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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-06-08 · 23 (8.6.1900) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
23 (8.6.1900)
Date
1900-06-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 434 Dr. Blocht Wochenschrift» Nr. 33 Kempen i. Posen. Zu einem rechten Ehrentage gestaltete sich für Herrn Jsaac Bloch dessen siebzigjähriger Geburtstag, der 21. Mai. Dem langjährigen Mitgliede des Gemeinde-Borstandes hatte man die Synagoge und Betplatz mit Blumen und Topfgewächsen aufmerksam geschmückt. In den Vormittagsstunden wurden reiche Ehrungen dem Jubilar dargebracht. Alle Vereine hatten ihn glückwünschende Deputationen entsandt, Vorstand und Repräsentanten der Synagogen-Gemeinde erschienen in corpore und überreichten eine künstlerisch ausgeführte Adresse; der Magistrat und die Stadtverordneten ehrten das treubewährte Mitglied des Magistrats-Collegiums durch die Ernennung zum Stadtältesten. Bei Ueberreichung des diesbezüglichen Diploms hob Bürgermeister v. Borke besonders hervor, daß der Jubilar, obwohl Besitzer und Leiter eines der bedeutt.ndsten Geschäfte seiner Branche, stets seine regste Thätigkeit in den Dienst der Stadt gestellt habe. Des Gefeierten Beliebtheit' kann kaum besser erwiesen sein, als durch die überaus große Menge der Gratulanten, welche während des Tages sich um ihn schaarten. Möge der ehrenwerthe Herr noch recht lange zum Wähle der Stadt-Gemeinde in Gesundheit und Kraft sich seines Daseins ersreuen. NewDork 22. Mai 1900. Hochgeehrter Herr Editor'! Leit dem Siegeseinzuge des Admirals Dewey in unserem Hafen, wo der Mayor von New-Aork dem Sieger von Manilla eine goldene Base, loving cup, im Namen der Stadt Groß-N^w-Iorks überreichte, ist es hier Mode geworden, verdienstvollen Mälinern durch Ueberreichung kostbarer Liebesbecher die Anerkennung der Mitbürger auszudrücken. Am 7. Mai feierte Herr Dr. Abraham Jacoby seinen 70. Geburtstag. Dr. Abraham Jacoby ist nicht nur eine Capacität ersten Ranges im Reiche der Heilkunde, sondern gehört auch zu den prominenten Bürgern der Metropole. Bei jeder wichtigen und ernsten Begebenheit, welche das Wohl und Wehe der Metropole, des Staates, der Vereinigten Staaten betrifft, findet man ihn mit an der Spitze und seine Worte, sein Rath gehört und befolgt. Die hervorragendsten Aerzte des Landes feierten ihn in einem Banquett in Delmonico und die Aufmerksamkeit, die diese Herren dem Jubilar bei dieser Affaire schenkten, dürste auch das ehrgeizigste Herz befriedigen. Der „deutsche gesellig. Wissenschaft!. Verein" deren Mitglieder zur Elite des New-Aorker Deutschthums . zählen, veranstaltete einige Tage daraus in der Liederkranzhalle eine Nachfeier, wo der Jubilar in nicht minder ehrenvoller Weise gefeiert wurde. Carl Schurz hielt bei diesem Feste an Dr. Jacoby eine Ansprache, welche beiden Männern Ehre machte. Dr. Jacoby in seiner herrlichen Erwiederung erwähnte auch dcs Antisemitismus. Denn leider gibts auch hierzulande unter den Deutschen besonders unter den deutschen Herrn Doctoren einen solchen. Er sagte: Wir haben eine Quarautaine, die uns vor Einschleppung aller ausländischen Krankheiten wirksam schützet. Er forderte seine deutschen Landsleute auf, eine geistige Quarantaine aufzurichten, um die Weltkrankheit Antisemitismus von unseren gottgesegneten Küsten abzuhalten. Herr Dr. Jacoby ist auch Arzt am Mount Sinai Hospital während seiner mehr als 40jährigen Praxis. Das Directorium beschenkte ihn mit einem werthvollen loving cup, den der Präsident des Hospitals Herr Jsaac Wallach ihm im Directions zimmer der Anstalt überreichte. — Mitte Mai feierte der Philantrop Herr Jacob Schiff seine silberne Hochzeit. Herr Schiff ist Präsioent des Montefiore-Heims für unheilbare Kranke, das zur 100jährigen Geburtstagsfeier des großen Briten von den New- Iorker Jehudim errichtet wurde. Eine Anstalt, deren Leistungen als das herrlichste Ganzopfer, dem Schöpfer als Reach Nichoah gewiß gefallen muß. Denken Sie sich: An 300 chronische Kranke finden da Pflege und Erleichterung. Welche Erlösung nicht nur den Kranken sondern auch den Familien gewährt wird, kann man schwer sich vorstellen. Die College» des Herrn Schiff, die Herren Directoren überraschten das silberne Jubelpaar ebenfalls mit einem kostbaren Liebesbecher und sämmtliche Insassen des Montefiore-Heims mit einem prachtvollen Album, worin jeder Patient auf einer separaten Seite blos seinen Namen niederschrieb. — Die Familie Guckenheimer schenkte dem Mount Sinai Hospital 200.000 Dollars in Memoriam der verstorbenen Frau Guckenheimer. Wie ich Ihnen seinerzeit berichtete, bauen die 400 Mitglieder des Instituts