zählt. Das Gebäude ist 48 bei 134 Fuß groß und durchaus feuersicher, soweit die bei dem Bau zur Verwendung gekommenen Materialien in Betracht kommen. Das Heim ist mit allen modernen Verbesserungen und Einrichtungen der Sanitätspflege versehen, und bei den Einrichtungen ist auf den Comfort der Patienten in jeder Weise Rücksicht genommen worden. Das Lucien Moß-Heim für Unheilbare steht unter der Controle des Jüdischen Hospital-Vereins, dessen Präsident, Herr William B. Hackenburg, sich ganz besonders um das Werk verdient gemacht hat, wobei ihm die anderen Beamten sowie das Damen-Comits hilfreich zur Seite standen. Die Mitarbeiter des Präsidenten Hackenburg im Verwaltungsrathe des vor 27 Jahren gegründeten Jüdischen Hospital-Vereins sind die Herren Richter Mayer Sulzberger, Vice-Präsident; August B. Löb, Schatzmeister; Ephraim Lederer, Secretär; Hermann Jonas, correspondirender Secretär. Das Programm der heutigen Eröffnungsfeier des Lucien Moß-Heims umfaßte Ansprachen der Revs. S. M. Fleischmann, Joseph Krauskopf, Leonard Levy, William Armhold, M. Jastrow, Henry Berkowitz und Wm. Löwenberg; ferner den Vortrag eines Festgedichtes sowie Vokal- und Instrumental-Musik. Lucien Moß wurde im Jahre 1831 in Philadelphia geboren, erwarb ein Vermögen als Besitzer einer Maschinenfabrik und Messinggießerei und zog sich im Jahre 1878 ins Privatleben zurück. Seitdem hat er sich, mehr noch als zuvor, Werken der Nächstenliebe, vornehmlich in jüdischen Kreisen, gewidmet. Eine weitere schöne Schenkung hat der Jüdische Hospital- Verein im Laufe der Woche von Frau Rose Frank, No. 2224 Green Street, erhalten, indem diese den Verwaltungsrath benachrichtigt hat, daß sie zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten. Herrn Henry S. Frank, ans dem Hospitalsgrundstück eine Synagoge errichten lassen will. Das Geschenk ist vom Verwaltungsrathe acceptirt worden, und der Bau soll sofort in Angriff genommen werden. Vermischtes. Wien. Anläßlich des 70. Geburtstagsfestes Sr. Majestät des Kaisers wird am 30. Juni im Stadt-, Leopoldstädter- und Fünfhauser Tempel um 3 Uhr und im Tempel Währing, Schopenhauerstraße 30 um 3 Uhr 30 Min. ein Festgottesdienst für die Schuljugend an Mittelschulen stattfinden. e Wie». Dr. S. Stimmer, Hof- und Gerichtsadvocat in Wien, hat sich mit Fräulein Josefine Peretz, Tochter des Herrn S. Peretz, Privatier in Wien, verlobt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 1. Juli um 1 Uhr Mittag findet im Tempel der Seitenstettengaffe die Trauung des Fräulein Jenny Lederer, Tochter des bekannten Großindustriellen Herrn Gottlieb Lederer, mit Herrn Heinrich Friedländer statt. Wien. (Silberne Hochzeit.) Am 4. Juli begeht der Industrielle Herr Leopold Guttmann mit seiner Frau Anna, geborene Ehrenstein, das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Leopold Guttmann hat sich auf gewerblichem Gebiete die Hochachtung und Werthschätzung aller Gesellschaftskreise erworben; 23 Auszeichnungen und die Anerkennung der competenten Factoren bilden einen Beweis für die Tüchtigkeit und Strebsamkeit des Jubilars. Aber auch auf humanitären Gebiete hat Herr Guttmann seit mehr als 23 Jahren unermüdlich gewirkt. Durch nahezu zwanzig Jahre gehörte er zuerst als Caffaverwahrer und zuletzt als Bicepräses dem Bethausvereine im XVffl. Bezirke an. Bor 14 Jahren gründete Herr Leopold Guttmann, im Vereine mit einigen Gesinnungsgenoffen, den Tempelbau-Verein im XVffl. Bezirke, dessen Bicepräses derselbe bis heute ist. Ganz besondere Verdienste erwarb sich der Jubilar um den Frauen- Wohlthatigkeits-Berein im Vffl. Bezirke, welcher den Jubilar im Jahre 1897 als Anerkennung für seine unermüdliche Thätigkeit zum Ehrenmitgliede ernannte. Der Jubilar hat sich auch in hervorragender Weise an der Gründung des!. Wiener Reconvalescentenheims für arme Frauen und Kinder betheiligt und steht als Obmann des Beirathes an der Spitze der Vereinsleitung dieses noch jungen aber viel verheißenden Vereines. Herr Guttmann wirkt auch seit mehreren Jahren als Bicepräses des Vereines zur Hebung der Gewerbe, der sich wegen seines ersprießlichen Wirkens der