ein neues Hospital, das an einer Million und 100.000 Dollars kosten wird. 600.000 Dollar brachten die reichen Jehudim auf und die nöthigen weiteren 300.000 werden auch zusammengebracht werden. Einer der Söhne zahlte 100.000 Dollar der Synagoge in Denvcr Collorado, um di: Grundbuchschuld, welche am Gebäude haftete, zu löschen. — Im Stadttheil der russischen Juden, das Klein-Jerusalem heißt, wird auch ein neues Hospital, das den Namen Beth Israel-Hospital führt, gebaut. Die Benai Berith hielten anfangs Mai eine Convention in Chicago ab." Herr Bien, der 34 Jahre Präsident der Gesellschaft gewesen, mußte wegen hohen Alters das Amt niederlegen und Herr Levy, ein Jude von echtem Korn, ist jetzt zur Leitung des Ordens erwählt. Doch bleibt Herr Bien nicht unthätig. Die Convention ernannte ihn zum Kanzler der Logen Europas, Asiens und Afrikas. Sobald der officielle Bericht der letzten Benai Berith-Convention ausgegeben sein wird, will ich Ihren geehrten Lesern einen Auszug zukommen lassen. Die Rabbinnen, meist Schüler des Cincinnatier Seminars, hielten iin ihren respectiven Tempeln Trauerfeierlichkeiten nach dem dahingegangenen Dr. I. Wise ab. Sie wollen einen Fond von einer halben Million Dollars zusammenbringen, um das Seminar in Cincinnati, dessen Gründer Dr, Wise war, sicher zu stellen. Es ist gar kein Zweifel vorhanden, daß die energischen jungen Herren Rabbiner ihr Ziel erreichen werden. Man muß neidlos gestehen, daß allenthalben in allen Städten der Bereinigten Staaten das Judenthum gesunde Fortschritte macht. Möge es weiter prosperiren. New-Aork. Einem tiefgefühlten Bedürfniß für die hospitalarme untere Ostseite wird das neue Bech Israel-Hospital entgegenkommen, daß an Jefferson und Cherry Str. seinen Platz finden wird. Mit dem Bau des stattlichen Hospitals ist bereits begonnen worden, und am nächsten Sonntag wird unter entsprechenden Feierlichkeiten der Grundstein gelegt werden. Das alte Beth Israel-Hospital, Nr. 206 East Broadway, hat bei seinen beschränkten Räumlichkeiten den außerordentlichen Anforderungen, die an dasselbe gestellt wurden, nicht entfernt genügen können, zumal da es, soweit der Raum reicht, Anhänger aller Confessionen aufnimmt. Das 1890 ins Leben gerufene Hospital istIediglich durch freiwillige Beiträge unterhalten worden und hat sich als ein wahrer Segen für jenen Stadttheil erwiesen. Wie sehr das Hospital unter dem Raummangel zu leiden hatte, geht schon daraus hervor, daß unter den 1140 Anmeldungen des letzten Jahres von den 824 Patienten, die der Aufnahme würdig befunden waren, nur 501 ausgenommen werden konnten. Diejenigen, für die es an Raum mangelte, wurden in der Dispensary behandelt und benachrichtigt, sobald ein Bett frei wurde. In der Dispensary wurden an 20.000 Patienten 37.000 Arzneien verabfolgt. Die Gesammteinuahmen des Jahres betrugen: Mitgliedsgebühren Doll. 7.062, Schenkungen und Wohlthätigkeitserträge Doll. 1460, vom letzten Jahresball Doll. 3128, von der Dispensary Doll. 3516, aus anderen Quellen Doll. 4350, im Ganzen Doll. 19.516, während die Gesammtauslagen sich auf Doll. 17.168 stellten. Das neue Hospital wird ein fünfstöckiges Gebäude modernster Einrichtung und Ausstattung sein und 125 Bitten enthalten. Die Baukosten belaufen sich auf Doll. 115.000 wovon Doll. 25.000 bereits durch Subscriptionen aufgebracht sind. Den Rest hofft man durch freiwillige Beiträge zu decken. Bei der Grundsteinlegung werden Councilpräsident Randolph Guggenheimer, Wohlthätigkeitscommissär I. W. Keller, Isidor Strauß. Rev. Dr. G o t t h e i l, Rev. Dr. S ch u lm a n, Rev. Dr. Zinsler und Abraham Nelson Ansprachen halten. Den Vorsitz bei der Feier wird Herr K. Mandell führen. Die Knabencapelle der jüdischen Waisenanstalt „Hebrew Sheltering Guardian Asylum" wird sich mit mehreren Musikstücken an der Feier betheiligen. Die Beamten des Hospitals sind: Harris Cohen, Präsident; Louis L. Richman. erster Vicepräsident; Israel Levy, zweiter Vicepräsident; B. David Kaplan, Schatzmeister und Dr. A. E. Jsaacs, Ehren- Secretär. Die Hausärzte des Hospitals sind die Doctoren L. I. Ladinski. A. Brothers und A. E. I s a a c s. Vermischtes. Wien. (Trauungen.) Sonntag, den 17. Juni, 1 Uhr Mittag, findet im israelitischen Tempel der Seitenstetten gaffe die Trauung von Fräulein Helene Cohn, Tochter des Herr Martin Cohn, mit Herrn Dr. Max H i t s ch m a n n statt. — Sonntag den 10. Juni, 2 UhrNachmittag, findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung von Fräulein Hermine Bell, Tochter der Frau Amalie Bell, mit Herrn Siegfried Lengsfelder einem Enkel des verewigten Rabbiners Dr. Lengsfelder statt.

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