größten Anerkennung erfreut. Wien. (Jubiläum.) Dieser Tage feierte der bekannte Gemeinderath Herr Donat Ziffer er sein 25jähriges Jubiläum als Stadtbaumeister. Dem Jubilar, der sich auch im öffentlichen Leben hervorragende Verdiensteum das Wohl seiner Vaterstadt erworben hat und der seit einer Reihe von Jahren eine unermüdliche, selbstlose Thätigkeit im Dienste humanitärer Unternehmungen entfaltet, sind aus diesem Anlaß aus allen Gesellschaftskreisen zahlreiche Ovationen zugekommen. Wien. („Ferienheim".) Seine k. u. k. Apostolische Majestät haben dem Vereine „Ferienheim" in Wien allergnädigst zu bewilligen geruht, daß das von demselben in Tischnowitz, Mähren, neugegründete Heim: „Kaiser Franz Josef-Ferienheim" benannt werde. -Die erste Abtheilung von 120 Mädchen ist bereits am 22. Juni im neuen Heim eingezogen. Wien-Fünfhaus. Am 21. Juni l. I. feierte der Bethausversteher und langjährige wohlverdiente Cassier der Chewra Kadischa im XV. Bezirk Herr Alois Schick mit dessen Frau Josefine die silberne Hochzeit. Herrn Alois Schick, der sich in unserem Bezirke allgemeiner Schätzung erfreut, wurden aus diesem Anlasse große Ovationen zu Theil. Sowohl der Beihausvorstand mit dessen Obmann Herrn S. Steiner als auch der Vorstand der Chewra Kadischa mit dem Herrn Präses Dr. S. Bars erschienen corporativ, um den Jubilar zu beglückwünschen. Auch Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Jonathan Wolf sammt seiner hochgeschätzten Frau Gemalin beglückwünschten das Jubelpaar. Unter den schriftlichen Gratulanten befand sich Herr kaiserlicher Rath Wilhelm Pollak. W en-Ottakring. Am 23. d. M. waren genau 25 Jahre verstrichen, seitdem der jüdische Lehrerveteran, — 45jährige Dienstzeit — Herr Samuel E p st e i n, zum ersten Male als Exhortant fungirte. Wer, wie Schreiber dieser Zeilen, durch volle 10 Jahre die segenbringende Thätigkeit dieses Mannes auf diesem speciellen Gebiete genau zu beobachten Gelegenheit hatte, wird mit ihm in dem Wunsche einstimmen: Jascher Kochachu. Wien. (Spenden.) Für die rumänischen Auswanderer sind uns von Herrn M. Steiner, Maschinenhändler in Horazdowitz K 100.— von Herrn Jac. Meist in Olmütz X 10.—, unter Chiffre „Jvri" aus Brünn X 10.—, von Herrn Johann Schindler iu Wien X 5.—, von Herrn Salomon Tauber in Mistek X 20.—, Herrn Adolf Windholz M.-Ostrau X 10.—, von der Chewra-Kadischa in Turnau X 20.—, von Herrn kais. Rath Alois Pollak X 50.—, von Herrn Braun in Libochowitz X 3.—, von E. B. P. X 10.—, von Herrn G. Wolf, Widrach X 4 —, von Herrn Julius Stein, Widrach X 10.— zugekommen, Wien. (Dreißigjähriges Dienstjubiläum.) Am 1. Juli begeht der Administrationsbeamte des „Neuen Wiener Tagblatt", Herr Hermann Stein die Feier seiner in unermüdlicher Thätigkeit vollendeten 30jährigen Dienstzeit. Baden. Am 26. d. versammelte sich eine kleine Trauergemeinde am hiesigen Friedhofe um das Grab des am 8. August v. I. verstorbenen Herrn Heinrich Berger, um seinen Manen bei Aufstellung seines Leichensteines pietätsvolle Ehre zu erweisen. Des Denkmals Inschrift erzählt in schlichten Worten von den vielen und dauernden wohlthätigen und frommen Institutionen, die der Verstorbene aus eigenen Mitteln in Wien und in P reßburg gegründet und gründen half. Religiöse Schulerziehung und Thorastudium waren die zwei großen Lichter denen er im Leben folgte und sein Bestes opferte. Proßnitz. (Verlobung.) Herr Alois Pollak, langjähriger Disponent der Kleiderfabriks-Firma D. Schwarzmann & Co., feierte diese Woche die Verlobung seiner Tochter Melanie mit Herrn Victor Neu mann. Trebitsch. (Verlobung.) Am 24. d. M. verlobte sich die Tochter unseres ehrwürdigen Rabbiners Herrn Dr. S. Pollak, Fräulein Josefine Pollak, mit Herrn Eugen Berger, Vertreter der Schindler'schen Dampfsäge in Jglau. Hollefchau. lieber Einladung des Cultusvorstandes hielt Herr Albert L ö w aus Budapest am 19. d. M. hier einen wissenschaftlichen Vortrag über den Monotheismus im Judenthum. Das zahlreich erschienene Publicum folgte mit gespannter Aufmerksamkeit den interessanten Ausführungen und zollte am Ende des

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